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Das Füllhorn · 1835-04-09 · 15 (9.4.1835) · p. Spalte 117-118

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
15 (9.4.1835)
Date
1835-04-09
Page
Spalte 117-118 (sequence 3)
Language
German
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117 Das Erste biblische Drama. Das erste Drama, dessen Stoff aus der Bi« bel entlehnt war, rührt von einem Israeliten her, und existirt,. dem dlootkl. August 1823, S. 352. -ufolge, zum Theil noch in griechischen Jamben. Der Titel desselben ist: „Exagoge." Es stellt den Auszug der Israeliten aus Egypten dar, wobei MoseS und Zipora die Hauptrollen spielen. Die Gottheit erscheint im feurigen Busche. Der Verfasser des Stükes hieß Ezechiel, und schrieb nach Einigen kurze Zeit vor der Zerstörung Jerusalems, nach War.ton aber kurz nach der Zerstörung, um den gesunkenen Gtist seines Volkes wieder zu heben. — Daß zu jener Zeit auch jüdische Schauspieler gab, geht aus dem Umstande hervor, daß Josephus, wie er selbst in seinem Leben erzählt, durch einen solchen Schauspieler, Namens Alituro, der ein Liebling des Kaisers Nero war, die Bekanntschaft der Kaiserin Poppäa in Rom verlangte, die er dazu angewand hatte, einigen frommen Priestern die Freiheit W verschaffen. Vergeltung. (Eingesandt.) InMühl, einem Dörfchen bei H or b,a.N. hatte ein Mezger die üble Gewohnheit, wenn er ein Stük Vieh zum^Schlachten nach Hause trieb, das wild und unbändig war ihm die Atögen auszustechen. Diesen Frevel trieb er mehrere war die wohlterrchnele Grundlage, worauf da» künftige Gebäude der Religion, die Offenbarung auf Sinai >c. aufgesührt werden sollte, so wie der Weg zur Einführung in da» verheißene gelobte Land. — So die Geschichte im Zusammenhänge betrachtet, wird jene Dienstbarkeit als Wohltdat sich darsiellen; sie gehört mit zu dem großen Plane, den der Alkweise und Allgütige mit den Israeliten vorhatte, und war da», wa« in der Erziehung Entbehrungen find »nd Anstrengungen, die ekn weiser, guter Vater seinem geliebten Kinde auserlegt, »m e« dadurch zu dem Zweke seines künftigen Wohlergehen (was freilich nicht jedesmal vom Kinde eingeseben wird) heranzubilden. <Vergl. 2. Mos. si. 2 — Y.) Jahre hindurch. Im verwichenen Monate Januar verübte er diese Sräuelthat abermals an einem jungen Rinde, stach ihm die Ansen uus» führte eS dann nach Hause und schlachtet* es. Aber die Vorsehung wacht und vergilt Jedem nach seinem Thun; sie mißt dem Menschen oft mit dem Maaße, mit welchem er mißt. Alder grausame Mezger das Fleisch de- ThiereS mit dem Beile spaltete, sprang ein kleiner Splitte? von einem Beine ihm in- Auge, und er verlor dasselbe auf der Stelle. — Ihr Thierquäler, merkt euch dieß! Der Herr ist Allengütig; Seine Erbarmung erstrekt stch über alle seine Werke. (Pf. 145, v.) Zur TageSgeschichte. Die türkische Zeitung berichtet die von der israelitischen Nation nachgesuchte Ernennung und Dekorirung eines Ch>acham Basch iS, welchem Ersuchen so weit entsprochen wurde,-daß der bisherige Vikar zu genannter Stelle ernannt,' und ihm von der Pforte der dem Patriarchen ertheilten großherrlichen Orden verliehen wurde.*) *) Die Teulschen mögen eilen mit ihren Masregeln, damit die Türkei ihnen den Vorrang der Toleranz nicht abgewlnue. R—d. Die streitenden Steine. — (Parabel aus dem Talmud.) Die Nacht brach heran, und der'fromme Erzvater Jakob, auf der Flucht vor seinem Bruder Esau, hielt auf freiem Felde Nachtlager, und harte Steine wählte er zum Polster. Da erhob sich ein Streit unter den Steinen : Jeöer wollte, daß da- Haupt des frommen Wanderers auf ihm ruhen solle. — -WaS geschah? Die Steine schmolzen zusammen, wurden Ein Stein— und der Streit war zu Ende. » » Ist die Absicht streitender Parteien gut—edelso folgt die Vereinigung gewiß. — R-d.

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