Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- V (1896)
- Issue
- 197 (12.1.1896)
- Date
- 1896-01-12
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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nt. if*7. .V r f t e * Blatt. seit» 7. dcr Kläger Jskraut die Flugblätter nicht verbreitet habe, daß die Schriftstücke nicht von ihm hervorgerufen feie», vielmehr ist durch die Zeugenaussagen als bewiesen anzusehen, daß Jskraut der Verbreitung fernstcht, so daß also die Freisprechung des Klägers als Widerbeklagte» erfolgen ninßtc. o»t klebrigen hat sich daS (Bericht den Ausführungen des Angeklagten, Professors Stengel, angcschlossen. Das tN e r i ch t h a l als erwiesen erachtet, daß die Acnßcrnng „grobe Lüge" gcthan worden ist, daß sie aber ans Wahrheit beruht. Daß Jskraut die (als „grobe Lügen" bczcichuctcu) Behauptungen ausgestellt hat, ist ebenfalls festgesteUt.... Es ist die Bczeichnnng Lüge daher berechtigt. Tie Lüge ist eine grobe, weil hier unerhebliche Thatsachen aufgebauscht sind. Die Lüge ist aber auch eine gemeine, wcib cs vo» niederer Gcsinnnng zeugt, wenn man einen kleinen Fabrikanten durch unwahre Behauptungen in seiner wirlhschasllichcn Stellung unmöglich zn machen sucht. Das (Bericht hat den Ansdruck V n ge, selb st wenn de r A u s d r u ck ge m eine V n g c (wie in der Klage behauptet wurde) gebraucht wäre, hier für bc rcchtigt gehalten. Die Acnßcruiig des Beklagte» ist in einer Wählcrvcrfammlung geschehen, in» den (Gegner vor seinen Wählern ins richtige Licht zu stellen. So mußte ans Freisprechung erkannt werden. Es würden dem Kläger sämmtliche ->iosten aufcrlegkjworden sein, wenn nicht der Verklagte auch als Privatklägcr austzetrete» wäre. Er ist hierin unterlegen, und das (''ciid)t hat es als gerecht angcschrn, daß beiderseitig die Anwaltskostcn getragen werden. Die vcriönlichcn Kosten mußten dem Privatklägcr anscrlegt werden Zur gewerblichen Bewegung. (Mißbrauch der gciiosteuschaftlichcu Form seitens der christlich-socialen Partei.) Ter Kamps gegen die Eoninnivereinc gelöil zu de» uncrläßlichcn Eigenschasten eines echte» Und rechten Ehristlich Sceialen. Erst vor .sturzem fi lebte» wir eine» vo» dieser Seite niit großen, Van» »iS Werk gefetzten Protzt gegen zwei große eben in« Veben tretende Arbeite,consuniveieine; ti wird io gemacht, als ob die Eoiiiiiuivercine dcr Ruin dis Heine» Mannes waren. Wie ernst eS die Herrichasien aber mit diesem Gegenstände meinen, dafür ein kleines Beispieli Ende Tccember vorige» Jahre» brachte die k. k „Wiener Zeitung" »nd a»dere TageSdlätter »achstebev.de, in, Wiener Genossenichasisregister k.S Wiener Handelsgerichtes.erfolgte Eintragung: „Volkspresse, registriite «8 e » o s i e n s ch a s t mit beschränkter H a s t » n g. mit nachstehenden RechtSverhältnisten: 1. Tie Genvstenschast gründet sich ans ZlaUL.cn >1,1». Wien, 3. Tccember 1895. 9. Tiesetbe bat ihren Zip in Wien. ^^Uiveck der. selben ist inach eventuell nöihiger Erlangung der EoncW^M^die Herstellung n n d B c r b r e i t u » g v o » Ir n cf w erkc iho 1 ischer Nicht u n g (Zeitungen. Bücher, F 1 u g s ch r i 11 e », Brosch ü r. e n), um den t h u n 1 i ch st b i t 1 i g e n Bezug derselben zu ermöglichen: ferner die Bcrniitttnng auch anderer Bedarssa r t i k e 1 für die c o n s u m i z e n d e u M i t g t i e d e r d u r ch d i r e e t e n Ei n k a » s bei den P r o d u c e n t e n. 4. Tie Tauer der Genostenschast ist aus keine bestimmte Zeit eingeschränkt. 5. Tie Höbe eines StaininantheilcS (i. e. GeschästSantheilcs) ist aus 50 st. oder 100 Krone» festgtsetzt, die auch in inoliatlicheii Raten ü 5 st eingezahlt werden lünneii. 6. Vorstand der Geilosse»- schast ist der GenosseiischastSanSschuß. Terielbe besteht auS sechs Mitgliedern, welche von der Gencralveriainnilung mittelst einfacher Sliuimciliiiedrheil aus die Dauer von drei Jahren gewählt werde». Tieselben müssen zu zwei Trittcln in Wien wohnen. Tic sech« AuSichußinitglieder wähle» aus die Tauer eines JahreS aus ihrer Mitte den Prüsidemen (Voiftand). Vicepräsidenien (Vorstand- Stellvertreter) und einen Tirccior. Bei der coiistiiilirenden Geveralverfanittslung vom 18. October 1895 wurde» gewühlt: zum Vorstand Prälat Tr. Frau; M. Schindler, k. k. UniversitälSprosestor in Wien; zum Vorstand.Stellvertreter Max Freiherr v. B i e t I i n g h o s s - S ch e 11, Gutsbesitzer in Wie»; 'ZumTirectorAnion Weimar*), Privat in Wien: außerdem wurde bei dieser constjeuirendeii Generalversammlung da« Ansschußmitglied Tr. Alben Geßma im, ReichSralkKabgeordneter in Wien, mit dem Rechte der eoUectivrn Fiimazeichiiung betraut. 7. Tie Zeichnung der GenostenschastSsirma erfolgt in der Art, daß der Präsident (VorstandI, im BerhinderungSsalle dessen Stellvertreter, gkineinschasttich mit noch einem AuSschußmilglied, welchezur Firmazeichnung berechtigt ist, oder dem Tireeior inner den mit Stampiglie vorgedrnctt.il Firmaivortlaui ihre Rameii setzen. 8. Tie Bekaniilinachungen der Genostenschast erfolgen durch die in Wien erscheinende Zeitschrift „ReichSpo st" oder durch Umlausicheeiben an die einzelnen GenossenschastSniilglieder." — Hiezu-bemerkt „Tie Genossen- *) ES ist dies der unseren Vesern wohlbekannte Glaubensgenosse der Advoeaten Porzer, Max Anton Löw und Anton Vöbel, Herr Spitzer-Weimar. ' Tie Red. ichas t", tasLrgan deS AUgenieinen BeidandeS der aus Stlbsthitse beruhenden teuischen Erwerbs- und WiilhichastSgeiiosteiischasleii,^n Oesterreich: „Wer von unser«, Vesern eriälh, wa» da» sür eine Genolsenichasi eigenitich ist? Rach den erst,» drei Zeilen de- PunlieS 3 wobt eine Productivgenosseinchast zur Herstellung katholischer Tiuekweike und lwie inan zwischen den Zeilen lesen kan,,) antisiniilischer Fliigichristeii und Pamr-hleie. Tie levten zrei Zeiten derselben Absatzes denten aber auch auf einen E o n i n ui v e r e i » hi», wenn auch (und vielleicht mit Absicht) nicht klar getagt ist, welche Bedarfsartikel für die eonsnmiieuden Mtglieder durch direeleu Eiiilaiis b,^i den Prodncenieii besorgt werden sollen. T e r s e I b e H e r r Tr. G , ß ni a » n. ib e 1 cher die A r> b e i l e r e o n s u in v e r e i ti c so heftig b c g e i s c. > und am t i e b st en v e r4, o t e n haben in ö ch t e, gründet s ü r seine ist e^j, n n u n g tgenossen e i n e n E o n ' u in v e r e i n, n in d e « Z iv i i ch e n h a n d e l z u » m g c h e n, nur lhut er es nicht vfien, londerii inögtichn verdeckt. „m es sich nril den verichiekeneu Verini'chlivaar.iil'äiidlcrn und Greißlern in den Reihen ieiner Partei nicht zu veiderbeu. Es gebt doch nichts über votiti-che El': lichkeit!" 1 Zahle» sprechen.» In dem soeben er'chienenkli I V. Bande der von dem „Verein sür Soeialpetilil" heiausgegebeiien „Uiileriakbnvgcn über die Vage deS Haiidweils in Deutschland" befindet sich eine »nisaiigreiche S'udie über da» .^Tiichlergewerbe in Berlin" von Paul Voigt, Ta,in he ßt eZ ,1V. Seite 977,: War die Eonfc'sion anbetrini, >o waren in Pereenten ter isteatiimtzahl aller Erwcrbibäiigen: werden Bi» dcr ii'dii'krie dcn criwcrUdäti?,i.ii in dcr nidu'iric w^riii in ^cicciucn dcr ‘.IrboitiKtcr Lclbn.rlidi.i-' ■.IbtijuäijK Evaugeli'ch . >4 »7 9 4 84 - .statholiicki... . . 1>>3 10 3 7 4:: ' 89 Juden. 18 1 >>5 3 .*» 19-0 4*» Dissidenten . . . 1 "5 .- 5 A >; 86 9 Tic Inden befinden sich alio i» iveir güiisiigeier Pasiiio» als alle übrigen Eonseisionen, wa» ja nicht Wnndkr »,hme„ lau», da die Elaste, der Wohlhabenden unter ihnen be'ondeiS zahlreich venreten ist. I in in e r h i n ist ihr A n t h c i 1 a n d c n A d h ä » g i g e n größer, a 1 S M a » ck» e r vielleicht erwartet häkle. TaS. jüdische Element i>> der Holzindustrie ist i» der Veruithrniig begriffen. 1888 wurden 189 Juden, und zwar 75 Arbeitgeber, 48 Selbstständige und 66 Abhängige gezählt; 1889 digegesi 119 Inden, und zwar 113 Arbeitgeber, 78 Selbiiständige und.191 Ablängige. Tie Zahl dcr Abhängigen ist also am meisten gestiegen. Tie Jude» haben sich in jeder .staiegorie viel schnellerals die übrigen Eonseisionen vcr-!>)>hrt. Trug es waren Inten in Pereenten jeder Elanc/ 1MJU .. .‘lrt»at.Kövr . . 1'« . . 4" 'itoi'UinfrK 1 7;;-i > Addaugige - o;i Oi> 2lu» antifemitifcbm rVrcincn und I?er- . fammluiuwi. iGitlt Euttiiuschullg.i Pater Sloja 1 owS! i bat jenen sieisinnige» Elcnikittk», welche ihn atS „FreihejiSinartiirer" aiifaben und sogar überschwenglich seierten, eine Ennäuschnng bereitet In einer dieser Tage abgebaltenen Veisammlung ter sogenannten christlich ioeialen Arbciter'chaft erschien auch dieser gegen die Anloritat seiner geistlichen Vorgesetzten sich auflehnende Priester ^rnd rinpsaht — nicht etwa, vor Racenizild Eonsefsionshaß, sich zu hüten: nein, er trat daiür ein. die Social-Temokraten durch die „ichar'ere Tonart" zu bekämpscn. Tcm Paier Stojalowski ist bisher Liefe Tonart, deren er sich im -iamtzfe gegen kirchliche und weltliche Behörden -owie deren Trgäne bediente, übel bekommen, und wir glauben niclst, daß er mit derselben bester« Ersahrungen machen werde, wenn er nun sein Glück durch Verunglimpfung der Social-Temokratcii und ihrer Führer vcrjuchrn will. ES künnie ihm troh^deS AnliseniitismiiS, durch welchen er jetzt voiwäns zu loinmen glaubt, leicht pajsiren, daß er wieder die Hilfe — jüdischer Verlheidiger in Anspruch lieh,neu müßte. Bürgerliche Freisinnige und social-deniokratiiche Arbeiter hätte» sich die Entliinschuiig, welche sie eben erlebt haben, leicht ersparen ktznuen; eS wäre nur nöthig gewesen, sich am Schauplätze der vieljährigen Wirkmmkeit deS PaterS Stojalowski über sei» Gebahren und dessen Beweggründe zu ei kundigen. — i. (Gestiirke Lvation.) Vorigen Sonntag fand in Baden eine Antisemitenvtrjammlung statt. Zn derselben erschien auch Tr. Vueger. Er sprach in seiner sattsam bekannten Weise gegen den Ministerpräsidenleii Grasen Badeni, den Statthalter Grafen KielmanSegg, die Liberalen und deren Preste. Al» nach Schluß der Versammlung die Theilnehmer über den Hauptplatz der