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Das Füllhorn · 1835-07-09 · 28 (9.7.1835) · p. Spalte 221-222

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
28 (9.7.1835)
Date
1835-07-09
Page
Spalte 221-222 (sequence 3)
Language
German
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«41 einkunft besiegeln/ auf baldige- Wiedersehen. Mkt Gott. — - Kon firmantenfeier. (Eingrsandt.) ES ist erfreilich/ die Fortschritte, mit welchen die JSraeliten jezt in ihren gottesdienstlichen Verrichtungen dem Geiste der Zeit folgen, immer mehr und allenthalben zu bemerken. Am 3. Juni diese- Jahr-, am Tage der heil. Gesetzgebung,' konfirmirte der würdige Lehrer, Herr Steinhard, zum ersten Male in Hilburghausens Knaben und l Mädchen öffentlich in der Synagoge. Seine Auseinandersetzung *) der Nothwendigkeit einer solchen religiösen Feier stimmte und bereitete die Gemüther aller Anwesenden zu der hierauf gefolgten schönen und feierlichen Handlung. Die öffentliche Prüfung der Konfirmanden, hie richtig- und mit festem Tone antworteten und den Beweiß lieferten, daß sie die Lehre MosiS und der Propheten gefaßt haben; ihr mit Herzlichkeit, Rührung und festem Muthe ausgesprochene- GlaubenSbekenntniß; die herzliche Anrede des Lehreran Aeltern und Konfirmanden; der den Lezteren mit beigefügten besonder» Belehrungen und Ermahnungen für jeden Einzelnen errheilte Segen, waren die schönen Punkte dieses bedeutungsvollen Akte-. Einige vorgeiragene Choräle erhöhten die Feier. „Da sah man kein Auge thränenle er." Ein Jeder fühlte innig, welche wichtige Feier er so eben beigewohnt; ein jedes Mitglied der Gemeinde mußte sich Dem dankbar verpflichtet fühlen, der diese Feier, deren jährliche Wiederkehr festgesezt ist, hervorrief, dem würdigen Lehrer, dessen öftere religiösen Vorträge in deutscher Sprache dem Gottesdienste in hiesiger Synagoge Leben, Belehrung und Erbauung verleiht. Das herzogliche Konsistorium gab bereitin einem besoudern Reskripte, dem Lehret und der Gemeinde seine Zufriedenheit mit dem hiermit gemachten Fortschritte zu erkennen. *) Meiner Leu Akt einleitenden Predigt. Sonderbare Kur. Der polnische Jude Salomon MasMäfiA einer der scharfsinnigsten Philosophen der lejtm Hälfte devongen Jahrhundert-, erzählt in sei? ner Lebensgeschlchte, herausgegeben von K. P. Moritz, Berlin, 17VS. „Als wir nicht mehr weit von unserer Hrimath entfernt waren, sprang mein Bruder audem Wagen und lief zu Fuße; ich wollte ihm diesen kühnen Sprung nachmachen, hatte aber zum Unglück nicht genung Kräfte dazu. Ich fiel daher hart am Wagen nieder, so daß meine Beine »wischen die Räder kamen und daeine Rad über mein linke- Bein fuhr, das dadurch jämmerlich gequetscht wurde. Man brachte mich halb todtnach Hause. MeinFuß wurde kontrakt, und ich konnte ihn gar nicht bewegen. Man konsulirte darüber einen Mischen Doktor, der zwar nicht ordentlich auf einer Universität studirt und promovirt, sondern sich seine medieinischen Kenntnisse dadurch erworben hatte, daß er bei einem Arzt gedient, und einige medicinische Bücher in polnischer Sprache gelesen, der aber nichtbest» weniger rin guter Arzt war, und weil er glückliche Kuren macht. Dieser sagte, daß er jezt zwar keineMediun im Vorrats» habe (eine Medicinapotheke war ohngefähr zwanzig Meilen von dem Orte entfernt) und folglich nicht- Methodisches verordnen könne; unterdessen möchte man doch ein leichte-Hausmittel gebrauchen. Man sollte nämlich einen Hund todtschlagen und den kontrakten Fuß hineinsteckenz dieses einige Mal wiederholt, würde gewiß Erleichterung schaffen. Man befolgte seine Vorschrift mit dem erwünschten Erfolg, so daß ich nach einigen Wochen den Fuß wieder bewegen und darauf treten-konnte, auch nach und nach völlig wieder hergestellt wurde. Antiquarische Notiz. Der Schleier bei den Bräuten, der noch heutiges Tagebei den Juden am Verlobungstage zum Thell Brauch ist, ist alte- Herkommen als Zeichen der Schamhaftigkeit. Schon die Bibel spricht von ihm, Genesis, 24, 65; und der Talmud deutet damit den Unterschied der Jungfrau von der Wittwe bei der Verheirathung an (Kethuboth.1», 1, wo das Wort Hinnyma entweder nach R. Chananel, vom Griechischen -llnowos, d. i. gesetzmäßig herkonünt» und also noch mehr auf den regelmäßigen HMauch des Schleierhindeutet, oder nach R. Benjamin Mustafia vom Griechischen Verbümki-no^iiu, ich hülle mich ein). — D»ese Sitte »ar auch b§i

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