Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 28 (9.7.1835)
- Date
- 1835-07-09
- Page
- Spalte 223-224 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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244 2L- .-««1 Lltestek-Griechen, wo die Göttin A i d o, (Aedo Dchamhgfkigkeit) mit einem Schleier ihr Gesicht »ekyüllt^at. Daß die Sitte sich auch bei den Römern fand, darauf deutet noch der lateinische Ausdruck hin: Virdor« ,iro) sich für einen Mann verschleiern, d. i. ihn ehelichen. — UnglückSfall. Zu Aleffandria in Piemont hat sich, dem Kourrier de Lyon zufolge, nachfolgendes Unglück zugetragen: 21m 5. Juni Nachmittags waren 80 Personen, größtentheilS JSraeliten, zu einer Hochzeit in einem Saale deS dritten Stockwerkversammelt. In dem Augenblick, wo der Tanz beginnen sollte, brach der Fußboden, obgleich nach dortigem Landesgebrauch von einem Gewölbe gestüzt, zusammen, und r,ß daerste und zweite Stockwerk mit sich fort. Von 80 Personen wurden ss unter den Trümmern begraben, aus welchen man sie todt hervorzog; 12 andere starben an den Folgen der erhaltenen Verletzungen, alle andern sind mehr oder weniger, einige sogar lebensgefährlich verwundet. Unter den Uiwlücklichen zahlt man de« Obersten eines in Aleffandria garnisonirenden Regimentnebst 8feiner Offiziere, d,e ebenfalls zu der Hochzeit geladen waren, und den Rabbiner der dortigen Judengemeinde. Da'wurde nun auder Zeit zum Tanzen eine Zeit zum Klagen. (Pred. 8,4.) JosuaS Wunder. Englische Blätter liefern Zeugnisse verschiedener Völker über da- WunderJosuaS. Damerkwürdigste daraus ist daderMuhamedaner. Iosua-, sagen sie, lieferte an einem Freitage Abenddem Riesen eine Schlacht. Da die Nacht hereinbrach und Josua an einem Sabbathe nicht kämpfen wollte, so erflehte er von Oben die nöthige Zeit, um die Schlacht zu beendigen und den Feind zu vernichten. Sr wurde erhört, und die Sonne blieb eine und eine halbe Stunde länger am Firmamente, alS gewöhnlich. Der Glaube an diese Begebenheit ist so stark bei den Muhametanern, daß sie darin einen Hauptgrund gefunden haben, den Freitag zu einem heiligen Tag zu erklären. Fromme, gottgefällige Anstalten und Handlungen. In München besteht ein israelitischer Frauen» ere in, dessen Zweck ist: nothleidende Frauen der dortigen Gemeinde, deren Familienverhältnisse den Eintritt in das städtische allgemeine Krankenhaus nicht zulassen, in Krankheiten und während deS Wochenbette-, mit Geld, und nöthigenfallS mit Wäsche, unentgeldlicher ärztlicher und chirurgischer Behandlung und Bedienung der Hebamme, zu unterstützen. AuS Hechingen wird gemeldet, daß dortselbst ein israelitischer Armenfond bestehe, aus dessen Renten, zu zirka 800 st. — jährlich, Mehl zur monatlichen Vertheilung än Arme angekauft wird. Außerdem findet jedesmal zu Winterszeit eine freiwillige Kollekte zum Holzankauf für Arme statt. Dl« Sammlung am jungstverwichenen Winter warf einen Ertrag von 120 fl. ab. In Burgpreppach, im Untermainkreise, vereinigten sich die Frauen, durch die kräftige Verwendung der biedern Z. M., einer vater- und mutterlosen Waise daselbst Kost und Pflege un- «utgeldlich zu reichen, damit da- Vermögen derselben, dasich nicht hoch beläuft, erhalten werden könne. In Niederwerrn, bei Schweinfurt, bezeugten die Schüler devor s Jahren in Armuth dort verstorbenen Lehrers Stern ihre Dankbarkeit gegen denselben dadurch, daß sie vor Kurzem ihm und seiner früher verstorbenen Ehegattin Grabsteine aus ihre, der Schüler, Kosten setzen ließen. — Auch dakleine Gute verdient Erwähnung und lobende Anerkennung. Morgengesang der Nachtigall. Weißt du. «a« die Nachtigall flngt k An jeglichem Morgen Singt ste; „wer bist du. Mensch, daß dich di« Lieb« nicht «eckt? Siehe» da« Lüftchen weht, es säuseln dt« Blätter der Bäume; Jegliche Blume süblt tkch neu gestärkt und lung. Jegliches Blatt der Ros« wird Zeuge, den Schöpfer zu preißen, Zeuge wird jegliche« Laub; und du verstummest, o Mensch?" Der Spiegel im Dunkeln. Wer au« Liebe zu Gott der Menschheit Pflichten entsaget. Sijt im Finstern und hält immer den Spiegel vor sich. Aebigirt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Verlegt von Fr. Walth.r ln Dinkeltbühl.