Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 181 (22.9.1895)
- Date
- 1895-09-22
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Nr. 18J, >, reite freies e'.K. i-.i i :n c r nvivii eines -Jlitifel» „Hiiiausbelsteil ist 6ie ttmntg" der Beri]efv:i.j l\\' - it. i''. angetUgt war. jü?if schon der Titel an den Tag * leg-. h-i moriniinirte Au'iav die deftigsten Angriffe; dieselben gipfelten i Su:!.:. M>; mir knr.d Au-snadmsge'epe gegen die Inden auizukomine» sei, da 1 in ta:i Reeblsbeivlistii'eiii besage». Ter Angeklagte, der bereit» wegen Aims.t'-.evbeleiki.ziing vcrnrtheill worden und- bis vor Sturz m der social- , drntolrali'cheii Partei angebörte. änsterte sich, der Slaatsaiuvalk sei zu rigoroS grg'n tb» vorgegaiigeu, denn er babe-nichl alle Juden, 'oiidcrn nur die Schädlinge liniir ibnen angegrinen. Auch inüiie ein Journalist seine I Artikel ’o ra ' ch > di i c i b t «, daß er o-s i nachher selbst mit I -ein e n A u s ' ü d r u u g e n nicht; u s r i c d e » lei. klebrigen» gebe eS - den Inten bier ,bnebrn sehr gut, wenn inan berückstchüge, dag in Paris! enerne Bciul-eii ins Taus gelegt iverden und ein Anli'einit seinen jüdischen 1 Ebe' ei nbonen bade. TiaatSanwall H a w l a t b weist daraus bin, dast in-dem 1 Ar: tel neu de» Inden im Allgemeinen die Rede.sei: die Aufforderung, die Inden l-inausziiteisten. bedeute ni.bls Anderer, als dast man stc durch Mast, nal-inen zwinge, dar Baieri.iüe zi verlassen, welches doch cbeino gut ihr Baterlaue 'ei wie das Pat-'r.and der Antisemiten. Es >'ci auch eine Unwahrbeit, daß i Ie.v-lal jich nur in :.'ii Händen der Inden aii'aminle. Ter Umstand, dast > - arg, Inden 'ich stra-rechilich veranlwoÄlich machen, berechtige nicht, damit alle; j I-I.ten generalinien zuiveUen Mit ibr.Erweids'ii'iem als .,Lchapira Sül'leni" ZU beze chi.en. e en Artikel -age auch nicht. >o und >o viele Juten, sonder» die - I den A..:l-en B.tr.'.g re:en begangen. Ter Bcstv 'ei von ,eher ein Gegcullaiit des '?>»des . »»•:», iie.ienei:'- 'ei er auch ein Gegensinne des Hanes, » d;-rar n., " >. i'\-imbekannt lei. nicht bloß bei den Gcguer,:' i ' : mir eei emei a,lderen üa:k au''lrebcnden Partei Es » d e r I i : , daß die ' ch w o r n-e » kenn doch diese < |. 2 . .-. ,t e» t :ra » trii > - »> e r ins Auge 'atzten als bisher - ivaven, dies als Niige 'abI l iche Meinungsr i » T Silbe Ailitei, Ivie der »lerimiliilte, vergisien , i ...: . J L-. .! e s Endlich -es ..elbig, llervorzubebeu, das; nch hier zu de r ’:,! -.’: (v’ auch noch eou'e'ilonelter .Hader ge'elle. Jeder beirr -.1 •Presch NI»!ne ziigereii daß Nicht der Tchlinpi an sich das . -.» .Aittl.tit b .de 2aran gewöbne man sich, und auch liberale B. tbi'-.n das ge»dl',nliche Tchiinv-cn abgegnAt. Aber der Iiibalt - Att'.k.i--- gebe liier das Schiiiip'e» binans: der Porivurs des :» -i... ed .in-il'etti. der darin den Ii—eu geinachl werde, sei schon I : : : ch.',.:, n- P. .e :. LI e I, n erkannt würde, dast durch solche . '.‘i .. z» I e': i:. - ei i ep an-gereiit werde, kann ge- .: a- - . - ''J i! il : ti»; » en Juten nicht zuui Tchupe, sondern a... : ’’'■ : •; ■. » P e ich. >' i r >::» u ::d Polksstammen nicht: dann .. - e . »sten. fu -'er: Paragraph, der iich bisher nicht bloß j ch/ : .ienli.r ge-, igi ira t, g a n aus dein T lrafgeseste zu ' i’i ■.: » , » 2 io'- die'er . i.id.ing'ichen Lvorie des Tiaaisanwalies beaiitivorleien d/ -cht-i.'./.'.! de ibnen v.-rgel-'gte Tchuid'rage ein ii i in in i g verneinend, r /.. .:../-. ech u n/, t>s Angrllagten erfolgte. — Ter zweite Prorcst l b.-t:.' d./ v.:.nrivd-.".::Aen :>!.daoreur des- „.latholiichrn Pereinrblattrs" E.-.r. i» n-.lch':» eu: Aritle: des Melier'kcheii Lerikons über die Juden- . :im .'.'in:.-.aller Irttiurt und hiebei den Juden eine Reihe vcrwerf- ' .... ^... »»ii Prrw-.ili gemacht wurde, die ne stets an den Tag. t i2 . . I i i ii t e veranliroriele sich dahin, Last ibm tas-Biblioi ch. I..still-.- IN g-.-ivz-.g .. :ne -stee.anienotii über Mcuer's Lerikan mit der P-::.;.'l.i'i.abn.e;u.-,e-e«del baue. Er habe nun in einem d.r Auifave des . ch. ch s In. ..g-.a>:: du weitli.-».-» undgeistlichen LSürdeiitiSger iowie die H. d-u" ge'»»:.», welche die Iildenver'olguugen »orgenommen, ...:d /!. an' der egenausterling geantwerlet, dast die Inden diese Ber- 'r.g:::'d-en l :a::'b,-'ch-.>-d.,-:'. b.-.uen. Ter 2 l a als an iv a ll fübrle anS, dast cr .IN d..--chich»l:ch-.-s Urlbeil des chlaries Nlchl inei-iwiniil baue, wenn der Per- -.- i ch» ge-'-zi baren wuidd. daß die Juden „stets" die ihnen imputinen j E:...-. -chau.-:: an den Tag gd.eg: därien. Tie Jury füllte abermals tiiK ein j w.:a<s ' i - i' v rech - n ch- S Perdicr. . j - mititcmititdic Liulyrobc.' Ter „Teiuschen Wacht" wurde küczlich :. >. r i>, g -i - , n im Taunns gemeldet: „Auf der Btlla des Barons Willy ‘ 'bi. d. 'and am Lounkage große Prnnkia'el stau, zu welcher die I - -. . -. -i I . i -- d r : ch mir l^'rlge sowie der Prinz von Wales eiti» Rach der Ta'et v'lanzken beide Kobe Herrschaiten NN Roth. -ch:., 1.i: Im:;, -e . i/eii Baum." Hiezu macht unser Wiener Trga» zur Walg a-.i'ch --!- Iuchlbauslerbebetl folgende Bemerkung; „Bou dem Ireunde .-» : Eestiinuii isg.-nc".'!'. eines Milan wundert uns eine derartige Bertraulichkeit -inem Lngebrrigeiz der berüchtigten Indendunastie nicht. Tag aber eine deiit'ch.e nai'e.l» stch verqei'en konnte, der jüdischen Eitelkeit ihren Zoll zu entrlch:e;>, must gerechtes Bewemden erregen. Wer weist übrigens, wozu die bei:,-» Baume, die ledeniatls noch starke Aeste bekommen de isn -.- die Rachkommcn Rotbschild'S gut sind." Wir weisen karau' bin. dast auch vor dem levlen Pariser Attentate aus das Haus Rothschild sich iv Trumonl's ..I.i> r-?uro!o eine ähnliche zarte Andeuiung besand; eS ist ai'o nicht ausgeschlossen, dast auch unsere „Provagandisten der Thal" nur aus B l a, i. das kosungSivort harren, ui» das, was Won Boutheille schlecht gemacht, in verbesserter Anflage zu wiederholen. ((5drklikrkl8rung.> Ter Controlor de» Theaters in der Zosesstadt, He r A. MenkeS, war im „T e u t s ch e u B o l k« b l a t t" fälschlich beschuldigt worden, dast er einen Garderobier des Erwähnte» Theater», der sich in Wahrheit selbst getödtet halle, eimordet und auch ein Bicycle gestohlen habe. Herr Menkes strengte deshalb eine Ehrcnbeleidlgungsklage an, welche mm dahin führte, dast daS „Teuische Bolksblatt" eine Ehrenerklärimg abgab und stch dazu bekanine, die schwere Beschnldigung gegen MenkeS „in Folge vollständig uurichliger In forwalion" erhoben zu haben. (Prktzklagk. i Einer der Führer der srcistunige» Gewerbepanei. der Tapczicier Iilliiis Ttadler, wurde i» einem Arlikel des „Deutscheil BolkSblattes'; „Tie Apostel der feeifiuuige» Gewerbepanei," belilelt, au» Aulast einer von ihm in einer Wählerversamiuluug gehaltene» Rede ai.ss Heftigste angegrifjeu und sogar verbrecherischer Haudluuge» beschuldigt Herr Stadler hat mm dnich seinen Rkchissreuiid Herr» Tr. Alfred Mittler gegen das „Deulsche Volks blan" die Preßklage eingeleiiel. ^-cl>l>l>.'rmi. ü!!i.'>ril.H-nn>>t ein Jude'? Man wird sich wohl noch des großen Aufsehens criniikrn, welches vor einigen Jahren ein Buch „Rcinbraydt als Erzieher" machte, in welchem der große nordische Maler als der (isermanc schlechtweg, als Typus der Racc erschien, und' just die Racen-Antiscinitc» waren cs, welche dieses Buch als esne Ark Evangelium ihrer Weltanschauung für sich rcclainiltcn. Es gäbe nun wirklich keinen besseren 'Epaß niid keine gclnngencrc «ainrc ans die sttaccnkhcoric als den Beweis, daß :)tembrandl icll'si ein Jude, ein BoUblntjude gewesen sei. Diese» Beweis hat rin Aincrikancr, der Friedensrichter Dsias kl. Morary in Boston, allen Ernstes angclrctcn in dem Buche. „Ii'-mbrandt;i Jcw? A f-ritic.il li-i-iui-iitoii". ^Boston 1SD4.) Hub wenn auch die Beweis sührung Morqrn's — der nebenher bemerkt ein guter Ehiist »ud Mitglied der mcihodistischcn l^cmcindc von Wcsihill. <guare rst — in inanchen Punkten an die berühmte Fuchsthymologic erinnert, so ist dieselbe doch auch voul wissenschaftlich kunslhislorischc» 'und kunstkrili scheu Ltandpuiiklc durchaus nicht so kur; von der Hand;n weisen Ter Anlaß zu Morary's Enldcckung war folgender: Unter bet Photogravurc einer Zeichnung, welche Rcmbrandt's Frau Laskia vor skcUt, sah cr einige Zeilen von des Künstlers Hand und hielt sic iist ersten Augenblick für jüdische Eursivschrisl. Es waren die Charaklcrc einer Hand, die in stoßweise hingesetztcn Einzelbuchslaben solche Schritt zu schreiben pflegt, und zwar von rechts nach links. „Ter Eindruck war-ganz frappant," schreibt Richter Motary, „und ich staunte, als ich bei näherer Betrachtung dennoch einen christlichen Text von lints nach rechts lesen mußte." Indcß war. seine „analyrisch combiitalorische Phantasie" einmal erregt und cr gab ihr nach. Er suchte Abbildungen von Allem, was Ncinbrandl gemalt, radirt und gezeichnet, und seine Bcrdachtsgründc „wurderi immer fetter", Selbst für eine ererbte Neigung der Hand, von rechts nach links zu ziehen, fand er merkwürdige Beweise. Er weist;. B. sehr scharfsinnig auf die Wendelkreppen in inehreren Bildern Rcmbraiidt's (so im „grübelnde» Philosophen" des Pouvrc, im Porträt des Ephraim Bonus u. s. w.) hin, die ihre Schwenkung sämmtlich von rechls »ach links nehmen, während ein christlich gewöhnlcr Tarstellcr seine christlichen Wendeltreppen höchst wahrscheinlich von links nach rechts gedreht hätte. Er weist auf das radirte Blatt „Tr. Faustus" hi», wo die mystische Erscheinung als eine lichrumstrahltc cabbalistische Inschrift oder Formel dargcstellt ist. Er macht auf da« Schwanken in Rcmbrandt's eigener holländischer Untcrschrift ausmcrksani, wo der lliame bald mit ,d", bald mit „t", bald mit „dt" endet; ein Beweis, daß tcr dtame erst seit Kurzem in der geltenden Landessprache geschrieben zu werden pflegte. Das sind ohne Zweifel auffallende Beweisgründe, obgleich man Einiges dagegen einwenden kann. Bor Allem ist die Schrift kein sicherer Beweis, denn dann war auch der hochkatholische Lionardo da Vinci Jude, der seine großen Foliobände von rechts nach links in Spiegelschrift vollschrieb. Und die Richtung der Schneckenstiege ändert sich schon durch den Abdruck von einer Platte, so daß rechts und links sich vertauschen. Tie unsichere Schreibung des. Namens endlich hat Rcnibrandt mit seinen meisten College« gemein; der Delfter Bandermeer ist gar mit Permeer identisch und trotzdem kein Jude. Doch betrachten wir den weiteren Forschungsgang Morary's, dcr sich übrigens weder philonoch antisemitisch gibt und nur die reine