Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- V (1896)
- Issue
- 221 (28.6.1896)
- Date
- 1896-06-28
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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jüdische Doctrin und Beeinflußung." . . Wie sich dieses Programm mit der „christlichen Nächstenliebe" verträgt, bleibt immerhin räthsclhaft. Eines läßt sich jedoch mit Bestimmtheit behaupten, daß der sogenannte „deutsche Antisemitismus" sich dieses seines „AsemitiSmuS" genannten Nachwuchses nicht zu schämen hat. Letzterer ist nur noch widerwärtiger, weil er sich gleißnerisch in den Mantel christlicher Liebe und Gerechtigkeit hüllt. ui. t>. litfucjftf Ulld Ungarn.) Die wüste Agitation, welche der Wiener Anliscmitenhünptling gegen Ungarn betreibt, kam schon am 13. d. M. im ungarischen Abgeordnctenhause durch eine Interpellation deS Ab geordneten Ludwig Hollo zur Sprache. Am 20. > M. beschäftigte sich dieses Hans wieder mit jenen Umtrieben, indem der Abgeordnete Ludwig Mcszltnni in dieser Sache eine Interpellation an den Haudelsiiiiiiistcr v. Daniel und den Minister des Innern v. Perrzcl richtete. Es wird bicrübcr ans Budapest gemeldet: y Abgeordneter Ludwig MeSzIennt weist auf die >» dc» österreichi'äicn Eebländern belriedeue Agitation gegen llngain hi» in d lagt: Ein onenbar .»nr iriegefüdrler Tdeil des dem'ehen t'Otfoä in Ctitmfiili aft 'nt Monaten von bliiidrm Hast eriUlti gegen Alles, was ungarisch ist Mit l’on Neid geisetiitem >in,i>na'chenen Maul und eben'olcheii Hanken wild linier dein Teckmauict der Aiigriüe gegen eine in llngarn gesetzlich anerkannle Religiolisgciidisen'chasl die ni'garische Nation ielbst angestillen, in dem (sianbeii. mit der Aniachnng des (^laubciisbrneS, dem drüdc» in ^eüerreich eine iiregesiidrie, «ür Frcilieit und . (Gleichheit noch nicht rei'e Äe»ge Beifall klalicht, hier in llngain ein Echo erwecke» nod iene rcaetionärrn Bestrsbunge» veibreiten;» können, deren End zweck es ist, der Selbstständigkeit Ungarns ein Ende »t bereiten. S/r Leiter dieier Bewegung ist der Angap'cl Wiens. Tr. Lueger. Tr. Lager, den wir auch Tr. Liigner „eniteN können, mit dem,eiben diechte, mit dem er ilii'er Budopest Indavest rennt. — Präsident (unterbrechend«: „«.It »lache den Her,n Neduer au'iueik am, dost eS der Würde dieses HannS nicht entzviiebt. selche Namensverdrehnngen nt beleidigender Absicht;n ser'nchen. — Ad ge oidneter Li.dwig M e S; I e n i> i: Ich beuge Mich vor der Mobil,,! g des Herr» Pläiideiiten und werde jenen. gewiiseu'Herrn überhaupt nicht tnet>r n.nn>ir. «Ieil'ahrend.« Er siebt an der Spitze jener Begeiiteinng, welche das rou >1 in gelubile Enlturroik auS dem Tafte der io wohlfeil gelteterten ung.iri'chen Edelste '.lov't. Tr lange die,er Fulrer und 'eii.e v>c,ionen nur in den Bieigärien pieggten, lachten wir beizlich über die>e pel.ti'chen Akiobatenknnststiichch,!, und dachtet, und dabei, :nie der Löwe in der Jabel . „Was ein E'cl ron mir 'vrnl't, de.s'acht' ich nicht!" Im llebngen aber schwiegen irnr und reweetirten dn, vee'.nsn,u.'inastigeii C'.und'atz. uns in die inneren AngclcgciiKeitcn des 'Nachbai sta.'.tes inchl tlii;:lini'chen. Wir lächelten über die Wiener Bürgettneisteitrab!. tn. .r e iiiä.t >e >.■!• r die Betsgiidigniig als die chenlnnacklongkeil eines ldrea i'.en BälkeS in.!! Wir träte» ledoäi eista.int darüber, dost der Bieebii:ge: menter dort 'Beten nach einer alleibochsten Andien; t c.tt de'liger gegen Ungarn a-i" " .' d : .st iiiii.re Negierung tetne Schttiävnngen Nicht i.t re:btn.de:t: i». . Bei ■ . iiiidetteu ü.iv da:über, dost der Bieebni ge, meiner 'een W'.ci: . -> .. i i-.iti. Be.tS'.'lr'aiiinilung in Wien tu 'agen wag:e. es >'«--. t..n e! u.l- 7 Seiterreicher-, der an den Festen Ungarns tl ciliilin:,::. an; v ,e>i> T a, e. aa welch ein tlii'er erhabenes diouigslans sich -IN.: uns Mit 'ins '«nette. Wir 'ragten verwundert: O'ibt eS drüben kein Tl.ra' ii S. lii.a.sgr'.t«. da st 'Slche E'eitalun »rer beruit'.laui.'ii. anstatt dast . i . >lE N Mi i.ui tu de: B .'l'achtiingSal'tbetluug gerührt werden'' Ja ateultt-r Z >' st.: tai.cht, dost d,r Bieoburgermeiitet den Wien und'eine i'l,i.e Ag on 'elb't narr dte kreuzen Ihres Baterlandes btnanslragen ' n e., n In : an d. e-:,-rteachtt>ch»eir r»re,we gelegeiie«. zumeist dent'ch l'.achig.st: i''e,»ei d den sie tjiietugelklich tEe' Blatter, in welche» g.g.H^M^e na.: Eilst', z ge'.tl't't und d'.e Nattot'.aliläteii. ii:sbe"e:rl>^d .' T „inten oi.'. e> .'e-,t den, das Iech de:' magnari'chett Iln'.erdriiek'.ilig ab jii'.t':i' T-.s ' : i..ilst"o: dere IN den Eoniilaie:, Wie'e bnrg. Brestb.ng, 'Te'i'i.l ni ii d ch..i.g der F..Il chnnelne Ä^tzi'.en be.ei'en die EdiNUale P-.st'."..gg^:: .. T d.iib.i..-,'e»s Sl'.ihmtingSin.'.cher uud Beiknnder. der Bi.'e 'e...g. n',"si r :,n Wien weide bald er'cheiiien, »iü das Beik austi-karen. dost die M n na:en i.i.d Ii.den es auSrauben't:. '. w. Es wäre e:tr Berbrechcn ,'i l-i'.chis denen V1 >chtrS!g>rt, und ht trage die He, ien. die. c-S ange!:: B stp: der Her: Hai.d. .i n.intste. .sieuntiiist daoon. dast in der!st-:en Ieit eine g. ."ge Anrabl een 'Banern. die gegen e:nr ge'etzlich reeiptitc Eonfe'sien, gegen, len' lt»gg:t'cheit - i.iat nnd gegen die nngariiche Nation betzcn. in dte an 'Tester:eich gi.iipiideil.Eenu.iaie nnentgrltlich r'St'endet werdcn, und wenn er stch.steuntwist d„:>o» t>ei'cha''t hat. ist er entichlotsen. iene» Blättern, welche 'ol.che Ernnd atz. verkünden, den Postdebit IN llngain und denen Ncbenlandrrtt Z'.t eniii.l'en Besitzt der Herr 'tjimtster deS Innern Xennttust dabon. dast etltz.'ine Äaemcii kas/Lanb berei'cn, um die Bevölkerung auizubetzeii'? Wenn sich 5aS als wahr er entichlo'sen. die volle Strenge des (fre'etzeS wallen;n Ionen nud gegen. dlksern^MWe noiliweiidigen Mastregeln anzuwendeu, «ei eS, dast er sich uni die Dahier «der deren Agenten handelt, fei e«. daß dieielbcii in Folge einer Einlakung oder aus freien Stücken hieherlommen, wen» nur' ihr Zweck darin besteht, solche aufreizende (Äkunbiätze zu verkünden? i Ministerpräsident Baron Bausf» beantwortete am 23. d. M. | die Interpellationen der Abgeordneten Hollo und MeSzlcithi, wobei er ' im Wesentlichen ausführte: i Tie an die Aiegierung gestellten Fragen beziehen sich aus eine Angelegenheit, . welche ich kur; di« iogenanme Lweger-Frage neunen möchte. Ich bin der i Anschauung, daß d i e Nicht u°» g, der T » n u n d die M a n i e r e n.j e n e S gewissen Lueger von einer Art sind, daß d ie An s ch a tt n n gen. >v e I ch S ft vertritt, nicht f ii r werth gehaI ten werden können, hier ernst d i S c u t i r t z ü werden. War spccicll die Frage de» Abgeordneten McSzlenui delritft, so bezieht sie sich aus Tinge, die in einem gewissen Zusaniinenbange mit der Person Lueger'S sich d,-finden. AuS den (SesichtSpunkten kor Seldstdewnsttieinr, der Wütke' und der Autorität Ungarns möchte ich nun keineswegs, dast diese Tinge hier den Gegensland einer Bo. raihting bilden. Tie A g i l a 11 o n e n L u e g e r'S sind ja von solcher ')>a:nr. dast sie aus u n « gar keine Wirkung habe» k ö n n e n. Ich gebe zu. dast diese Angelegenheit in Oesterreich als eine innere Frage von Wichtigkeit st'iit kann, aberg daraus t'olgt nicht, daß wir desbalb irgend welche Maßregeln ergiei'en müssen I n s o s e r n e jedoch die A g t t a t i o u c it W n e g e r's k r » d e tt eine s o I ch e Bedeutung erkalten, dast sie a tt f daS Berl> ältntst; wtjche n £ tfurrtiüi und Ungarn; urü ck wirten t ö n n t c n, ist e S die Pflicht der österreichischen Ne. g i t r tt tt g. i ttt Nah m e n des tA e j e tz e s gegen diese Ä g 11 a t i o it vorzugchen, nnd ich hege gar keinen Zivetfel, dast Kiefür, >o wett e-S iiöihig ist, auch Bor.'otge getrofsen werden wird. Aus Insormattoneit de: Zeitungen bin aber baue ich eS mcht der Made wertb, aus iene unwürdigeit Angiine zu resteenren tu.d irgend ivelche. Schruie z:> utiternebinen. Wenn Ab geordneter Hollo auch dataus buigennflen. daß Lueger stä, in einer o'stoicllcn Stellung brstndet, 'o darf nicht überleden weidcii, daß er der gewählte Beamte enter autonöinen .stötpet'chast ist, wie dies auch dte Eewäbltcn der autonom«n Muifeivten bet uns sind, und daß er übetdteS als Mitglied des österreicht'chrn NeichSraibeS das Necht der Nedestetkeit gentestt. Ich vetnrtdetle und mistbilltge eS vermöge lencS staalsrcchtlichen Betbällnisse», welches zwischen Oesterreich nnd Ungarn betteln, von d.ssen 'Wichitglen wir überzeugt' sind und wel.iies w:t unter allen Uinitaüdcn erbaue» wollen, daß «olche Agitationen benieben iverdet aber eS ist darum noch nicht nötktg. gleich zu Maßregeln zu gtci'cn W:. kalten die Sache nicht snr «o bedcntend und auch mebt snr eine Frage, b«. welcher das An'eben Ungarns enistlich in Frage kommt und es wirklich be giuiidct wäre', irgend etwas zu i!mi. Tcm Abgeotknetc» Mesztenm ab«r »iiiirorle ich, daß die stieg.ernng keine sienitituß davon besitzt, käst antt'emtli'che Blätter auS 'Testetreich in die benachbarten Evmitate unentgeltlich ver'enke: werben. Jedenfalls ist cs olwas Unzala'siges, dast tnr dett i>ngati'che:i Staat oeilltzende Trink'chri'ten d.chet ge/endet wetken. Ans die wettere Frage M«sz:ri>üt S lanii ich gleich'aUS envtdcru, dast die Negierung keine -renntnist davon besitzt, daß Agitaioten oder deren Ageiucu nach Ungarn entsendet weiter. Tie Negierung ball es ab e r ' u r i b r c P > l i ch t. t a v a n (; i. achten, dast lein Heber, ob er mi.ii I r c > iv111ig oder lii Feig e eine r Einladung die E t e u; c überschreitet, b i c t geduldet werk e. nnd > o b a I b dt e N e g i c r n n g ,'l e u n t n i st b i e v o n e r b a 11. w i r d . i e v o n : b r e :n g e > eSichen st> e ch j i d e tr ausgiebig st c n «>' e o . a n «b tu a «v. e u lIlisllilcnoil fiir Die mniarifdicii Biscliöfc. > Große Ettegtntg .ie' in Ungarn eine Dtenfiesiimritelioit hervor, welche in Nom 'itr die '.l::gar.'«chcil Bl'cho'd erla'ten wurde. Wie k«is „B«ilcrl>ritd" berichkdi, erließ itämltch die Eongregaiton 'ür die Angelegenheiten usid Betalhungs gegenslände de: Bt'chote und sttegnlarett nnicr dem 2>. M«ri d. I. .1". d:e Er:bi>choie, Bttchö'c nnd anderen lDrdinarten des riontgreichcs Ungarn eine Iit'iriielioit. welche angeblich bloß dte DiSeivlin des Elerus ::t»i ("egeiißaiide har, tbat'ächlich aber auch einige tnitervolilitche und «irlnircllc Aitgelegeitbeiieit Ilngarns berührt. Das Motiv zur Erlatsung der Inürltetjoii ist in den folgenden Worle» tbrer Einleitung angedenicl: .Es iß;n beklagen, daß nicht BEenige die Mnbe tchcne» und vor dem Nanipfe znrückichrc.'keit." Die Iitßriietioit schreibt vor, die Bischöfe inögen eine besondere Sorge darauf verwenden,, den Elcrus in wirk .>amer 'Wette zur volle» Beobachtung alles denen, .was die Eanones nnd die Siirchcitgeictze bezüglich des Lebens und der Stkien der Geiß lichen vorichrciben, zurnekzurufe». Die größte Sorgfalt mögen die Bischöfe an' d:e Uuterwcii'tittg lind Erziehnng der Äluiniten verwenden. Die «inßerßc Bornchr nnd Sorgfalt iß bei der Ernciiiinitg des Nestors, dcs Beichtvaters und der Lehrer für die Semiitariett aitzuwcndeii. Die Bi'chöt'e inögen mit größtem ‘ Flciße crforicheit, oh nicht etwa einige nicht von >^'oll Berufene unter den Aspiranten des Priesteramtes sind, die nch ans (Gewinnsucht. Ehrgeiz oder irgend einer irdischen Begierde ::t das Prießertlmm nnd den geistlichen Stand..einschlcichen. Die Bischöfe mögen i.ihrlich alle Pricßcr zu geistlichen..Exercirien auffordcrn oder Einzcliie nt das Seminar oder ein anderes geistliches Haus berufen, damit ßc dort durch einige Dagc mit geistlichen Bortrügen die Seele näbrcii und das große Geschäft der eigenen Ncttung nnd Heiligung