Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- V (1896)
- Issue
- 212 (26.4.1896)
- Date
- 1896-04-26
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/4886575-5439173-5439289--2629-4888995- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 212 .freies Blatt. Seite 5. stände eine Cffeitc gerichtet. Ter Chef der Wiener Firma reiste selbst! nach Budapest, mit sich dem Dccan Professor Fodor vorznstellcn. Derselbe erklärte aber dem Wiener Industriellen, er sei zn seinem Be! dancrn nicht in der Vage, eine neue Bestellung zn mache», da die > Bndapcstcr Universität mit jener Dtadt, in welcher Ungarn fortwährend ' insultirt werde und in welcher ein Dr. Lueger, der Ungarn immer! bcschinipsc,;n wicdcrholtcnmalen an die Dpipc der Bcrwaltung gestellt; werden sollte, in keiner Beziehung stehen wolle. Die Bndapcstcr Uni; vcrsitük werde, um die Industrie der Hcimgtsstadt Vucgcr's nicht sördcrn! zu müssen, sortan ihren Bcdars in Berlin und Pari» decken. i (Tic Leistungen des Berliner Abwchrncreins.) (Gegenüber den Ausführungen eines süddeutschen Blattes, welches sich über die Dhätig ' keil dcS Bcrcius zur Abwehr des AntisemitisinnS in Berlin abfällig? ansiprach, äußert sich Misere dortige Abwchrcollcgin: „Ter Bcrcin ist > von Anhängern aller liberalen Richtungen ins Vcln'it gerufen worden, | «im zur Eindämmung der ^dic vitalsten Interessen unseres Batcrlandcs tief schädigenden, rnlturfeiiidlichcn antisemitischen Bewegung bcizntragcn. Richts lag ilnii ferner, als etwa eine Art Eoneurrenzuntcrnchmctt gegenüber den politischen Parteien;it bilde». Im (^cgcnthcil^ dpr Bcrcin betrachtete cS als seine cigcntlicl>e Aufgabe, den Parteien i» ibrcm Stackpfc gegen de» Antisemitismus, in welcher Gestalt er auch anttreteu möge, hilfreich zur Leite zu stehen und sic in den Dland zu setzen, detz >iampf mit Erfolg zn führen. Dieser Ausgabe gerecht z» ivcrdcn, ist der Bcrcin seit seinem Bestehen bemüht, und alle den Antisemiten gegen überstellenden liberalen Parteien haben im gegebenen ,falle unsere Unter stüvnng in Anspruch genommen und erhalten. Die scheinen anders über den Bcrein zn denken wie das süddeutsche Blatt. In Wort und Dchrist wird er anftlärcnd in allen (^egenden des deutschen Reiches, in allen Ständen und Bcrufszweigen, bei Mitgliedern der verschiedensten politischen und religiösen (Gemeinschaften. Bon dem Material, das wir unter der dankenswerthcn Mitwirkung von <^csinnn»gs>>enosscn sammeln und ver arbeiten, nehmen Prcsic und Redner allerorten Rotiz und vcrwertlien es. Wer unsere Dlsiitigkeit und nnicrc Dchrikttn, Flugblätter:e. kennt, weiß, daß wir wesentlich dazu bcigetragen haben, in immer weiteren Kreisen über die Bestrebungen der Antisemiten, über den Werth ihrer hetzerischen Agitation, über die Periönlichteit der»Agitatoren und über die von ihnen behaupteten Thatiachcn Vicht zu verbreiten. Ans den an und gerichteten Zuschriften ersehen tvir zn unserer Freude, daß nainentliät zahlreiche gebildete Ehristcn ans unseren Pnblieationen Material geschöpft und verwendet haben. Wir tonnten dem süddeutschen Blau eine sehr große .Iahl von Belegen dafür bcibringcn, daß unser Bercin Positives gelcisicr hat, cs würde - dann auch erfahren, daß u A durch die! wesentliche Mithilfe unseres Bercins dem Ankisemitismns Wahlnieder! lagen bereitet sind." Es gereicht dem Berliner Abwehrvercine zur größten . Ehre, sich ans so hervorragende Veislnngen berufen zu tönnen. Paasch roiitr» Vttllgtll llllö WrÜUciI. Earl Pa a s ch sendet! der „Frankfurter Leitung" ans Zürich eine Ertlärnng gegen die eon , iervalivcn :>ceichstagsabgeordnclcn Freiherr v. Vangen und v. d.! <^röbcn Arenstein, worin er sic beschuldigt, wider besseres Winen! gehandelt zu haben, wenn sic ihn jetzt.für irrsinnig und gemeingefährlich! erklärten. Es heißt in dem 3dnifrnitit: „Beide Herren ivnßten feit! Jahr und Dag. daß ich aus .politischen Rüctsichteu' thatiächlich für | irrsinnig Und gemcingesährlich erklärt war. Die haben jahrelang mit j mir verkehrt und hatten es freiwillig übernommen, mich gegen die; Uebergrisik der deutsche» Justiz und t^erichlspsitchiatrie zn schüzzcn. In i der ge»a»nte» Broschüre, die überdies' Herr Freiherr v. Vangen im j wesentlichen Dheile selbst' hcransgcben wollte und die jetzt den.^Herren! zn ihren sonderbaren'Erklärungen Anlaß gibt, stehen deutlich die Do > euniciilc »('gedruckt, welche danhun, daß ich gerichtsnotorisch weder als j irrsinnig noch als gemcingesährlich erachtet werde. Dieses geh» aber auch aus der 7Hatsache hervor, daß man mich von' gcrichtswcgcn an geblicher Beleidigungen halber bestrafen will. Ein (Geistesgestörter kann nicht gerichtlich bestraft werden, und einen (Gemeingefährlichen läßt man nicht jahrelang ans freiem Fuße Ucbcrdics Hai Herr v. Vangen nicht verschmäht, mehrere meiner Vilcratnrerzcugnissc unter seinem Rainen in die Well zu schictc», und mich außerdem kürzlich znm Zweikampfe hcransfordern lassen. Ich habe Herrn v. Vangen (nicht er mich) vor vier conipctcnte Ehrengerichte eitirt und habe seine nachhcrige Heraus iordernng znm Zweikampf mit der Begründung abgelehnt, daß er nicht iatissacljonsfähig sei. Die Herren Freiherr v. Vangen und v. d. (ffröben Arenstein habe ich bei der Dtaatsanwaltschafl wegen öffentlicher Bcr lcnnidnng, Dchädignng und Beleidigung der gerichtlichen Beliörden dennneirk und anßcrdcni den vier Ehrengerichten das handgreiflichste Material geliefert, daß diese Herren gegen die Wchrheit verstoßen haben. Dchlicßlich verwahre ich mich gegen den Borwurf, eine Dcnsatious und Deandalbroschürc geschrieben;u habe». Dieselbe ist viclinchv eine noth gedrungene Abwehr gegen politischen Berrath und eine Anslchnnng gegen ein Utbcrinaß von Dä,nnpzcreicn nnd Inlrigncn. Der,Stern der Brbschürc liegt nicht in den Weiberasiairen des Herrn v Vangen, sondern in dem politisch juridischen Inhalt." ((?inc Warnung.) Die Zeitschrift „Ingcndschriften Warte" bringt in Bezug ans eine Erzählung von einem gewissen C. (" la ti tu c d) t: "Das Bolk und seine Treiber" folgende Warnung: „Diese Erzählung vcricpt uns in ein christliches .-Bauerndorf, dessen Bewohner durch. (Genußsucht, Dpiclsnchk, Putzsucht, Dcll'stsnchk nnd besonders durch die Vist nnd Berschlagcnhcit der Inden in ihrem Mfilz gefährdet werden. Was der Herr Berfasier in feiner Borredc zn diesem Buche .Be., lchrung des Boltcs' nennt, ist nichts ivcniger als das. Unter der an/ gcsnchtcflen religiösen Engherzigkeit und sittlichen Batrfchrobcnhcit wird eine übertriebene, lächerliche Anschwärzung nnd Berhciznng der Inden gesucht, wie sie nicht schlimmer gedacht werden kann. Eine so schamlose und schändliche Indenhcpe, wie sie in diesem Buche hervoriritk, ist ein arges Esin -für noch vornrlheilsfreic.,duldsame und zufriedene Menschen 'Wo findet der Berfasier Überhaupt ein Dorf, in dem die inneren Wirthschaftsangclegeuheiten von Inden geleitet würden, wo solche er ('ärmlichen Bcrhältnisse wie die hier geschilderten? Und ist er so wenig Menschenkenner und Erzieher, daß er nicht cinsich't, daß die Borführnng boshafter Eharattcre nur Furcht nnd Mißtrauen erweckt?'Wir miincti um' wundern, daß der christliche 'Bercin iin nördlichen Deutschland ein solches Machwerk in die Welt schickt. Wir haben das Bnct> mit der größten sittlichen Entrüstung ans der Hand gelegt nnd tönncii es nicht nur itidft empfehlen, sondern d.cps Boll nur davor warnen, dasselbe zn lcic». Zerbst, Ritsche, Picker." Zur ^l.'wrrblic1)l.'n ^3ciivvsumv w - - f Wir crsilchtil alle wahrhaft freisinnigen Bürger imsercr Ltadl dem im Ziiserattiitheile iiilscres Blattes btiiiidlichrn Bcrzeichniste christlicher Etewerhetreibrnder, dir sich zur Lache des Freisinns nnd der Rechtsgleichheit hckaniit hahc», ernste Rnsmerksaulkeit zu schenken nnd diese,wackeren (hrsinniiligsgcnosscn nach Möglichkeit zn nutcr stiivkil: I (Tic t'OlirurtCll) der >i löstet. > Bel der in de» Näninc» der Iiiederöstee reichlichen HaiidelSkawnie, c'iatifindeiide» E n a n 1 e über die Frauenarbeit erlbeille der Besitzer einer .'Innnnnkerei, Herr v» eißler, .'l.iSkün'te über.die Instände in seiner 'Branche. Ans eine Frage der 'Baronin Vogel s a n g, ob ieinem cNewerbe von der Provinz and Eonenrren.; gewacht werd', erividerie der Erperte, das; dies in > t ,'t n Snah in e d e'r F r a n c n 11 ö ü e r nicht der Fall fei. Ed lowine vyr, daß zwei ebrnnirdigc Dchtvesteru ans Töb» ting mit dein Mnsterloüer von P'arrbo! zn Pfarrbok saliren. In de.» .Htöfterit lotme bittiger gearbeitet werden, da viet.lbeu leine Regie babeii nnd keine ttiifV z'a l> t e n. Er ltabe in einer alten Eltdonit gete'en, daß 'chon ror 4tHi Jahren die zünftigen '.Reisie.r den etai'er gebeten haben, er wöge sie gegen die Eonenrrettz.der .tttötter 'chntzen. Ter Errette bat sich in dieser Richlnng iviederbolt benlüht; Ablntse zn ichaüen. icdoch vergeblich - iBon der Brattttiwctnschättkcr-v'cttosscttschest. i Tie eonceisionirten Branntiveinichänker hielten atn 2t. d. M. antäszlich der berernehenden Wahlen in den c.^e!>oi>e»tchaf:vvorftaiid eine BZäliterversaininliing ab. ivetche einen lebhafte» Pertanf »adin. Tar Wahteotnitö Hane die Herreii Iabaii» B a n in g a r l n e r. und Iran; X i c ß w c 11 e r als Eandidaten für die Boritandd , beziehnngSweiie Porstandssteltverireterstelle einptohken. ivogegen ei» Theälder Anweicnden datür ctntrat. das, a» Dtclle d-w Herrn .ttieszwetier der antiieinitiiche Reichsrathsabgeordnete Polzhofer gewählt iverde. Tieier vcrivabrie sich kagegen, daß »tan iki» wegen feiner politischen Haitniig die Eignung für dteirn Posten abtprcche. Er habe stets den Dtandpniilt vertrete», daß die Potitik iin tAewerde nichts;» suchen habe, und habe Iedew, der sich an ihn geivendet, ohne Rüä» sicht daran', ob er I»de oder Ebrist iei. mit Rath nnd That beigestanden. Sr wolle nur da» Wohl der Genossenschaft nnd ihrer Mitglieder wahren, ohne ui fragen, welcher Eonfe'sioii' oder Partei sie angeköre».» Ta wehrcrc Genosseitschastsinitgiieder die Eandidatnr Potzhofer'S wit Rücl 'icht ans dcsien prönoueirte -Ziettniig i» der>-a»ti>e»iiiischei> Partei bekätnrsten und daraus hiiiwiesc», d e Antisentilen würdcn eine Wahl Potzhofer'S als Lieg ihrer Partei a»Snütie», ergriff Herr Potzhoser nochwalS das Wort und erklärte unter Andereni, es fei ein II n i i ti n, z u b c h a n p t e it, daß l i ch G c i e p c s ü r oder gegen eine E o tt s e s t i o » machen lassen. Trotz dieser Ei klärnng Polzhofer'», ivetche ihm seine politischen Ztawpsgenossen lehr verübeln dürsten, unterlag cr bei der Wahl, nnd cS wurde» die vom Wableowitö e»ivfoblrt>cn Candidaturen augenontnie». - zTic Rzeszowcr Dchlosscr-Aachschttle Ser Hirsch Dtisluttg.s .üitrzlich gelangte vor dem PerwaltungSgerichtShose unter Barsih des LenatSpriisidentc» Dr. v. BöhmB awerk eine Beschwerde der Bereinigte» Haiidiverrsgenoffeti»