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Das Füllhorn · 1835-04-23 · 17 (23.4.1835) · p. Spalte 135-136

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
17 (23.4.1835)
Date
1835-04-23
Page
Spalte 135-136 (sequence 4)
Language
German
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185 thLtigen Zweck, und die Vereine nahmen Äne Diesem entsprechende Tendenz an.— Daher findet man jezt Vereine zur Armen- und Krankenpflege zur Beerdigung, zur Dertheilung von Stipendien, zur Vertretung von Gevatterstellen bei Armen, zur Au-stattung armer Dichter u. n. a. m. Noch erfreulicher iss es, in neuester Zeit wahrzunehmen, welch ein rühmlicher Gemeingeist nicht nur Ver- ' eme für einen bestimmten Ort und für ein inviduelleS Interesse, sondern auch für^llgemeines - Staatswohl hervorruft. So verdient gewiß der Verein zur Verbesserung der bürgerlichen Verhältnisse der Juden in Baden, den sich Mitglieder aus den entferntesten Bezierken dieses Landes angeschlossen haben, den Beifall und die Achtung aller Gebildeten. DaS find Indizien, daß sich bald bestätigen werden die Worte des heiligen SängerS: „Lieb' und Treue werden sich begegnen; „Gerechtigkeit und Heil sich küssen." . Pf. 85, 11. Leopold Schott. Kultus. Berlin. Am 2. Oktober'«. I. wurde der von der israelitischen Gemeinde zu Bromb'e rgneu erbaute Tempel zum Gottesdienste eingeweiht. Die Beamten der verschiedenen Dikasterien und der städtischen Behörden, die Kaufmannschaft und mehrere andere Bürger und Einwohner wurden zu dieser Feier durch Deputationen der israelitischen Gemeinde abgeholt und nach dem neuen Tempel geführt, an dessen Thür dem Herrn Regierung- - Vicepräsidenten von Kozierowski, welcher den Herrn RegierungS-Präsidenten Wißm«n« in dessen Abwesenheit vertrat, der Schlüssel zum Eingänge überreicht würde. Nach einer Anrede an die Versammlung in Hezug auf die Feier des Tages, öffnete Herr von Kozierowski die Thür, und die ganze Versammlung trat darauf in den schön verzierten Tempel. Die goltes- - yledlgirt von Rabbiner T. W. Rosen selb. — ' 1S6 dienstliche Feier begann mit Absingung mehrerer Lieber, worauf der RetigionSlehrer Plaßner auS Berlin die Stufen des Altars betrat, und mit vieler Bevedtsamkeit den Zweck der Feier entwickelte, zugleich aber auch daran erinnerte, wie hoch auch die Bromberger israelitische Gemeinde zum Danke gegen Sr. Maj. den König für die Segnungen verpflichtet sei, welche die Allerhöchste Verordnung vom 1. Juni v. I. über die Israeliten deS Großherzogthums Pofkii verbreitet habe. Der Redner schloß seinen Vortag mit einem Gebete für den Kiuig und das ganze königliche HauS, hierauf wurden die Gesetzrollen in den Tempel gebracht und nach einem Gesänge der GotteS, dienst geschloßen, worguf der Herr Vicepräsident von Kozierowski, noch eine zweite Rede an die Versammlung! hielt. Der Tempel ist ein in geschmackvollem Style erbaure und im Innern durch künstliche Bildhauerarbeiten und Vergoldung reich verziertes Gebäude, dessen Herstellung allein auf Kosten der Glieder der dortigen sehr kleinen jüdischen Gemeinde erfolgt ist. Miszellen. Nach vr. Z unz äußerst wichtige Schrift: „Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden, historisch entwickelt," haben wir von dem sehr gelehrten R. Salomo Zehuda Rapaport in Lemberg zwei Werke zu erwarten: 1) Ansche Schein, worin das Leben und Wirken der hervorragendsten indischen Gesetzlehrer, Rabbinen und Schriftsteller, namentlich aus der talmudischen und Geonäischen Zeit, beschrieben werden; 2) Erech Millim, eine Sprache und Alterthümer erläuterndes Real- Wörterbuch, welches dem erstgenannten als Einleitung vorangeschickt werden soll; worauf sich die Freunde der hebräischen Literatur mit Recht freuen dürfen. _ Mehrere periodische Schriften bezeichnen den jüngstverstorbenen Rabbiner und - Oberiuristen- Hr». Samuel Landau in Prag als den Verfasser deS dort erschienenen talmudischen Wörterbuches. Das ist unrichtig: Der Verfasser des erwähnten Werkes ist der Neffe.des Verstorbenen, Herr Moses I. Landau, Gememdevorsteher und Inspektor der isr. deutschen Hauptschule zu Prag. Verlegt von Fr. Wal ihr in Dinkelsbühl»

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