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Das Füllhorn · 1835-01-22 · 4 (22.1.1835) · p. Spalte 29-30

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
4 (22.1.1835)
Date
1835-01-22
Page
Spalte 29-30 (sequence 3)
Language
German
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so SS Schaft oder Parteilichkeit ausseßen zu «Küssen." Die Einrichtung scheint sehr gut und nachahmungswürdsg, und die Gründe sind einleuchtend. Zu leztern möchte ich noch hinzusetzen, daß dieses Verfahren vornehmlich geeignet seyn möge, die- Vergehungen der Schüler seltner zu mache««, und daß folglich hiedutch der nächste Zweck der Disciplin am Sichersten zu erreichen seyn dürfte. — -Was jedoch vom Protokollnehmen gesagt wird, scheint zu umständlich und zu sehr Zeit raubend.' die Schule soll ja doch keine förmliche Justizkanztei werden. gk — v. Johannes v. Müller über die heilige Schrift. Wo sieht man besser d/e Natur, und den Menschen unverhüllter, und Gott so nahe, da unsere Philosophie nicht glaubt, ihn weit genug von uns rücken zu können (als ob zu befürchten wäre, wir fühlen ihn zu viel); der Geist ist ganz für thätiges Leben, im alten Testament besonders, daher es mir zumal sehr werth ist. Endlich dieses Buch bleibt immer der Pivot aller öffentlichen Völkermoral, alles dessen, was auch ich, wenn ich nicht mehr lebe, wirken möchte zur Herstellung des Vaterlandes und Befestigung aller billigen und freien Staatssysteme. Je mehr ich sie studiere, desto mehr Weisheit,Schönheit, Humanität und Hoheit finde ich in der ganzen heiligen Schrift rc. rc. .Seigerecht — selbst gegen Ungerechte. (Aus dem Talmud.) — Einem Rabbi wurden mehrere Faß Wein sauer. Die Rabbinen, seine Freunde, erinnerten ihn, darüber nachzudenken, ob er nicht etwa einer sträflichen Handlung sich bewußt würde, wodurch er dieses Unglück verdient hätte. „Wie" sprach er, „stehe ich so im Verdachte bei euch?" „Kannst du aber," erwiederten sie, „Gott im Verdachte haben, daß Er Unglück unverdient widerfahren läßt?" — „Je nun, Habs ihr was Ungerechtes von mir wahrgenommen?" frug jener. „Wir haben vernommen," erwiederten sie, „daß du deinem Halbpächter seinen Antheil Weinreben vorenthältst." „Dieser aber stiehlt mir ja Alles weg, M^hat wohl schon weit mehr, alS ihm gebührt, entwendet," sagte der Rabbi. „Demungeachtet," erwiederten jene, „mußt du ehrlich mit ihm verfahren und darfst ihm nichtvorenthalten,' denn auch derjenige, der von einem Diebe etwastiehlt, begeht einen Diebstahl und hat das Stehlen^chsL verkostet." "W l r t h s ch a f t l i ch e s. In Amerika bedient man sich folgender Methode zur Einsalzung des Fleisches: Man nimmt auf so Quart Wasser 4 Pfund Salz, 14 Pfd. Zucker und s Unzen Salpeter, kocht es zusammen, und gießt eS, wenn es erkaltet ist, über daS Fleisch, so daß es dieß bedeckt. Auf diese Art hält sich da- Fleisch mehrere Monate, und wird ungemein zart. — Auf dem Lande, wo Diele ihr Mastvieh zum eigenen Gebrauche schlachten, dürfte diese Ausbewahrungsweise des Fleisches von Nuzzen seyn und daher Beachtung verdienen. Zur Zeitgeschichte. In Algier befinden sich jezt s christliche Schulen, wovon die eine 80 Knaben, die andere Li Mädchen zählt. IN'26 mahomedanischen Schulen werden 315 Kinder unterrichtet. 17 jüdische Schulen zählen zusammen 430 Schüler. In Einer dieser leztern werden junge Israeliten in der französischen Sprache unterrichtet. Nach den neuesten Nachrichten wurde daselbst eine städtische Behörde ernannt, die aus w Franzosen, s Muselmännern und 3 Juden bestehet. Wer hätte gedacht, daß ein afrikanischer Staat den deutschen Staaten hinsichtlich der Toleranz voraneilen würde! Doch bald wird auch der Jsraelite in Deutschland sich einer achtbareren Stellung zu erfreuen haben. Die Hobe Weisheit und GerechtigkeitSliebe der regierenden Häupter, so wie die stets im Sortschreiten begriffene Humanität der Völker und ihre Vertreter sind Bürgen dieser erheiternden, heilverkündenden Aussicht. Aekeyn ren wir den langsamen, aber desto sicherernGang

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