Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 25 (18.6.1835)
- Date
- 1835-06-18
- Page
- Spalte 199-200 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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220 seinwas Kr Ä^rfässer bisher an daS Licht trerm l«ss «Äd dnkch selbes seinem Berufe die sprechendstrdbred» gehalten haben, (.D. Jugendf.) Uibek die Juden. ' den Werten Tutti Frutti) -schmolle ofd mit den Engländern, eben Weil -jo groß find, und doch zu weilen wie- Aer^nein! Heute aber, als ich das Zcitungs- -blatt aüder Hand legte, fühlte ich mich von Imiger ungetheilter Verehrung für sie durchdrun- Stki. Diese Emanzipation der Juden, deren ich Lben erwähnte, ist wahrlich ein ernstes und glorreiches Zeichen des Fortschritts ihrer geistigen Hlnwr und wird für sie selbst zur Milderung und Aufklärung ihrer Religionsbcgriffe diewohlthätigsteir Folgen haben; denn ein Schritt «m Guten führt eben so sicher zum Bessern, als umgekehrt daS Bose „immer Beferes muß gebühren." Heil dir also, edles Volk, das uns in so Viesem-schon vvrleuwtet, und nun auch die Axt an jene stupide Barbarei gelegt hat, mit der wir im ganzen Europa so lange Zeit, zu unserer ewiyeti Schmach, eine zahlreiche Klaffe unserer Mitmenschen verfolgten, und erst selbst verderbten/ um sie nachher, dieser Verderbniß wegen, anklaaen zu können. Es ist ein schöner, endlicherSieg ver Menschlichkeit und Gerechtigkeit, der Welt zum Beispiel aufgestellt, und wir wollen gerne einen Schleier darüber decken, welche Tendenzen zu derselben Zeit bei uns in Vieser Hinsicht laut wurden. Ich weiß nicht, wie audere Christen darüber denken, aber was mich betrifft, so kann ich wohl sagen, daß, seitdem ich zu Verstände gekommen bin, ich nie einem gebildeten Juden begegnete, ohne mich gewiffermassen vor ihm zu schämen, indem ich lebhaft fühlte; daß wir nicht zur Verachtung seiner Glaubensgenossen, wohl aber zur Verachtung der unsrigen ein Recht haben. Es wird nun auch dabei nicht bleiben. Die heutige Zeit mit allen ihren Mängeln und Geburtsschmerzen, tritt dennoch schnell ein gehässiges Äorurtheil nach dem andern in den Staub, und deren sie auch durch ungeschickte Auffassung zuweilen nur wieder eine, momentan erfolgreiche, Reaktion bewirkt, auch oft selbst das arme Kind gleich mit dem Bade verschütten will, so muß^ ne, nach drm7.Göttlichen,Gesetz, am letten Ende doch unfchlbar dahin kommen, wohin sie steuert — zum Reiche der Vernunft. Aphorismen aus deM-Talmud. In der Aiiswallung deS Zornes suche Niemand zu besänftigen. (Man versch wendet jezt vergeblich Worte, die späterhin gut« Wirkung thun könneu.) — Ein Schlag auf des Menschen Herz wirkt mehr, alS hundert Schläge auf dessen Rücken. Ahmen Kinder den Aeltern in den Lastern nach, dann heißt es: „Er, (Gott) sucht dje Priffethat der Aeltern heim an Kindern, Enkeln und Urenkeln." (2. M. 34, 7.) AHMen sie ihnen aber nicht nach, dann gilt auch in Ansehung deSWeltenrichters die Regel: Kinder sollen nicht der Aeltern wegen grtodet werden." (8. M. 24,16.) Die gMw Verheißungen GotteS, seien steauch Bedingungsweise ausgesprochen, gehen ein für allemal in Erfüllung. — Ein Uibcl im Hause des Menschen — im Innern der Familie — ist ärger, alS alle widrigen Begcgniffe von Aussen. Anekdote. Maye,r Rothschild,Vater der so berühmten Gebrüder Baron v. ° Rothschild, ging einst auf dem Liebfrauenberg in Frankfurt spazieren. Da ries ihm ein Christenknabe nach: Jud! Jpd! Rothschild näherte sich dem Knaben, gab ihm ein Zwölkreuzerstück und sagte: rufe mir nur nnmer Jude nach, daS ist mein größter Stolz. *) Wer nicht so von seiner Religion denkt, der iS seiner Religion nicht mit Liebe und vollem Herzen zugethan, sei er Jude oder Christ. D. R. Sinnsprüche. Der Elende, der frechen Worts ^entehrt, Was Tugend, Sitte, Menschlichkeit verwehrt, Die Straf' ist schon im Daraus ihm geschrieben: Er kann das Edle nicht, das Herrlich« nichtlieben. Wer iff der Kluge, wer der Thor zu heißen? Der Erste will es sein, «öS dieser will nur gleiße». Das Große hat nur Ein Gesetz, Dat kleine thrilt sich in Gesehen. Per das Leben liebt» Und doch ist betrübt, x Ist« vom Innern Wurm, Oder äußern Elurm. Isaak Rosenseld- Rrdlgirt von Rabbiner S. W. Rofenfe!lb. — Verlegt von Fr. Dal ihr in Dinkellhsthl»