Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 182 (29.9.1895)
- Date
- 1895-09-29
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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5ei'.f 4 Freie» Blatt. Nr. 182. rauitatitMi$fiil)rer« der Beamten betonte ber ungarische König, :;s: bie Mmiicipien ihre Hanplwirksainkeit der Förderung des' m.iurullcn und geistigen Wohles der Bevölkerung zuwenden möge», sprach die Ucbcrzenguiig aus, das; in der Erfüllung : , e >. r A u s g a b e d e t c o n f e j fi o n e 11 e oder sprachliche Untevidueb in Ungarn feine scheide in aner bildet. (t'u'ridttltriic Sdirittc gegen terust 3diiiciDcr.) ^ie Ltaatsiinii’alt'djaft lut i'oierlk'btmgen über die verhetzende Thütigkeit des tVi.-diaitirevi? Schneider in der abgelausenen Wahlcampagne cine::et i:w fao '.'A'ataiale fite eine Anklageans Grund des if 302 3t.;n .'n;titteln. Auch die Thütigkeit anderer antisemitischer lulnct ,'oil eventuell einer strasrechtlichen Ilntetsuchung unterzogen '.verdeu. Borl.'.u'ig wird inan gut lhn», nicht allzu sanguinisch über len oye-ig derartiger Scs>riltc;u denken 3» elfter t'inie wird t>ei :nei genehtlichen Verfolgung der Schneider und Konsorten daü Ab» g-'ordueteuluus mitznfprechen batten, und wir,sind ans Grund ver- '.!'tebener Piäcekenzsälle nicht so ganz von einer eventuellen Ausue'e-.ting dieses werthvollnen Handlangers der eleriealeu Partei überi.ngt Ader wenn diele auch erfolgte, daun läge das entscheidende dach erst bei den Bolkstichtern von Wien, und diese^ scheinen, Suaioauwal: Hairlath neulich selbst mit Bedauern zugeben i.:::»-:, die Geltung deo 3"2 3t. öf auch -;iint Schutze der jirtbi 3ton nicht anerkennen;u wollen. Gin christlicher 3c*ctnIrcfortiicr im 2ntlr Hiiiniucrstcin's illlD 3cMtU'-,ff -?. ,'in eli-ieu cue. t die Beihasiuiig eines Mannes, i : i: : ,i n i; r e, Zeit als a n t i' e m i t i s ch e r A g i t a t o r - - mar fallt: dt o 1 i e g: ivielI hat, großes Aussehen. t;:::r.i st.'i-r iedoch nicht mit seiner politischen Thütigkeit in .-Z.i'amiiuui-.inae r anti'emiii'che Parteigänger wurde wegen gemeiner?!iwindeb:ui .unter Sdiloß -Und Riegel gesetzt, ,3er Berhallete ist B'„stuiialer und Installateur Frauz-K raus, Vl.,- Gumpetidoifer- -.!■n. i-.lki't. Tie 3vier des Herrn KrauS reerntiren sich, wie : von den Antisemiten Betrogenen, ans dem Staude der kleinen Handmetner. Pouieie. Greißler, Schuster und Schneider sind -;. ü Riaus um tbve inub'am znrückgelegten lii-fparniffe ge- : -.r.'idea sind. Tie Habe des Schadens, welchen diese kleinen ..- ■. : :::u .;tarnt aus dem 0'runde nicht sksigestellt werden, > . u 'kraus »• tue Be'rn.'.-'teien seit achtzehn Jahren betrieben Te: Sachverhalt in falzender: Ter Unterstützüngsrerein der a- - . - , ".nen» um heilig-^ P e t r n s" besteht seit dem 1^71 Bor 1' 3 ihren gelang es >t r a n s, den Berein, be» z . vaaa-.r:-.''.- r »fett ganze I'eiittiig und Perwaltnug in die Hände zu . --ammeu. Tu Gemeinschaftmit 'einer r»4 jährigen Gattin Theresia .: k-n Kindarn, denk 22jährigen Sväiiglergehilsen Franz seine-, 24j.tl'viaen Tochter Julie, verehelichten BiaschosSkh, -- - '-.arig.'t, T achter Ratbari na führte er die Leitung fast :: . t:;.' w n f e t e viele tan! ende DO II ulbe II b;, i n J v .: r m o g n '' ich und fei n : t Familie z n. ä - schw.-d-zbaften Tieiben wußte er den Schein des statnten» aufzudrüüeii, tauschte die Mitglieder in unerhörter B.-.i'.- > - -- uützt: o-reu Jrrtlmm und Unwissenheit, um einen großen T °: : '-1-ich -I! viiuuatnien an sich zu bringen Ter Berein hatte .*•: ' . -i tüiitzuiig und Stellenvermittlung zur Ausgabe, sollte .' . u Mi'.'erüiitzungeu 'zahlen, Bireulare und Plaeate luden zur Jn.t!t'vruchiiah:ne der' Intervention ein Tie . betrug l fl., die monatliche .sirankeneane-Anflage k: . -:.:.-rrention bei Stellenvermittlung wurde mit 5» st. i ,,r; r •' a 'r alte Fiiuetioneu des Sbmaitues, ' - . , v u dt a t . s . T i e it e r s , und d y r ch, l£ u m u- - i. ’ n i ~ 1 icgeii b,c iton machte er eine täontrole -.! I!.!-. g 1 i-ch. i'.m -sie Bcreiiismitgliedcr und Behörden ZII -■ i-, um :;.ie willtürlicheu und schwindelhatten Manipulationen - Tdes üiechtes und deS statutengemäßen Borgehens zu - . r.: > tue Al-machiingen und Beschlüsse als die des Ber» u'i'vt''!, umgab sich Rraus stets mit einem Stabe will- ... : i ' r. tli.üir.ise auch von ihm honorirter BereinS- :...-.ni!'chtig als BereinSsnuetionäre ansstellte und . s ' .. J.. .: mißbtaiichte. Im Falle er in dieser ' auf T pv - sitioii stieß, ließ er die» : - n - n . ' . .s ruhig Hinnahmen, einfach ' -» B e tn.e a u - - - ließen. Um die Bereiusmitglieder zu »'B u Haudiiiugsw-ise zu decken, fälschte Franz Kraus ' ' . 'chr-s'.-n der vc-rge'chobenen Bereinrfnnetionäre aus den Prou . nachiiäalich in seinem Sinne verfaßte und verfassen ” -■; Bericchniina ii waren zumeist gefälscht und die Bücher ma - . .-,r, daß eine Revision und Prüfung derselben nicht •i' m? ua'i-! :•' ntcnl :r Th-'il der Einnahmen des Bereines er«. scheint gar nicht ausgewieseu, da er direct in KrauS' Taschen stoß, und eS ist;. B. von jährlichen Spenden der Behörden an den Berein dem Obmannstellvertreter nichts bekannt. Auch die Einschreibegebühren und die angeblich für Zeitungsauitonceu von de» neu eintreteuden Mitgliedern häufig eiugehobenen Beträge von 5 bis 10 fl. erscheinen nicht ansgewiesen. Auch das Annonceiigeschüst war recht sonderbar. TaS Geld lockte er den Leuten dadurch heraus, daß er annoncirte, es seien mehrere Hausbesorgerposten zu vergeben. Dadurch, daß er nun ^behauptete, er könne sie nur an Bereinsmitglieder vergeben, bewog er viele Leute zum Eintritt in den Berein. Diese nöthigte er nun zum Erläge der erwähnten Gebühren, obwohl die Stellelrvermittlnng statutarisch unentgelilich geschehen sollte. Das Geld floß natürlich ihm zu. In keinem Punkte hielt, sich Kraus an das Berei'nsstatut. Durckz achtzehn Jahre hat er keine M i t g 1 ied erv ers a m m tu u g e i it b e r u f e n n n d an ch keine statutenmäßig g i 11 ig e n A n s s ch n ß w a h le n vorne hm e n lassen. Er schaltete und waltete nach eigenem Gutdünken mit den selbst oder von seinen Angehörigen eiugehobenen Mitgliedsbeiträgen. Sein eigenes Geschäft vernachlässigte er und ließ sich von der lucrativen Exploitirnng der Bereiuscasse nobel erhalten. Run hat das Commissariat Mariahils die Berhaftnüg des Mannes, nachdem er sich in verschiedener Weise verdächtig gemacht hatte, vornehmen lassen und den Schwindler dem Landesgeridzte eingeliesert. (teilt geändertes Urthcil.) Ans Prag wird berichtet: In einem Gasthanse in Srbsko wurde am I. Juli 1. I. der Geschäftsmaun Joses Fischei von dem Kanfmaiiu Wenzel Hertel ohne jeglichen (ssruud bei der Brust gepackt und zu Boden geworfen. 'Jiadjbent er sich erhoben hatte, wollte sid) Hertel nochmals auf ihn stürze», wurde jedoch durd) andere in dem Gasthause anwesende Gäste an seinem Borhaben gehindert. Gleid> beim Betreten des Gasthauses hatte nad> Angabe mehrerer Zeugen Hertel, als er des Fisd>el ansichtig wurde, geäußert, daß er ^diesen Juden dnrckiprügeln müsse". Joses Fischet iibciTeid)te gegen Hertel beim Bezirksgerichte in Bera » n die EhrenbeleidigniigSklage. Hertel wurde von. dem Einzelrichter daselbst sd>nldig. erkannt und zu einer Geldstrafe von fünf Gulden »er urtheilt. Ter klügerische Bertreter Dr. B end-iener ergriff gegen das geringe Strasansmaß die Bernsnng an das Prager Landesals Strafgericht, wo am 10. d. M. dieser Fall vor einem Appellseuate zur Berhandlniig gelangte. Dr. Bendiener hob hervor, daß eine Geldstrafe von fünf Gulden in diesem Falle keine angemesiene Bestrasnng bilden könne, daß vielmehr dem Angeklagten eine Arreststrase znzn» erkennen sei. In einer Zeit, in der die Wogen der antis:inilisd>en Sirömung so höd) gehen, wo die Bexrohnng und Berwildernng der Massen überhandiiehnte, sei es die Ausgabeder Gerichte und der Siaatsoerwaltnng, dort, wo Bildung und Anfklärnng nick)t in hinreichendem Maße wirken, die,Sd)ärse und Strenge deS Gesetzes fühle»-, zu lassen. Hertel verantwortete sid) dahin, daß er .sich in einer heftigen GemüthSbewegnng befunden habe. Zn einer faldjen sei kein Anlltß Vorgelegen. Es sei, offenbar nur die jüdische Consession deS Fisd>el gewesen, die den Hertel in Wallung gebracht habe. Der Gerichtshof gab .der Bernsnng statt, änderte das erstrid)ter» 1 id)e IIrthei 1 n nd verhängte über den Angek 1 ag tep eine a d) t u ii d v i e t z i gst ü » d ige A r r e st st rase. «teiii aufgeklärter Biirgcrmcistcr.> Man schreibt UNS aus Ga st ei ui Ein Bürgermeister, der Alles daransetzt, um der ihii^a» vertrauten Stadt-den Eharakter eines Weltbades nicht nehmen zu lassen, ist Herr S4 r a n b i n g e r in B a d - G a st e iit. Im Wunsch und Beschwerdebud)e deS Enrhauses zu Bad-Gastein fand sich vor einigen Wochen die dringende Bitte eines Antisemiten, mau möge dod) eines der christlid>-socialeu Blätter aboititiren. Der Bürzermeister Straiibinger setzte aber dazu die Bemerkung, daß sid) Blätter so ertravaganter Richtung für das Lesezimmer nid)t eignen. Wird znr Lcachahinung empsohlen! Fridllillgcr und kein tende.7 Der bekannte Grazer Anlisemit, Off-meinderath F e i ch t i n g e r, der ohnedies bereits in den mclfältigftcii Beziehnngen zu Gericht und Polizei steht, hat einen neuen Au knüpsungspunkt zu den Organen der Sid)erheit und Gerechtigkeit gefud)!. In der Rächt vom 10. SeptembeL provoeirte.er nämlid) in einem Kasseehause in der. Mnr-Borstadt einen großen Scandak, indem er den Ausfall der Wiener Gemeinderathswahlen in einer für die anwesenden Gäste höd>st verletzenden Weise besprach. Der Casetier wies Feichtinger zur Ruhe und crfndjte ihn, das Local zu verlaffen, woraus der erhöhte Zorn Feichtinger's sick> gegen den Casetier wendele. Schließlid) kam ein Wadimann, verhaftete den Herrn Gemeinderath und führte ihn aus die Poli;eiwad>stube, öon wo er nad) Ausnahme eines Protokolls entlasien wurde. Ter wirthsck)astlid)e (antisemitische) Club des Grazer Islemeinderathes hielt eine Sitzung, in welcher dem Gemeinde-