Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 38 (17.9.1835)
- Date
- 1835-09-17
- Page
- Spalte 319-320 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ri» ' ' l der W-Ikensäu7e feines dunkeln Aorurtheils ^ils der Femrsäule der leuchtenden Wahrheit, die aus den vereinten Flammen der Vernunft undder Offenbarung besteht. Er verfolgt mit glühendem Haß alle Diejenigen, die einen andern Weg gehen, als er, die den rechten Des^etur schlagen, den die Wahrheit ihnen zeigt,' und nicht den selnigen) dtzil fein irreführendes Doruttheil ihm weist— er feindet sie auf jede mögliche Weise an, und sucht sie verläumdend herabzusetzen und zu verketzern. Der Voturtheilsvolle stehtmit der menschlichen Natur, mit der Religion und mit der Zeit im Widerspruch, die! wie jene, einen lichten Geist und Ablegung aller Dorurtheile fordert. S. Steinhard. ' Äon den Mahomedanern. .Der vornehmste Glaubensartikel der Mahomedanerist folgender: ich gl aube, daß außer Gott kein Gott,und daß Mahomedsein Prophet ist. Das bloße Wort Gott ist ihnen so verehrungswürdig, daß sie dabei die Hand an die Stirne legen, und daß sie kein beschriebenes Papier auf der Erde liegen lassen-oder zu gemeinen Dingen brauchen, weil sie fürchten, daS Wort Gott könne darauf geschrieben sein. Sie sind sehr große Feinde des Bilderdienstes, nicht einmal auf ihren Münzen darfein Bild geprägt sein, und so. findet »yan bei ihnen weder Maler noch Bildhauer, noch Kupferstecher, und sonst jene Handwerker, die mit diesen in Verbindung stehen. Ihre Begriffe von den Eigenschaften Gottes sind sehr erhaben. Sie glauben an eine Auferstehung der Tobten, an ein Weltgericht, an eine Vergeltung, also an eine Belohnung der Gerechten und Bestrafung der Gottlosen. Die Beschneidung sehen sie als das Unterscheidungszeichen zwischen den Gläubigen und Ungläubigen an. Sie wird gewöhnlich vom siebenten bis zum fünfzehnten Lebensjahr mit großen Feierlichkeiten verrichtet. Beten thun sie deS TageSvorschriftmäßig fünfmal. Man findet nicht leicht einen Mabomen daner, der dieseunterläßt. Ihr Gebet ist redoch l'chr kur^stnd dauttt nur rinige'-Dkinuten. Vor demselben geschieht eine Reinigung mit Wasser, und haben sie kein Wasser, so reiben sie sich die Sstrne und Hände lnit Staub ab*). Reitende steigen ab, wenn sie sich zum Gebete anschicken**). Der Freitag ist der Sabbath der Mahomedaner, wü 'der Gottesdienst etwa, drei Piertelstunde dauert. Die Fastest werden von ihnen heilig 'gehalten, sie genießen an denselben desTages über weder Speise noch Trank; sobald,aber die Sterne' s»m Himmel'erscheinen bis zu ihrem Mötsch» indendürfen sie essen und trinken so viel sie wollen. Das Buch, aus welchem sie ihre Religionslehren schöpfen, ist der Koran. Derselbe gebietet auch das Almosengeben als eine sehr heilige Pflicht, und dathut auch jeder Mahomedaner nach seinem Vermögen. Er erlaubt ihnen vier rechtmäßige"Äattinllen zü heirathen, sie machen aber nur sehrselten Gebrauch von diesem Rechte. Sie 'theilen den Tag in SLGtunden und fangen allemal mit dem Untergang der Sonn'e zu zählen an. — »1 Bergt. Thalm. Dr'achvth;12. i. »*) UUd.LZ, z. Li t« ratur. ,,Denkschrift über die bürgerlichen Verhältnisse der Hamburgischey Israeliten zur Unter- „stützuaa der von Denselben an Einm Hochedlen „und' Hochweisen -Rath übergebenen Supplik. ,-(Als Manuskript gedruckt). Hamburg 1834." ISO Seite«. Schluß. r»F. 72. ».Ein« zweite Betrachtung, die sich hier darbie« tet, ist die, daß Diejenigen in einem großen, gefähr» lichen Jrcthumebefangen sind) welche glaukeii. daß die Verbesserung» welche auch flb für wüoschenswerlh halten, ebeii so gkt oder noch besser einer später» Zeit, einer größeren Reife, wie man sichau-zudrücken psiegt» Vorbehalten werden könne. Wohl gibt e« — in der Körperwelt wenigen« — einen Zusiand der Reife, vor welchem die Frucht nicht gepflückt «erden darf, wenn sie schmackhaft und nahrhaft sein soll; aber man vergesse nicht, dadieselbe Frucht auch nicht allzuweit über den Zustand der Reife hinaus »»gepflückt bleiben darf.