Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 23 (4.6.1835)
- Date
- 1835-06-04
- Page
- Spalte 183-184 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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^Miuner seit dtr?Chalmudischen Zeit, bis auf seine mit dem süßen Zauber seiner Verse. Das Gedicht selbst jerMt in 8 größere Abschnitte und umfaßt insgesammt 1012 Stanzen, die, wie bei Dante, immer je aus 3 ZeUen bestehen, deren iche 10 Solben zahlt. Dazu begleiten das Gedicht st« Anmerkungen über die Gelehrten, die er zu Hltnderken erwähnt. Das Werk scheint «ach einer Stelle daraus gegen das Jahr-LlüO der jüdischen Aera (d. i. um 1400 „. Chr.-/vertzzßt zu sem, zu jener Zeit, wo noch mir den Juden auch alle Wissenschaften und Künste in den lüMiskhcn Königreichen in herrlichster Blüthe Whhnten — I. Klein. . Etklärung. Der Bayerische Landbote vom 4. Mai enthält einen Aufsatz mitderUiberschrift: „Retrograde rabbinische Bewegung," der mit den Worten endet: Schließlich bitten wir noch den Hrn. Redakteur des Füllhorns, diesen Aufsatz in seinem Blatte aufzunehmcm." Sehr gern entsprechen wir jeden billigen Wünschen. Da jedoch der fragliche Aufsatz gegen einen mit Namen genannten Rabbiner gerichtet ist, so müssen wir, unfern Grundsätzen getreu, die Bitte ablehnen. Die Redaktion. Miszellen. In Salon ichi, einer, bedeutenden Handelsstadt in Mazedonien, wohnen gegenwärtig 18000 Juden. Seit der Regierung Sultan Amurats I. genießen die Juden daselbst gewisse Privilegien: Das eme besteht in der Erlaubmß zur Verfertigung grober Tücher, Abas genannt, welche die französischen Handelsleute für die Kolonien kauften, und worein sich die Landlcute kleideten; Las andere besteht in der Erlaubnis zur Verfertigung von Teppichen, womit j'ezt noch ein ansehnlicher Handel getrieben wird. ' In der Bucharei leben ungefähr 40,000 Juden; sie wohnen meistentheils in den Hauptstädten Buchara und Samarkand. Jeder Familienvater zahlt monatlich-alS Kopfsteuer einen Tanga, etwa ein Zwanzigstel - eines Dukatens, welche Einkünfte unmittelbar dem Chan zuflies-» sen, und wovon dieser die Unterhaltung seine- HofeS bestreitet. In außergewöhnlichen Fallen haben sie zutritt zum Chan. Sie haben ein ausschließliches Recht, aus Trauben Wein und Brantwein zu ihrem eigenen Gebranche zu machen. Doch verkaufen sie auch heimlich diese Geträn- 1W4 ke den Bucharen, denen sie verboten sind, wodurch ihnen ein besonderer Vortheif erwächst. Sie beschäftigen sich mit Handel, mit Derarbeitustg-der Seide und seidenem Zeuge und mit Handwerken, wobei sie sich besonders alS Silber-, Kupfer-und Eisenarbeiter auszeichnen, worin sie die besten Arbeiten liefern. Sie üben ihren Gottesdienst öffentlich, und genießen alle bürgerlichen Freiheiten; nur dürfen sie in der Residenz nicht reiten und Shawls und seidene Kleider nicht tragen. (Das ist fürs Weintrinken) Bekannmachung. Das Füllhorn. Ein Zeitblatt zunächst für und über Israeliten» wird nun auch für das nächste halbe Jahr fortgesezt. Der Beifall, dessen sich dieses Blatt seit seiner kurzen Erscheinung zu erfreuen hat, wird der unterfertigten Redaktion zur Aufmunterung dienen, demselben die — seinem Zwecke entsprechende Vollkommenheit zu geben, und sie heget die Erwartung, daß gewiß zeder gutdenkende Israelin fein Schärflein zur Begründung eines Instituts, dessen Bedürfnis so sehr und allgemein gefühlt wird, gerne beitragen wird. Jedes öffentlich ausgesprochene Wort ist ein Saame, der früh oder spät sein« Früchte gibt, und gewiß kein in guter Absicht gesprochenes Wort verhallt vergebens. Für die bisher erhaltenen Mittheilungen herzlichen Dank! Um gefällige Fortsetzung derselben wird gebeten. Ts ist sicher nichtS Edleres, nichts Seligeres auf Erden, als seine Kräfte der leidenden Menschheit zu weihen, und seine Stim-' me für Recht, Wahrheit und Frieden zu erheben. Und dieses fei und bleibe unser gemeinschaftliches Bestreben. Bamberg, im Mai 1935. - S. W. Rosenfeld. In wöchentlichen Lieferungen kann dieses Blatt durch jedes löbl. Ober- und Postamt bezogen werden, und zahlt für das zweite halbe Jahr— ohne die geringen SpeditionSgsbuhren— 1 fl. 21 r. voraus. Die Buchhandlungen liefern solches in Vierteljahres Heften um. den Preis von 2 fl. — halbjährig. Die Bestellung bitten wir recht bald zu machen, um die Auflage darnach bestimmen zu können. DinkelSbühl, im Mak 1835. Fr. Walt hr Buchhandlung. Rrdlgirt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Verlegt von Fr. Walthr in DinkelSbühl»