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Das Füllhorn · 1835-02-12 · 7 (12.2.1835) · p. Spalte 53-54

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
7 (12.2.1835)
Date
1835-02-12
Page
Spalte 53-54 (sequence 3)
Language
German
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sr teil die — dem Europäer so auffallende Gewohnheit entstanden sein mag, beim Gebete und beim Studiren der Schrift und de- Talmuddas Haupt und den ober» Theil de- Körperhin und herzu bewegen. Jn'dem Buche Kosri, Th, s, §. 80., m»ird dem ehemaligen Mangel an Büchern die Ursache zugeschrieben. Mehrere Studirende und Betende mußten sich, zugleich mit einem Exemplare eine- Stuhir-oder Gebetbuches behelfen, wodurch also die Gewohnheit der Hin- und Herbewegung enstand. Andere suchen einen religiösen Grund anzugeben. Sie sagen: Nicht nur der Geist, auch der Körper soll Antheil an Verrichtung frommer Handlungen nehmen. Sic ' stüzten ihren Grund auf den Psalmenvers: „Alle ' meine Gebeine sprechen: Ewiger! wer ist dir gleich?" (Ps. 35, 10.) Eine Stelle, die freilich einen ganz andern Sinn hat, und hier nur im fernen Verstände als Stüze gelten kann. .Das Wahre in der Sache scheint zu sein, daß die Israeliten diese Gewohnheit aus dem Oriente mitgebracht. So erzählt der französische Reisende Champollion, der jüngere, von Lairo, der Hauptstadt von Mittelegypten: Hier (in dem großen und imposanten Platz Ezbekieh) lasen sizende Muselmänner im Takte Kapitel aus dem Koran vor; dort waren 300 Betende iirparallelen Reihen geordnet und stzend, immer mit dem obern Theik des Körpers sich vor und zurük neigend, und im Chore: La Alla s^vl l Allah (eS gibt kein andern Gott als Gott) singend. Ein Gleiches, hinsichtlich der Bewegung l des Körpers bei dem Unterrichte, erzählt Niebuhr in seiner Beschreibung von Arabien. _ R...d. Das beste Empfehlungsschreiben. Als Akabia ben Mahallalel, einer der konsequentesten Rabbiner der Mifchna, dem Tode nahe war, sprach ihn sein Sohn um Empfehlungen bei dessen Kollegen an. Da erwiederte ihm. der Vater: Ich werde dich nicht empfehlen. „Wie?" fragte der verblüffte Sohn, „hast du etwa ein Unrecht an mir gefunden?" Nein, erwiederte der Vater; aber — deine beßte Lmpfehlung sind deine eigenen Handlungenp sie kLnn? dich von Menschen entfernen, und sie auch» dich' ihnen nähern. ' (Edioth, Abschn. 8. Mischna 7.) I. Klein. Oekonomisches. Mais, (auch türkisches Korn, türkischer Waizen genannt) ist in den westlichen Gegenden Amerikas ein Hauptgegenstand der Landwirthschaft. Man könnte ihn die Amme der wachsenden Bevölkerung nennen. Er dient allen Hausthieren zu Futter und Mast. Das Mehl vom Maischt, mit Milch gekocht, eine nahrhafte, gesunde, wohlschmekende Speise. Wird.es aber mit dem gekochten Mark der Kürbisse durchknetet, so läßt sich eui'Brod daraus baken, welches dem Waizeubrod vorzuziehen ist, besonders wenn der Teig durch eine etwa zwölfstündige Einwikkung der Wärme in Gährung gekommen ist.- Maismehl mit bloßem Wasser oder Milch zum Teige gemacht und ohne Weiteres gebaken, gibt ein zu trokenes Brod; mit fetten Speisen ist eS indeß wohl genießbar, Das Baken geschieht in bedekten eisernen Topfen, die an den* Heerd gestellt, und oben und unten mit glühenden Holzkohlen versehen werden. In den meisten Haushaltungen wird jeden Tag frisches Brod bereitet, was, wie das Kochen und Baken überhaupt, bei dem steten Dorrathe von glühenden Kohlen an den geräumigen Heerden nicht sehr lästig ist. — Es gibt, sehr viele Arten von Mais hier; der mit weißen und gelben Körnern ist der gewöhnlichste. Ausserdem findet man rothen, blauen, blau - und rothgeflekten, und Körner, welche Durchscheinen, wie schöne Perlen. Diese Verschiedenheiten erhalten sich in der Fortsetzung. Das Mehl iss bei allen gleich. Die Stengel werden sehr hoch, zehn dis fünfzehn, ia bis zwanzig Fuß. — Auch in Frankreich hat man Versuche mit dem Anbau des weißen chinesischen Mais mit glüklichen Erfolg gemacht. Der chinesische Mais hat ein kleineres Korn, als der pannfylvanische, Lp gibt aber reichlicher aus und ein feineres Mehl. — Sollte nicht auch in Deutschland der Mais mit Börthen angebaut werben können? Es dürfte hiezu die in der neuesten Zeit erschienene Schrift zu. empfehlen sein: „Duchesne, l)r E. A., lieber den Mais oder das türkische Korn, .dessen Geschichte, Kultur und BenuzuNss in derHauswirthschaft und Medizin. Nach dessen gekrönten Preioschrift und mehrcrn andern Materialien, bearbeitet von Dr. E. H. Schmidt. Ilmenau, Voigt."

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