Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 23 (4.6.1835)
- Date
- 1835-06-04
- Page
- Spalte 181-182 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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101 selbst, aldas deS Lehrers befirden würde und deswegen selbst ein kleine- Opfer nicht scheuen! — Für halbe Bezahlung die übernommenen Pflichten ganz zu erfüllen, C* oder sich ganz seiner Schule hinzugeben, ohne für seinen Unterhalt gehörig gesorgt zu wissen, kann zwar dem Lehrer rugemuchet werden, blejbt aber nichtdestoweniger eine schwere Aufgabe, die nur selten gehörig gelöst werden wird. (Vergl. Sprüche der Väter Absch. III. V. Li.) B.. israel. Religion-- u. VolkSschullehrer. Rom. Die Juden in Rom haben dem heiligm Vater einen Band hebräischer Schriften überreicht, der hinsichtlich ^>er Kaligraphie und de- Einbandes alleüberttffen soll, was man in dieser Art bisher gesehen hat. Dieser große Folioband enthält ein Gedicht in jener poetischen Prosa, die in einigen orientalischen Sprachen üblich ist. Es ist eine Lobrede auf de» Papst, der Autor nimmt von diesem Titel, der bekanntlich von dem Worte ksxs (Vater) abgeleitet wird, Gelegenheit, dem heil. Vater sehr schmeichelhafte Dinge zu sagen, und nennt ihn einen weisen Herrscher, guten Vater seiner Unterthanen u. s.w. Hierauf folgt ein Gebet für dm Landesherr», dadie Juden jeden Sonnabend in der Synagoge sprechen. Nach diesen beiden Stücken kom, men zwei Uibetsetzungen in Versen, die eine in lateinijcher, die andere in italienischer Sprache. Jede Seite zeigt chldere Schrift, und das Ganze ist mit große» Gemälden und Zeichnungen geziert, welche leztere der Schrift alS Rahmen Wenn der Lehrer die Bezahlung erhält, die ihm bei Übernahme der Schule zogefichert «urde, s» erhält er nicht halbe Bezahlung, sondern ganze Bezahlung, pe sei so geringe als ße «olle; und allerdings kann von ihm gefordert «erden, die übernommenen Pstichlenganzz« erfülle». — Gerecht bleibt indessen immerhin der Wunsch, dag dle dürstiae Lage dieser — für die Bildung der Zugend berufenen Personen auf die eine oder andere Weise »erteffrrt werden möge. — Die Red. dienen. Diese mit der Feder-ausgefüyrten Zeich,' nungen!ßnd von hoher Vollendung. und das Werk einein Rom lebenden veNetianischenKüttst- > lers, eines Lhristeu, Namen- Paoletti, Unter den Gemälden zeichnen sich beWders ein . sehr ähnliche- Portrait deheiligen VMks, Salomos Erklärung zum^Köuige^Salomo'azrf dem Throne sitzend und da- Wappen des Papstes aus. Der reiche Einband besteht aus ivekIM Atlas und trägt auf beiden Seiten das in«D»ly gestickte Wappen des Papste-. Zwei schwere,, ebenfalls mit dem Wappen des Papstes verzierte" Schlösser sind von herrlicher Arbeit. Die Juden von Ghetto sollen, für dieses Meisterstück ungefähr 10M0 Franken bezahlt Habm7 (Das Ausl.) Historische Notizen. Keineswegs ist dieLnstognomik Lavaters neu, wenn sie gleich originell bearbeitet ist; schon in frühen Zeiten fand diese Kunst einen Bearbeiter in Sqlomo Fernander, einem J«den> geboren zu Koimbra im 13. Jahrhunderte. Lr machte sich berühmt durch seine fvsiognomischen Beobachtungen, wozu er auch gehörige Zeichnungen hinterließ. — Dem eben so berühmten, alS unglücklichen Tamoens, dem HeroS der portugiesischen Poesie, stand bei Verfertigung seine- EpoS: die Lusiade, das chm unsterblichen Ruhm sicherte, sein Zeitgenosse Salomoncino, em gelehrter portugiesischer Jude und großer Dichter des IS. Jahrhundertbei. Er schrieb auch ein Buch Fabeln in Versen, und starb isrv (im Todesjahre EamoenS.) Nach dem Zeugnisse des Herrn I. S. Reggio (unter Napoleon'fcher Herrschaft Professor «n GSrz, ein ausgezeichneter hebräischerAterator) haben auch di« Juden ihren hebräischen Dante, der, wenn auch weniger bekannt, als der Verfasser der Divma Comedia, doch gleichen Ruhm m»t ihm verdient. Dieser ausgezeichnete hebräische Dichter heißt Moses (de) Rieti, und ist unter Anderem der Verfasser de- Sefer Hahechak, eine- Gedichtes, worin er im Schwünge der Poesie, in der Tiefe der Gedanken und selbst dein Inhalte nach dem Italiener gleich kommt, besonders, was diefervomVckrckßiese singt. Während aber der christliche Dichter nur seine Zeit, genossen und deren nahe Vorgänger besingt, fei, ert der jüdische in seinemWerke alle berühmte