Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 18 (30.4.1835)
- Date
- 1835-04-30
- Page
- Spalte 141-142 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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141 zen übereinstimmend/ angeordnet/ und bereits sind auch mehrere dieser Individuen ausgenommen worden. — Inzwischen trachtete auch die hiesige israelitische Gemeinde der Stellung/ welche sie nach dem neuen sächsischen Staatsrechte bald einzunehmen hofft/ nicht unwürdig zu bltiben. Mit Bereitwilligkeit und Vertrauen übernahm sie'die in Folge des Gesetzes vom s«. Okt. 1834 von den Behörden auch auf die Bekenner deS jüdischen Glaubens ausgedehnte Militärpflichtigkeit. Auch hat sie seit Kurzem die persönliche Hilflei« stung bei ausbrechenden Feuersbrünsten/ durch Gestellung von iS Individuen aus ihrer Mitte/ willig übernommen und kommt dieser neuen Verpflichtung mit lobenswerthem Eifer nach, selbst an Sabbathtagen, die sie durch Ausübung von Bürgerpflichten nicht zu entweihen glaubt. Es läßt sich demnach bei dem allmählig hervortretenden guten Sinn der Gemeinde wöhl erwarten, daß auch die etwa an sie ergehenden Wünsche dehohen Kultus - Ministeriums, in Betreff der Einrichtung deS KultuS und des Unterricht-wesennicht unberücksichtigt bleiben werden, um so mehr, als hierin bereits manche Verbesserung, wie z. B. zeitweilige Abhaltung deutscher Predigten, katechetischer Religionsunterricht nach zweckmäßigen Lehrbüchern, geräuschlos eingeführt worden ist, und jeder Stillstand Rückgang zu nennen wäre. (Fränk. Merkur.) Erklärung. Die Beilage zum Frankfurter Journal Nro, V8 l.I. liefert unter der Aufschrift „Deutschland" folgenden Artikel: (Bayreuth, 4. April.) Dain der Beilage zu diesem Journal Nro. 77 abgedrukte Rescript des kgl.baierischen Staatsministeriums d. J.über die von mehreren Rabbinern deS Obermainkreiseseingeführten Synagogenordnung hat die Stele aller baierischen Israeliten, welche weder von Fanatismus geblendet, noch dem Jndifferentismus anheim gefallen sind, mit anerkennendem Danke gegen die Ssaatsregierung und mit frohen Hoffnungen für die Zukunft erfüllt. Hie ^er fd^ Mensch nach dem Ewigen nicht tfachtrt) 'As nE dem Zeitlichen, also ist auch, bej'öey'bessern raeliten die fromme Sehnsucht nach nner'aMgen Wiedergeburt stärker, als' bas gepechle ,Mlangen nach bürgerlicher Emanzipation. DieMvchwendigkeit einer aus dein Geiste der positivetMdischen Lehren hervorgehenden Reform des neuen Judenthums, wodurch wahre patriarchalische re-' ligiosität geweckt, und dieser vorzüglich in dein Gemüthe der Jugend eine bleibende Stätte bereitetwird, ist vielseitig erkannt. Insbesondere ist eine die Andacht fördernde Umgestaltung des isr^ Gottesdienstes, wie sie nicht blos von pe^'Zeit, sondern auch, was mehr Beherzigung verdient, fast von allen Autoritäten der jüdischen Kirche gefordert wird, ein dringend gefühltes Beöürfn'iß. Möchten alle Rabbiner, für die Befriedigung dieses höheren Bedürfnisses Sorge tragend den Kultus geistig heben und ästheitisch verschönern! Möchten auch alle Regierungen dieser heiligen Angelegenheit ihre Aufmerksamkeit schenkend, die geistige und bürgerliche Emanzipation Israels an daricht rufen! Vieles, sehr Vieles ist zum Wohle der Menschheit auf diesem Felde schon geschehest; weit mehr würde bereitgeschehen sein, wenst nicht bald Schwärmerei und Heuchelei, bald Egoismus und Intoleranz diesem edlen Streben feindlich entgegen getreten wären. Doch unserm Jahrhundert scheint dieser,schöne Sieg ächter Aufklärung und Humanität Vorbehalten und gesichert zu sein^ Unser Jahrhundert wird auch dem alten Stamme. JSraelS neue Blüthea und Früchtetreiden und den Frühling einereligiös und politisch verjüngten Lebestfeiern sehen. Laut ruft der Wahrheit mächtige Stimme allen Männern, welche Kraft und. Beruf haben, Mitarbeiter diesegroßen hrhrest.Werkezu sein, zu, nach der Realisirung diese- Ersehnten Zustandemit berost schem Muthe und Eifer zu stttben, Mvch aüch nicht ob der unvermeidlichen Verschiedenheit der Ansichten die innere Sabbathruhe oder die äussere Eintracht zu stören. Mögen immerhin die KMte