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Das Füllhorn · 1835-10-22 · 44 (22.10.1835) · p. Spalte 369-370

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
44 (22.10.1835)
Date
1835-10-22
Page
Spalte 369-370 (sequence 3)
Language
German
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SW darf chm nur winken, daß/rMauemvnd Thür, ,meabtrage,und-sie verschwind««. Ervernichtet den, den er zu tödten bestehlt, und opfwt ihm selbst sein eigene- Leben) wenn.er e< will.' Ist er iglücklich im - Kampfe, so dringt er die Beute dem Könige. M'er MM-he'md Schw,r^dey Äcker bestellt und "Hie Frischt'Mrndttt^ so/töltt er dem Könige, was er ihm auferlegt, während er in Wollüsten lebt, ruht und schläft. Und schläft er, so bewacht er'ihn, weicht keinen Fußbfüs ab und wendet-sein Auge nicht von ihm. . ^,Der Zweit« hatte feine Rede beschlossen, da sprach Zorobabel: Diel vermag de- Weines Kraft, NMchtig ist de- König- Gewalt, vor dem Alles sich beugt, aber mächtiger noch ist da-Weib! sie fördert den König zu Tage, sowieden Pflan« zer der Rebe und erziehet sie btsdp. Nicht-, ist, wawir dem Weibe nicht verdanken! Sie webet uns da- Kleid, und besorget da- Hauswesen. Wir verschmähen di« größten Schätze, wenn da- Zauberbild eineschönen WeibeunS «„spricht! Pater und Mutter, Vaterland und Freundewer- . den vergessen um de- Weibes willen; ja da- Leben selbst opfern wir den Weibern. Welch eine Gewalt üben sie nicht über uns! Was lange und mühsam zu Wasser und zu Land erworben wird, dabringen wir der holden Beherrscherin, dem Weibe. Ich sah eS einst selbst, wie Apame, RabejakS, de- ThemasierS Tochter, die Geliebte de-Königs, ihm, dem Beherrscher so vieler Länder und Völker, in- Gesicht schlug, die Krone vom Haupte nahm, und sich dieselbe aufsezte, ohne daß er darüber unwillig ward. Er lächelte, wenn sie fröhlich war, und trauerte, wenn sie zürnte; kurz er fügte sich in all ihre Launen, um sie nur sich geneigt zu erhalten. (Schluss folgt.) Etwaüb er di «Juden in Algier. (Aus vor nrurstro Schrift «« Hrn. 0r. Wiedemann rc. „Algier wle es ist.") Die Juden in Algier wagen schwarze und dunkle Kleider, eben so schwarze oder dunkelblaue Mützen, von Sammt olkrSelde, -«Schnitt d», Kleider istthbrigM-yander devMauren. JhrBer nuS oder Mantel ist'ebenfalls .schwarz oder dunkelblau. Auch bei den'Jüdinnen »st d»e schwarze Farbe die vorherrschende. Sie tragen keine Schleier, wie die maurischen Damen. Ihre Kleidung besteht aus. einer langen, schwarzen Tunika ohne Aermel, welche ihnen biauf die Fersen hinab, gehet und ohne,Strümpfe befinden sich di« Füße in. kteinrn. Pantoffeln,, in denen jedoch kaum die Zehen Platz finden, auö welchem Grunde die Jüdinnen nicht eigentlich gehen, sondern mehr mit den Füßen auf dem Fußboden sortschlürftn, waeinen, sehr komischen Eindruck macht. Die sehr weiten und fein« Aermel de- Hemdes sind, weil sie sonst sehr hinderlich sein würden, auf dem Rücken »usammengeblmden. Auf dem Kopf wagen die verheiratheten oder älteru Frauen den Sarma, in zwei Schub langeä joar gearbeitetes Horn von Silber, bisweilen sogar von Gold, welches, auf dem Hintertheile deS Kopfebefestigt, wie die eitdlose Verlängerung einer Haube anzuehen ist. Augenwimpern und Augenbraunen sind >ei.vielen Jüdinnen bemalt, wie bei den mauriche« Frauen, welchen sie an Schönheit nichtnachgeben, ohne sich;edoch die große ReinlichkeitSliebe derselben anzueignen. Die Nachahmungssucht der Jüdinnen ist so groß, daß sie, wenn sie des Sonnabends in ihrem vollen Putz auSgehen und einen vornehmen Anstand annehmen wollen, einen Theil des Gesichtmit einem Tuche zuhaltea und dadurch die verschleierten maurischen Damen nachäffen, was ihrer Meinung nach, ihren eignen Werth um Vieleerhöht. Jedoch habe ich bemerkt, daß diese Art von Coquetterie bei den jungen und schönen Jüdinnen aus sehr begreiflichen Ursachen keine Nachahmung findet. Wie überall, so auch in Algier, beschäftigen sich die Juden mit dem Handel der Edelsteinen, und dem Geldwechsel rc. ' , , Die Zahl derJudep in Algier wird gewöhn, lich auf 8000 angegeben. ES giebt unter ihnen eine Art von Gerichtsbarkeit, welche von den Rabbinern ausgeübt wird und die priesierlichen Funktionen mit denen der Justiz verbindet. Zu gleich versehen sie auch die Stellen von Notgrien, und sind für die Juden das, was für die Mauren die Kadisind. Noch immer bestehet diese Behörde in' Angelegenheiten der Juden unter sich. Es existirt noch eine jüdische Magistratsxerson, welche früher von dem Dey,;ezt von dem tommandirenden General ernannt wird, und Mu kdaM heißt; ihre Funktionen könnte man mit denen eines Friedensrichtervergleichen. Der Mukbam besizt die Vollmacht, die die Ordnung störenden Juden einzusperren, ja selbst ih-

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