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Das Füllhorn · 1835-09-17 · 38 (17.9.1835) · p. Spalte 317-318

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
38 (17.9.1835)
Date
1835-09-17
Page
Spalte 317-318 (sequence 1)
Language
German
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D a s F üllh a r«. - -VW i'tt Leitvl alt - ^, zunächst für und 38. Donnerstag, über Israeliten. de« 17. September 1335* Gerechtigkeit» — W ah.rheil, — Friede. Der Feigenbaum. ' ' Rabbinisch. - t ». Die Weisheit gleicht dem Feigenbaum, daß Frücht« nicht Auf Einmal reifen; einzeln nur beut er sie dar. - D'rum findet immer neue Frucht der Späher d'ran.. Auch du, der Weisheit golvner Baum, allmählig nur Und einzeln werden Leine süßen Früchte reif, Und immer neue bietest du dem Forscher dar. _ S. Steinhard. Das Vorurrheil. Wi^«s-in der Körperwelt Krankheiten gibt, die den Körper an seinem Wachsthum und an stimm Gedeihen hindern; so gibt es auch Krankheiten in der geistigen Welt, die die Ausbildung und Vervollkommnung des Geistes, sein Wachsthum und Gedeihen gefährden, und seinem Fortschreiten mächtige Hindernisse in den Weg legen. Eine der gefährlichsten dieser geistigen Krankheiten ist das Dorurtheil. Wo dieses in dem Geiste Wurzel geschlagen hat,- da ist jede Entwickelung der geistigen Kräfte unmöglich, biS es mit der Wurzel ausgariffen ist. Das Vorurtheil versperrt jeder bessern Einsicht den Eingang in die Pforte des Geistes, und läßt ihn nichtin der wahren Gestalt erkennen. LS ist gleichsam der dichte Schleier, der dem forschenden Geiste das Bild der Wahrheit verhüllt. Es ist dawuchernde Unkraut in dem Garten des Geistes, daalle Lebenssäfte verschlingend, nach und nach den ganzen Boden bedeckt, und den nützlichen Pflanzen keinen Raum läßt, sich zu entwickeln. Der vorurtheilsvolle Geist sieht in dem Nützlichen tztwas Schädliches und in dem Schädlichen etwas Nützliches, ihm ist da- Wahre falsch, und das Falsche wahr, Recht Unrecht und Unrecht Recht, Erlaubtes unerlaubt und Unerlaubtes erlaubt. Der von Vorurtheilen gefesselte Geist wirkt der nützlichsten und zweckmäßigsten Sache, wenn sie mit seinem Dorurtheil« im Widerspruche stehr, entgegen, und sucht auch Andere dagegen einzunehmen, indem er Hnen, wie Pharao den Israeliten zuruft) „Seht, ihr habt da Bösevor!" (s. B. Mos. 10, 10.) Der Vorurtheilsvolle verweist die Vernunft, diese Alles erleuchtende Sonne, die Gott dem Menschen alS Wegweiserin durch die mit Finsterniß bedeckten Steppen des Erdenlebcns mitgegeben hat, — er verweist sie aus dem Bereiche der Religion, als ob diese Richterin blos in den nieder» Angelegenheiten des Menschen ihr Urtheil adzugeben habe, und nicht auch in den höchsten. Er folgt lieber

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