Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 185 (20.10.1895)
- Date
- 1895-10-20
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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reite *. .freies S I a 11. Nr. lHö iKtu-uer ertruitet. S'eif'ibe bat namliib m seiner leiueit ©anptderiammlinui die betone ntder vorigen 'Jinmmer des „/freien Blattes" erwähnte Resolution, welclie do. Bor'taud zur xlärnng der etwas getrübten Sachlage versaßt Halle, nn: i’.iteit'er i'iehrbott angenommen. Tie ■Jlnti'cmiteit ßitdeit die Resolution nt beitem Grade Aetgerniß erregend'. Wird ia tn derselben kurz und bündig a-.:oge'proobeu. daß der Wiener Mitnnergesangverein jede anttsemiti'che Tendenz beiboncor.e, daß es ibut vollkommen ferne liege, fielt zum Tummelplätze ivutiMiei oder eente'stoueUer Tlreiiigtcttcn zu machen, und daß er in seinem Schoße niemals derartige Tendenzen zur Belhälignng gelangen -lassen werde. Wieder eiuttimiuig freilzciproäicu.l 'Alfred Regner, Herausgeber, und ' Gdn'at d B'a i 1 a b a n verantwortlicher Redae'teur der „W i e n e r R e tt e st e tt ')i a ch i i ch : > n", eines antisemitischen Montagsblatles, waren vorige Woche vor der zlntu t.s ^-ergebens des s l!> ■> angeklagt, und zwar ans Grund zweier värigramme dieses Trgan-:-, von denen das eine die vor einigen Monaten verb'.'k.'teit Binder 2t:.zl den Turms einer beslinimten Betrügenac» mimite, d rs ander, als llt'a.ve' der Britrer Xalaiiropbe den Raubban einer .tioitleu .r.r.-e:!>cha'-. bezeichneie, an deren Tpipe „Xinder 2em's" slürden. Tie Auge ' l..i.>:en. i'-eanlivorteteit ßch datuit, daß die Epigramme nicht gegen die gesamniie .llideü'cha'! gen.v:.: eien. Ttaatsaniralt Hawlal-h schloß ans dem -Zusammen- '.-.tilge der chv gtaiiiMe «owie ans der Tendenz des- Blaues ans die ansreizende Arü.v-. wab.end der Beribeidiger Tr. Baikal sich auf den Llandpnnkt seiner i-:-:-dtt neute. Tr ::• beantwortete die beiden an sie geßellle» ^chnldsragen --'nu-.in .i r.vr..r.r, ibere.u' die ,\'.er'bveelmn.', der Angeklagten erfolgte. > Tr. Lange lobl ritten ollöcit. Ter Raeetiantiientit scharjsler Tbseivanz, ... a :: g . -.1".--bl i,- <ii Mine „ T agl > ch e n Rundschau": ui'■ . - ,-.u uns 'bei: ror einiger Zeit initgetheili, daß "ch R..ckß.i>t ' :u lenes Alle- —-r zabtt T.S öjbie — vom l Cctober . . , ii f . Ie.;übe» 'Aiiineiigtiiigel., ie damit v.r'ottnde» ' . . . .-"-ch.meißaiiung >ur die .Tägliche Rimduvatt oermgen , " d-d .rur vemiliiiß;«!•'. •. er tz.-'et und,sind ihrer herzlichen -,.r . -.. au Ir:r 'es! »lerer Gelegeiiveit einem der alte'ieii Mite t’- .b/r'.-.b :vi: Tanl aus'prechen für eie anßer- .:. u. :.;i u;: .i'tc B. r:l gltitttg 'eines Amtes. Lob Vtiizil-Ztitilgeit, : ' : .iner rtel'aei.eii und atterlauttteit Berdietine 'chlechl zu •: 1. .: i.; - Isuitib,.: l ,! Ltedereomponiß 'einen kesten Werth i -ch.. irr Tee:..r---.n.iugeu iber. mancher fremdläitdt'che« Tper. . : gen eerann: iß. Eingang an' reut'che Büdnen gekchant. und '.nui'.-lt indaraus -beschränken, ^bm nach mancher ‘ ' ::i tu derengen, d iß 'ein Unheil eiwar 'gall, li'eil .. - :rt: . . II! me-r z.'re.t't liild ddi aller Xiarheit des Ancdeucks i . . .. .. p.--. 2-1-.-:. '.Nid 2-'Iren -wird ßch bei einem Vertreter des 1 ■:!-. W• t- >-:i:.d nb-'ieet.be Erfahrung. dl.- vom Blendenden nicht - i .. i--2.,.'i..i. igiiiß nicht tiiel'r berubvt werden kann, mit .-:l . r":d,u iw.id.it wie bei nun Und stetes sein Ber.ieiisi, das i ^i - reußeti siiid-ü nnd am bochßen schaben mochten. '■ .! - : n tonnen: trat vielme.-r. der natüuiche : :t tt: Ir; sich .-.'.rßelgewr-turliu^ Bescheidenheit d ... . . . ' - - ...u. Tuid'amlctt zu einer ißeiantmtr . : -1 . i.: c. „„ i-irxrbtiiden. Hub ein febeneliiiiüler : ■ \ .‘ tut: - - auch immer d we'eir. Er >«-,a:>>t Mit einer gewissen >' . i-. , : " - :: ,\r.t Mi! dem Ltedd-reompontren aiitgeltort, ZN , ' i.u d-.s 2 rr,i lungeren xraßeii ubetlanen habe. Wenn; .ß . .." --Zen .gekommen sei. NM mit dem Xittfireu - --’iü. . -.il.'-ei! ,r -i das Zi'.-ar r,!l uns bedauern, aber es kann . - :«lest, : -nter ßailir. et. 'esich. .- ib-en Weg gebt, eine andere : - i ' - - erd : i', Anii, nur lr-nnen nur b rzlich danken sur das, was 7!i!/- tu. und .-.bin unsere ansrichngen Wünsche - : - ff; -;seu ft rbeiisabeu:. Mo.z u nun lungere xrasie sich . : i .. . 's!.::i .u’eiicn: er. totrd ihre Arbeit tiftt treuer . : tSnmbert iß — Ende. Tje Lobrede, die rduj . e.->- ,.T>igliä-en Rund'chan" widmet, wird : Fd -'- i--es i>z,alt bei nächster Gelegenheit wieder die anlii! - ii-.i . -'der . -ie >;:-.uCmacht, um über all. Enden ebne Alisnahme den '■ - u ' . - j . . e ch,.d'e als die aillisemili'che in wahrlich! >?.lÄii»ctslciii 'al-ö RcjchSkanzlcr. Zu der Aciißerling des Organs des . - : ,i.-bermanu o Lcnnenberg, daß die Vergehen i t u Z u a ins Großartige- Hallen, macht --- : Bometkung: >L t •: b e r mann gehörte, wie zum i -lt >et, ru den eitrigsten Crealnren Hammer- - - - : --it-ar.d roltii'ch immer in die Hände. - 2 t o ck e r - ' - - -?t: btefor -eeterie. H a nt in e r tt e t n galt in ' ' ' ü ia ' t als :i g n i r t e r Reichskanzler; ------- - » 'ru:>, if: leider nicht ganz klar geworden, °> . err.'rer.; Lieberinatzt, pflegte bereits eifrig allerlei :: d : .11 , ß. rtum in 5n-- an »eine urt«ut>che chriftlich-deutich-fociale - - - -- -- > Ldtd'r fl nun der schone politische Traum zernörl!" L-cnlllcrcui. J n A ch t u n d W a n n. , ' : e Iromaii aus Polens Vorzeit <karl Vriot. lr> - not-tsel!»ng.> T r e i n n d; w a It; i g st c s (5 a p i l e l- £er Äöiiig befand sich in einem Zustande wilder Raserei: wie ein enifcsfclter Panther durcheilte er die Gemächer der Burg, gab Be- ' fehle, sandle Boten ab, schmiedete Pläne der Rache und der erbilterlsten : Gegenwehr; kurzum that Alles, nur das Eine nicht, das dem qual-! volle» Zustande ein Ende gemacht und die Schmach voll seinem Haupte : genoiiiiiien hätte — Buße! Nein, dazu darf es nicht koiiinien! Boleslaw erniedrigt sich nicht und flcht nicht uni Gnade gleich jenem schwachen Heinrich. :'ieiit! und gelte es mein Lebe» l Hastig und aufgeregt schritt er auf und nieder; da ertönte ein leises stlopfen an der Thüre, und herein lral eine Tienexin Leas. „Mein Herr und .Honig," sagte sie mit bebender Stimme, „Ihr; »löget doch gl.ich zu meinet' Herrin kommen, tienn',fic ist schwer er : krankt." ' Aufs Höchste erschrocken war der König emporgesahre». Lea kraut! Schwer krank! und er, ..der Gefühllose, der nur Sinn und sfühlen für seine Angelegenheit halte, er hatte vergesien, was das treue Wese» litt, und halte sie allein gelassen in. ihrem Schmerze. Lea lag ans einer Slioiitane, und die Sienerinneil bemühten sich, sie wieder ins Leben zuriickzurufen, aber vergebens; das Bewußtsein wollte nicht wiederkchren, und die erstarrten (Glieder regten sich nicht: ihr Gesicht war weiß wie ihre' Gewänder, und die Haare hingen ihr in die Schläfen. Ter-König war an das Lager hingclrcle», und seine Augen ruhten mit angstvoller Besorgniß ans Leas wachsbleichen Zügen. „Lea," slüsiene er, sich über sie hinneigend, „Le'a, sieh' inich an. Zch bin es, Boch'slaiv, der zu dir spricht!" Aber sie hörte, ihn nicht, regungslos lagen die schmalen, weißen Hände aus der Tecke. „B>as steht ihr da?" herrschte der .König die TleneLiiine» an, die bei seinem Eintritte in einen B-inkel des Ge'mackM hiirgegangen waren, „eilt zum Arzte!" Rach einer Beeile war das Gemach leer, und nur der König vet' harrle in.banger Angst bei der Bewußtlosen. Er war an ihrem Lager in die Knie gesnnle», seine Blicke hinge» mil verzehrender Sorge.an dem bleichen Gcsichle Leas, und ans seinen Augen stahl sich eine Thräne. meine Lea!" stehle er in rührender Angst, „geh' nicht von miv, verlasse mich nicht in einem Augenblicke, in dem deine Liebe mich wappnen soll gegen die gehässigen Angritse der Feinde! Wo soll ich Trost und Erleichterung finden, wenn nicht in deinem holden Anblick, wo Kraft nehmen, das Schwere zu ertragen, wenn mich nicht ein Strahl deiner süßen Augen dazu ermnlhigf? Lea,' hörst du mich!" Und in grenzenloser Herzensqual neigte er sich über sie und bedeckte ihr todteubleiches Angesicht mit seinen glühenden Küsten» Ein tiefer Seufzer kam ans der Brust der Kranken, und Boledlaw jauchzte laut auf vor Glück und Herzenslust. Jetzt faut der Arzt, aber ein Blick auf diesen machte Boleslaw stutzen. Tas war ja ein Fude, und wie kamen die Tiener ans de» Gedanken, einen jüdischen Arzt zu holen,, da doch des Königs Leibarzt in der Rähe war. Später wollte et sie auch darüber zur Rede stellen: jetzt galt es vor Allem, Lea atis der todtenähnlichen Erstarrung zu befreien, und das würde der jüdische Heilkünstler auch so gut verstehe» wie der königliche Leibarzt. Tiefer hatte sich auch schon zur Kranken gewendet, und nachdem er ihre Stirne und Schläfen mit einer Flüssigkeit eingerieben, die er mitgebracht hatte, schlug Lea die müden Augen auf jinb machte eine Bewegung nsit der Hand, wie um etwas von sich abzulvehren, dann verfiel sie wieder in die Betäubung, die aber bald einem sanften, ruhigen Schlafe wich. Ter König war ausmerksam den Bewegungen des Arztes gefolgt; uizd jetzt,wandte sich dieser mit einer ehrerbietigen Berneignng zu demselben hin.