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Das Füllhorn · 1835-03-12 · 11 (12.3.1835) · p. Spalte 83-84

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
11 (12.3.1835)
Date
1835-03-12
Page
Spalte 83-84 (sequence 2)
Language
German
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84 2a«mer»d «rschallrt Bet Kacht und ain Tage ' Die Stimme der Klage, Reißend durchwallet Jegliche Brust- Die Woge der Schmerzen, Wcgschwemmend die Lust Aus dem gualyollcn Herzen. — Au'S Gewölbe, das blaue, ' De« Himmel« pocht wild Der Angstruf des Volks dem von perlenden» Thaire Das Aug' ist erfüllt. Asch' auf dem Haupt, In Säcke gehüllr, Schleichen die Greise, Der Hoffnung beraubt, < Zitternd und leise, Zagend und sang, Der Königsstadt Straffen entlang, ' Vor Kummer gebückt. Kraftlos und matt» Peil die Nacht ihres Unglückkein Schimmer durchzuckt. — - Doch Errettung und Heil Wird von himmlischen Höhen Plötzlich zu Theil Dem verzweifelnden Volke. Vor dem klagenden Flehen Zertheilt sich die Wolke» Die Gewitterschwer Ueber ihm hlng» Hin», ein endloses Meer. Mit Grau'N e« und NachtderDerzweifllwgumpffng. Die Wolke durchbricht Der leuchtende Strahl Der RettungSsoptte Mit glänzendem Licht, Und aus Klage und Quak Wird Jubel uud Wonne. — Denn lieblich und mild. Wie aus-himmlischen Auen Ein GLttergebitd, Erscheint den Bedrängten die schönste der Frauen» Ausgestattet Mit Zaubergewakk, Die »lt Vürd'«ad Erhabenheit lieblich sich gattet In ihrer.verklärten Gestalt. Ihr Zauber bezwinget Des Könige- Herz, ' Da« der flamckende Pfeil Der Liebe durchdringet. Und für Tod unh Schmerz Leben un- Heil ' Dem verwandten Volke fle bringet.- Rede an Christen von einem Christen. Neulich fiel mir ein Buch in die Hände, das den Titel führt: „Reden im Menschenton." (Berlin, bei G. I. Decker,' 177V.) ES ist vom Verfasser der Menschenfreuden (Hrn. Sinke- > n is.) Ich las darin gar viel Schönes; unter i Anderm auch eine Stelle in Bezug auf Juden,! die gewiß Beherzigung verdienet, und die ich eben! darum meinen verehrten Lesern mittheilen will. Sie lautet: ,Mch höret mich, ihr Christen, über einen Gegenstand, worüber man nicht oft und warm genug mit euch reden, kann!? Unt-r euch lebt ein! Volk, zahlreich und merkwürdig aus mehr deny einer Ursach. Zerstreut lebt es unter euch in al- 1 len euren Reichen und Provinzen. Ls ist weit i älter, als ihr, und ihr habt seine sonderbare Geschichte in Händen. Es seufzt über euch schon . viele Jahrhunderte s^denn ihr drücktoft mit un-? zvbilligender Hätte. Dies, daß sie vom Glauben ihrer Väter nicht wanken, ists, was sie euch verächtlich macht. Sie duldens, und hangen fort am uralten Glauben. Ihr sehets und bleibt un- . gerührt. So sollet ihr doch endlich aufhören," Menschen zu hassen, welche ihrer Religion soviel unter euch aufopfern, uud von denen ein Geschlecht nach dem andern übers Opfer hinstirbt. Lange genug habt ihrs versucht, sie durch Druck und Lasten in euren SchooS einzuführen, — oder war dieetwa nie eure Absicht?-- Ewig werdet ihr der ganzen Welt den Beweis schuldig blei- - ben, daß ihr berechtigt seid, ein Volk nieder;»« drücken, darum, weil eS sich so schon unter schwe- »» ren Verhängnissen beugt. Klagt ihr über seine

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