Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 3 (15.1.1835)
- Date
- 1835-01-15
- Page
- Spalte 19-20 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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IS Mid di» vorgeschrleb'««- Bahn nicht seh'n. Vater, führ« fle zum Licht des Tages Aus der finstern Schreckensnacht heraus^ Und die ganze Menschheit tomm^ verflhned Einstens in Dein großes GoabenhauS. — v - Isaak Rosen Die Gesch i.cht/ Joseph-- (Fortsetzung.) II. Joseph erzählte seinen. Brüderir gutmüthig: ein Paar Träume, die er gehabt- Es kam ihm im Schlafe vor, als hätte er und seine Brüder Garben gebunden: seine Garben richteten sich und die Garben seiner Brüder neigten sich die seinen.. Ein. andermal schien es ihm, Hätten sich Sonne, Mond und eilf Sterne WMgen ihn geneiget. D«> Brüder entbranntest vor Neid und sagten: Willst du gar König werden? «sollten Vater und Mutter und Brüder dich anbeten? Der heimliche Haß gegen ihn^ward größer, (ö — 10.) 10) Joseph erzählte aufrichtig und fern von aller Anmaßung die Träume; dadurch half er ohne Absicht und Aorwissen dazu, daß der Neid nur größer ward- So läßt es Gottes Weisheit gar oft geschehen,, daß seine liebsten Kinder und Freunde allerlei, unschuldige gutgemeinte uud BöseveranlassendeHandtungenr thun> indem dadurch große, wohlchätige Absichten müssen erreicht werden. 11) Da diese Träume nachher ist Erfüllung' gingen, so mußte Joseph eben, dadurch recht deutlich einfehen lernen, daß alles, das Kleinste wie das Größte, unter der Leitung der Fürsehüng stehe. 12) Auch Josephs Brüder mußtest bei Erfüllung dieser Träume einfehen lernen, daß Gott eS gewesen sei, der ihrest Bruder, nach seiner Güte, schon vorher dazu verordnet hatte, daß er «inst ihr Versorger und Oberherr werden solle. iS) Joseph konnte durch die Träume, durch Merlei. Gedanken, die sie, lange vor ihrer Lr- 20 Mung, in ihm erregen mußten, kühn gemacht werden, viel Gutes mit hohem Vertrauen von Gott zu rrwarten- 14) Josephs Geist war durch Träume veranlaßt, über Träume und 'Traumandeutungen uachzusinnen, und (best dadurch wurde der Grund -u seinem Glüke gelegt, da. ep nachmals im Gefängnisse den beiden Aegyptiem die Träume deutete,, und dadurch am Hofe bekannt ward. 15) Auch wir lernen hieraus die göttliche Regierung näher kennen, die durch diese dem Scheine nach unbedeutende Begebenheiten durch bunte* Röckchen und Träume, als so viele einzelne Triebräder an dem großen Werke, die höchsten Leiden und die höchsten Freuden Josephs, und den größten Segen für Vater/ Brüder und Aegypten zu bewirken gewußt hat. 16) Die Träume waren schickliche sinnreiche Symbole der künftigen Größe Josephs — die anbetenden Garben verkündigten die Größe des künftigen Ernährers,, des Brodvaters für Aegypten und Israel;, die sich neigende Sonne, Mond und Sterne verkündigten die fürstliche Größe des Königs von Aegypten. Joseph war der Liebling GmteS, ihm huldigten die Kinder der Erde, die Gaxbe^und die Söhne deS Himmels, die Sterne, wE^in Schriftsteller sagt. 1 Die Träume waren sehr verstänbliche, klare Symbole — denn bei Erzählung des ersten Traumes sagten die Brüder sogleich: „Solltest du unser König werden?" und bei der Erzählung dezweiten sagten Vater und Söhne r „Sollten Vater und Mutter und Brüder: kommen und dich anbeten?" In der Hand der Fürsehung waren diese Träume mehr alS Symbole — sie waren Werkzeuge, die vorbedeutende Größe wirklich zn machen, denn der Bruderhaß wuchs, und half durch Erniedrigung Josephs zu seiner Erhöhung- So offenbaret sich zugleich die Weisheit Gottes, und waim Menschen liege-— 18) Die nächste Folge der Traumerzählung denn^>ie Brüder beneideten ihn mehr, der Va-