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Das Füllhorn · 1835-08-11 · 33 (11.8.1835) · p. Spalte 261-262

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
33 (11.8.1835)
Date
1835-08-11
Page
Spalte 261-262 (sequence 3)
Language
German
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entwerfen/ daalle ihre Rechte und Pflichten, soweit dieselben ehre Person und ihr Eigenthum betreffs, umfaßt, bei dessen Entwertung aber auch zugleich diejenigen Ausnahmen von der allgemeinen Gesetzgebung im Auge behalten werden müßten, welche durch die Religion der Israeliten, ihre Lebensart und die von ihnen bewohnten Gegenden unerläßlich gemacht werden. Das Reglement sollte hauptsächlich mit dazu dienen, die Lage der Israelitin nach denjenigen Grundsätzen festzustellen, die eS ihnen möglich machen, sich durch Landbau und Gewerbe ihren Unterhalt zu erwerben und allmählig den Unterricht der Jugend zu vervollkommnen, wodurch ihnen jede Gelegenheit, fich dem Müffiggange oder ungesetzlichen Erwerbzweigen, zu ergeben, geraubt wird. Wir legen dem dirigirenden Senat den nach diesen Grundsetzen von dem Spezialkomitee angefertigten Relegment Entwurf vor, der, nachdem er im StaatSrathe geprüft. Unsere Genehmigung erhalten, und Wir befehlen dem Senat, die geeigneten Verordnungen zu treffen, und fie in Ausführung zu bringen. Traurig! Dre DidaSkqlia vom 7. Juli 1834 enthält folgende- „Schreiben eineisraelischen Handwerksgesellen an seinen Vater." „Ich bin nun ein halbe- Jahr auf der Wanderschaft und noch habe ich keine Ruhestätte gefunden. Ich habe so traurige Erfahrungen gemacht, bin in meinen Erwartungen so getäuscht worben, daß mir da- Herz blutet und eine duftere Schwermurh mich ergriffen hat. Unser braver Lehrer prägte im Religionsunterricht seinen Schülern die Liebe zu allen Menschen, ohne Unterschied des Glauben-, ein *) und erklärte, daß diese Liebe da- Fundament der christlichen und jüdischen Religion sei; er munterte unSauf, den leidigen Kleinhandel, jij welchem unsere Dorfahsern christlichen Mitbrüder erwerben. Da lieber Vater, triebst den Kleinhandel nur mit derwillen, und freutest dich, undem Handwerk bestimmen zu können; du weißt, wie freudig ich, nachdem ich meine Lehrjahre, zur größten Zufriedenheit meines Meister-, zurückgelegt hatte, auf dir Wanderschaft ging. Ich begab mich nach Rheinpreußen. AlS ich nach C. kam und mein Wanderbuch abgab, erklärte mir der Beamte, daß fcin nicht preußischer israelitischer Hand, werter in den preußischen Staaten verweilen dürfe *). Alle meine Vorstellungen blieben fruchtlos; ich mußte das Land verlassen. Tief betrübt und niedergebeugt durchwanderte ich Hessen, um mich nach den sächsischen Ländern zu begeben, wo Gesellen meine- Handwerks, wie ich hotte, Arbeit fänden und erfuhr in der ersten Stadt dieselbe Zurückweisung. Ich begab mich nun nach dem südlichen Deutschland, kam nach H. al-gerade mehrere Gesellen die Stadt batten verlassen müssen, und fand nun auch gleich Arbdit. Sobald aber der Meister erfuhr, daß ich ein Jsraelite sei, kündigte er mir die Arbeit aus; eben so erging eS mir bei einigen Andem und^ch mMe nach einigen Tagen die Stadt verlassen. Ich kann, lieber Vater, Dir die Gefühle nicht beschreiben, die mein Gemüth beunruhigen und muß alle meine Geisteskraft zusammennehmen, um die menschenfeindlichen Gedanken zu ersticken, die in mir aufsteigen. Ich werde nun mit einigen Andern, in derselben Lage sich befindenden Handwerkern meine- GlaubenS nach dem Badischen gehen, und wenn ich dort ähnliche Zurückweisung erfahren sollt,. Deutschland und mein Vaterland, dafür mich keinelsh verlassen und mich nach Frankreich begeben, wo, wie ich vernommen habe, eS einigen meiner Bekannten recht gut geht. Du stehest, lieber Vater, mit welchen Hindernissen israelitische Handwerker in Deutschland zu kämpfen haben, und daß die Menschen gagz anderfind, alS unser edelgesinnter Lehrer »knS darstellte. Ich möchte dir daher rächen, eS wohl zu überlegembevok du meine jüngeren Geschwister einem Stunde bestimmst, in welchem sie so tkaurige Erfahrungen machen, die wohl geeignet sind, den stanvhafttstttuMnth niederzubeugen und da- Herz mit Haß und Bitterkeit gegen unsere ren durch den 4)ruck gezwungen worden seien, zu .»»» » verlassen, und von der uns bewilligten größeren Mitmenschen zu erfüllen./ Freiheit einen guten Gebrauch zu machen, indem Dein Diss» liebender Sohn N. wir eia Handwerk erlernten. Dadurch sagte er, - würden wir uns die Zuneigung und Achtung un- L." *) Da« geschieht jezt i> alle» ttraelittschen Scholen. » Die Sied. Es grmidet sich die« aas 31 des in Rro. 24 diese- Blatte« gelleserten kgl. preuf. Edikts von 18ir. Die Sied.

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