Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- V (1896)
- Issue
- 196 (5.1.1896)
- Date
- 1896-01-05
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/4886575-5439173-5439257--2421-4888803- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 186. Freie» Blau. Seite tz. Officiers, 'der den amcrikailischcn Unabhängigkeitskrieg gegen England > mitgefochte», trat 1812 in die Marine ei», wurde Master aus der j Brigg „Argus" iiitb, mit der Besatzung »ach chrenvoUei» Mampfe von ] den Engländern gefangen. Nach zweijähriger Gefangenschaft freigclasscu, j wurde er wegen bewiesener Bravour 1817 Lieutenant, dann 1WH7! Eonimodore, zuletzt 1858 Eonimandant eines Geschwaders. Dies war! der höchste damals vorhandene Rang der nordamerikanifchcn Marine, | und er hatte ihn bis zu feinem Tode, 22. März 18(52, inne. Tein j Hauptvcrdicnst neben den Leistungen im Kriege war die Abschaffung I der Prügelstrafe in der Marine der Bereinigten Staaten. — Joseph! B. N om diente als Midshipman und dann als Officier seit >812 > auf der Fregatte „(^uerrwre", bis er, in Folge von Pzundcn, die er im Kampfe mit algerischen Piraten erhalten, im Jahre 1822 seinen Abschied nehme» mußte. Im Ganzen dienten nicht weniger als -17 Inden nur aus Philadelphia in der Marine der Bereinigten Staaten in allen Rangstufen vom einfachen Matrosen bis zum. Eommodore, eine sehr bemerkenSwerthe Thatsache gegenüber den Angriffen, die gegen die Juden wegen mangelnder -ttriegslust und ganz besonders ans Furcht vor dem -Dienste zur See erhoben werden. Zur gewerblichen Bewegung. (Ter Rückgang des Kleingewerbes.) Professor Dr Carl Menger kam > in einer seiner letzten Porleiuiigeu über „Nationalökonomie" auch ans die Ursache» des Rückganges des Kleingewerbes z» sprechen; der Gelehrte jagte u A., „Die Kleingewerbetreibenden eiblicken die Ursache» ihres Rückganges lischt dort, wo dieselbe» wirklich zn suche» sind, und erhofftiz daher Abhilse von der Rückkehr zur mittelalterlichen Trennung der Gewerbebesugnisse, z»m mittflalterlichen Zunsiivesen. Aber thavächlich ist da« Kleingewerbe nicht bloß durch die große» Letiiebe znrückgedrängt worden, sonder» hanplsächlich, und zwar säst ausschließlich deshalb, w-il die Kinder der Kleingewerbetreibende» in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle bas Gewerbe ihres Pater« ergreise» und so zu jener eidrückende» Conciirrenz beitragen, die »olhwendig zu dem stete» Rückgänge deS beiresfende» Kleingewerbes führen muß. Wenn z. Ä., wie dies sa häufig vorkoniint, drei bi« sechs Söhn« eines Kleingewerbetreibenden dasselbe Gewerbe anSübe» wie ihr Pater; ivenn jeder Gewerbetreibende-aus diese Wei-e drei bi« sechs neue Eoncurrenteu diesem Zweige de« Kleingewerbes zusührl, so ist es klar, daß die Perhällnifie in de» benefiende» Gewerbszweigen innner »ngnnstiger iverde» müfie». E» ist ja bei de» geistigen Berufszweigen dasselbe det- Fall. Wen» ein ('oudesgerichlSrath seine vier oder gar sechs Söhne Ins ftudiren läßt und alle diese Söhne wieder Richter werde», so ist das auch ei» Rachlheil für den Jnristenstand. So lange die Kleiiigelvei betreibenden nicht dieser Frage, - welche ich die proletarische Berinehrung der Bevölkerung nenne» möchte, ihre Ausmerksainkeil zuwenden, ivird, glaube ich, an eine Reform in ihren» Kreise nicht zu denken sein." (Fachconserenzen der Staalsgewerbeschulen.) Der Un crrichtsmimster Hai die Anordnnng getroffen, daß alljährlich gemeinsame Eonfereuzen der ('ehrkräslrder gewerblichen Unlerrichlsanslallen aller Kategorien in Wie» abgehalte» werden. I« diese» Couserenzen sollen wichtige pädagogische und didaktische Frage» des-- gewerbliche» Bildnugsweje»» zur Erörterung und Beraihnng gelange». Den Lehrkräften der gewei bliche» Schule» ans allen ('ändern dieser ReichShälfte soll hiebei Gelegenheit geboten werden, mir den leitendin Lrganen des industrielle» Bildniigswese»« in »nmitlelbaien Coniact zu treten, sowie anch im gegenseitige» persönlichen Perkehre ihre Anschauungen und Eisadiuiige» a:.j diesem Gebiete auszulansche». Bor einigen Tagen sand'auch bereits im Portragssaale de« österreichische» Museums für Kunst und Industrie die diesjährige erste Conscrenz unter Amvesenheil des Unterrichisniiniste»s Tr. Freiherr» v. Gautsch sowie der meiste» ('eiler nnd Jachvorstände der österreichischen^ Alaatsgewerbeschulen statt. . (Erhebungen über die Bcrbnllnissc im Handwerk in Tcuischlaud.) In» Teutichen Reiche gelangten soeben die Ergebniffe einer umsangreichen, im vorigen! Sommer von der Reichsregierung angeordnelen Enguötc über die Perhälmisse! »m Handwerk zur Peröfienllichung. Die Erhebungen bezwecken „die Feststellung! von Anhaltspunkten betreffs der Anzahl, des Umsai.gs und der örtlichen Per- ' theilnng derjenigen Gewerbe, »velche für eine allgemeine eotporalive, ui eifteei Vinie mit de» Fürsorge für die Ausbildung von ('ehlliugen und Gesellen im 1 Handwerk zu betrauende Organisation des Handwe»kS in Betracht toniinen". Außerdem wurden'einige andere mit der Frage der Drganisation im Zusammenhang stehende Punkte, so die sachmännische Porbildung der gegen,värtigen Unternehmer von Handwerksbetriebe», in die Enqnvte einbezogen. Es kamen ii» Ganzen 61.257 Betriebe ans 70 Handwerke» und 28 Specialitäte» der Schlofferei i» Befracht. Tie Resultate sind jedoch dir die anch in Deutschland vielfach geforderte Eiusührnng von Innungen, beziehungsweiie von örtliche» Fachnnd Berufsorganisationen des Handwerks nicht besonders erinnthigend ' Die genauen Erhebungen habeli »ämlkch ergebe», daß sich nur füc zwei Haud- »verke, nämlich für die Bäcker und Fleischhauer, in alle» Siädle», grölirn» und mittleren Lrtjchasten Jniiungeii errichten ließe». Ihnen zunächst stehen die Schnhmacher, Schneider, Tischler »nd die Schmiede. Bei der Mindest,,liiglieder. zahl von 20 Handwertsweister», wohl der sür-eine-gedeihliche Wiikiainkeit einer Jiiiiuiig geringsten Zahl, würde sich, du- Zahl der inöglichen Innungen nur aus 28t> belaufen, »vobei 70 Handiverke »md Tpeeialitäten zvoii 98> oOuc ^Innung bleiben würden. Sie würden uinsasse»- 4!'fPeieciu der pelionalbeichäitigende» Meister, 19-4 Percent der Meister überlianpi. 4l 7 Perceni der »üeselleii nnd 40-8 Perceni der tzehrlinge. Diese T a t e<n b e w eisen, daß die örtliche Organisation des Handwerks sehr enge Grenzen hat und in d e r H a n p I s a che a „ s d , e g r ö ß e r e n Stadl e n it d OrtIchaslen besch , änkt bleiben muß, daß >', e a u ch dort bei den g ü „ st i g st e n Be d > n g u n g e „ stet« l u a e n I, a i t lein wi r d, u n d t a ß s i e v o n iv i r k l i ch e r B e d e u l n n g n », r .s n r e j» e ganz geringe A n z a h l v o n H a „ d w e > k e n ist. — B,-.-l wichtig.-,-, noch für die Handwerkerveihäll-iiffe ist dar Eigebniß über die beruisinäßige Borbildung der selbständigen Handwerker. Es zeigte sich „äiiilich die überraschende Thal-ache. daß in Deutschland, >»>o bikaiimlich bisher kein BesäbigungS- - nachiveis zur Ausübniig eine» 'Handwerks nothwendig in, -nichtsdestoweniger von ü9.ü!>2 Meist'!» ,die iveiblichen Inhaberinnenvon HandwerkSbelrieben sind hier nicht iniigerechnei) f»7.‘ 66 oder 96 8 Perceiil eine ('eh,zeit dnichgeinachi, und zwar 96 1 Perceni bei einem Handweilsiit.ister und n'nr 0-7 Percei-t in eiiiem Fabrrlsbetriebe. A»s dieseii Ziffeiu geht unwiderleglich hervor, daß die Eiusührnng eine» obligatorischen BelähignngSuachiveiseS in Teniichland ablolür [einem wirklichen Bedürfnisse entspringt; gibt e« doch anch ohne diese Maßregel unter hundert selbstständigen Meistern nicht einmal vier, welche keine s a ch- und b e r n s s in ä ß i g e B o r b i l d » » g g e n o s s e n hält e » TaS Heil des HandweikS tan» also unmöglich in der Einsührang oder AnSdehnung des BesähignugSnachweise« -liege»; könnten doch anch unsere österreichische» Handwerker wissen, daß ihnen der Besähignngsnachweis nicht anfgeholfen Kat, nnd daß die weitere Ausdehnung diese, höchst wenhlosen. aber lästigen Maßregel die» ebenjoweiiig^lhun wird. 2lus antisemitischen Vereinen und Versammlungen. >Schimpfsreihcit.) Paul v. Pacher trat in einer vorige Woche abgehaltenen A»tiieiiiile»versa»»irU,»g für Schinipssreiheii ein „nd sagte, „Solange die freie Meinnirgsäußerung, solange die Kritik über die Handlungen eine« Ministers beschränkt bleibt, solange ein RegiernngScommissä-.- erscheint, wenn sich zehn, zwölf Männer wo zii<amme»setze„, n,n über den Minister zu discutiren, solange bleibt auch der innige Eonkacl de^Lojksver.ireler mir ihren Wählern unterbrochen. Wir haben Minister gehabt, die mit notorischen Zucht Häusler» umgegangen sind, und kein -Mensch durste sich in einer Be»>amml»ng getrauen, zu sagen: Seht den Schurken, den Schuft au!" Unser Strafgesetz jucht bekaiu-tlich auch Richtniinister,; B. satnrirle ehemalige Gründe»- und PeiwaltungSrälhe, w.lche die Hetze gegen Eapilalisten cils chport betreiben, davor zn schützen, mit Schiitzpsworten belegt zu werden, und setzt Strafen jnr öffentliche Beschiinpsiingen fest. Bian darf anch von keinein Anrijemilenhäilptling öffentlich sagen, Sehl de» Schinken, den Sehnst an! Pacher aber verlangte k-ineswegS die Abschaffung dieser straigeietzlihen- Bestiminiing: er will, wie es tcheini nur d i e Schiinpltreiheii, die e i meint. iImmer der Allgewaltige.» An eine», der letzten Sonniage niileriiahni, wie das „Bürger-Blatt" berichtet,. Herr Ge eg orig in G.-iellschaft seines Gönners und Freundes Dr ('»eg er, und einer zahlreiche» Gefolgschaft vou Gesinnniigs- und Zeitgenossen eine Agitat.ouS Svritz'abtl nach dem weinseligen Gninpoloskirchen. Ter ganze Mailifleckeu srent sich diese-:- illustren Zuzuges; denn die Gnnipvldslirchner lieben Dr. Taeg,r anfrieli'-.g. 'o lange er bei einem von ihinil einkeh l, der seinen -Wein nach Gesetz »nd Recht ordnungsmäßig verstenerr Hai. Um -o-'chmer-,lieber tilnßte es die treuen Gnimzpldsklrchner.berühre», als sie wahr-nah,»,», daß die ('.,eg.r'-ch, Heilsarmee bei einem Wei» gane,,besitze»- Einkehr hiitl, dessen Uh, in Bezug uns Schankgerechtigk.-:l bereits abgelanfen, dessen Wein also gar mcht bestenel war nnd der iomil die frohe Zech »laune der Wie» r Gäste in' völlig ilnbesngier Wei-e mehren half. AhnnngSlos laßen Dr. ('neger niid die Seinen beim köstlichen Trunk, als das Schuk-al in Gestalt der gestrengen „Weinbeschreibnnge- Eonimiiston" nahte. Als die -Weinbeichreiber den anßeriou»lichen Wirih darob zur Rede stellten, t >ß er W.-in i>< Ostäsern verkaufe, u»d-die>rr, anirischer Tagt betroffen, ferne stichhiiliivje Ausklinfl geben tonnte, legte dar „Führer de« chnstlichen Botkes von -Wukü" »ul derselben großartigen Poie, die er sich iu> Abgeordnelenhanse angeschaffr hat, eine (>»»ze für den ftia-iiällige» Wcrnbaner eii-, indem er vo gab, der Wein ic» im Ostnnde in», d,s Dr. ('neger, Wein,. rr.P.-.be -das. edle -staß im Faß gekauft und er könne »un 'einen Wein ton Nliikeu. wo cs ihm beliebe Ta tic „-Weinbeschreibe-." noch immer »ich: Nein.beigeben nolllen, tiohte ihnen-Tr. ('neger mit den Gei darinen. „Das ivird ein Spaß!" dachten zetzi die drei Fnnclionäie „,-k letzten sich ruhig In», :i,-.i,d .' angdiol icn G.ndaime»