Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 20 (14.5.1835)
- Date
- 1835-05-14
- Page
- Spalte 155-156 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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186 die Rohheit Vkk'Boruktheile üb. Klopstock und Lessing schrieben zu Gunsten der Juden. In der neuern Zeit nwrde daS alte Thestament der wichtigste Gegenstand gelehrter und theologischer Sor-. schungen. Gesenius, de Wette, Umbreit u. A. schrieben hebräische Wörterbücher, Sprachlehren, Commentarerc. Welche Nation, sagt der seelen- .'Molle Herderhat eine Poesie aufzuweisen wie da- H?olk Israel? Was sind die vielgepriesenen Ge- '»^ichte der Griechen gegen die heiligen Gesänge '' 'und^ ProphekriMaeu. der Hebräer? Die Philosophen Schellintz^agner, Eschenmayer rc. empfehlen das Studium ^>er jüdischen Geheimlehre. Schon Kaiser Joseph hatte die bürgerlichen Verhältnisse seiner jüdischen Unterthanen verbessett. Die nordamerikanischcn Freystaaten sezten die Juden in die vollen Bürgerrechte ein. Dieselben erhielten sie in Frankreich von der constituirenden Versammlung. Dieselben erhielten sie jenseits des Rheins und im vormaligen Königreich Westphalen. Baron v. Keppel ist Minister in Haag, und der Ritter Jansen Staatssekretär. Im größten Theile der europäischen Staaten sind die Juden wirkliche Bürger oder Staatsbürger. Der 16. Artikel der deutschen Bundes - Akte bestimmte, daß die Bundesversammlung in Berathung ziehen werde, wie den Bekennern des jüdischen Glaubens der Genuß der Bürgerrechte gegen die Uebernahme aller Bürgerpflichten verschafft und zugesichcrt werden könne. Die Juden haben diele Pflichten übernommen und neulich erfüllt. Sie kämpften als Vaterlandsvertheidiger, sie verbesserten ihr'Schul-und Kirchenwcsen, sie trieben bürgerliche Gewerbe und Handwerke, und huldigten den Musen und Wissenschaften in allen Zweigen und Fächern. Also ist die Zeitvorwärts geschritten, man konnte sie nicht für immer aufhalten. Darum hof- Die'Lehre Gottes und das- Wasser. Ohne Wasser könnte die Welt nicht besteheneben so ohne die Lehre GotteS. Da- Wasser macht rein, dasselbe thut die Lehre GotteS. Wasser giebt Leben, so die Lehre Gottes. Wer inS Wasser sich wagt, ohne daS Schwimmen zu verstehen, geht zu Grunde; ein Gleiches wiederfährt demjenigen, der die Lehre Gottes nicht zu begreifen vermag. Wasser läßt sich leiten, wohin man will, eben so die Lehre Gottes. Wasser hält sich besser.in irdenell, als in silbernen und goldenen Gesäßen; so weilt 1»ie Lehre Gottes nur bei denen, die demüthigen — nicht hochmütigen Sinnes sind. Wasser wird oft trotz seiner Nützlichkeit wenig geachtet, ein Gleiches wiedrrfährt zuweilen der göttlichen Lehre. (Midrasch Thamhuma.) Der Menschenfreund. Eine fromme Familie zu M. war im Jahre 1773 durch Krankheit und andere unverschuldete Unglücksfälle um ihr Vermögen gekommen. Das lezte Brod lag auf dem Tische. Mit bleichen, von der Krankheit abgezehrten Händen theilte es' der fromme Hausvater unter seine vier Kinder aus, und seine Augen, worin Thränen^itterteri, Hoden sich^ schmachtend zum Himmel. Ein unbarmherziger Hausherr trat in Begleitung von obrigkeitlichen Personen? in das Haus, um eines Schuldpostens von 20 Rthlrn. willen ihm auch das Wenigs, was er noch hatte, völlig wegzunehmen. Bette, Sessel, Kleider, Alles ward weggetragen. „Hinaus!" — rief jezt derselbe, — nur für sichere Leute, die bezahlen, habe ich Stuken. „Schon faßte tue Mutter den Säugling, und der Vater mit der einen Hand ein Kind, mit der fen auch wir im diesseitigen' Fürstentum, daß andern einen Stab,um in einemStalle durch große wir nach Ablauf des Zeitraums, auf Elchen u»»- Barmherzigkeit des Ligenthümers sich unter das ser Schutzbricf ausgestellt ist, glücklich zu unserm Vieh zu verkriechen. Ein Menschenfreund hörte Ziele kommen werden, denn vo„ dieser Scene. Mit klopfendem Herzen dachte ' Nt-Ut getah°^r«r Ps" v.' er auf einen Entwurf, die Elenden zu retten, und