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Das Füllhorn · 1835-04-23 · 17 (23.4.1835) · p. Spalte 133-134

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
17 (23.4.1835)
Date
1835-04-23
Page
Spalte 133-134 (sequence 3)
Language
German
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134 133 lern und sie weit übertreffenden, Virtuosität im heimische, sondern auch eine Legion «mhekwaP» Gebiete der Christenheit finden? dernder Armen fanden überall, wo sie ihre Noth Und angenommen, dem wäre nicht so, und klagten, einen gastfreien Tisch unh noch weitere die erwähnten Untugenden zeigten sich wirklich herrschender unter den Luden, alS bei den Christen, sind sie darum wohl »rationell, ihnen angeboren, und deßhaib untrennbar von ihrem Wesen? Rühren sie von ihrer ursprünglichen Abkunft und ihrem ersten Daterlande, oder vielleicht gar von ihrem religiösen Glauben und Sittengesetze her, unter welchem wir natürlich nur das rein mosaische unS zu denken Habens Trägt nicht vielmehr die so inhumane Asßandlung, welche die Juden seit so vielen Jahrhunderten schon unter den Christen erfuhren, trägt nicht der Zustand des Elends und der Erniedrigung, in welchem sie schmachten müßten, und zum Theil auch noch heute bei uns schmachten, trägt nicht die frühere Verwahrlosung ihres Unterrichts und ihrer Erziehung, die gewaltsame Beschränkung des/freien Gebrauchs ihrer geistigen und leiblichen Kräfte, ja man darf sagen, der Hohn, womit man sie ächtete, und die menschliche Grausamkeit, mit welcher man sie so oft schon verfolgte, tragt dieses Alles nicht an den ihnen zum Vorwurfe gemachte» sittliche» Gebrechen und Übeln Gewohnheiten die größte Schuld? , Daß es anders und besser werde, das ist die Aufgabe, an deren endliche Lösung uns die fortschreitende Zeit und die Stimme der Menschlichkeit mahnt; baß es anders und besser werden könne, das verheißt unS der edle Geist, der die bayerischen Landstände beseelt, dafür bürgt unS das wohl begründete Vertrauen auf die Weisheit, Gerechtigkeit und Menfcheafreundlichkeit unsres erhabenen König- und seiner erleuchteten Staatsrrgierung. Wohlthätigkeit. Zu alle» Zeiten haben auch die GegnerderJuden die Freigebigkeit anerkannt, mit welcher aller Orten Nothleidende von ihren wohlhabendem Brüdern «nterstüzt worden sind. Nicht nur ein- Unterstützung an Geld und KleideW. Mit der fortschreitenden Kultur der Zeiten ist nun ein großer Theil dieser Wohlthätigkeit außer Anwendung gekommen; denn die Weisheit der hohen Regierungen hat jenen unruhigen Stden-, vikgeru (im buchstäblichen Sinne de- Worte-) eine Hrimath angewiesen, wo sie ihre Bedürfnisse, wenn auch nicht ranz, doch großen Theil- ^vurch eigenen Fleiß verdienen können. Dafür aber beweisen die JSraeliten, wie gerne sie jede neue Gelegenheit ergreifen, ihreMildthätigkeit darzuthun. So würde es vielen Hunderten jüdischer Handwerksbursche, welche gejt die Länder EuropenS durchwandern, unmöglich sein, die Erweiterung ihrer technischen Bildung in der Fremde suchen zu können, wenn sie nicht die bereitwilligste Unterstützung bei ihren Gläubensverwandten fänden, von welchen sie überall, nicht nur Reisegeld, sondern auch wenigstens an Samstagen und andern Festen einen Freitisch er-" halten. ' Aehnlicher Freigebigkeit haben sich auch die zahlreichen bei den vaterländischen Fahnen dienendjj, Krieger zu erfreuen, so oft sie nicht durch ihre unversetzlichen Dienstpflichten verhindert werden, darin» nachzusuchen.—Doch auch für öffentliches, allgemeines Wohlthun -ist der Sinn bei den Israeliten schon seit lange erwacht und gediehe»», waS die vielen milden Vereine beweisen, welche aller Orten bestehen, wo auch nur zehn jüdische Familien beisammen wohnen.— Dies« Vereine, clisburotk genannt, scheinen ursprünglich nur zum Behufc der Bekehrung entstanden zu sein, indem nämlich an jedem Sabbath und Festtag eine Versammlung Statt-fsnd^-in-welchen ein religiöser Dortrag gehalten wurde, der ein Surrogat für die in der Synagoge mangelnde Predigt sein sollte. — Damit verband man aber, um so die Praxis neben der Theorie zu haben, zugleich einen wohl-

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