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Das Füllhorn · 1835-10-22 · 44 (22.10.1835) · p. Spalte 371-372

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
44 (22.10.1835)
Date
1835-10-22
Page
Spalte 371-372 (sequence 4)
Language
German
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'liell Kir Dastsnnade geben zu lasse«, und der durch die Rabbiner gefällte Ättheiisspruch wird ihm zur Execution ingeschickt. Dee in Algier lebenden Juden sind sehr streng in der Ausübung ihrer Religion, und befolgen mit großer Gewissenhaftigkeit die Vorschriften derselben. Da sich ihre rage seit der Besitznahme Algiers durch die Franzosen gänzlich zu ihrem großen Dorthrile geändert hat, so sind sie dem Gouvernement« ergeben, und demselben in mancher Begehung von wesentlichem Nutzen. Diele unter ihnen haben sich mit einer unglaublichen Leichtigkeit die französische Sprache zu eigen gemacht, eS ist sehr auffallend, daß sie dieselbe ohne allen Accent rein und wohlklingend sprechen und zwar um so auffallender, als die Juden im Allgemeinen die Sprache aller Länder, sogar ihre vaterländische nicht ausgenommen, durch unangenehme Betonung entstellen. *) Ihr großes Talent für die französische Sprache verschafft ihnen die ehr einträglichen Stellen der Dolmetscher zwisc >eu den Franzosen und den Arabem. Der Jude hat daS Recht, sein« Fran zu verstoßen, und sie später, wenn sie noch keine neue Verbindung emgegaagenhat, nach Gefallen wieder zu nehmen. Die Begräbnißplätze der Juden befinden sich vor dem Thore Ba-bel-Tued. Jedes Grab ist mit einem weißen Marmorstein versehen, auf welchem Arabisch oder Hebräische Namen und Alter des Verstorbenen eingegraben sind. *) E« ist die« nur mit der deutschen Sprache der Fall. nicht mit andern Sprachen, so viel uns aus Berichten bekannt ist. D. Sied. Mi-zelle. In einem Werke: „die Lehre der heiligen Schrift von der Bestimmung des Volks Israels. Nachdem Französischen des Herrn C.E.F. Mouliner, Predigers zu Genf, bearbeitet von I. F. v. M. Basel, 1834." wird von der Bestimmung und Berufung dieses Volkes gesagt: Nach dem Falle sollte die Kette der heilvolle Gnaden ununterbrochen durch die eingetretene Verfinsterung auf alle Zeitalter fortlaufen. Darum traf Gott Anstalt zur Bildung eines Volkes, das den besondern Auftrag haben sollte, das Protokoll deS Verkehres zwischen dem Himmel und der Welt, die vormaligen und künftigen Offenbarungen aufzubewahren. — Don drrElgenthümlichkeit dieses Volks heißt es unter Andern: LS mußte eine abge« V» sonderte und vnzetflörbar« Nation sein, wozu «L ne außerordentliche, göttliche Regierung gehörte-; diese entschiedene Theokratie bedurfte eine äußere Gestaltung, zu welchem Ende dem Volke auch für immer ein hiezu geeignetes Land angewiesen wurde, aus daN es zwar zuweilen verbannt wird, aber imvyr, wieder zurückkehrt. Mit der Rückkehr .aus Bqbylon sind noch nicht alle Weissagungen^ erfüllt,' es' findet daher in Zukunft wieder ein« Rückkehr »statt, wodurch Israel «tochmalzum gesammelten Volk wird, aber so, baß dann die gläubigen Heiden zur Mitbürgerschaft Israels gelangt sind. Weiterhin wird bemerkt: Dürften wir uns über den Sehkreis der Sinnenwelt erheben, so. würden wir mit Erstaunen die Kette schauen, welche Geschlechter und Völker verbindet, die Einflüsse, die von allen Seiten und stufenweise auf da- Leben und seine Kreise eindrinaen, die Staffel, die jede Gesellschaft auf der Leiter der Gaben und Fähigkeiten einn,mmt; wie jenseits diese- Lebendie entschwundenen Erdenbürger Mt den körperlosen Intelligenzen neue Ge. sellschaften eingehen. alsv daß, was unsichtbar und waununsichtbar, das Vergangene- Gegenwärtige und Zukünftige, das Zeitliche und das Ewige, kurz, dass Alles zusammen nur ein une» meßlicheS Reich bildet, wvnn von den Geistern am Throne Gottebiherab zu der wildesten Horde Allewechselsweise an einander hält und einander bestimmt und gestaltet. — Alsdann würden wir auch die Stellung Israels begreifen, wie solche in der göttlichen Offenbarung angedeuttt cst. — London, 10. September. DaS Parlament ist biauf den zehnten, November prorogiert. — In der lezten Sitzung de- -Unterhaus«- erklärte der Schatzkanzler, er hoffe, die Regierung werde in der nächsten Session die Emanzipation der Juden durchsetzen. Der Mensch in seiner doppelten G estalt. Die Menschen erscheinen in ihrer Thierheit, wenn sie einander hassen und venolgen— in ihrer Göttlichkeit, wenn sie einander lieben und wohlthun. R — d. Nedlgirt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Verlegt von Fr. Walthr in Dinkels bühl.

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