Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 193 (15.12.1895)
- Date
- 1895-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 193. Freie, Statt. trrttt 7. ländische» »ichlperiodische», in Dresden. Drillt »nd Verlag der Druckerei Glöß, erschienenen Druckschristen (Flnghtätter): .Politischer Bilderbogen' Nr. 8, 17 und 18, beliletz,: .JudenA-H-t'-, ,At,«;ng der Juden au« Teilt,ck, land' und .Juden in der Sommerfrische do« Vergehen nach p 302 2t. Gbegründe, und eS wird nach ß 493 St. P.-O. das Verbot der Weiter- Verbreitung dieser Druckschristen ausgc'prochen, die von der k. k. LlaalSaiiivalischast vcrsngte Leschlag»al,„ie gemäß K 489 2t. P O de. stätigt »nd gemäß 8 37 Pr. >8. ans die Vernichtung der saisirtcn Exemplare erkannt. Wie», am!>. Tccember 1895." — „Im Namen 2einer Majestät de« .'catser»! Ta« k. k. tzandcSgcricht Wie» at« Preßgericht hat^ans Antrag der k k. 2taatSanivaltschast erkannt, daß der Inhalt de« in der Nr. 1301 der an-Sländischen, in Pari« erscheinende» periodischen Trnttichrist: ,1.» I i l*.re jiarol.-. len-ii, 14. Nowinlire 1895' (mit Seite 1, spalte 4 und 5) enthaltenen, mit der Ausichrist: . I. Kinperoiir . . versehene» Aililelix da» Verbrechen »ach K 03 st.G. begründe, »nd c« wird nach 8 493 St.-P.'O. da« Verbot der W e i t e r v e r b r c i i » n g d i e s e r D r u ck >' ch r i f t «»«gesprochen und die von der l k. 2laat«a»n>alischasi veiliigte Veichlagnalune »ach 8 4-89 2t.-P C beftäiigt. Wien, am 5. Decemb^r 1895,/ — „Da« Min,sicr>nn> de« .Innern dal nnieri» 1 Deceinbc'. 18!>7», I 5720 M I , der i» Pari« ertcheinei t-n periodische» Druclschrist: I. a l i l>r<> |>u rol ians G.nttd d,d K 2«, de« Preßgej.ve« den P o st d e b i t s u r die i in N e i ch « r a t h e v e r t r c t e n e n 8 o n i g r c i ch e „ » d tzänder entzöge n." — „D iS k I DbeUand «geiicht, in Wien findet nach Anhörung de» k. k. Oberstaatsanwalt.-« in ibeilivener 2lattgcbn»g der rechtzeitigen Veschweide der k k 2iaa!«aniva:tichaii da« Eike»n>»iß de« l. k stteiSg,'richte« i» 2i. Pölie» vom 11. Noveml-. 18 ü, I 7113, abznander» ,i»d zu erkennen i Ter i» der .2 I P ö 11 n e r Z e i t „ n g' vom l I November 1893, Nr 40, enthaltene Änsiatz ans der 1. und 2 Seite: .r'neger »nd Badent' begründe in de» stellen von .Ei» schrei der Enuüstnng' bis .baden ivird', von .diese Erklärnng bezeichneiebi? .schweigen, von .»»d trotzdem fand' bi« .nicht enttäuscht werke»', von .Und da« Han«' bi« ,N»ie schaden könnte' »nd von .Aber Gras Badei.i' bi« .UnebrenhastcS von Tr. pueger zu wissen' da« Vergehen gegen die ö k s e n t l i ch e R n l> e n n d O r d u n n g nach - 31-t» 2t ->if.'. e« werde daber die von d.>' l. k. st.tat«anw>ikiichasl beantcagle Veichlagaahine binsichilich der oben bczeichncleu stell-n gemäß P-> 187 »nd 489 2t.-P.-O. bestätigt, bezüglich dieser stellen da» Verbot der Weiier- Verbreitung »ach § 493 st P. O. anSgesproche». >t. I. Odertande« geeicht in Wien, am 23. November 1893." — Da« Amtsblatt zur „Wiener Leitung" Nr. 286 brachte folgende« Erkenniniß: „Im Namen 2>'incr Majestät des Siaiier«! Das k. k. Preisgericht .strems als Preßgericht bat über Antrag der k. k. 2iaat«ainvaltschast vom 2. Deeember 1893, I. 5023 2ts, zu Necht erkannt : Der Inhalt der periodischen Drnckichrisl: .Unverfälschte deutsche Worte' Nr-23 vom 1. TiceMder 1895 begründe 'in der Nndrik: .Vrieskastcn' Seite 292, spalte 2 und 3, in der 2teüe .Fatbeujatter Schwatzgelber' bis Amen u. k. Gr I. den Thalbestand des Verbrechens der V! a j e st a t S- ^bcle 1 dig » ng liach tz *>3 St-G. B., e« werde hinsichtlich die'eb stelle ilaäi 489 Nus 493 2t.-P.-O. die von der k. k. Staatsanwatischast Wien vorgknoinmeiie Beschlagnahme der Tructschrift bestätigt nnj^kaS Verbot der W e i t e r v e r b r e i t u n g ausgesprochen. Strem«, " Wie man sieht, gibt die antisemitische Preise de« In reichtschen Behörde in ausreichendem Maße, zu thun. über zu sein. (Tie Trahlziehcr der AnkiscniikiSiituS.) Vor einigen Tagen erschien eine Broschüre unter dem Titel: „Tie Korruption in der österreichischen social- Demokratie, von I. schätz!, ein ehemaliger Locial-Temokrat", i» welcher die social demokratischen Führer in Oesterreich und namentlich die Gebahrung in der Allgemeinen Arbeitcr-etranken- und UnterstüyungScasse in Wien hestig angegriffen wurde». Al« Antwort daraus veiössentlichte die „Arbeiter-Zeitung" drei Briese, welche derselbe Herr Schatzl im Juli des Jahre« 1893 an den Herausgeber der „Arbeiter-Zeitung", Dr. Victor Adle r. gerichtet hatte, und die nicht bloß sür die Persönlichkeit de« Briesichreiber«, sondern auch für die Partei, in deren Diensten der ehemalige Social Demokrat steht, recht charakteristisch sind. I. Schatzl war ursprünglich Herausgeber der socjal-dcinokraliichen „Freien Aibeit", ließ sich aber, wie er selbst erzählt, al« er damit in si tanzielle Schwierigkeiten gerathen war, von der christlich-socialen Partei da;» anwerben, ein Blatt in ihrem Sinne, den „B e r u s « g e n 0 s s e n", herauSzugebe» und;u redigiren, wurde jedoch auch mit dieser Gründung nach einiger Zeit fallen gelassen lind ist gegenwärtig Redacteur der gleichsall« christlich-Iociaken .,VolkStv e h r". In der Zeit zwischen dem Scheitern de« „BernfSgenossen" und dem Uebertritt zur „VolkSwehr" wendete sich Schatzl, von Verzweiflung, Wuth und Rachegesühl grlrieben, wie ft sagt, an Dr. Adler um Hilfe, und in de», zu diesem Zwecke geschriebenen Briefe» erzählt er seine Erlebnisse (Styl und Orthographie Schatzl'« sind unverändert beibehalten) solgendermaßen: „Al« ich mit der.Freien Arbeit' nicht mehr weiter konnte, welche bereit« in« antisemitisch: Fahrwasser gerathen, aber von den Antisemiten, weil selbe zu radikal, nicht gekanfd wurde, da kam zu mir ein solch frommer Geselle »nd fragte, warum da« Blatt nicht regelmäßig erscheine. Ich sagte ihm, daß e« mir an Geld fehle. Der lachte nun und sagte: ,Warn in wenden Sie sich nicht 3. December 1895." . und Auslände» der östcr- Tie Schonzeit scheint vora n JP ater Abel, der in ja ' 11 - die t-i v 9 e: t e r ■ a >h - t c 11 a n g c b e n d mit tu» n A Ile« in a ch e n." Tciir trotntne Mann »igle, daß dieser Paier Abel i» .UatkSbncg bei Seit .U'iuue» 1,1. Da« ^'..ui, Cie .,'vveie Arbeit', war obnedie« schon kchwaiz gewotdcii: io dachte ich. ,'Jitm »chicibe ich drin Jeiuiten Ich schrieb an Pater Abel, erhielt. ..fvi leine Anlwöti. Doch Herr I. Roth, Weißgerber und camatiger Führer-der Ehnsttich-socialen, ließ mich zu sich rnsen und sagte'mir: .Wa«'kostet Ihr Blatte Ich tagte: .Zabtxn sie die auf dem Blatte hastende» schuldenüber!"> ft.' Herr Roth sagte! ,2te habe» an Jemanden geichtiichen, die Sache wir' geben. Da« Blatt ist gut, aber e« müßte katholiich iverde» und betond,".'« patrioti-ch. Ich ineinte: Wer da«. Blatt kan-'e, gelte uiich nicht« an. und wer e« tmi’e, Imme damit machen, n a« er tvolle.' :>,oit7 fragte, ob ich da? Blatt noch mcl» in v.« ee’dieiueit lassen könnte. Ich sagte, daß mir dazu da« Ovi» fehle. 'Jimi '.igle Roth, da ' lönne er het'en, und gab mir 50 st. zahlte dem jjtdt'ch.'tt Drntter einen eil davon, tut« d.t Noth >ag>e, da« Blatt „tnß e bei etnem ü.rißiichin Drucket^ 'edruckt tverden, drntn ließ ich e« timt bei erneut Ebristen krniken. Bet der nächsten 'Nntlttner gab nur Nult, wieder'.>» 'i NN' bei nächster nicht«, bei der letzten 'Nummer.der .-Freien '.'! be-..' 35 st ,tch u.-s> ih.tn '.t'iir Schitldbon« ausstellen, damit, tvte er te. d t'- io. .e ' P-oottiti, n-.'tchsch für da« Blau intcressiren und'einen Fond« vo» :p>'it» st istda 'Blatt -,I-,a>f-,'it trollet., Belege habe. Am 2. November tvar nun, nt.- i:t - Noch 'me, ettte niejje kathvlt'che Veriatntntnng geplant, die aber nicht ftatri.ti.: . >n - V-rsttmin'.ttttg sollte nun kür da« nun unter de nt Tuet .Tee B.>>,?> - tm T'-'-e:.t! or - r scheinende B.att Propaganda ..macht irnd: .11 Bt-.ei'. 7 t;• ar> . >. Dr. Eben b 0 äi u E« >ollte Vorianttnlnna Tin'.o.tin., .'aa-i' , ..':r: den christlichen Parteien, wie mir Noch sagte., und dann da.-. tommen. Ich scheite nii.b nicht darnm, denn Notb i.,gie tm , daß m r. 11 nächsten Sitzungen de« berussgettossen ,ba>!lt>it.'il Bor.tne« öd", n: den 2bet der - Gotdenen Eulet Parletteunn-.t« L itznitgen, da« Blau, e.-'t.tttt-' än.i -Iaati trer.'e. Ich sollte tum den P-.eic it. In -ag-e »tt-.t, 3.4 st bin'ich noch stchutdig. zadt'ett sie oder Ihre Patkrtg-sttonen. >o g-'b-i-: oo.. B..,:t Ihnen. Ende 'No vember ließ mich Notb nnn in eine sitz '.i. berni« r.ttoü.-nut.aiuichitt Pereine« beritien. Dort stellte nttch Notb vor und-'stellte an du: .'ttts'chnß d-e« 'Vereines die Ftage betreu« Attta-.i- « de« Blatte«.' Der Ver.in ä. e'o-it!e den Ankauf, nnd der Ausstchnß stellt.' a» mich die Frage, ob ich N.:".tr btoib-'i'. gvolle; ich iagto Ja und vortangie da'itr, tv 0 tt tt i .ch ch a Bat: allein > ch x e i b e tt, 6 i e itt e c a e 11 0 11 v 0 n " U H r F 0 ü h b t « 8 tl!' : ..’t b 0 tt > .» täglich » tt tt 11 I e r b r 0 ch e n, w i 0 0 -« v e r t ä n g 1 tt n r o ', .- - ', » h a (t e, fu 11 d in e tt 11 i ch 1 a g I 1 at i n d - n re 1 - n i - d . : . .1;; .■ :■: st eiten Bort r ä g e, 1 tt t tm i ch e 11 1t 11 t e r.v > a> . t> » . r 11 ■ e 1 1 : -., u n d überhaupt a g 1 t a to,r i i ä> w 1 r t e n m ü ß t. : 11 . e r . . Bö e i.<\- für Die. berniS g e tt 0 ’ - e tt >' ch a f 1: t ät e ,> de,, ei.-. - n r!-ö 0 -ti e 11' lohn von 18 rt , tv 0 i ü r i ch d a n n a-t i e tv eit-' r .» >t. st -- n. in t 1 A tt « n a h m e de« 9! e d a o 11 0 11 S 1 0 0 a t z i y S : b st 1 r a g c. Det Verein aooepitrio. Ich erhielt at« Angabe de« .'ia:t”.i'Juiit.i" 125 st aa« det PereinSoane gegen Bestättguttg ansbezahlt. Einig-. Da--, 'ratet ''a-zie mir Ncth. ■* da« iei nur der Form wegen -cteMtehei', da« Blatt >et -'i.y'.'tü.t, t'etn -it.'.i'titbjtiii, ich brauche da« Weitere nicht zu wissen! I Not!- g '- mit nnn durch -eiltäte Wochen an« feinem Satt, wie Er tagte, einet, Woch.'nteliu und Uteilw.'ist' Ilenie Narb», ans-die Schuld de« Nanüchillittg« 'Bi«;n:n 21. Januar ging :.t« so, d.a« Blatt mußte ich, ehe e« in Dttttt ging, dein Rot! vottegr«. P a t e r A bei ging bdi 'Not b ein u n d a t: Wenn ent -chärkeecr Ar:tle! m« Blatt kommen sollte, ging Notb damit zu eine: .höheren' Perm» 'ragen; wenn ich dann die Schreibereien ziuu Drntt bringen wollte, mußte ich mir durch Roth mnndtich wiederbra.hieEorredtnren der'.'lrtüe! 'ortigmachen Am2l .lamiar sagte mir I. Roth, Er gelte nun-in E 0 tttt r «, aber da«! rauch.- „tick, nicht zu kümmern, e« werde nun bald o'-eie kommen und ::'ie>t der .stanstchtlliiig«!chntd erhalten. Roth na n tt t e m t v da »; e; e r : 1 e N a 1» e n, sprach von E r; h e r jm g .e 11, von Set alt c 1; V i - ,t t e n st > i. tt, m 11 d e r E f gesprochen :d. I ch g-tanbte, -"er R 0 t!t'*g i » g ta in« P a r t a in e 111 11 n d st and mit de tt A b q e 0 r d n e 1 e n 1,1 auf v e r- 1 ran11 chemFuß e. R 0 t h st a n d j a a tt ttt m t t^B 1111 n g h 0 ' - Schell seh'r vertraulich. Die Abgeordneten Dr Geßmann, d-e r gut katholische Tr. Trabe r k, G ta? S tt t v a - T .1 r 0 u r a, sie sprechen ja allein dem B e r e.i tt^ Graf S u l v a Taro u c a brachte auch d i e v 0 tt: d e n 0 tt se r v a t i-v e n gemachte Re-'- s 0 l 11't i 0 n de« Vereine« zur Abstimmung in d e r V c r l a m ml u 11 g bei d e it .T r e i E » g e l n' aus d e r W i e b e n. Ich Hane daber kein Bedenken, einein Manne wie I, Roth Vertrauen zu schenken. At« ich von Roth nun aber seit 21. Januar statt metiten 4'ohn oft nicht« per Woche erhielt, und ich Roth deßhalb um Geld ersuchte, sagte mir Roth: Sie mi'tsien sich Ae« dulden, krachten Sie GeIH wo zu leihen. Ich lieh mir Geld au« und schrieb da« Blakt weiter. Ryth wurde nun wegen Erika vernrthcilt. Ich fragte Rotb, wa« nun geschehen? ,Rokh sagte lachend: .I ch s i y e j a tt 0 ch n i ch t, G r a s Chorintky, der Lber-Lande«gericht«p'räsident, ist mir gut Freund,' - Nun aber bekämpfte da« .Tenit'che Volk«blatf den I. Roth Ich mußte nun deßhalb da« .Deutsche VolkSblatf, die Christlich - socialen und