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Das Füllhorn · 1835-08-25 · 35 (25.8.1835) · p. Spalte 277-278

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
35 (25.8.1835)
Date
1835-08-25
Page
Spalte 277-278 (sequence 3)
Language
German
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»»7 land zeichnete sich durch Grausamkeit besonderdiejenige au-, welche im Jahre 1SS8 in Würzburg, Rothenburg an per Tauber, Wind-Heim, Eichstädt, Nördlingen, Nürnberg und an andern Orten durch die Geistlichkeit erregt worden war. Obgleich Teutschland- Könige und Kaiser die Juden in ihren besonder» Schutz genommen und sie ihre Kammer kn echte zu nennen pflegten; so war diesedoch nicht hinlänglich, sie vor den Verfolgungen der römischen Kirche zu sichern. Trotz aller aufgewandten Geldsummen konnten edie Juden nicht dahin bringen, dass sie den Menschen gleich geachtet und deren Rechte theilen durften. Der Eifer de- Papstthum-, die Juden zum Christenthume zu bekehren, war ohne Gränzen, und die Bischöfe und Geistlichen scheuten sich ne cht, selbst List und Gewalt alS Bekehrungsmittel zu gebrauchen. ' Den Haß de- Volkegegen die Juden fachten sie durch die Beschuldigungen an, alS ob leztere einige Christenkinder weggefangen und grau- /sam gemartert hätten, um dann mit deren Blute gewisse Entzwecke zu erreichen; daß sie Hostien auden Kirchen gestohlen, dieselben in Mörsern zerstoßen und sonst noch allerlei Gespött damit getrieben hätten. Dieß war genug, um den Pöbel zur höchsten Wuth aufzureizen. Fanatismus und Durst nach Rache, mitunter wohl auch Raubsucht, trieben da- Volk an, überall über die Juden herzufallen. Gefühllos blieb man bei allen Gräueln de- Entsetzens und glaubte noch dadurch Gott wohlgefällig zu sein. Nicht geringer war die Verfolgung der Juden im Jahre 1349, wo die Pest fast allgemein herrschteWd viele Menschen hinwegraffte. Die Schuld wurde auf die Juden geschoben und die Sage verbreitet, als hätten sie die Brunnen ver- *) Der Verfasser der „Erinnerungen au« der Geschichte der Stadt Echaffhausen" (Schaffhausen 1834) sagt, bei Sno-hWing der Judenverfelgong 1401: „Ungern Im folgenden Iahte (1350) traf sie ei« Ht-» er und harter Schlag, sie mußten ihre Häuser welche auf dem Platze standen, wo jezt der grüne Markt und Odstmarkt ist, räumen; erhielten jedoch die Erlaubniß, die große Brandstätte vom Heumarkt hinab bian die Pegnitz, wo im Jahre 1341 durch eine große Feuersbrunst alle Häuser zu Grunde gingen, anzubauen, wodurch die noch heutiges TageS sogenannte Judengasse entstand. Da ihre alte Synagoge, welche, wie schon bemerkt, auf dem Platze stand, wo jezt die Frauenkirche steht, auch abgebrochen wurde, so erbauten sie eine neue und ein Badhauin dem noch sogenannten Juden Höschen. Auf dem Platze, welcher noch gegenwärtig der Judenkirchhof genannt wird, und damalausser der Stadt lag, war ihr Todtenacker. Don den Grabsteinen diese- Todtenackerfinden sich noch mehrere vor, von welchen hierüber drei angeführt werden sollen. Der erste findet sich in dem SebalderPfarrhof rechter Hand beim Eingang eingemauert, woran die Uebersetzung der hebräischen Inschrift also lautet: „Dieser Haufe ist ein Zeichen der Er- „barn Gutlein, einer Tochter Rabbi Simson, „welche begraben worden, denSS^Tagde-Mon- „den Thebet, am Mondtag." Die zwei andern sind dem langen Weg nach auf dem obersten Boden de- Weißenthurmeingemauert und die hebräischen Inschriften lauten nach der Uebersetzung, wie folgt: 1) „Diesen Grabstein hat -«stellet Simon „zum Kopf seine- Vater- Rabbi Jachia, welcher „ist in-'Grab gekommen am 11. Tag Jjar — „im Jahr da man -zählt (5033) (1278) Jahr. „Sein Seel soll eingebunden sein im Bündelein „der Lebendigen, Amen, Sela." S) „Dieser Grabstein ist gestellet worden erwähne triefe Beschicht; aber e« ist ei,« Schuld, dir aS «Wir Stadt lastet, die noch nicht hejahkt ist, lMdMeM-UMchen soll muß sie kennen." Eia GletWb AnntV Nürnberg und vielen andern Städten gesagt Dir Sied.

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