Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 3 (15.1.1835)
- Date
- 1835-01-15
- Page
- Spalte 21-22 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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.S1 ter aber dachte in der Stille darüber nach- Der Mensch ist, wie seine herrschende Gesinnung, und wie der herrschende Sinn der Menschen, so der Gebrauch der Anlässe, die sie ihm darbieten- . Die nämliche Erzählung nährt das frohe, stille Nachdenken deS hoffenden Vater- und die Eifersucht der neidenden Brüder- Uederall die menschliche Natur sich so gleich und so^ungleiH. (Fortsetzung folgt.) F r^ g M^n4^-a u s Herden. Die Lehre des Kinen GotteS hat dieff Volk (der Israeliten) gegründet auf der Erve, und sie ist der Grund aller gesunden Theologie und Weltweisheit; Abgötterei und Götzendienst hat die klügsten Völker bethört, und Jahrtausende hin in Lüsten, Sinnlichkeit und Abscheulichkeiten festgehalten. Dieß Volk hat die einfachsten und weisesten Nachrichten vom Ursprünge deS Menschengeschlechtes erhalten, und gleichsam aus der Nacht der Zeiten und den Trümmern der Völkerwanderung gerettet» egiebt uns die ältesteKarte der Menschenwohnungen und Erdengeschlechter- - Sein MoseS wagte eS zuerst, eine methaphysische Lehre zur Grundsäule seine- Staats zu machen, die Unsichtbarkeit, Einheit und höchste Güte des Schöpferder Welt für fein Volk zu national^ siren und diesem großen Gedanken alleunterzuordnen. Als Griechenland noch in tiefster Barbarei lag, wagt« er's, einen Freistaat zu gründen, dessen Oberherr ein unsichtbares Wesen, nur - Opfer der Liebe, des Danks und der Reinigkeit verlangte, und seine Befehle durch Licht und Recht spräche» dessen Glieder brüderliche, von einander unabhängige Stämme, und ihr genaues heiliges Band Religion, Ein Gott und Ein Tempel wäre- Die Diener dieses Gottes und Königmachte er von allem Eigenthume loS, vertheilte sie überall umher, daß sie mit Gottesfurcht, , Gesetzen und Wissenschaften alle- Volk berathen, allen Stämmen zu Hülfe kommen sollten- Einen irdischen König schloß er zwar auS; er fahr «r ihn aber vorher und gab auch sh« seine Schranken, sein König - und Krieg-recht. Den Verfall der Sitten durch Priester/ah er vorher, er>gah ihnen aber die Propheten als außerordentliche Stimmen, als ätciktor«, et cenrvre» worum zu Hülfe > und welch ein Volk in der Welt hat in fo frühen Zeiten eine Reihe so mächtiger, so reiner Stimmen gehabt, als Israel an feinen Propheten? Welchen Dichter Griechenland- oder Roms wagen wir, in Ansehung der erhabenen, reinen Moral und deumfassendem Nationalgeistes, neben einen IesaiaS zu stellen? Und welch ein Mnig der Egypter, Skythen und Indier hat wie Da-vid gesungen und ge/ehrt? — Korrespondenz-Nachrichten. (Eingesandt vqn. Hrn- Rat- Kand. I. ttlei n.) (Beschluß.) In der Nacht vom 80 — 31. Oktober verschied der Oberjurist Samuel Landau im 83-Jahre seines Alters an der allgemeinen Wassersucht- Wer das persönliche Ansehen diese- Mannes kennt, und weiß, wie sehr ihn selbst seine Gegner achteten, der wird sich über die allgemeine, unangenehme Überraschung nicht wundern, die die hiesige Gemeinde bei dieser Nachricht traf- Die Rabbinen (alten Thalmudisten) bestanden, darauf, er solle denselben Tag (Freitag) bestattet werden > die Vorsteher ließen dietheilS wegen der Gesetzwidrigkeit, theilS um einen anständigen Zug arrangiren zu können, nicht zu. Und jezt zum Leichenzuge selbst, als dem Zwecke meines Schreiben-- Die Vorsteher hielten während der s Tage permanente Sitzung; es wurde Vurchc mehrmaliges Ausrufen sämmtlichen Juden eine anständige Kleitzmg und ein anständiges Betragen während des ZugeS empfohlen. (Alle Lädender Juvenstadt waren bis nach der Bestattung geschlossen.) Sonntag früh S Uhr gingen sämmtliche Kabronim (Mitglieder'des BeerdigungSvereins) — die Aeltesten derselben' mit schwarzseidenen Mänteln uuv Sturmhütm.r^aL da- Haudes Verstorbenen, hielten 'die "