Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 184 (13.10.1895)
- Date
- 1895-10-13
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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reit." Freies Starr, Nr. 184 .Versammlung verlier lnmnluiöS. da-vielc Tvponenlcn. darunter B ö ck et, den inan auch mmlm to, ein'ach nicht zum Worte getanen wurden. Was Ltöcker'S Bemerkung aniangi, der Entrüstiiiigsstiirm gegen ihn «et eine „.stomödie, unter jüdischer Akegie", erwidert daraus lrenent die „Bomiche Zeitung": „Ter .neue fnther' iveiß nickt, iuas.er redet. Eine jüdi'cke TKeatermache soll der .Fall Hammerstein' wiiii- Je nun. weiß Herr -§lecker wirklich nicht, daß Fräulein Flora Haß, die Fremd:» dcs Herrn r Ha.-.inerstei», die auch das liebliche Bild veu Herrn Tio.ter, wie er mit dem .«ircnzzeitungs' Redacteur Arm in Arm sein Jabibundcrl in die Tchranken 'ordert, unter ihren Lchätzen birgt, znersl 511 Herr» v, BerIev 7 ck ging e Ist Herr, v. Berlepsch ein Jude? Ach nein, und er bat auch nictik einmal mit einer schmnyigeu Angelegenheit zli lhun babe» wollen, Ter nächste Freund des Herrn Tlocker, Herr von Hammerstein baue ’i;i die ut.r'iüdlcn'itu’ Be'ähiguiig des Fräulein Flora Gaß, des früheren Bawler T'ludenl nliebchens, keine Bcrwelidnng, aber für ihre körperlichen Reize .baue er Anaeii, Er spielte den iiilercsfaiiieii Witwer, pruste ihre Tugend in dem > ' Ai-neruketler, ver'praet: der .Tarne' die Ebe und cizüblle ihr, da er im Frack und i wlißer Binde u, nacki'cklasendcr Zeit bei ihr crdm-ii, daß er eben vom Tbee bei dem '."iimfti'«Bcrüp'ck komu'.c .... Ticicin Umstande bat Herr v. Berlepsch die! Bikanui'Ea'i poii Framein Flora Haß;u danken,' Ta aber der Minister die l , Tamc ebeii'o l.'st'.ck, wie er sie anbörle, tur Tbstre hiuaiiseomvli»le»tirte,! u'a»d:e,ße sich aii oon'ervaiivc Freunde des. Herrn u Hammerstein, au' daß er 'ein Ebeuerspreekieii erstille, Bermiitblick Kar Fräulein Flora Haß, als sie , c.\:l:r, daß Herr u, Hammerstein verheiratet 'ei, noch andere Absiäiteu gehabt, l a.s :>!'! Hi'.'e w.i. r Freunde ihr Heben mit dem 'einen zu veiketleu. Tic I '.,>::de»".".e" ■" >'atte .'.-n au.’» dieien Tingen, audi von dem önbalt der stcköiien Bvon und au Hammersteii, keine Abnung, als hervorragende Mitglieder . cen-.coat-ren Barle, langst sicker darüber unterrichiek waren. Tic T'ciuziger i Zeiiu'.ig' rede: rrn dem .ldilen AuSlegiingsstücklein' des Herrn T locker, Tie st-lne Anesil!". t.l'gen über den .Fall Hammerstein' noch nicht. Wir wieder dc., n d,' Frage: >l ', n 11 die . a n ' e r va t i r c P arlci ,1 0 cd ferner i H e r : ii ' : . t . .;i l' r c r- M :::e d II-I d e!l 't Findel sie selbst auf diesi'! Frage t•: 1:!.a:c idliliil eri, >e u ,ad in Anllvort von der östeiitliclieii Meililing i .'."geben .i-erdeii. und ' dabei wird "as alle Won 'eine «sieliuiig haben: Tage' ii'u'. nein dl, a - .u,d ich werde dir,'age>l, wer du bist!" Toweit die; ..Br'st'k : Zciluna" T: linzn'ir einigste Aulwon au' ihre naive Frage, ob die T lr.-i! z'euw Lio-ker v-: k> länger in ihrer Mitte dulden töiinie», liegt wohl in; lüg. „'.'in r.ü .'iiiiickk, ,daß d:e Eon'ervaüven als würdigsten 'Räch-, ,Ha:ni«-rfirii.'s ::n 'st'eickstagswa! Ikr-'i',' Halle Her'ord Tköcker candidiren Ndurdest. T': „>»: , t« n g" 'vrickr die'eui Gernchie nicht die Berechtigung ab, w'.d.lu st*i*i cd:, .:.t> fest, daß o'sicicll in der Eandidaleiirrage noch nichts ent- >ck et -n "Ten '^iv'elvunt: der Unverfrorenheit erreicht jedoch ein Tuver-! 1 "an: •:• rer „T:,'.>',e.c!:'chen Airckeii^ilung*, welcher Tiöcker allen Ernstes * r 0' > 1' o v d .- r E :!': k «nr evangeli'ch ibeolcgi'che Faeiil'äleii cinp'iebli, , Fa. das T'.i.l'.u der eberneu Easie und der eberncn Ttirne paßt aus die i dc.u.'chen Tu.on tente nie a»' il:rc l^esinnnngs nnd Tlaiidesgenosien bieri .'.'.ileu'.de, l.ud » ii : Hst ::l>erzeugl. daß Stöcker ausnoümSivei'e die Wahr j bei: :venn . utf. die Adtleii der Cbiistlich Toeialen fuittcu durch die uingst,-i Berg:.cr::e große Tleigerung im Conne erfahren BriiScrzwiii im fachfifchcn Anliscniilenlagcr.' ,F>n Tachte» ist cs an- .aß.ich d'r ', ,,iid:a ienal.cu zu 'einem osiene» Bruch zwischen den Heitungen der , .enwira'.re',, Bui," ,,i.e der deul'ch iocialen Re'ormpariei gekommen Ter Führer ReHtincr. Z 1 m m e r ni a u n, balle nch an den Borstand des - .ei»,'tvaue-'u Va!',d.'srer"ir:s gewendet mit der An'rage, ob, die con'clvative! Bari ", :!!: >ei. m-i .er t'ce'orniPartei bebukS gegenseitiger. Unrerstülrung bei s , ,ii ii",r!'d:agsipa!ilen stch zu verständige» Für den Fall der Ablebming : :'.r Fmiii.erliiai'.ii ml'.lb.il:,', der ceniich-'oeiale zlandesverein beschlossen, .->' 'i.iunu k en ko'.l'itrei'en ergene Eandidaten der deul'ch iocialen Reformpariei ' ,".'..';a>l"U,n' Au- ::."'e .'in'rag. bat NN ,'in'trage der eo,i'ervalive» Barteileitimg , Tr, T ch b'c r a -der:, daß bei :e» hk'llgen Angrinen der „Teut'chc» Wachn" aegeii, die ^on'eirund bei de. Ber'chiedeiibkil.mehrerer Brogramnipunkie : der Bereich^.ner Berstandigiing!»:l der 'dertuiig der deul'ch 'ocialen Reformi iartet bg.-gsn'eitiaer Uitterstni-ui'. z als ansgeichlosien zu erachten sei, Tas > , T' cci 'achii'ch,!'. Tcu-ervatipeii. das „Bakerland", begleitete tiefe Ablehnnng > e st Betracht ingeu. denen wir Folgendes enuiebme».. „Zweifellos ganz patriotisch i- : a>>'iii'ne Männ-'r habe»' es bisher-, ln offenbarer Uukenntniß über! Aö'l.k',» und Ziele der re'ormeri'cheii Führer, über sich gebracht, ihre Mit-! dieser unser Hiliweis das nöthige Berständniß sinden wird; wen» nicht, wird sich die coniervative Parteileilling der Perpstichiung nicht entziehen können, diejeuigen Elemente ans der Partei zu entfernen, die nicht ciniehen, welche Pflichten ihnen digZugehörigkeit zu einer conservativen Lrganisatio» auscrlcgt. Ein offener Feind ist auch uns lieber als ein unzuverlässiger Freund," Zu dem Jubel, mit welchem in der berüchtigten Tivoli.Lersammluiig der Ucbertritt der Conservativen -zum AntisemitisinttS begrüßt wurhe, stimmt diese Lprache allerdings schlecht. Im Uebrige» bereiten nicht »nr die Teutsch-Tocialen und Reformer, sondern auch die Lbrisilich-Locialeu den Conservativen viel Verdruß, In einem offenen Briese an den Freiherr» v, Ltnmin schrieb neulich ei» Pastor Liötzfchle, „Wir Christlich-Tocialen sind an, einem Wendevliiikl aiigekommen. Wir stehen jetzt ans dem Punkte, eine reine Arbeiterpartei zu werde», die die Jnlereffen der Arbeiter mit derselben Unerschroctenheit »ertritt wie die Social-Temotratic, Wir werde» aus Lchleppenträgern der Herren .von Bildung und Besiv' zu ihren Ciegnern, Ja, wir werken bald ichlimmere Eegner sein als die Locial- Temdkraici'." vaiiven 'Ttganifaiivuen als bei reformeriichen auf- , ,- i: "„! . 2 noltsre Tcpvelverbällniß konnte >0 lange stillschweigend ' ult-'t - "!> Bwiniten, rnSbe'ondcre die Teutfch-Locialen, eben- 'allt- II.' n,z I, : :' t".:m Bcc II standen, Rachdem aber die deulich-ioeiale p-a,':.", m : . den .reinen Aimiemiie,,' sich vereinigt und die-demo tr.ii.'t. r El.avci':e '.!'. der - n.'Ukn kent'ch iocialen ^ieformparkei die Zügel der Füh'.v.liü >n "e Ha:,:-" genomme», ist es »ür einen charaktervollen Mann ganz unmäali 1geworden, gleichzeitig der monarchischen com'ervativen Partei nnd der au' eine 'l,'a'.'!amei,isbi'.,'chasl hinsirebenden demokratische» Reiormvariei anzugelstireii, Tie retrliaie Tcheitung muß ebebaldigsi eintreken, da die grund'ätzl:k.eu <« gett-Ave zwischen ki»"'en -Parteien «»versöhnlich sind Wir hoffen, daß Aus antisemitischen Blättern. iCrücntlid) und geheim, i Aiillie»iiii>'chc, Fuibarker jiibcltcii, weil der Wiener "Männergeiangverei!! iebr „inännlich" gehandell hatte. In eiiicr von clNH8>> Mitglieder» besuchte» Borbesprechimg wurde nämlich die Eandidatnr eines jüdischen Bankbcainte» für eine Tchrifttührersielle mit allen Ttiniiiien gegen die eines Tleueraiiiisadiiinctcii Hans BI ä i ch k c angenomliien. AIS eS dann aber zur Wabl kam, bei welcher geheim abgesiimull wurde, siel der von Blaichke bekäinp'tc Candldal durch nnd erhielt von 1!>!« abgegebenen Ttiilime» tauiii 37, Taß der Aiiliseimiisiiiiis, wenn es dunkel wird, viele Helfershelfer hat, die tagsüber sich dessen schäincn oder um eines Boriheiles willen liberale Gesinniiiig deucheln, war längst bekannt. Auch bei de» ÄenleinderathSwahlen »iilerstiivtcn io Manche iftt Geheimen Sie anliseiniliichen Cändidaten, während sie es ihrer Revntalion oder ihrem Interesse schuldig zu sein glanbien, sich ösi'enllich für Foilichritlsmä,iner aiiszugeben, "Riäns ist für den Miiih stnd die Charaklerfefligkeil, weläier ßueger und Genossen Rücksicht zollen müssen, bczeichnender als die Art, wie fteti das Bergani-Blakt nach den Wablen gegen de» Borichlag einer Jlliiiiiiiialion ans'vrach. Eine «olche, meinte es, ivürte viele Gesiimuugsgenosien bloßsiellcn. und das müsse verniiedcii werden, Feigheit und Treubruch konucn in einer Tladt nicht nberraschcn, die so aiitiscmiliich verseilcht ist 'wie gegenivärlig Wien, Taß dieie Tenche auch in die Reihen dcS Mäiinergcsaiigvcreines sich cingeichlichcn hat, sinden antisemitische Fntbarker „erfreulich", Frennde »er Wabrbeil, der giilen Tille und deS deutschen GeiangeS miisien es dagegen be dailern... To entzückt die Anliiemiienprcfse über das Eigebniß der geheilnen Abstlmylnng int Männergeiangvereine war, cben o geriet!« sie in Wnlh über eine von der Bereiiisleitiing spater verösi'ciitliliitejErklärung, In derselben wird zwar bebauptet, daß bei der Borbesprechimg ii» Aiigenblicke der Absiimmiing »ui clwa 40 Milgliedtr anwesend gewestn wären, von denen sich zivei gegen die Wabl des jüdi'chen Canditaten fiir die Tchriflsührerstelle ans^eiproche» bällen. Rach die'er Behanpliing, deren Zweck cs ist, de» Ponviirs des WorlbrncheS ieilens * mehrerer Bereiiisinilglieter alS „hinfällig" erscheine» zu lassen, wird jedoch mitgeiheili daß die BereinSleitiing einstimmig beschlossen habe, der llächsten Plenar.- versammlniig folgende Resolution zur Beschlußfassiiug voiz ilegen: „Ter Wienei Mäiinergeiangvercin spricht ft in tiefstes Bedauern daiüber auS, daß ein Borsall liiAgsteii Tatuins Beranlaisniig geben tonnte, ihn mit Tendenzen in Zusammen bang zu biingen, ivelchc mit seine» künstlerischen Zielen nicht barmoniren. Er sieht sich zu der'Erlläi'nng veranlaßt, taß es ihm vollkoinmen ferne liege, sich zum Tilinmelvlaye von vollll'cheii oder ooii'e>sioiiellc,i Tlreiligkeiie» welcher Arl iminer herzugeben. Er betrachtet cs als' eine Ehrenpflicht, seine überlieierien Traditionen in diesir Hinsickst hochzuhalteii, »»d ivird im ivohlvcistaiideneii eigenen Jiilerene mit aller -Torgsalt imd Ttrenge darüber wachen, daß uiibc kiimmeri um alle Pkeiiiimgsverschicdcnheilen außerhalb des Bereines in scmein Lchoße derartige nicht in den Berein gehörende, die Eintracht und das Innstlerisäie Ziisammenivirseii seiner Mitglieder iiiitergrabeiidc Tendeiize» nie und nimnicr zur Bethätigimg gelangen " Tie „T st d e n tch e R n n d sch a u" gcberdct siä, besonders emriiftet über Liesen Bersnch der Bereinslcilling, die „Täubern,ig des Bereines von, jüdische» Milgliedern" zu vereiteln, «Tkr Tkiiübolc dcS bciligcu Josef. 1 Ter lilerarischc Genosse des Paulus Mcper unk Elicnt des Advocalen Map Amon köw, der überzeugungSlreue Raceiiaiitijeniil Pfarrer Joies T e ck e r t, gibt bckaniillich auch ei» Blättchen heraus, welches den stolzen sliaincn führt: „Ter Lendbotc des heiligen Joses". In diesem einem lielgesühllen Bedürfnisse deS Pfarrers von Wcinhans entsprechende» Blättchen werden nicht imr wohlgemeinte Ralh'chläge für alle Eventualitäte», für die Aus legnng vo» Träumen, die Heilung von Gebresten, Eheschließnilgen, Enlbindiiiige» re, ertheill, sondern such dein Herausgeber mißliebige Personen durch ehrenrührige Angriffe bestraft, Einfr der so Angegriffenen, der Kailsinan» Bernhard A ö rne l in Eichhorn bei Zistersdorf, will sich dies aber nicht gefallen taffen - uttb ettirt den P'arrer Teckert vor das Lchwurgericht, vor welchein sich nun der hoch-