Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 9 (26.2.1835)
- Date
- 1835-02-26
- Page
- Spalte 69-70 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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rs richte der-LrhssekIeißig beizuwohnen und ihn gehörig ju kontrovirea, und dann hauptsächlich durch eigene Vorträge und Katechesen für die Jugend an Sabbath« und Feiertagen die Lehre MoflS und der Profeten zu lehren, und diese Jugend insbesondere durch Kern-und Kraftsprüche auder Bibel A. T. aufmerksam tu machen auf die reine Moral de- Mose-thum- und sie zu mahnen, fest zu halten am Gesetze, alS dem sichersten Anker im stürmevollen Meere de- Leben-. Wo aber, wie mein Korrespondent schreibt, die Kinder das Meiste vom N. T. wissen, ohne für die Schönheit de- A. T. Sinn zu erhalten, da erwachsen für die späteren Zeiten Zwittergeschöpfe, die vom Judenthume keine richtigen Begriff, haben und nicht wissen, wem sie angehiren; denn in keinem Betrachte ist Halbheit verderblicher, alin der Religion. Die Schuld aber lastet auf dem Gewissen der Seelenhirten, die mit offenem Auge nicht sehen wollen, daß es ihnen und ihrem Amte zur Schande und zum Verderben gereicht; denn ewig wahr bleibt'-: der Priester, der seinen Gott verleugnet, hat sich selbst verleugnet.— Möchten diese Worte, audem Heyen und vom beßten Geist« beseelt, gesprochen, nicht bloß zu den Ohren, sondern auch zu den Herzen der Rabbinen im Rheinkreise dringen, und in den weniger mit Kenntnissen begabten Äser und Fleiß, in denen aber, denen bloß der Wille und die Thatkraft fehlt, auch diesen so nöthigen Willen erwecken! Möchten sie, diese Worte, diese Herren auch Hinweisen auf eine ihrer heiligsten Pflichten! und Schreiber diesewürde sich unendlich belohnt sinden, wenn damit beßtem Willen auSgestreute Samenkorn gedeihliche Frucht brächte! — I. K. Deherzigung-werthe Worte. München, »4. Jan.^ Di« Nachricht, daß mehrere der reichsten Israeliten sich vereinigt Häven, um bei der nächsten Ständeversammlung die Emanzipation ihrer Glaaben-brüder zu erwirken, scbeint sich zu bestätigen. Jeder Menschenfreund kann sich darüber nur freuen; ungeelgnet war daher die BemeAng in mehreren Sf- AtiKa Blätterm daß dteStaat-rrgieruvgmld die Stände de- Reichdie Gewährung der Bittt« schnell beschließen möge», ungerecht die Behauptung, daß wohl erst nach einem Halden Jahrhunderte diesen Bitten Gehör geschenkt werden durfte. Die Weisheit und human« Gerecht,akeit unserer Regierung, wie die Stände bedarf wohl solche- Zurufmchr, und beide wer- M ÄÄ Achlgtflnnten, sich überzeugt haweni-stmnnem mcht rmbedeuteudea «cheile nach, ia der ' 70 Livilisation vorzuschreiten sich bestrebt, wozu besonderder nähere Umgang mit Ehristen, dathätige Treiben von Gewerben und Künsten, der verbesierte Schulunterricht, die Verbreitung gu-. trr, auvlicher Schriften viele-"Nittagen muß. W,rdes mun einmal seiner lästigen Fesseln befreit, ,n bessere Staat-Verhältnisse gesezt, so kann' edann an Kultur noch größere Fortschritte machen; denn selbst der Aar lernt nicht fliegen, wenn er stetim Käsicht eingesperrt ist. (F.M.) Zur Tag-geschichte. Preußen. Die Organisation de- Judenwrsenim Regierungsbezirk Posen ist im Laufe drvrrstosseaea Jahrebeendigt worden. »Die Korvvrazion-verbände wurden zuerst geographisch und individuell konstitutirt, so daß evon jezt an keinen Israeliten mehr gibt, der nicht zu einer bestimmten Korporation, und mithin auch »u einem bestimmten Polizeibezirke gehörte. Es sind hiernach überhaupt un Regierungsbezirk Posen 48M0 Israeliten vorhanden. Nachdem alle männliche volljährige unbescholtene Israeliten, die entweder ein Grundstück besaßen, oder ein Gewerbe selbstständig betrieben, oder stch außerdem selbstständig und ohne fremde Unterstützung ernährten, d. h. alle gesetzlich Stimmberechtigten, korporazivnSweise versammelt worden waren, erwählten sie die Repräsenten und deren Stellvertreter, welche'lezter« wiederum nach erhaltener Bestätigung die Derwaltuna-beamten und deren Stellvertreter ernannten. Die Jnstallazion der Repräsentanten geschah in allen Korporazionen mit -roßen Feierlichkeiten, und wurde durch ansehnliche gemeinnüzige und fromme Stiftungen verewigt. (N. K.) Kuktu-sache. Koblenz, v. Jan. Die hiesige israel. Gemeinde, lange schon da- Wort de- Herrn in deutscher Sprache entbehrend, hatte endlich wieder dir Freude, am S7. v. M. und S. d. in der Synagoge durch Predigt andächtig erbaut zu werden. Hr. B. L. Ullmann, ein junger Theolog dehiesigen Regierungsbezirkes, der sowohl durch seine Gediegenheit, alstets musterhaftem und rein sittlichem Betragen zu den schönste» Hoffnungen immer berechtigt, und unschon vor Jahren mit einer Reihe von Predigten erfreute, lebt jezt wieder in unserer Mitte. Er zeigte uns, nach endlicher Wiedergenesung von langer Krankheit, daß er wie früher die innigste Andacht, die tiefste Rührung durch seine gehaltvollen Rede» tzervorzorpfeu »ermaa. Dieser allgemeine tiefe Eindruck wird vorzüglich dadurch erlangt, daß mit einer edlen bilderreichen Sprache dir schönste