Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 186 (27.10.1895)
- Date
- 1895-10-27
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8. .freiem Blatt. - K‘ Nr. 186. i . :■ t;i Va ■: \ : T,: Pertbeidi r '! . inznstellei: läd-'I! liui.l'ädllckl ‘ V. .; 2 cuisiiureu ' E'üflun tn , . : '.nM-’r i :u 7.. '.reu. Ter . ü. scheu. Fzchlk : s?:■ : : zu Feindst-lig an« den zivei MiUionru mit StO.lXX) fldie zeugenlost .Schenkung' mit ■16.nl) fl., io kann man das Permögen, welches der Eorruptionstödier von ','iiirni Pater geerbt batte, aut anderthalb Millionen angeben. Schönerer •i-il’ft gab bierüber in 'einem berüchtigten Selbstberäucherungs-Brieskastel am I>i Scivber 1-85 nachstehende Auskunft: .Herrn Fl F. in K . . . Ebenso unu abr ist leider auch die Bcbauptung, daß R. v. Schönerer mehrfacher Millionär st-, 'indem ist das Permögen zum größten Tbeile in einem Grundbesitze angelegt, der in Folge rauhen silimas und des Mangels jeder Bahnverbindung tieu ausgezeichneter Bewirthichattung höchstens anderthalb Percent trägt. Welcher Boriebaron würde sich mit einer >o wenig einträglichen CapitalSanlage begnügen?" > Wirdrr ein Frriivruch , Ter verantwortliche Redactcur des jetzt antistuiitischen „Wiv'blaiiks . st i k cr i ki", Joics Strecha, halte sich letzthin nieder ivegen dreier .Heyartikel vor dem hiesigen Schwurgerichte zu verantworten. Ter Angeklagte erklärte sich für nichtschuldig. Er habe die Artikel zwar gele eu und zum Truck befördert, könne jedoch nichts Unrcchtes^in denulbeu erblick,nt: er kämpfe nur gegen die „Änswüch'e" des Iiidenthum«. Auf Benagen des Präsidenten Tr. Feigl gab er zu, daß der „Kikeriki" derzeit ent sVieren aniuemitjfch sei, während er zuerst eben>'o enlichieden liberal und dann :.:eder ..unvarteiUch" war. Bei Bc'vrcch„„g der einzelnen Artikel bemerkte der P. : Ideu: „Gk'chmackvoll ist csnicht, eiueu Pollsstaii»», der in dcinselbeu Ti.'.aie ’o auz::.,.,Ferner charakterisirte er den Werth eines Ärtilcls ".■r wlg.-i'deit Worte»: ,.Tleier Artikel ist geradezu unflätdig und 'auch i» e:uem liuinorifii'ch'en Blatte leine Äiifnahiiie finden. I in P a r t e i- : ,i ■v i g e:r . ü Pie.es erlaubt, d i t i e r Artikel aber ■, ... n i t -e »i Bittre Eb r e." Siaaisamvalt H awlath betonte in .item Pia:?.".',"-, lau der Aügetlagte 'einen Krei'vruch vor wenigen Wochen ■ ea: ,iu,u F r >' 11 r , c' auf-asie. der ihn nun berechtige,-^» thun, was eile u»d ir'idd'.e Aueickr, ituugeu uugestrast zu begeben. Man töiine die. :u ■. Ge- 'll cha-t kigeiitl'.ck gar nickt vorlcseu oder beckrccken, d., '■'■' .r , . e A u ü-.i u : e g es üb, verletze n. Es stj »tu, endlick an der ... '. " S'decka z.i zeigen, daß es nickt <0 fortgebeII lönue, denn auf ' : ■ ■ ... e e u: ’ IN .1» v ü » A n f r e i; n ll g e II zu Thäthich- Ter Aiuifetnitisnius babe-übecbauvt ere für die Puden ''elbst, die dafür vom ersten Staatsauwatte gehegten Beaten nicht getbeilt haben". Eiitr Präger vrcrion für ein th-inirr >.llitiiicmitniblati.) Ter Professor v;-- :n d.. Pidtjt.'i dent-chdi! Uuweriitat, Tr. Rabl, der Schwiegeri . i«iu .v.'-?. :::em Wicnei Autnemiteiiblatte in der nnfläthigsten' -W ■ df.f 1" ,!, :v.".: :d P' von drei Hörerinnen besucht waren,; : :; : ■ : che.-. "1... M.:7!.e.'..tsf.t!!',tasium studirt batten. Als Professor T. >i:. i-.u.tck!-.'.:■ :■ ,'v. "ACsim den Hör'aal betrat, wurde er mit :: P.rut 'i; '- :'. Er hielt hierauf eine An>»rache, in welcher -. - : . ,,..1 i.:.: ge nach dem Gesetze und den Beschlüssen des Pio-;e.:.EeU.dUfn» r. B°".'.t-m. df Siudduteu werdeii mir wob! das Per ' ■; r. '.tdaß ich derzeit den deut'chen Charakter unserer Universität zu t : :■: Ha.f-reckt .z-'.'.-üd zu wachen und, falls irgend eine Störung sich rra lv.: -E-llt-'. id'cr: Abchbe zu -chaiie« wisie» werde. Was die übex meine v ■> .:: . .-iieren '.cveu t.-ugerzPEn rügen betrinr, >o baue ick cs unter :t ■:: .». W.".d'. au' lven zu erwidern. Tas, was ich birr getagt habe, wird v :--n Fenstern btusukdrtngett und jenen cleud-.n Schurken zu Gebär tiry. ne: 1 ..' ror Be-.'l'utnditngeu nicht zurück'chreckeu." Tie'e Ansprache ' rer den -g, e n.!'.!>! lautem Beit'all aii'genoinmen. ' Ttc Tcitlschnt mit teil jrfiöm'tcn Gdarakkrrziigrn.i Tie Reichenbcrger F .. : ch e B e! k s z e t t u n a" erging sich in uüibenken Schmähungen gegen ' T:autettaur Biirgermeisiet Herrn Rauch, weil der'clbe sich nickt herbei- ,".'n l aue, enten Wa!>la:fftn' der Hintermänner des genannten Blattes „anf" : >■" zu n. Tao Wort, das die „Bohcmia" . einmal von verbissenen ■". eil ."s Teuu'chibiims gebrauckiö: „Selbst ireien Sie auf ivie Haus- ' tn r 1 twollen sic wetden wie Wöchitcriniien\" paßl ganz gut : u . P^tenideut'chen! Selbst treten sie mit unverfrorenster Rücksichtst-r i.-t?« «hrenbakien deutschen Genosien au', der sich der öden anti- . . V; H «>' wider-eyt. und von derselben liberalen Pariei, in deren un- ... '"■■ P ü'ae.uug und Leidäcktigung sich das Um und A»t der nationalen ' r üe.innen Teuf'ck Rarienaleu darzusiellen pflegt, verlangen sie die tat:■'»■' R» 1 sicht, ja raa, djrecte Unterstützung, wie im vorliegenden Falle die B- . aui'g C’t „Anllevens" tbrer Än'ruse. „Tas sind," bemerkt die „Deutsche Pc.'sztiiung" in ihrem W'bgeichrei. „Tbaten voll reuten, die die Freiheit und M, Fert'chntt im Munde sührenb' Tie „Boheuiia" dagegen schreibt: „Wie uunterbz*t dag-geu Fieibe:'. und Fortschritt von den Gesinuuiigsgeuossen der r eitberger .Bolkszeitung' hochgebaiten werden, erhellt hinreichend daraus. daß in derselben Nunimer des genannten Blatte» die antisemitischen Beweggründe der Nichtanfnahnie de- Stadtverordneten Herrn L a n g st e i n in den Reichenberger Geineindeverband, noch dazu mit nachträglicher Jnfultirung des Genannten offenbar werden. Das Reichenbergcc Blatt schreibt u. A.: .Da« Perhalten der Collegiumsmehrheit finden wir ganz gerechtfettigl. Daß sie, als das Langsiein'sche Gesuch zum ersteitmale in Perhandlung gezogen wurde, die Sitzung beschlußunfähig .nachle, sollte ein zapter Wink für-Herrn Langftein sein, fein Gesuch znrückztiziehen, um sich eine offene Abweisung zu ersparen. Ein Deutscher hätte es so gemacht! er hätte vielleicht geschimpft und sich-gedacht: .Ihr könnt mich gerne haben!', aber sich nicht ausgedrängt. Tas ist einer der schönsten Charakterzüge der Deutschen, wo er bemerkt, er ist nicht gerne gesehen, zieht er sich zurück; so verlangt cs sein Stolz. Anders der Jude! " Sarkastisch gloisirt die „Bohemia" diese Herzensergüffe mit folgenden Worlen: „So also sehen die Teulscheii mit den .schönsten Eharakterzngen' an»? — Wirklich, zum Lachen!" (Elkricaler Dank.) Man schreibt Nils: Tas einzige kritische und wirklich unabhängig geschriebene Geschichtswerl Über Salzburg, A. B ii h l e r'S „Salzburg und feine Fürsten", welches in erster Auflage vergriffen war, erschien kürzlich (Rcichcnhall 1805) in zweiter Auflage. Ter Perfaffer hat die Form der Darstellting erheblich gemilderl, so daß sogar Priester, welche ja teilte der bisiorischen Thalsacheu weglengneu könne», .das Buch kaiiflc». Diese Zarte Rück sicht des Autors aber ivar, wie cs scheint, der ,,S a l; b n r g e r C li r o n i 1' nickt genügend. In der Stadt der „katholischen Universität" soll eben Alles verpönt sein, was den guten Schwarzen nicht beanein ist: freie Forschung liegt nicht in dem Bereiche ihrer Wünsche, sie bekämpfen auch gleich die Thatiachen. Was uützt's? Tas Buch Bühler's hebt sich auf dem dimkelit Hintergriinde doppelt bell ab. Der Tank der „Salzburger Chronik" würde Herrn Bühler erst dann zutheil iverden, wenn er bei der Redaction diese« elericalcn Local Hetzblaticheiis in die Schule ginge und sein Mannscrivl zu einer evenniellen dritten Anstagc dem Rolbstitlc der Salzburger Oseisirsinquisition nnlerbreilen ivürde. Sb Herr Bühler darauf, cingeben würde? Wir zweifeln. I>. (Pcrwrrtduiig der Loimliläk;» Sprculalioiiszwrckcu.i Ter Major z T. v. Hagen. Porsitzender des geschäftsfüdrenden Aiisschusics d,r Coniervaliveii Tbüriiigens, erließ ei» Circular, welches den Thüringer Localblättcrn empfiehl!, von einem anderen Tbüringer coniervativen Blatte künstig drei Seilen fertig gedruckt zu beziehe». Ein Cingehen a»i dicic Sveculation. 'ö meint der Herr 'Major, ivürde „durch die That beweiien, daß der Ruf unseres allergitädigsieu ötaikets, ihm beizustehen im .stampfe gegen die vaterlandSIofe stkotle, Wiedkrhaii sinde in den Herzen der Coniervaliveii Thüringens". Wie würde da die Antiiciuitenpresfe aller Lander zetern, wenn an Stelle des zur Tivoli-Gefellichaft gehörigen Majors ein iüdi'cher Geichäftsiitann es gewagt hatte, einen solchen Mißbrauch mit d-r Z'littorität des RaiierS zu tteiben? iCiii Llblwardl Blalt vor dnn Tiiffcldorscr Sclmficiigkrichtt.' Ucbcr eine Peicttignngsklage, welche der erste Cauior der Lhnagogeiigenteinde Tüffel den, Herr Hermanu Zivi, gegen den vkranttvorilicheii Redacieur der m Tüffeldort erfcheinenden aiiti'cmiiiichcn „T e n I s ch - n a t i o n a l e» Zei in ng" 'übrie, und die nun vor dem Schöffengerichl daselbst zur Abiirlheilnng kam, ickreibi die Tüsi'eldorser „Bürger-Zciiung". „Tie .Temsch nalionale Zeiiung, das hier erfcheinende Aittiiciiiiiciiblati, bat sich in der deittfchen Presse ein sehr wenig rühmliche» Anichen erworben. Tas Ersinden falscher 'Rachrichien ist bekannilich eine Svecialiiat der Ahlwardt Blätter: was aber das hier erscheinende Blatt aus diesem Gebicie leistei, geht weit über das gewöhnliche Maß hiuaus. Bor einiger Zeit brachte das Blatt einen Schimpfariikel gegen Herrn Herma»» Ziui, den Musilrescrenien iniicres Blattes, der an Maßlosigkeit alles bisbet Geleistete übertraf. Mit den pöbelhaitesten 'Ausdrücken wurde der Herr betegt und das antiseinui'che Schimpflepilon gegen ihn vollständig erschöpft. Wir nahmen dazumal von dem Artikel leine 'Ackliz, veranlaßien aber Herrn Z,vj. gegen das Blatt die Beleidigungsklage;» erheben. I» der Berhandlung iollie nun Herr van A ck e n, der für das Blatt als Redacieur zeichnet, deii Beweis für leine verleuintcrischen Bebaiipliingen erbringen. Wir hatten wenigstens crnmrlet. daß er den Berinch machen würde, waren aber nicht wenig erstaunt, als er auch nichi eine Spur vo» Ihal'achlichem Untergrund für seine Bcschimpsungen beibrachte. Wir gönnen cs ustserem schlimmsten Feinde nicht, io vor dem Gericht zu stehen, wie Herr van Acken gestandeit hat. Er wurde zur Sttaie von 4">» Mark, zur Tragung fämintticher Äosten sowie zur Publication veS Rechtspruches in der .Teutsch-nationaleit Zeitung' vernrtheilt." i So» Pllttmärchni.) Por einem Jahre, cs war am 2 Dctober, brdchte das in st r a g ii j e v a tz erscheinende Blatt „P o t p o r a" in Form einer Ertrabeilage mit großen, auffälligen Lettern ein Telegramin folgenden Inhalts: „Rach Schluß des Blattes cthalten wir aus Belgrad die telegraphische Mittheilnng, daß der Ausseher dejüdischen FxiedboseS in Belgrad, leider ein Serbe, feinen Reffen den Juden verkauft hat, die denselben geschlachtet und sein Blut zur Ausübung ihrer religiöse» Cercmonicn verwendet haben. Der Pater des unglücklichen Kindes ist nach Belgrad gekommen, um die Strafanzeige gegen diese Menschenfreffer zu erstatten." Ta sämmtliche Belgrader Zeitungen sich beeilten, dieses „Telegramm" lheils mit, theil« ohne Commentar nackzudrucken, beschaffte der Borsiand der jüdischen Gemeinde in Belgrad, eine