Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 9 (26.2.1835)
- Date
- 1835-02-26
- Page
- Spalte 71-72 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Popularität -epaatt ist, welche irdem Theologen, der. irgend «inen glücklichen Erfolg von seinen Predigten erwartet, nicht genug empfohlen werden kann.' Wir hoffen und wünschen, daß Hr. Ullmann, besten im reinsten Deutsch, verbunden mit dem angenehmsten Organ gesprochenen Rede schon einen herrlichen Genuß gewähren, sich veranlaßt finden möge, jeden Sabbath in der Synagoge zu predigen. ES dürfte der ivohlthätige Einfluß, den solche Predigten auf die allgemein« Sittlichkeit, Tugend und Religion haben würden, 'gewiß nicht verkannt bleiben. XF. 2 ) Nekro 1 o g. Am s. Februar starb der Negotiant, Hr. S amuel Nathan Walther m Bamberg in einem Alter von 62' Jahren. Seist früher Tod wird allgemein bedauert und beklagt. Die Stadt verliert in ihm nicht nur einen bedeutenden, sehr brauchbaren,,redlichen Geschäftsmann, sondern auch einen vorzüglichen Wohlthäter gegen Arme. Äiglich wurden «n seinem Hause Arme, sowohl Christen alS Juden gespeiset und unterstüzt, manche ganz ernährt. Er hatte überdies einen sehr geselligen Sinn und verstand zu leben. Daher folgt ihm auch die Achtung aller derer, die ihn kannten, und sein Name wird lange noch mit Ruhm und Segen genannt werden. Ruhe und Heil seiner Seele! — . ' Der Juden Geldliebe. Rabbi Simon ben Jochai wurde einst gelegenhcitlich bei einem Freunde zu Gast geboten. Da traf er die Tafel überfüllt mit den kostbarsten Silbergeräthen, daS einzige Gericht aber, daS man auftrug, bestand aus — Feldlinsen. — Wie, sprach Rabbi Simon erstaunt, ein so reicher Mann und so kärgliche Kost! „Ja," antwortete Jener, „euch verschafft eure Gelehrsamkeit Achtung; unS aber — haben wir kein Geld, wer merkt auf unS?" — So erzählt der Midrasch. — Eben so könnten die Juden antworten, wenn ihnen ihre Gegner ihre Geldliebe vorwerfen: Euch verschafft euer freier Stand ui der^ bürgerlichen Gesellschaft Achtung s u»S aberwürde man, ohne Geld, gar keines BlickeS würdigen; man wurde unS nur noch mehr drücken und verfolgen. _ > R -- d. Regenten Huld. Seine Majestät, der Kaiser Franz, fuhr im Auaust v. IS. durch NikolSburg, während in der dastgen Judengaffe Feuer auSkam. Der menschen- - freundliche Monarch eilte hinzu, ermunterte die Leute zum Löschen, und befahl, die abgebrannten drei Häuser armer Israeliten auf seine Kosten wieder aufzubauen. Gedanken. Die Verehrer der Intoleranz gleichen den Anbetern deS Götzen Moloch; Sie opfern ihrem Idole zwar nicht, wie jene, den Sohn, die Tochter, wohl aber den Bruder, die Schwester. — Die Menschen pflegen gewöhnlich daS Zeitalter, in welchem sie leben, in Vergleichung mit der frühem Zeit, entweder zu überschätzen, oder zu verachten, selten richtig zu würdigen. Die Jugend überschäzt, das Alter verachtet gern; ein unbefangenes Urtheil ist daher schwer und fetten. Der Geist zieht den Menschen zum Himmel, der Körper zur Erde. Im Leben siegt der Eine oder der Andere, doch — selten entscheidend. — Im Tode scheiden die kämpfenden Parteien, und jeder kehrt zu seinem Wohnplatze zuülck. — Literatur. Vollständiges AndachtSbuch zum Gebrauche bei Krankheitsfällen rc^ Von vr. Rehfuß. Franks. a.M. Andreäische Buchhandlung 1S3S. Da« von dem isr. Prediger und Oberlehrer, Hrn. vr. Rehfuß au« Heidelberg, neubearbeltetevollständige Andacht«« buch zum Gebrauche bei Krankheitsfällen, im Eterbehauj« und auf dem Friedhof hat bereits die Presse verlassen. Kaum erschienen, hatte fich dieses Buch der schönsten Aufnahme in der da« Gute und Gemeinnützige so gern befördernden Israelilengemeinte zu Frankfurt zu erfreuen. Nicht nur» daß viele Einzelne in der Geineinde sich solche« anschafften, sondern auch der Herr Verfasser wurde schriftlich aufgesorbert, eine Anzahl Eremp. in da« durch die «delstnnlge Famllie v. Rothschild gestiftete Krankenhaus abzugeben, wo e« den Leidenden als ein Erbauungsbuch empfohlen wird, da« viel Erhebende« und Trostbringendes darbtetet. Nach diesem gegebenen schönen Beispiel stebt zu erwarten, daß dieses Buch auch in allen andern Israeliten» Gemeinden die gebührende 'Anerkennung finden und dieses Werk, einmal auf solche Weise anerkannt und geehrt, bald «inen sehr bedeutenden Wirkungskreis erlangen und jezt und in der Folgezeit seinen Legen weit verbreiten wird, da der Einfluß solcher gemeinnütziger Volksbücher unberechenbar ist» Diese« Buch, zweckmäßig geordnet, der hebräische Lert berichtigt und erklärt, frei in« Deutsche äbersezt (indisch» deutsche Buchstaben) und mit vielen deutschen Gebeten vermehrt, 47 Bogen stark in 8-, hat den äußerst billigen Ladenpreis von 2 fl. 42 kr. und ist in der genannten Verlags- Handlung. bei dem Hrn. Verfasser selbst und in asten Buchhandlungen de« In« und Auslandes zu^haben. (Didask.) Redigtrt von S. W. Rofenfeld, Stadt-und Distrikts- Rabbiner in Bamberg. — Verlegt von Fr. Waith r'schen Biichhandlung in D i n k e l - bü h s.