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Das Füllhorn · 1835-04-09 · 15 (9.4.1835) · p. Spalte 119-120

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
15 (9.4.1835)
Date
1835-04-09
Page
Spalte 119-120 (sequence 4)
Language
German
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120 AultuS. ltväßburg.) Die neu eriffnete Syyago- . « noch immer viele Neugierige herbei, motu schob das Geschmakvolle des Gebäudes viel beiträgt. ES ist mit vieler Pracht ausgcstattet, die Kanzel ist von Marmor und waS noch mehr sagt, von ihr herab vernimmt man gern, bald deutsch, bald französisch, die ächt religiösen und moralischen Vorträge des aufgeklärten, gebildeten und beredten Oberrabbiners, Herrn Aron, -inrS ManneS in der Blütbe der Jahre, der viel GuteS stiftet. Zugleich haben unsere Israeliten einige geschikte Sänger, sogenannte Hochsänger, .denen auch unser kristliches Publikum, besonders in den stillen Abendstunden deS SabbatheS, mit Vergnügen zuhört. Straßburg ist eine derjenigen Städte, die sich im Mittelalter die grausamsten Verfolgungen gegen die Juden zu Schulden kommen ließ. Je empörender die Erinnerung an solche Gräuelthaten ist, desto wohlthuender ist auch der Geist der Duldung, der nun unter den veschiedenen Religionspartelen hier herrscht. fallen uud nie wieder dahin zurükkehren. ES wäre der Mühe werth zu versuchen, ob dieses Verfahren auch bei uns die gewünschte Wirkung zur Folge hätte. In des Lombardie steht dasselbe sehr in Ansehen. (W. Th. Z.) Miszellen. Herr v. Hammer sagt in seiner Geschichte deS Osmanischen Reiches: Nicht selten hatten auch Juden eine große Hand im Innern, z. B. der portugische Jude Zuan Miquez, hernach alS Don Joseph, kaiserlicher. Hof- und Staats- Jude, der sich 1557 biS zum Herzog vonNaxo s emporschwang. — Die Araber haben ein Sprichwort: „Sei ganz Jude, wo nicht, so treibe kein Spiel mit der Thora." Ließ könnte man in der That Vielen unserer Glaubensgenossen zurufen, die Juden sind, und doch ihr Spiel mit der Thora treiben. Die Trauerfeierlichkeit für Sr. Wejästät den tzöchstseligen Kaiser Franz 1. von Oestreich wurde, auf Anordnung des hohen Senats der Stadt Frankfurt, am 22. Mär; auch in der Synagoge daselbst aus eine würdige Weise begangen. Cs wurden feierliche Lieder abgesungen, und der Rabbiner, Herr Trier, so wie Herrlir. Creuznach Hilten treffliche Reden. Eine im Jahre 1626 errichtete Rabbinerschule zu Warschau hatte 72 Zöglinge, und 4 jüdische Elemantarschulen zählen zusammen 2S3 Schüler. — Nach dem dlouverm journsl ^siatiqus sizt gegenwärtig auf dem Abyffinischen Throne Tsa Guarlu, der Nachfolger von Aito Ewala Sion, von der Dynastie Salomons, die seit dem Jahr 1286 ohne Unterbrechung regiert. — Todesfall. Bantberg. Am s. März starb dahier Hr. Nathan Klein, ein Mann, der mit einem stillen, frommen Leben im steten Hinblik auf Gott viele andere Tugenden verband. Das Vertrauen auf Gott stärkte ihn in den leztcn Momenten seines Lebens, und so schwang sein Geist sich heiter zu dm Seligen empor. — OekonymucheS. In einigen TheilenLWenS bewahrt man die Bäume dadurch vor Raupen, daß man auf die Spi;e deS Stammes ein Stük Rasen oder eine Erdscholle legt und darauf läßt. Durch dieses einfache Mittel wird bewirkt, daß alle Raupen, welche sich auf den Zweigen deS BaumeS vorfinden, in wenigen Tagen nach und nach herab¬ Geistesblüthen. Der Frühling bindet immer von neuem an die Erde: er erfüllt uns mit einem Prophetischen Gefühl .des Besizes und bleibens. Wir sind im Frühling auf die schönste Weise irdisch gesinnt; es ist dem Menschen, als ob er göttlicher würde, das Thier wird menschlicher, die Blüthe geräty in animalische Bewegung, und im Starren regt sich ein feuchtes, pflanzenartiges Streben. — Je tiefer der Mensch steht, je mehr bezieht er die ganze Welt auf sich. Je höher er steht, desto mehr bezieht er sich auf die ganze Welt. Nur Liebe hat Geduld, denn sie ist Mutter des Lebens. — Man macht sich das Leben immer schwereres weniger man es Andern erleichtert. — Ncdigirt von Rabbiner S, W. Rosenfeld. — Drrlegt von Fr. Wqlthr ln DinkelSbühl.

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