Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 188 (10.11.1895)
- Date
- 1895-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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;u einer Zerr,, da niau es riech »ichl jo herrlich weilgebracht balle, irgend welche Rücksichten beobachten zu miifte». Bei der Ankunft Ablwardr'S in Wien ,am 2. d. M. war denn auch ani dem Bahnhose leine der Parteigrösicn »nd nur ein »engewähllcr Gcnieindcrath, 'Raniens Platter/ anwesend. An dein BegriisiNngSabend in einen, Gasthaule aus der Tiiakriugcrsträsic nahm von den anllseinltiichcn Abgeordneten nur der Mechaniker 2 di 111 i b f v tbcil. tliachdem der Berliner Gast in einer Lchimpsrede die Inden mit den Asien verglichen und leine Zuhörer versichert hatte, datz die Arie» iveit höher stehen alS die Juden, sprach der Auserkorene von Sechshans. Er beichästigte sich ipeciell mit ieiifii Inden, die sich taufe» lassen, und ineinle, cssei ichade, dasi sie dabei nicht so lange »nier Wasser bteiben, bis sie „er>'aiisen" ivnrden, wodurch die „Iudeusrage" an, ichncllsien die ihn, erwünschte Lüsting iäside. «passen sich denn alle Juden taufen? Dr. Porzer »nd Tr. Mar Anton Löw mögen sich übrigens bei Lchncidcr bedanken ) Lchneider gab sei ner bekannt, dasi es ihm neuerdings gelungen sei, eine Talirnidüberievung in Tenlichlaiid z» erhalten, in der die haarsträubendsten Tinge zu lesen seien/Er. sein Freund Lueger und alle ami semitischen Abgeordneten würden nun keine Tpser scheue», um die!« lieber setzuug unter der christlichen Bevölkern,ig möglichst bald und möglichst ausgiebig zu verbreiren, damit sie endlich einen vollen und wahrheitsgetreuen Einblick in die „Schandlehren" de» Talmud bekoinme. Im Panse de» Abends ergriss Ahlwardt »ochmals das Wort und berichtete über den Stand der anlisemillichen Bewegung in Terlischland Man nenne ihn, sagte er, im denischcn ReichSlagc den „Berliner Schneider", »nd er verichanze sich jetzt auch inrnrcr, iven» er etwas Besonderes zn sagen habe, binler senren Freund Schneider. In Teulsch land gehe es den Antiscirriie» nicht so gut, und sie seien'durch die Wiener iveit überholt. Tie Wiener seien zn bewundern, weil sie io herrliche c :ege crsochren haben, und er bringe ihnen deshalb ei» donnerndes Hoch Am besten wäre eS. ries er dann ans, die Inden ehestens aus dein Lande «» weise». Borher aber inünc inan ihnen die geraubten Milliarden wieder abnehriren, damit sie wieder so gehen, wie sie gekonririe» sind, mit nichts. Auch in seiner bestellten Festretea bei 'der Lueger Feier des C h r i sr I i ch - i o e i a l e » A r h e i r c r v e r c i n c S, die am S. r. M.. am Vorabende des RanicnssestcS Earl Luegers, in etlcin's ' Elablissemesii in Hernals statttgird, bot Ahlwardt eine glerchiverlhige Schimp' rede. Rächte»! er Lueger alS „Enltnrgörl" gepriesen,, roelchcr das»r sorge,, dasi a,idi der Aermsic wieder sein Huhn im Tome habe, verglich er die Inden bald mit >tiihe», rvclche, wenn nia» sic auch in einen Pserdeiiall stelle, nicht Pserde werden, sondern Stühe bleiben, bald aber mit Parasilen »nd cnMiil,' mit üiüub; lbieren. Man müsse, sagte der Festredner, diesen RanblKieren die rstaslsicnnd schail lündigeii, ihnen da«'(.beraubte wieder abnehmen und sie daun hinauSwerfen. Masigebend tniisie für die Wiener auch ein AuSiprnch Molile's seili, der cinnral gesagt habe, Polen sei früher ein Enltnrlaiid ersten Ranges 0/ we>er>, seit sich aber die Inten kort eingenistel, sei es „alle" damit geworden. Tie arbeilcnde christliche Bevölkerung müsse endlich mir den Inden talmin ra>a . machen, dann werde die grosic Arbeit vollbracht sein. Ihn mache eS glücklich, in einenr so historischen Momente iu Wien sprechen zu lönncn, rvo ihm nicht io die Manliverre anserlcgt werde, wie' dies »r Teuiichland der Fall fei, und er hege die «nversichtliche Honnnng, vereint mit Lueger und Schneider den jüdi schen „Parasilen-Bacitlns" vertilgen zn löniie». Während der Rede Ahlivarkt'S wurden in dem dichtgcdrängl vollen Saale einmal Schlusirnre »nd der Rur/ „Hoch Grübt!" laut. Tie Rufer konnte» aber — icdensallS zu ihrem Glücke — nicht crnirk werden. Unter den Zuhörern Ahlivardt's beianden sich diesmal nebst Schneider der Bezirtsvorsteher H e l b I > n g. Grcgorig und einige in den weilesteu Sireise» nnbekanuie Geineiiidcräilie. Von Lueger ivar er» Elu schnldignligs-Telkgramnr gctoinine», in welcher» er seinen Tank 'irr die ihni zu Ehren veranstaltete Feier anssprach. Ter Vorsitzende der Festversammliing kniiv'te an die Verlesung de» Telegramms die Miilheilnng, dasi die Bestäligung der Wahl Lnegcr'S zum Bnrgcrincister »unuiehr bereits enolgt lei. Er habe nämlich mit Lueger die Vereinbarung gelrosien, dasi, wenn dieser du Ablagelelegraim» schicke, dicsiS gleichzeitig als die Anzeige airzusehen sei, dasi Lueger als Bürgermeister die kaiserliche Bestäligung erhalten habe. Tie Worte des' Vorsitzenden sanden in der Versanrinlnng .durchwegs 'gläubige Zuhörer ilird rie'en iingeliciiren Jubel hervor, man bekränzte die im Saale ansgestevle i!»egcr-Büstc und iang den Lueger-Brarsch^ sowie die Voltslnmiin. Ein Theil der Anwesenden war jedoch anscheiiicnd sehr enli.instchi, denn um» hörte die Rute: „Tr, jel>l iS die .Hetz an«!" — Ai» i f. M . ai.n 'Rameutiage Earl Liieger's, fand bei Winrberger ein grosicS Lueger'Fest statt, bei welchem dem Änt'iibrer der Wiener Ehriftlich-Toeialeii von scinem Gönner, dem Prinzen L > e ch i e n st e i n, dem Advocalcn St u p l a :e. schineichelhafteS Lob gezollt lvnrde. Ter Gefeierte selbst nahm da« Wort, verhöhnte die Liberalen und zog ,n seiner Weise gegen Ungarn loS. Ahlwardt wohnte diese». Feste nicht bei: erfand es für augezeigt, vorher abziireiien, angeblich weil man in Tresden 'einer ungeduldig harrte. TaS Gerücht, alS ob die rasche Abreise in Folge eurer polizeiliche» Weisung erfolgt wäre, war falsch. Mil seinem Wiener Ausflngc wird Ahlipardt begreiflicherweise nicht sonderlich zufrieden sein. Ein Malheur tomnit übrigens fast nie allein, und in letzter Zeit erhielt daS >o oft und io schwer geprüfte „Tpsir des römische» Rechtes" auch eine Hiobspost ans feinem Wahlbezirke. In A r » s w a l d e hat sich ein „Verein d e » I i ch e r M ä n n e r" gebildet, der ani ff»; Boden d-. d e n m ch .'o o i a l e n Ni e sor inpa rr c i steh! und sich die Ar,«gäbe' iv»,iU lut, „alle gleol.nünnreu Männer kanstbsl unter feine zn iuimiuUii m.d st' fine staike '(unoi zu Hilden, welche das hierorts durch verchied.ene Voigänge vumfoi»' Beilrancu -,u nilserer -cache ivieder zn lr 'eeii ni-.d zn l: ästig'. 11 'n.l-en iriik". Es 'oll ih>» alw an den Slragen geben, deiii arme» Ahlitn.rdl! - - 'Eine Abbillc.) -.Ran ichreibr NIIS: Bei giiieni d-.-r vielen" Sieges- und ^nbeliestc, welche die Anli'gmuen in dreien"To.-eu verännalrelen, brachte Ln eg er, nachdem ihm andere Aniiiemileiil'äuruuiige. dirnnier av.ch Pgrrai. dieser vermnihlich „der Roth geborchendj n-chl len, lignei, Trieb", alS ilirein Tberhäuplling.gehuldigt Hallen, .ei» dreifache« Hoch »n1 die Armee aus. Er innert inan sich an die Hallirng Lueger s i«, dem re», F Idzeruzureister Frei- ' Herr» v. T e n d i e b gegen das „Vateeländ" .erfolgreich kiirchgesrihrte» Peoeesse »nd an die iruquatificirbaren AuSlassniigeir Sesststben 'Laie.-r gegen de».Feldzeiigincister Freiherr» v. T chvirseld >,„'Abgeord'.lelei-.ban'e. >o lariii man in diesen Hochrnsen nur eine Abbille oder. .-»» m-.r Tzu sprechen, ein /l'oto >- z>cr<-!>vi" erblicken, das freilich.ieilieil '. ,//:»■ „. l'Anch tilic „Ebrilllg".' Ter T ,"» l > ch e P - r e i! /'äin-si in einer am >!. d. M. abgehalieuen Tivnng, den in seinen Beürst.>.nz,,/ E'.l.ur.niiiq der Bürgcrmeisterstelle vom Mißgeschick heiingeiu.U'e» T.'. r durch eine „Ehrnng" z»' tröste». Hierüber bringt die ,.Tüd.ä..'!l >-!. u-'i.-.u" .-ö.genken heiteren Bericht: „Herr Eeelig beäinrag! di. Al» drahtlichest Versicherung, dasi der Tenliche Verein erlläre, iee:. - ü d. ".n-ger zu stehen, und erkrärt sich »ach Miliheiliiiig Tr. W; '. i. e e's -> e -u. derlei MittKerlitiige» verhängte Tialiliperre sogar bereu, s-B.'.i! T r.zeaer , persönlich zn iiberinilie,». Herr F a ' ä> l u'a n . . -vi 11 •- gegri: dieses Telegraniin entschieden' aus. .Tr..Lueger ui l in eelüstt, iian.. . . Paneimann. ioildcr» mir der chiisilich ioerale Eoalirie de.- T-ni! ä' .'.'.rueua.-i:. liste.' den Antrag Eeclig >ci nicht abzilslliniiieu , B. istrll »ist Wrder'vriich / H.-rv Fra sil ist nur mit dem Wonlante de: Auira'g s „ich:, einverstanden Tr. Wäb n er bezeichnet unter Beistrll dir .Aureguug Fafchingdaner'-? a.s richtig und beaiu-agt eine, weniger' ilb.rr'ch'.'.st.rg'.t.fie und der Etelliing de»'/ T e nls'ch c n Vereines würdigere Fasiirng des T a'.-t-ch-dibrns. Bei de-. A'esti:i:in.;,r.z ergib! sich die bezeiclmende Tdät''ack>e, dasi e>-'n amr.s'udeu lnrf.P.-rsi'v.en. bloß lbi Mitglieder des Teuischen Veren'.'. st>,l-'-. . T er ^ltmia.', Wähnerivird von die'cri angenoinmen." . l'Aliö der (f'l'azcr Gculciildcilllbc., 'B.-id »dlerinnerlich,, ball' die aickisenlim'che Blajoeilär in der Grazer lstemeindestube den /instur 11m von eeinster Tbielseenlidsichle.il eiugegcbenen Veichlnsi gesasil. das rikneUe TäTr: E.l-Iaelnviehs im ls'ei»e:»deeaiion zu.' verbieten, e:n Beschl.nsi, le> aljerdiuas'runder Reg'iernng nick.! laiineirst lvnrde. TaS war ein harter Echlag »ne die irenndlichen Anli^inilei-, nv.d um ihre Herzen stmr eimgerinasieu zn -teruhige-n, trugen ftc der l>'-räz,st Iudeilickast «E. ncingsteus eme. Winde zur Leiwinmg' der Thiere beim giiederwerse» r nzu'chasien. Um' «Ut»- nsichlräglicheu Recrinünalioniii über die T.iialiläl tiefer M.i'chiue;ti .vlgelstu, nellre er d-e Graz'r Eullusgeineindc. der Geiiieiiide anheim, die'-' M-rstPrue selbst z>> he>.l,.ri''e:>, und erllärie sich zur Zahlung der Siosten per lö'> st. bereit. £ v dem Augen blicke ä», >vo die EnllnSgenieinde in >o bereetwilliger-Wei'e. an' die /w.:, des GemeinderalKes einging, ist cs von der Austbruung der Winde..und dem. Vorwurf der -Thiezanälerei .still geworden, und biieniand deirtt meine daian, an der Ans'uhrnng des AnilrageS zu bestehe»!' Tie a»ti'>niiu'ä>cu Tiadliätl'' ve:n >»raz scheine» ihre Ansicht »her die ltuerauälcrische «chäanmeibo:,' gcä> de.t zn. Habens und tiefer Tage ereignete sich das Unglaubliche - inan-lröee ur.d st.mve'!; dasi der Geincinderalh eine Biaisonichächliliig i'elbsi änoedNen .musil.r <:e : Hanplstadl der grünen Etelennart beb«bergt lüuiuiii’ »eitkrnzem jl*#! bosnisches Bülilär, und die Mobaininedancr folgeu del.iluitlich ,>.■ in ■ _ gennsics de»t Beispiele der Inten und essen nur Flei-ck, v.-ll a- : . .. Tbiereil. Ta hat den» die Gstazer Elativerlreluna. wstckost e - n: ' sprechendes Relutum die Eicherstelluiig der Vfidsteaui'.: d.su . .v „rii einen» christlichen Fleischhauer dieLie'er.lng gd.lnrck ri!'- F .! . ..'.-"i '..'sie» müssen, und dieser bat einen bosnischen Lolda:e:r.init r.r F ... >• T.-hächieus betraut. Mert:»>i»digerw<iie wurde in der Graz-. d:est'!N An«. laue lei» .Wörlchcn über die „jirristbe" .Tb:/ ' T. Million du.! Zins ami)Vmiriid>’n iMäfU'rn. j ', Zplilter Hilft Ballt».» Mais. er>uu".t st.!: »och der.anti'emii>>chen An-S > lasfniigo» über unerhörte . .jindisckie Tatilt'i-ttei:". alS der' F-eu!ll>>istlin . eines \- liberalen Blaues des Ablebens eines lütlstchen GrosiiuLuriviclleu irr uuiuillel- \ barer Veihindnitji mit dem eines laistiliche» Prinz, 11 gedachte. TaS „T'eiilsche j VollSblatt" vom st. Roveinber verösienilichl aber' einen Znaimer Fest ' belicht, in welchem sclbsigetällig eonstalin wird,. dasi der Saal mit den Bndj Nissen deS StaiierpaareS, des PavsteS. Liieger's irwd B e r g a » r's geschmückt! ivar. Tic ,,'T stdeurfchc Rundichan" wiederni» 'vrlchl an tenv'elten Tage I sich >ebr abfällig über „liidüche Rachinchr " arrS. Ten Anlaß dazu bietet ihr der I llinstand, dasi jiidjiche Hausbesitzer ii» lX. Bezirke einem ddriigen antdemiti