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Freies Blatt · 1895-11-17 · 189 (17.11.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
189 (17.11.1895)
Date
1895-11-17
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Freie» Statt. Nr. 189. Seite 8. gciittiv .'tenicubiirg eine anonyme Eingabe des Inhalts ein, die HeudiebstahlS anaire 'ei »ntn gehörig untersucht worden, »nd es wurde» angeblich neue Mo inente angeiübrt. durch die töni-r neuerdings der Verleitung zuinTiebstahl von Heu, diesmal zur Füllivig eine- SokaS, verdächtigt wurde. Ta der Ausgang deS nun , wiedc: au'gciiointnencn tprecofics gegen Körner und deffen ehemalige Bedienstete ü tbüvei uändli.u kür die Beurlheitung der Lhrendeleidiguugsklage von größter Wichtig fett in. irurde die S-tuviirgeticktSverKaiidlung gegen Tcckert von aintSwegeu vertagt. Am d. M begann mm; wie schon etwäbnt, in Zistetsdors der wieder aufgeiioininene Pe.c.-ß wegen des angeblichen HeudiebstahlS. Auch die Magd etorlicr's erschien der T iel'stabtdibeilneblNnNg augek.agt. .'lörner bestritt entschieden, seinem Knechte ( »• re'el'leu zu babeu, von kein der Gemeinde Eichhorn gehörigen Heu etwas zu rer».enden. Ter initang.nagte .'tnecht Anton Tonis gestand,'wiederholt im Astsirag' .'iöenet s denen P'eik mit »isemeiiidebeu gesüttert;u haben, doch habe .;en:t, es vi Eigeilthum Körner S, da dieser das betreffende Haus, aus . c>s':i Bode» stch das Heu betand, von der Gemeinde gepachtet hat. Tic Magd, ,v j»;::t.’. ,Vt r 11 u, ehedem bet .'törticr. jetzt in Lundenburg bedienstet, sagte .u.'an. : aus. iv:e als Zeugin in deiii Ehrenbeleidigniigsprocesse Körner'» u.-:n T S i : h a h e i! i c einen Auftrag; u in H e u d i e b st a h l e . : . : . n , a » di > l b st nie g e st o h l e n. Erst über Iv c i I e r e ' n b e l' a u p : e t e si,- ievt, die Gattin .H c r tt e r's habe : i i ::> a; b > c '! H e u v'o tu Boden berabzu nehmen: auch ,'i . . > r!■i ,.M (ü : >I g c > eben u n d n i ch t s dazu gesag t. Weiters . zuar bet der vorigen Bei Handlung titdjt beeinstustt, ... » ... - Be :• :::.'.ung 'ei er zu Ibr »ad! rnndcnbiieg gereift und a.;v.v.'.\i, 'e a-.:s;u'tg-.n wie damals Ter Geuteinkeditte Zwirzina d.h a. . d.'st l .: v .. de: o--:ni.-:udc immer >rc:::.;er wurde, er habe einmal : » ro:der-stete Bündel bemerkt, und zugefehen, wie mit , . . .1 . .-in ii".: t. 's atlsgesterst -wurde. Tas entwendete Heit wird all' - - Ta eie Ma d Fc-ertta dabei blieb,- Frau .'i.-rncr bade ne \ .. T . st.-.!r,-tt Heu erklärte der. staatsanwalt'diastliche Funetionär,! . . l.tac- ,'i at.czu:.'. ::>ü. wesralr der Richter die Bcrtagung der l v;. .1 tl.-s- . ' i B.'ill i'Ma-,cr (»riiaMaif . > B.r ein.:,, Erkettiitnißsenate des i'andes-! . >' ar . -.»■ .:c W>ckc F'rkinan» k. L ch L u d c k c d, Privatier, Je:- : i >: ... r. Institutsmbaber. Zeiluitgrredacieur und Gemeinde- Et ida zu veranrwerten. Tie Anklage führte aus, daß a . .!':•! a.r- Herausgeber der anw'emtrt'chen Zeitung . - . T .t a;. lr. Tetl.-.iis rer'alleu unk stch nicht answet-en könne, daß ... U: ü.r;:r.t l.i reduildr! in di.- llümcilidckcit gcralhen fei, feine l.a'.audlg zu besricrigen. und daß et. uadidem der Pasivstand den .-r -l.hr. eus üc.-r>rieg, dt!. Ecuculs Nldu sogleich selbst bei Gericht ange- . ...er. .'.kr.u u>..i Lckuldcu ».macht und Zabluuge» geleistet l-abe. Feid> :: :-\ .-: •-it v leruar d I alS Hsrausgebe-.- des genannten Aniin it.ft-.-. f»::vt.;, dal v.t dl,-er Haudlui-g des Lckönboser dadurch Hilfe •- :» .-...! NI dleuiUniß der liebet dmlduug desselben den I.dem Td-ct i-c',--. zur Aon''etzu,:g des „«firazer Enra- Tarl-t en t el. st. zu gewäbren. In der Begrüildiing der Ant.. l.t-, da st das ^Grazer Ertrablatl" . bei einem Jahres . i-i-u r.!':;;; - - st Menarseinitabmcn von lä>>", >»» fl. -u. s. w. >; . , B.an durch, einte,’ Zeit herrenlos war unh AebnlichrS mehr. . .,. : ' T.. . ii,-. wel.-bes von Iagic gewahrt wurde, behaarte der Hevtere .- . . . at..lag t.'d'.lbeu in geradezu beirügcri-cher Weise überredet "..d.'Ni T,:-. ttltt.e. ,1m ge-agl bade, er werke kein Geld'nicht verlieren, . . d t. n:- 'ei actio und I>> Geidiäkisleute bürgen rür die Lumme, .-»'tat it, : Trat rite it oidn entivrcchen. Im Vaufe der BetKaiidlung ■ i Z.rte.n u. A erwäbut, daß Ldtoi-.l vier, um materielle Unter« , :; ». Berbiudung mit dein Prinz.» Äloi^ Liechten- . -'..st stch ad er d - Unterbaudluitgen;er-'dilugeii. Ter Zeug, Iagic. T.- rl acte tm. Linne der Anklage aus. Lchönbofer würbe .. . dt,, ».rl.^.lii und zu vierzehn Tagen Arrests ver-! - .. ■ u.u glücklicher und kam in diesem Processc, in welchem er j o.t :- :::■■> UI et!-.e Äuurbaudlung eines Geuost'enichastscomniisiärs! : . ,t;:.i:t;: tues jüdischen Handelsmannes angcklagt war, mit » t. - - t c. wurde von der Mitichuld.au der Erika krei- - -.. nt nu. in' den beiden levt'ereit Anklagevuiiklen schuldig bekunden, ru . -'s l d st r a s. von illXfl., evenluell zehn Tagen Arrests r cc't>rllll'i!lc Michel. T,- königlich preußische Llaatsanwaltscha't Hane -- . ti'kt>emtii''chen „Wiv"blaueS „Ter deutsche Michel" Beleidigung der -staiierin Zrrekrich erhoben l » eln. in dem genaiiineu Blane erichienene, de - ' " La:,:. - au' das Iudenlbum und denen angebliche - . ' .t.r irurde zu zwei M . n a t e ti F e st u » g S- I.'iiiicr Iltln.'.. ,rra,t»>!.-» fink gar fröhliche l'enie. und ste benützen --' &'■.r *••«* >'-umal mc'ecp gdworeenen Anru'emitiSmu» dazu, > .t — ein Haup-zic, mancher b.ule — und die LachmuSkeln in Bewegung zu setzen. Ein Meister des unfreiwilligen Hinnors ist Eduard D r u m o n t, und seine Zeitung bietet iiiimer reicheu'Stoff für Posse» und Schwänke. Die „L i b r e P a r o l t“, das größte Revolverblatt Frankreichs, leistete sich nämlich vor einiger Zeit mit einer Preisaitsschreibung einen ernst gemeinten Scherz, der in der Geschichte der menschlichen Narrheit eilten Ehrenplatz verdient. Wir lesen in der antisemilischeu Presse Folgendes: „Tie Idee dieser Preisanfgabe rüht von einem algerischen Blatte .tz'A v e n i r de Biskra' her. Dieses Blatt hat die .Libre Parole' cingclade», einen Wettstreit anszuschteibcn, der sicherlich Aüsscheti erregen wird. TaS Blatt schlägt der A'ibrc Parole' vor, folgende Preisausgabe anszuschrcibeii: .Praktische Mittel,, die Macht der Jude» in Frankseid, zu vernichten, mit Berücksichtigung der beträchtlid,e,i Iitdengefahr in Ansehung der Race, nicht der Religion.' Der besten Arbeit möge eine Ehrenmedaille in unbeflecktem, d. h. noch nicht von Indcnhand berührtem Golde zuerkannt werden. Eduard Drumoul gehl aus den Dorfchlag ein und eröffnet einen Wettbewerb in der angegebenen Art. Ec vcr'pricht der bestcn Arbeit eine goldene Medaille im Werthc von 1000 Francs, der zweiten eine solche von 5M Francs und eine von 300 Franc« den Aulorcii, welche die Aiierkeniitiiig der Juiy erringen werden. Die beste der Denkichristen wird aus .'losten der ,'öibre Parole' veröffentlicht werden. Tie Maiiuscriptc sind bis zum 1. Mai 18!»«! zu adresstreu: I-t Boulevard Mozitmarlre P. Einem Juden von Aniehcii, der jedod, nicht der Finaiizwclt angehört, soll sogar ein Platz bei der Jury eingeränmt werden. Wir können garaulireu, daß die Medaillen von Gold, nicht aber, daß sie nnbcsteckt sind, denn die Juden stehen an der Spibc der Gauiicrcicn der Goldniiiien, und das von Indenhänden noch nicht berührte Gold ist ielic»; sollte inner College welches wiffen, bitte» wir ihn, uns Minheiluiig zu mache»." Man ficht alio, die Idee ist lustig und würde einem Post'cndichter von Gottcsgiiade» alle Ehre machen. Wir waren srcilid, bis jei>t der irrigen Meinung, der große' Tritinoiit habe ' längst das sichere Mittel zur Befreiung Frankreichs ans den Händen der ganzen. 70.0NU Juden, die da leben, cifuuden, und wir wüßte» nickt reckt; welchen ionstigen Zweck kein dickes Buch über die „Berjudung FranteeichS" haben sollte. Aber das vo» gcbeimcu M'ickiteu geleitete Iudestthumscheint starker zu sein als — Trumom's Geist. Ru» wird ein heroisches Mittel als ultimo ratio versucht, eine Art Akakemie zur l'öiung der Iudenfrage zu gründen, oder »nt volksihümlich zu ivreäien — »adi der besten Schlachtmetbode znr Bcriilgmig der Juden ge snckt. Wenn das nickit zieht, zieht gar nichts mehr. Wahrichcinlidi werben die verdienstvollen Herren A b l w a r d t, 1' i e b e r m a » n, 1' u c g e r und Schneider Ehreninitglieder dieier Akademie, und Psarrcr T c ck e r t wird den edlen Bund eiiiscgnen. Wir sind geipannt ans die >visie»schasilid>en Arbeiten, die zur Er lösuiig der leidenden Menschheit da entstehen werden. jn'lltllmill.! |n B di t it n 6 W ci n n. i Itoman ans Polens llorjcit Carl (Oriot. Fortsetzung und Lckluü.) L iel'ciiu ndzwanzigsleö C apircl. ,,-Lpulc dich, Balcntin, .wenn du den Manu da vor dem Sturm noch hiiiübcrbringcn willst, zurück mußt du nicht mehr heute Nacht, denn Pater Florian wird dir wohl Unterkunft bis morgen Früh vcrschafrcii." So sprach der alte- Führiiianit am Sssiachcr See in Kärnten Sein Sohn, ein stäiuiiiiger, nicrzehiilähriger Junge, dem diese Anrede galt, hatte indessen in dem kleinen Nachen Sitzbrclt und Nudcr bn.-eit gemacht. „So," sagte der Junge, „nun können wir schon hinübcrfahren." Der Mann war stumm und konnte sich nur durch Gcbcrden vcrständtich machen. Er war erschöpft von Aiüdigkeit, aber auch Gram lind bitteres Leid prägten sich auf seinem abgehärmten Gesichte aus. Ein struppiger, verwilderter Bart fiel ihm bis auf die Brust, und seinen Kopf umrahmte wirres, erloschenes Haar. Seine gebeugte Gestalt war mit einer Kutte auS grobem Stoffe, wie sic die Mönche tragen, bekleidet; sonst aber deutete nichts darauf hin, daß er <eitt Mönch sei, ja ihm fehlte sogar auch das Kreuz, und nur ein Strick umfing die Mitte seines Leibes. Er mochte wohl ein Frommer sein, der da in das jenseitige Kloster ziehen wollte, um ausgenommen;u werden in die Gemeinschaft der heiligen Brüder, oder suchte er dort drüben den Beistand eines frommen Bruders für einen Sterbenden?

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