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Das Füllhorn · 1835-06-18 · 25 (18.6.1835) · p. Spalte 197-198

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
25 (18.6.1835)
Date
1835-06-18
Page
Spalte 197-198 (sequence 3)
Language
German
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get. Was könnte mich abhalten^ — Furcht für meine Glaubensgenossen? — Ihre weltliche Macht ist allzugeringe, als daß sie mir fürchterlich sein könnte. — Eigensinn? Trägheit? Anhänglichkeit an gewohnte Begriffe? — Da ich den größten Theil Heines Lebens der Untersuchung gewidmet; so wird man mir Uiberlegung genug Zutrauen, solchen Schwachheiten' nicht die Früchte meiner Untersuchung aufzuopfern. Die sehen also, daß ohne aufrichtige Uiberzeugnng von meiner Religion, der Erfolg meiner Untersuchung sich in einer öffentlichen Thathandlung hätte zeigen müssen. Da sie mich aber ^n Dem bestärken, was meiner Väter ist; so konnte ich meinen Weg im Stillen fortwandcln,ohne der Welt von meiner Uiberzeugung Rechenschaft oblegen zu dürfen. Ich werde es nicht läugne», daß ich bei meinet Religion menschliche, Zusätze und Misbräuche, wahrgeuömmm, die leider! ihren Glanz nur zu sehr verdunkeln. Welcher Freund der Wahrheit kann sich rühmen, seine Religion von schädlichen Menschensatzungeusrn, gefunden zu haben? Wir erkennen ihn Alle^ diesen vergiftenden Hauch der Heuchelei und des Aberglaubens, so viel Unserer sind, die wir die Wahrheit suchen und wünschen ihn, ohne Nachtheil des Wahren und Guten, abwischen zu können. Allein von dem Wesentlichen meiner Religion bin ich so fest, so unwiderleglich versichert, als Sie, oder Herr Bonnet nur immer von der Ihrigen sein können, und ich bezeuge hiermit, vor, dem Gott der Wahrheit, Ihrem und meinem Schöpfer und Erhalter, bei dem Sie mich in Ihrer Zuschrift beschworen haben, daß ich bei meinen Grundsätzen bleiben werde, so lange meine ganze Seele nicht eine andere Natur annimmt. (Schluß folgt ) Schule und Leben. Die Schicksale künftiger Generationen ruhen größtentheils in den Händen der Erziehung, — Schule: die Gesinnungen, welche jezt Nationen beseelen, die Grundsätze, Thaten und Tendenzen der Jeztwelh wareq größtentheils Grundsätze und Lehren der Schule. Allental geht die Schule in das Leben über; sie trägt also die Bestimm«- des Menschen, Schicksal und Geschichte der Zu-, kunft in sich. Wohl greift die Freiheitldss kühnem Slrm in die Rgder des Schicksals; sihrr— ist sie nicht blinde Willkühr; so wirv'He als höchste Gesetzmäßigkeit selbst Nothwendigkvst, und. mit dem allgemeinen, nur nicht dem gemeine»' Weltmechemism nach einer und derselben tung sich fortbewegen; denn die universelle Ra^» kur trägt Leibliches und Geistiges mit einem> Hebel. ' Der Widerstreit des Lebens und der Schule ist daher nur scheinbar: die Schule gehört mehr der Zukunft an, als der Gegenwart; das Leben ist Abspiegelung des Zeitgeistes; dieser aber ein Sohn der Vergangenheit. ,Wie Gegenwart und Zukunft, so sind sich Zeitgeist, Leben — und Schule entgegengesezt. Immer ist der herrschende Zeitgeist mit der Schule der Vergangenheit, und das künftige öffentliche Lebe» mit der gegenwärtigen Schule in — Harmonie. — L — ' ' Literatur. Der Verfasser des Habsburgsliedes, Hr. L. A. Frankl, hat bei Fr. A. Leo in Leipzig ein wunderschön ausgestattetes BHndchen: „Sagen aus demMorgenlande" herausgegeben, welche der gefeierten Dichterin, Frau Karoline Pichler zugeeignet, und in allen guten Buchhandlungen zu haben sind. Die lehrreiche, moralische Idee, auf welche die meisten von ihnen beruhenmacht diese Gedichte, abgesehen von der gelungenen, poetischen Einkleidung, zu einem sehr empfehlenswerthen Buche und bestättiget die gute Meinung, welche unS Herr Frankl durch seine früheren Arbeiten von seinem Talente einflößte. Schade,' daß mancher schöne Gedanke durch die Sinnstörenden, überaus häufigen Druckfehler verloren geht. Im Ganzen möchte das kleine Merkchen das Beste

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