Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 2 (8.1.1835)
- Date
- 1835-01-08
- Page
- Spalte 13-14 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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IS errungen werden, denn so heißt eS: Strafende Züchtigung iss der Weg zumLeben. (Spr. Sal. S, 23.) ._ R-d. Korrespondent-Nachrichten. (Eingesandt von Hrn. Rat. Kand. I. Klein.) Prag, am S. Novbr. 1884. - Sr. Majestät der Kaiser geruhten dem sowohl seines 42jährigen DienstalterS,' als seiner schriftstellerischen Gediegenheit wegen hochverdienten ReligionSlehrer Peter Beer die mittlere gold«^Serdienstmedaille sammt Orhr und Band uno GehaltS- - Zulage zu bewilligen. Bei der feierlichen Uebergabe hielt der Domscholast (Oberaufseher aller Schulen Böhmens), der Inspektor der ifraelit. Schule/Beer usw., der erste und »weite sehr schöne Reden, und eSIvurde eia Chor gesungen; sehr Viele der Anwesenden weinten.- Gestern fand ein feierlicher Aufzug stattjbei einer Gelegenheit, die wahrscheinlich eine scharfe Begränzung zwischen der alten und neuen Zeit der Prager Judenschaft bilden wird. Bevor ich aber zu diesem Thema übergehe, muß ich einiger alten Geschichten erwähnen, damit die Angelegenheit, von der ich Ihnen eigentlich schreiben will, nicht so sehr überraschend für Sie sei. Ich weiß nicht, ob Sie beim Tode des lir. Landesmann noch in Prag waren ( 1833). Bei seinem Leichenbegängnisse lag auf dem Wagen der DoktorSdegen, die goldene Doktorkette; hinter dem- . selben ging der FakultätSpedell im Ornat sammt Stab, dann der ProtomedikuS, Universitätsdekan, Fakultätsmitglieder usw.; den Wagen umgaben Studkrende der Medizin, schwarzgekleidet mit Flor und Wachskerzen. —. Später starb der alte D. Bei diesen beiden Gelegenheiten bediente man sich deS alten Leichenwagens» um ihn aber anständig zu dekoriren, borgte man die schwarzen Tücher von der hl. Geistkirche. Später aber wurde ein eleganter Leichenwagen gebaut, und dazu schwarze Tücher init Quasten und Fransen angeschafft. Vierzehn Tage später starb ein isr. Kandidat der Medizin, er ward nicht minder 14 . wichtig bestattet; der Wagen, umgeben von 12 Kerzenträgern, zog über den attstädter Rin-, wo sonst nur bei außerordentlichen Fällen Leichen gefahren werden durften. In den früher- Fällen war «S immer nothwendig, zur Handhabung der Ordnung, d. i. zur Abhaltung deS. Unfugvon christlicher Seite, eine bedeutende Polizei-Mannschaft aufzufordern; allein dießmal wurde diese Assistenz nicht nöthig, und mit Hilfe einiger Israeliten wurde die Ordnung auf- Beste gehandhabt, und der Zug ging feierlicher, alje, von. Statten. — Während meiner Abwesenheit von Prag starb plötzlich der Lehrer an der isr. Haupt- Schule, Herz Kleber; der Aufzug war eben so feierlich, die Schuljugend bildete am Thor ein Spalier, und entblößte beim Durchfahren de- Wagens das Haupt. — '' . (Beschluß folgt.) Dieschönste Krone.- Das Große allein, sagt ein Schriftsteller, erregt Bewunderung, düs Tute allein Achtung: wo-aber das Großem Puten erscheint, da fließen Bewunderung und Achtung in dem höchsten Gefühle, in dem Gefühle der Verehrung zusammen. Von einem solchen Gefühle, wurde Schreiber dies ergriffen, als er jüngst in den Zeitungen dte hochherzige Antwort las, welche der edle Prinz Eugen gab, alS ihm die Krone von Italien unter der Bedingung angetragen wurde, daß er^ gleich dem Könige von Neapel, seine Sache von der deS Kaiser- Napoleon, die von Europa gerichtet sei, trennen solle. AlS die Kommissarien ihn auf seinen Sohn hinwresen, wenn er auch für sich nicht jenen hohen Werth auf den Besitz dieser Krone legte, sagte er: Mein Sohn kann eineKrone entbehre«) nie aber den unbefleckten Ruf seine-. VaterS. — Diese vortreffliche Antwort, worin sich der hohe Tugendsinn deS Fürsten abspiegrss, erinnert zugleich an die Lehre der Mi sch «A, welche lautet: „Drsi Kronen gibt e-, chte Krom