Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 12 (19.3.1835)
- Date
- 1835-03-19
- Page
- Spalte 93-94 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Haus Rothschild. , ' (Main;, 6. Nov. 1834.) Das Hau- Rothschild (bemerkt ein öffentliches Blatt) welche-bisher in seinen umsichtigen Finanzspekulationen immer glücklich war, mußte sich doch auch in der neuesten Zeit von der Wandelbarkeit des Glükes überzeugen. Man rechnet nämlich seinen Verlust an den spanischen Fonds auf beinahe 2 Millionen Pfund Sterling (SO Millionen Franken. Seit 1818, wo die großen Finanzoperationen, diese- Hauses begonnen haben, berechnet man, daß es auf Rechnung verschiedener europäischer Staaten, die ungeheure Summe von 180 Mill. Pf. Sterling (45 Milliarden Franken) negozirt hat. Die Herren v. Rothschild haben ihre Etablissements auf folgende Weise vertheiltr Anselm v. Rothschild, der älteste der 5 Brüder, jst 61 Jahre alt. Er ist Chef des Handelshauses zu Frankfurt am Main, wo'ei-entlich die Finanzkongreffe der Familie Rothschild gehalten werden. Salomon ». Rothschild, 1774 geboren, wohnt bald zu Berlin bald zu Wien, doch am meisten in lezterer Hauptstadt. Nathan v. Rothschild, 57 Jahr alt, ist Chef des Londoner Hauses, Karl v. Rothschild, 46 Jahre alt, hat sich in Neapel etablirt, Jakob v. Rothschild, der Jüngste, ist 1792 geboren. Er heirathete die Tochter seines Bruderszu Wien, und hat seit 1812 Paris zir seinem Aufenthalte und zum Size seiner Operationen, gemachte (««Es ist gewiß ein nicht geringes Zeichen des Fortschrittes der Etvilisativn, daß, trog der Hindernisse, die der vielbesprochenen Wadi des Herrn Markus Deb, entgegengeseht werden wollten, dle^it« dochzum Vollzüge kam, und, wie die Zeitungen aus Brüssel vom 1. Dez. v. I. meldeten, -Hr. Debv als ge^ wählter Bürgermeister von Lacken in die H>tnde des _Gouverneur« verpflichtet wurde. SineWakl, die ebenso ehrenvoll für die Wähler, als für den Gewählten ist: Eo wie ste von Seite des Leztern einem hohem Grad von Würdigkeit vodaussezem läßt» so bekundet sie von Seite der Erster» einen: ungemeinem Grad von Freisinn, der sich über das gewöhnliche Denken und Treiben der Menschen weit rrhekN. D-R. Heirathen der Israeliten Bei. den JSraeltten ist eS get-öhnlich, daß* Leute zusammen heirathen, die bis zur Verlobung nie einander gesehen, noch näher gekannt haben. Die Anträge geschehen durch dritte Personen; man erkundigt sich über Das und.Jenes, kommt über die Vorbedingungen überein, und trifft dann an einem bestimmten. Ort zusammen, um den Vertrag abzuschließen, wenn die Personen einander gefallen. Man wundert sich über diese Sitte und glaubt, daß Ehen, so geschlossen, nicht gelingen könnten, da sie nicht auf frühere persönliche Bekanntschaft und vorausgegangene Liebe FeMündet sind. Aber falsch! Noch weiter gehen die Perser.. Chardin, erzählt in seiner Reise nach Persien, daß dort die Leute sich verheirathen, ohne je einander gesehen zu haben, und daß der Mann seine Frau nicht eher erblikt, als bis sie schon wirklich seine Frau ist, das ist am Morgen nach seiner Hochzeit. Man sollte glauben, sagt Chardin, daß diese Art sich zu verheirathen nichts als unglükliche Ehen hervorbr>ngen; aber gerade umgekehrt sind dort die Ehen weit glüklicher als bei uns, wo der Bräutigam Monate lang den sichtbaren Reizen der Braut huldigt. — Dasselbe. Verhältniß der glüklichen Ehen erscheint nun auch bei den Israeliten. Gerade jene Ehen sind, wie die Erfahrung zeigt, die glüklichsten, die nicht auf frühere nähere Bekanntschalen sich gründen, und so finden sich denn die zufriedensten Ehen bei den Israeliten sehrchäufig. Die Sache möge auch ihren psychologischen Grund haben. ") So weit aber gehen die Israeliten freilich nicht, als die Perser: Das Sehen vor der Trauung ist eine vom Talmud gebotene Pflicht. _ - R-d. Anekdote. Dem kürzlich Verstorbenen Erzbischof von B o r- Wer weiß, ob das göttliche Verbot des Heiratdens in naher Verwandtschaft (z. Mos. K. 18 uso.) unter andern nicht einen — riesen ähnlichen Grund habe. Doch wer vermag die tiefe Weisheit des Gottesgesezes zu ergründen! »