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Freies Blatt · 1895-12-22 · 194 (22.12.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
194 (22.12.1895)
Date
1895-12-22
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seit« 10. Freies Blatt. nv. 194 - sichern auch nötbigcn'alts. daß Pacher von u»s stets als der besie Vertreter des vierte» Bezirkes im Landtage und Gciucinderathe erktärt ivnrde rc Tiese Muilermenlchen fördern dafür unsere Geschäfte, und wir hoffe», daß wir bei d§in jiawvsi gegen Lcinitciithui», Größeapital und Liberalismus noch ganz gut - - fabren werden. Wir haben ja erfrelnicheriveise ein Publicum, dein wir Alle» bieten können, wenn wir nur fleißig Her»! Hez>p! schreien. Tasioll auch fürder geichein»! Gr dat'S ibiicil leicht gcuiacht.1 Man ,'chrcibl uns: Graf Wnrnibraud . da: u: einer ansge^ichneten Lndgetirde das Widersinnige und Uninentchliche der ganzen Anliieinilcrei dargclegt und vor den ichreckliche» «tff rbecrnngcn gewaliit. die sie anrieliten könnte. Die Äntiieinitenbliitter lassen sich »»» anf keiiic Widerlegung ein lind begnüg,» sich einfach damit, dein Heirn Graic» zu znrii'en: „Als Laiidesbaiipliiiaiin n Graz ban du nntei: den, Lei'alle fieiri'cher Wencr io geivroche». wie wir ichreiben, und als Handelsinininer wii kiest du selbst in dem sicht von dir verlästerten christlich ioeialen Geiste und ivars» nns io ''lieb ivie dein College Falk,„bann." Gr hat den anti'eniiiischen Wortfnbeern die für ibr Pnbliciiin berechnete Ciilgegiimig leicht gemacht, der edle Grast z. ' Tas Gdrincnlbiim als Rcclamc. In einem clericalen Lalzburger Liane koiniie man dieser Tage vabwlgendes In'crat lest-iii .Jericho 'sioien ane Palästina 'i'i’.t eiiigetionen. ^nieresfanie vogclnestarlige Pflanze, die ganz i i incifuft er'cheint: 'obaid selbe in etwas erirärinics Waffci gebracht ivird, önnet si.1i diefflde gleich einer PeUmui,bei, es clblüben hniideree in den glänzendsten Ha.ben 'chilleinde Llmnen, die sich ponivenmir koraUe»ari:g erweitern und 'ortiräb end bluten, bis sie wieder ans'dem Waner koinnien. An di eie w u n d e r b a r e n P ' 1 a n z c n kn n p > t 'ich die Lage, daß auf i b r d i e Windeln u n ' e r e s H e i 1 a >: d e s getrocknet ivjn r. d e n.' >>st'.nz iristch imi'o;::::,' rrachtvolle X.igeln I, St >i0 kl—. ii LI - ii Ce W Le 'chreibiing li.'a: nbera.l bei ^ed winain: erneuendes briliches WeRnaä isge'än'nl Penattig bei n - ir Ei::.' derartige Legende e»inirie. wie ns ei» g-'ehrie, Piiist-n v.tsicheil. ri:e u> d nirgends: aber cs ist das ein sehr bean-.m>r Liinel, »in 'ein bs.lcn Cbriste„tbii:n zu Reeianiezivecke» anszasibio:. u. G n Zug der ■ 3ft cs auch Tollbeir, lm: cs Dcrti 'A’ialioDc.> Wir baten schon öfters van v>: r.idelita-.U'ch',: Serie der -. ',".:ffch liberalen >>-!.''> Äniisimileu Lcilins' be-.:chttk '.K ne-.lich leistete di, es u Icmi'.be Fadnlein im „An i i c m i t i > ch c n deni'chen Gc,.era: Anzeiger" ein be on.' >s bene es Stück! in Sie tolge»» n.innvb ans dem Pentalei.ch, in'd znai au? V Most >-. II! I*. daß alle ..Indenkncä!," riinell blanden neiden mnßteii, d b ..alle jlnkenlueäne i» de: deili'ch-liberaie», roin-'chen und sendal-cviiiervativen Panei Oesterreichs, der nanoi al liberalen. 'rcisiiinigen. demokratistchensoaialiftisichen. ikaiboüsich- und. ree: 'uiutisib-eciiff'-vaiiven Partei Tcinichlands. Tiesi Bestchneldstiug ist i.lbst redend allch all' Priinster und Regie.nngsverircler ausznd.bne». sobald dies.Iben sich als ^ndenlnechie ausiveiien". Falle der Weige.nng „'ollen die VIuti. simnen als strenge Ltriisten die Le'chneiküng dnich zineii bs'ond-.r? zu er wa! lenden a nsineb 'n ansstibren lan »". I.st- Penstrcckungsans'chuß dein',Ne Petine -n--r>- "I»n>'-. würde der riellei.cht in die „deiilstche ecbine" kelegirt-', zn S.'i.e gebotene edle P'eeoi.e'er III ,'einem genannt, selb'! .»argon läge». :el „ TKina! ii: r: 1” i i; IV ■' fch.I '.''anev. > i'R v e c » e v : E-g n! 1 i: G d e e b i: . ü.? .• : i » k s n Lante» n n k n d b e e e i: s a n äi le i p o'e einen b -. ' i v..raff' den "ff ",ffr> bnnge»," >o iGin Mabiiwork au dc» dciin'ilc» xaijcr.» llm.T dem L x .i e: ff e u f; l II e '' .' II l 1 i ch e r A II d l e ii; bei Ni den 1' .11 e » X 2 i f e i " ist IN Fulins Peck-i's P i lag in Gera eine Prostchstre e.sch.ienjn, in welch er, der P,r'a'>er de:» -de.itstchen -staisi: die 'War,:,,,,g e ibeill, daß ihn eine Lckiaar non Hosting,n »mg.!:, die ans Uu'äbigkeit cde. an« bö'em Willen ibn ezegen i-'ne Pestecbnnge» e:nn.!-ne, we.ä:« angeblich die ei,'zig n.ö.zliche Re'orui k,s chastliche» r>bens Izerb ".i'.sti!'imstande nä.e. gegen die christlich ''ceiaie -gni'g. Te. Hostiuriguen und i'. er „Dnier", der Ltöcker, Raiitnann und i'.er. g.d'd: k. i'd, in.:!'::: der P. > > .Ii e ii in . 1 d in a ch. : z n ' e r e II P >. e ' s e b e r >'' ch> e t .' e!' e!' d e » G > » i! u st der Pe.-'.''s :!„'n Aoxell an d-'n d.'nt'chen x.ri'cr. „Mit denen Tu, n.eii: xaist-r. Piclnain.: Han-w,:! und Panernstand b's'ier vernkstet hast, nun rndstch die GrstiUnng en. Tas wird,.wi» wineu's wobi, nicht ober geschehen, a.s b s ch.istl'.ch >'oe:a>en Pe. dnlickleiie» der gebührende Eiiislnß an> die innere Lbl'i'k gesichert ist. Inn der T:,'ure'orin wll anteis sie vosi L.cge» sein, m.'si eine .eb''!'tid.e Bf >e, die Teeie nealustch n Cbristeiiibnms, e^ngebaiick.! n e.d' U. gste in-'br i»i P zrlam » e von c-x Reck-:.'» und der binke» die tauen Miiustinäßigk-.i: i> im Xrwr"' ilms Ta-ein «».steriibe» werde», je incbr die Geister alle streng -sich, stl.'den in ei» -'chrcffes .'ür' oder .wider' Kareiland und Mevarckue, NM ''d t. '.eei wirst T», inein Xaiier, cs erkennen: Ta» Lanner d. '.. :ie Tir nie T,' em Lo.k, belsi,, wollen, ja einz'g bei',» können, trägt z ostii'.i: .'Tbristsich Lceidlt Er geeite dies'Panier, eh' es zu wät ist. Ilsi>- -i,"!" Tas al'e ist der Tank »vm Hausi- Anti'em? Ti'nt al’o die X.■,'V::;c, Hauune.stein, Wa'.der'ee, Ttnniui die Lerlccter des weitgehenden li'. i reu Ci:s am H.st' > Fsi alio Tiöckcr seines Titels als Ho'prcdiger u>: .sta.. rar.' .einer Pasic'.stT^inke in 'Franküirt a. M. vr,lustig erklärt wert .', ii!:' T:?e!iil:varnnikr'»chii::a, welche gegenwärtig wider jeden der Fr-'i»,-»? ceer d-'s Lcc'alismur v idächiigen Universitälsdccenleu eingcleitet >»' d, enl au' sti,'.tcr s. Wagner ausgedebnk werde»> Merkwürdigerweise ist n: s :cu aileteni bis ' ■ uichis bekann: geivesen! j-culUctun. l Der Anabe crus der ^renrde. Lon Ferdinand »iiiriibkrgkr.*) In dcr Nacht dcS heiligen Christ zog ein Kiinbe durchs Land . — ein jinabr ans der Fremde, den ich so wenig zn nennen weiß, alS ein (Größerer vor mir „daö Mädchen anS der Fremde". Goldgelockt war sei» Haar, liebreizend Mund und Wange, und in seinem Auge -strahllc ein warmes, freundliches Feuer voll Geist ' und Kraft. ES erinnerte an das Wort: Wenn' die Göller sich! noch so gut verkleide», an ihre») Auge kann man sie erkennen. - Cs war eiwgs Göttliches in dem Auge des Knaben.» Man hätte ihn für eine» Amor halten können, aber für einen Amor nach den ^Jdecn Ptato'S. Für einen vicbesgott, nicht dcr Sinne, sondern der unsterblichen Seele. Der rrnabe bttckle neugierig zu den lausend erlcuchlcien Fenstern hinein und fragle die Porübergehenden, waü dieses Leuchten und Glänzen bedeute. Wir feiern die Geburt Jesu Christi, war die Antwort. Ci» Freadenstrahl fuhr über das Anltttz des Knabe». Die will ich »ttlsciern, sagle er rasch. Und soeben fuhr ein großer stattlicher Herr in seiner Equipage . heran, stieg aus und begab sich in sein Palais. An seiner Hand blitzten Diamanten und ans seiner Brust hing ei» goldenes Kreuz. Wunderbar ergriff der Anblick des Kreuzes den Knaben. Cr sprang heran und faßle zutraulich die Hand des Prälaten. Du Mann, sagle er, wir wvllcn die Geburt (sesu Christi f.i.r». Dcr aber brnminle: ^lch habe setzt keine Zeit. Ich muß einen Hirtenbrief schreibe» gegen die Teufel dcr Hölle, gegen die Juden und Heide», gegen die Unfläthrr und Seclcnmörder, kurz gegen die Rolle hiorah — die Concordaisstürmer. .Thn' das, sagte der Knabe erschrocken; las müssen ja böse Menschen sein. Aber was ist daö Concordal'? DaS Concordal ist rin Perlrag mit Rom.. Und waS sagt dieser Perlrag'? Dieser Perirag sagt: ft ein rechtgläubiger katholischer Christ kann heiraten, kau» lesen und schreiben -lernen, kan» geboren werden und sterben, ohne daß dabei nicht Alles so hergeht, wie cö , Rom befiehlt. 1 Potz Blitz! rief dcr tinabe, hat sich der Kaiser in Rom einer solchen C't'wull vermessen? Ci was. Kaiser! ich-spreche vom Papst. Was für ein Mann ist das? Der Papst ist der Statthalter Christi auf Crdcn. Das ist wohl nichi recht möglich, sagte dcr ft nabe bescheiden. Christus der Herr hat seine Religio» nicht auf Concordate gegründet, sondern auf die freie Wahl dcr Gewissen. »iindergeschwätz! rief der Prälat und machte sich fort. Der Knabe aber ließ traurig das Köpfchen finken und seufzte in sich hinein: Mir scheint, ich bin noch immer-nicht geboren. Tic Glocken des Domes läulelc»; die Gemeinde dcr Gläubigen strömte andächtig nach der Kirche. An de» Pforten dcr Kirche stand'eine Frau in Samml und Seide, auf dem zierlichen Scheitel ein Grafenkrönlein. An ihrem Halse hing ei» kostbares Kreuz, und in der Hand hielt sie eine Büchse, womit sie fromme Bei- ,liägc sammelte. Wieder war es das Kreuz, welches wie ein Magnet auf den Knabe» wirkte. Lächelnd trat er heran und sagte: Schöne Frau, daS ist brav von dir, daß du Almosen sammelst. Was ihr den Armen thul, daS habt ihr mir geihan. Du sammelst doch für die Armen? Aber die Gräfin maß daö Bübchen von oben biö unten und antwortete stolz: Ich sammle den PeterSpfennig. Waö ist das? fragte der Knabe. Daö sind Millionen einer freiwilligen KriegSstencr, damit der Ltnhl Sanctt Petri Soldaten bezahlen und Krieg führen kann. Ci, ei, Peterchen, ein so großer Herr bist du geworden? murmelle der Knabe. Was man nicht Alles erlebt! Der Fischer aus Galiläa hält sich Soldaten! Und nachdenklich schlich er weiter, und immer ernster und nachdenklicher wurde er. Wenn das mein ') Pon^bcjieiindeter Seile weidcn wir eisiicht, kiesen von Ferdinand.siiiriiberger im T>al,,c 1870 in dein von Isidor Gaigcr heranögegeb.'iie» „Wiener bniiioeisti'che» Fah'.bnch" veröffeullichlen Aniiav zu reprodncireii. Wir rnt- 'prechen d klein Wnniche mit mit so glößeeer Leieilwilligkeit, als der vor cineni Lieitekjabrbniikcrt czeichricbenc AnNav Xüiiibeiger'S, abges,'be„ von einzelnen Llelle», anck heule der Aclnaliiäl nicht entbehrt, D. N.

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