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Das Füllhorn · 1835-01-29 · 5 (29.1.1835) · p. Spalte 35-36

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
5 (29.1.1835)
Date
1835-01-29
Page
Spalte 35-36 (sequence 2)
Language
German
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Quellen öffnen! * *)-Die hebräische Sprache^ und Schriften, zuvörderst daS alte Testament, in welcher die Wurzeln der Lehre und selbst der Sprache aller alten religiösen Dysteme bis inS Einzelste deutlich erkennbar sind, liegen unerforscht. Sehr zu wünschen ist, daß diese ehrwürdigen .Denkmäler bald aus den Händen bloßer Theologen in die der reinen Geschichtsforscher übergegchen, da sie hoffen dürften, dieselbe unbefangene Würdigung zu erfahren, und als! Quelle doch wenigstens eben so viel zu gelten, als die homerischen Gedichte oder Herodots Erzählungen." Frag mente auS Herder. Im Reiche GotteS ist eine ewig rege Quelle von Wahrheit! Wenn sie am gewaltsamsten verstopft wird, bricht sie am stärksten hervor; nur suche man sie und jedes Gute am rechten Orte. * . * ' * In jedem Zeitpunkte des StrebenS und Fortstrebens gibt es immer Gegenparteien, die für und wider einander geboren zu seyn scheinen, und die sich einander oft nahe genug leben. Die Gottheit hat sie in Einen Zeitraum gesezt; ihre Kräfte mäßigen einander, daß ein drittes mittlere- G»uteauS den zusammenkesezten Bemühungen Beider herauskommt. * » » Dichtkunst, sie ist ursprünglich Theologie gewesen, und die edelste, höchste Dichtkunst wird wie die Tonkunst, ihrem Wesen nach, immer Theologie bleiben. * - » » Wort Gottes nährt und erweitert, trägt und stärkt die ganze Seele. trachten, und wird immerhin seinen ehrensollen Platz in derselben behaupten. Aum. d. Red. *) Das Buch So har ist schon oft im Drucke erschienen »an genügenden Erläuterungen desselben durste es allerdings fehlen. R — d. .r. Israels, des Erzvater-, lezter Lebensmoment. (Line rabbinische Legende, nach einer targumischen Paraphrase zü 1. Mos. 49, 1. Israel, der Erzvater, lag auf dem Sterbebette, um ihn her standen seine Kinder. Der sterbende Greis raste seine lezten Kräfte zusammen,' hob sein matte- Haupt empor, sah mit stieren Blicken um sich — alS wollte er seiner Kinder Herz durchspähen — und sprach: Kinder! ein schweres'Besorgniß fastet, .auf meinem Herren, das mein Ende schmerzvoll macht, schmerzvoll, ach! und bitter wie mein Leben. — „Besorgniß?" riefen die Kinder voll gespannter Betrübniß, „Besorgniß? O Vater, o theurer Vater! sage an, wie heißt das Gespenst, das dein mattes Herz in seinen lezten Zügen noch so ängstiget?" — Kinder, sprach er — und sein Herz bebte — mich beunruhigt der Gedanke, daß nicht - etwa «in Funke des abgöttischen Glaubens der heidnischen Welt sich in euer Herz genistet habe, - der endlich wieder in Flammen auflodern, und den,reinen Glauben an Gott, den Einzigen, der- " zehren könnte. Einstimmig riefen dann Me: „Hör' Israel, unser theurer Vater,höre: Der Ewige, unser Gott, ist ein einziger Gott!" Gelobt sei der Name seineherrlichen Reiches immer-und ewig, sprach der Vater. Und Israels Haupt sank sanft nieder, seine Füffe zog er ins Bett zurück, und sein Geist schwang sich heiter in die hohen Gefilde der Ewigkeit. _ R — v. Was thut Gott? ' (Rabbinisch.) „In wie viel Tagen schuf der Herr die Welt, Und was fle hält in ihrem Schooße?" Co fragt* ein Weib einst Rabbi I o se. „„In sechs, wie uns die heil'ge Schrift ttjählt."" „Was thut Er nun?" so fuhr ste fort gu fragen. „ „Nun macht Er Leiterchen, darauf , *) DergI. Pefachim Ls.

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