Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- V (1896)
- Issue
- 221 (28.6.1896)
- Date
- 1896-06-28
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 78% known words query
- IRI
…/4886575-5439173-5439307--2748-4889105- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seit« 7. Nr. 221 VrHu \ ■..; ' - ■ ■ betreiben Bei dcr 'Bisitation der Pfarre» sollen die Bischöfe darauf sehen, daß die Seelsorger cs nichl unterlasse», idrcn Schäslein zn dienen durch Abnahme der sacranientalcn Beichten, dkrankenbcfuchc, Bersehen der sterbenden, Unterricht im .statcchismns. Erklärung des Evangeliums, durch die Errichtung froninier Bcrcinc und Bruderschaften und feierliche Begehung dcr kirchlichen Feste. Und weil an einige» lSrlcn die Pfarrer und ihre Hilfspricster zur Anhörung dcr Beichten nur gernfc» bereit zu sein pflegen, so mögen die Bischöfe von amtswegen darauf dringe», daß sich die Pfarrer, besonders an den Hanptfcstcn, auch »ngcbctc» in den Beichtstuhl begebe» und sich bereit halte», ja die «Gläubigen ^bän'ig ermahnen, dieses Heilsinittel nicht zu vernachlässige» Tic oiiÜnuiiPM trägt ferner den Ordinarien aut. dafür^zu sorge»,, das; die Männer, die i>» st>nse dcr höheren Bildung stehen, sich aber ineisl ,»»> die Religion nicht kttninicrn, dnrch Predigten oder durch schön geschriebene und inballs reiche Sagcsblälter i» den Lehren des (Glaubens und insbesondere der göttlichen Bersanung der Kirche unterrichtet werde». '.'IU' Religionslchrcr a» den (''»ninasteii sind solche Priester zu wählen, tvelchc die jungen Leute veranlasse», den sroiiinicn Eongregaiionen der seligsten Fungfran oder den Bruderschaften des heiligste» Herzens Fef» oder des hochheiligen Rosenkranzes beizutreten nnd die Sacrainenle der Buße und dcr Eucharistie öftere und andächtig zu cinpfange». Sie Bischöfe niögcn auch gelegentlich trachten, das; dein Religionsunie>richte mein .-seit als bisher gcividniek werde. Ferner »lögen ne dabin streben, daß an allen (^ninnanen mit dcr gleichen Unterrichlsivrache ein und dasselbe Buch beim Religionsnnterrichte verwendet werde. Es in auch darüber;n wachen,'daß die Lehrer der profane» ('fcgenstände beim Uiuerlichte dein (''ciftf der 'iirche 'gebührend Rechnung tragen, die stceligion achten, und dein Religionslelircr nichl »nr nicht ciilgegenarbeiien. sondern ibn vielmehr nach Maßgabe ihres Annes gelegentlich nnierstüven T'.nnit dies wirtsainer geschehe, mögen die Bischöse darauf bedacht 'ein. sich das Röcht, auch bei der Wahl der Lehrbücher der profanen ('fegenständ: tnitznsprechen, zn verschaffen. Ueberdies niögcn die Biichö'k nicht ablanen. daliin zn strebe», daß die vom bochberühnilen Eardinal Beier Baziiia»! gegründete Und von taiholiichcn Fonds erhaltene Bester Universität den staiholitcn znrückgegcbcn und der Teilung der Bischöfe '.inierstclll werde. Fnzwifchen aber »nd bis fiir die Religion der Slndirenden bener gesorgt wird, mögen sie wenigstens das zn erreichen suchen, das; an alten So«:n und Feiertagen von cipcin biezu besonders geeigneten Priester s>:r die atadeinjiche Fugend ein Borrrag gehalten werde, in welchem vornebinlich jene Punkte der katholischen Lehre wineiischasilich anseinanderge'ei'i .i:;> bewiesen werden, die heul;niage im össcutlichen wie im vrivaten '.'eben am nicislt» vernachlässigt nnd bekämpft zn werden pflegen Sie Bi'chö'e mögen auch trachten, daß an beide» nngariichen Univerittäte:, nach dein Mni'ier anderer Hochsclmlen Bereine oder Berbindnngcn von Slndirenden errichtet und gepflegt werden;n dein Zwecke gegenseiliger Eriiiniikernng zn eincul gitlen nnd religiösen Lebenswandel nnd wa!".bei:sge:n.rßer Berichtigung dessen, ivas ne etwa in den Borlcsnngen der katboli'che:: Wahrheit Widersprechendes veriioinmen haben. Sie Bi'cho'e. mögen. die Pfarrer »ud .stälecheien der nicht Ungarisch sprechenden «'"..inbigenc::\ schieden annorder», das; sie zwar den» staatlichen ('°e'ep:. .laut dessen die stinder in deü schulen in der niigärischen Sprache;n r.nierrieiiten sind, gebührenden t^ehorsam leinen, jedoch den Religionsnnierrjchi ihnen nicht eher in ungarischer Sprache erlheilen. als bis die minder.di.'e Sprache pöllkoinnien erlcrui haben. Ebenso sollen ne den Pfarrer» und deren Hilssvricstern vorichreibcn, sich in den Predigten »ich! eber der niigärischen Sprache z» bedienen, als bis ne sich überrengk1 h.it’ii:. daß dieie pou den Psarrtindern gut verstanden werde, t^ebranchen die Pfarr tinder verschiedene sprachen nnd verstehen nicht alle genügend das ungarische Fdloui, so »lögen sich die Pfarrer bcinüben, das; auch diesen E'länbigcn das Wort (Zolles in ihrer eigenen Sprache verkündet werde Sa die Eultnrvcrcine Renten aller Rcligionsbetenntninr osten neben nnd keine katholische Gestalt und Einrichtung an sich haben, fo n:ogen die Bischöfe den Pfarrern auftragen, alle Borsichr anznweiiden. daß die jenen Bcrcincn bcitrclendcn lZläubige» nicht nnvers.'l ei.s vom ('stfie des Indiffcrentisnins angcslcckt werden oder in. eine ähnliche «''nähr des ewigen Heiles gcraihcn. Es ist von höchstem Rnpen, wenn die einzelnen Efcgci.cn ihre katholischen Zeitungen haben, ' noch mdn als bis jcpl vorhanden sind, und nicht bloß nngarisch, sondern auch in jeder andere» Sprache, wie sic in den einzelnen liegenden üblich iß. gcschricbcnk und der Fasiungskraft des Bolkcs angcpaßke. Fast die ge fanimtc Bndapcster Presse erblickt in dieser Fnsirnetion eine W c i s u n g; u r W i e d e r a n f n a h in c d cs Ä a in p f e s. Dein Rnnrius Agliardi wird zum Borwnrfc gemacht, er habe die famosr Iiistrnetion mit llin- .gchnng, ja mit Bcrlcynng dcS Fürst-Primas nach Ungarn geschmuggelt. TaS im »Paterland" veröffentlichte Schriftstück fei mit dcr Berfaffung Ungarns nicht in Einklang zn bringen. Es versuche einen incompetcnten Einstnß auf die öffentlichen Angelegenheiten > Stau zur Efeliung zu bringen nnd entlialle eine Äufinnnlcrnng der B o l k s p a r I ei z u r Hc v e. Ter schroffe Angriff auf die Staatsgewalt ''ei mit aller Entschiedenheit znrüctznwcikcn, nnd es müsse das jn^ I'Inooti an gewendet werden. (?kr Fall Schorlcmrr Alsk.' Bor der Strafkammer des lönig | licheu Landgerichlcs Dresden hatte sich am JV. d B> dcrFahre > alte Hubert Freiherr v. Schorl einer Alst. Soli» des vor .'kurzem! verstorbenen Eentruinssührers, wegen Wechfelfälschnng zn verantworte».!?er feit einigen Monaten in Uinerinchnagshakl befindlich,' Angeklagte erschien beschuldigt, drei Wechsel mit der Unterschrift des Premier lienienants v Herder versehe» zn haben Zwei dieser Wechsel aus je .'»><>0 Mark halte . er in Uinlans «ebracht, den dritten ans l.'iOO 1 Mart »ach der Fälschung zerrissen. Hubert F«iher v. Schorleiner (llst '■ diente früher als Lieutenant, im sächsischen Artillcriereginien: ')iv. JS, mußte aber in Folge drückender Schulden nach Amerika flüchten Ser Angeklagte, welcher auch mit Hilfe dcr Anrijennierei seine s»ian;ieUe Vage zu verbessern suchte, trat dann als Hsfieier i» das erne .Zönigs - Hniarenrcgiinent Rr. I''i» t^roßenhain ein nnd vcrniähllc sich daselbst mit cuier Reichsfreiin v Sornberg zu Hetzberg F,n vorigen Fahre trat als Premicrlientenant in die Reserve über, gerieih nun aber maks in arge finanzielle Röthen nnd nahm, wie schon erwähnt wurde, zu Wechfelsälschnngen Ziifluchl Ser Angeklagte gestand, die Böechfel mit der Unterschrift seines früheren Regiinenlslanieraden v. Herder versehen zu haben, doch fügte er hinzu, er hätte annehinen können, daß Herder nachträglich sich damit esilverstanden erklären werde. Sem widersprach aber dcr als Zeuge cstivernonimene Preinierlientenant v. Herder. Er habe wohl den Angeklagten wiederholt untcrstüpt, allein dieser habe bei der BFechselsälichnng fei» Einverstäiidnis; keineswegs voransseitkn tönncn Sberarzl Sr. l^anzcr, gab hieraus als Sach' ' verständiget fein, (ffiitiidutit über den l'feistesznsland' des Angeklagten daliin ab, d«iß derselbe ein kranker Mensch nnd mit schwerer Reurofe behaftet sei. sich alfo bei Begebung der ihm zur Vaft getegten strafbare» Handlungen nicht im Bollbesipe seiner geistige» .sträste besnnden habe Ans ssfrnnd dieies <sfuiachtcns beschloß der t^erichtsliof, die Bcrhandlnng zu vertagen, uni den (Rnstesziistand des Angeklagten durch die ärztliche Sbelbebörde prüfen zn lasten.; Eilir Ziidi» als LPachlmristcr.l Man weiß, daß auch einige Mädchen ini Fähre Ii> in Männerkleidern als Soldaten in den 'krieg zogen, ivelchen Slieodor st ö r n e r als ..'krcnzzng". „heiligen 'krieg" :e beiang. Aber es ist wenig bekannt, daß auch eine Füdin darunter gewesen, die BFgchtincister geworden ist nnd das.eiserne .'kreuz ’:h ihre Svpserkeik erhalten hat. Ti: ..Bosfifche Zeitung" von, Se eeniber Isl.’i schrieb darüber: „stnife raf ein n s «eigentlich Esther Manilel ans Ha»a«i gebürtig, ,'i<> Fahre alt, Füdischer Ablnnst und /celigion Beilkive des Beachtineisters «''rafeinus ini Regiment 'konstantin . c'fgrde Ulilanen, nvUte ibreni Blanne, der ste pnd zwei 'tiiidcr (ein Biadche». jepl 10 Fahr und eine» st naben v Fabr alt > verlasten hatte, im Fahre 1^I."> nach Schlesien »achziebe». 'entschloß stäi ahel. in der Hilf lofigkeii. worin sie sich befand, als-ste Berlin erreicht hatte, selbst striegsdienste :n nebnic». welches ihr um >'o leichter waid, da sic in Mannstleidern reifete Sie trat daher >» d,is .strnigsberger, zweite standwelir llhlaneü Regiineni, nnier.dein Major v. Hcrinann, niachie die Feldzüge 1" 1und l" 14. erst als Freiwiliger, znleüt als Beacht nieister mit. winde zweimal verwiindet. bei Füterbost, a»i Fuße und in der (''egend voik Mep. erhielt ans ^deni Biariche durch Holland > ^I I ini Arineeeorps des (''enerals (''rafe» Bülow von S ,'nna'wip das eifernc 'kreuz, traf »»vernilllhei am März I"I l mit ihrem Manne, der noch imnier in rnfstfcheii Slenstc» stand« bei Mont nianre znsämnien. verlor ibn aber schön am folgenden Sage dnrcli e:iie st.inoneiffngcl. '.'.Vit ehrenvollen Bönnden und 'Anszeichnnngen bedeäi. mit den ehrenvollsten Zengniste» des Beolüverhaltcns entlaise», Hist ste seitdem vorn Reginicnl abgegange». nnd kehrt nn». nach ciiiigeni Aiifenthalle in Berlin, nach Erfurt, oder Hanan, ihrer Heimat, zn ihren' .'kindern zurück. Möge sie dort ihre Mniterpflichtcii mit eben dcr 'Sreue erfüllen, die ihr als -strieger den Beifall Sr. Majestät de» stonigs nnd des Preußischen Heeres erwarb Möge ihr aber auch allgemeine Sheilnahme ivcrdcn, und llnterstilünng von viele» Wohl wollenden e und Edlen, damit sie, ihrer vorigen stebcnsbahn zurück-'! gegeben,/ ini Stande, se», sie z» ihrem lind ihrer -stinder Estück heiter und sorgenfrei zn durchlaufen! Tiefer Artikel war anfgeseht und dcr; ntündlichen knnstloscn ErzüKlnng dcr.stricgcrin treu nachgcschrieben, als ' uns das Petersburger Blatt: Ter russische Invalide am '2b. Januar Ul. Februar > zu Augen kam, welches den weiblichen Uhlane», stnisc Biannel, mit vieler Auszeichnung erwähnt. Sie ist Mutter (heißt eS darinf zweier lebender ätindcr; der Mann verließ sie vor nichrciien Fahrest und ging »ach Petersburg, wo er sich anwerben ließ und einige Zeit diente. Als seine Frau Luise erfuhr, daß die russische