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Freies Blatt · 1895-09-22 · 181 (22.9.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
181 (22.9.1895)
Date
1895-09-22
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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2lr. 181 - Freies gerichtete Anfrage dahin, „daß die Juden so ordentlich, so gesetzsiebcnd, l so arbeitsam, so mäßig und einfach sind, wie irgend welche (Staffc der Bevölkerung." — William I. ©tone, Gouverneur des ©taäteS Missouri, schreibt: „Ich glaube mit Sicherheit behaupte» zu können,! daß die Juden fürsorgliche, gesetzliebende, vorwärtSslrebende Menschen j sind, ©ie halten, die Erfüllung der Bürgerpflichten anbelangend, de» Vergleich mit dem allgemeinen Durchschnitte der Missourianer wohl auS, DaS Glaubenöbckenntniß ausgenommen, werden« die Inden kaum als eine von den anderen verschiedene BcvölkerungSclassc betrachtet. Die Juden in Misiouri sind „all ri>rl)t", sic sind' weder bcsicr, noch schlechter als wir Ucbrigen." Aus antisemitischen Vereinen und" sannnlunaen. I ©irgtSsesie.i Heller Jubel herrscht »Iller dl-ii Arnisciiiiiel, über den Erlolg der Wahl; ftcjte werden gefeien, bei denen der General Feldniar-chaU Tocior V n k g c r, gn'olgt von seinem ©lab, iininer im recht?» Moiliente ernbeinl, rini 'einen Voll» für die geschickte Führung der „schwarzen" Armee in der Fori» von Hochrusr» »nd sonstige» rTvaiionen Kiildvollst cmgegcnzliuehuicii Ter csseelvollsic ©äil»ß icder dieser FrstivilSle» ist die Glorisirirnug Vnegri's als;»- lüiisiigrr Bürgdriiirislrr von Wien. In der Jkschkr'ainininn,; in M a r g a relhe» hielk ©trobad» die Festrede, nud eben, als er kainii fchlost. daß nun der Wunsch deS christlichen Polte«, Tr. Vneger an der ©pil>e de. Commune Wien zu sehen, eisnlli iverde, öffnete sich die ©aalihüre, und stolz wie ein Spanier schrill Vneger in den ©aal, Aach einigen wenigeir Worlen, in denen er nalnrlich der Juden und Judenliberalen in der gewohiilei, schMeichelbasten Weile gedachle. enlnstetellc er sein zukünftige« Arbeiisprogramiii. „Für uns." sagle er, „löiiiim ii»n die Zeil, in welcher elwaS zu leisten sein iviid-, iepi erst koninil die Zeit der währen Anstrengung, und da beisir e« nlni Geduld haben, denn diese ist uölhig, um übcrhanvt elwaS leistci, zu kömien. Mil einciii Federstriche kann man nicht die ©diädrn, welche dem christlichen Volle durch -'!>» Iabre hinsnrch geichlagen wurden, beseitigen." Es lragt sich nur, ob dem „christlichen Volke", kaS Vnrgcr selbst >o »iigednldig geinächl Hai, nichl die Geduld auSgehen wird lleberhanpt stimmt di,--e Vertröstung 'chlecht mit seinen Reden in den zahlreichen Wählerveriaininliingeii, ivo er den gläubigen Zuhörer» ver-piacb, cs weide, sobald die Anliieniilei, anS Ruder kämen, miteiiiein ©chlage Alles bester iverden — Eine halbe Llnn.de später war Vneger bei Treher ans der Vaud st r a st c und erschien auch dort jnst in dem Monienie, als er feierlich znni Bürgriineister ansgeschrien wurde.. Tr. Vneger dankte ver bindlichst lächelnd und »leime, man solle nur auch bei den Wahlen im II und I Wahlkörper so brav ici» wie im III ^Wahlkörper, dann iveide Wien biniiei, .'lurzeiii jukeiircin geniachl sein. TonnerStag Abend« veranstaltele» die Ami seniile» in H e r n a l S im Gichiva»di»er>aalc eine ©iegesst-ier, zu welcher Toeior Vneger mit echt lheatralischei» Esscct i» dem Moaienle erschien, alS der Por stpende von der Wahl des liiusligeu Bürger»,cisters;>, sprechen begann, Mau »inst läge», das Arrangement ivar auch bei Gichwandtiier recht geschielt und halte grandiose» Eifolg, In feierlichster'Weis/ ivnrde Vneger ein riesiger Vorbeerkranz überreicht, und nun ivollie der Jubel kein Ende.nehmen. Ter rtfjfifrtf ergriff, iiachtein sich die SSm«,mulmig, der a n ch © laal « b e a in t c in U » i s o r in b e i w o h» : c », iniide geschrien hatte, da» Wort lind bezeichneie gleich anfangs Jede», der bei de» nächsten Wahlen für die Viberalc» stimmen werbe, als I o I a l v e r r n ck t und d e in B l ö d s i n » ver ialle» und meinte weiter, datz jetzt die Zeit gekoniuie» sei, wo sich die gesainnile kalholii'che Welt erhebe» ivird, uni die Inden n n d ihre n echte d o r I h > n z» erpediren, wo sie hi »gehören lArosten Beifall erregte die Bemerkung Tr. Vneger'«, daß e S » u n e i » e H a n p t a n t g a b e der A n t i» l o in i t e n sei, die Inden a n S allen A e in t e r n h i » a » S z n wersen. Ebenso zart war die dringende Bitte Vneger'S, AUeS anfzubiete», damit auch der« II. Wahlkörper erobert und die © ch ä d e l d e r Z e i t n » g »- I >i d e >i auch d a e i » g e s ch l a g e n werden. Ter nächste Redner, Herr v. Pacher, erklärte, die Vertreibung der Juden aus allen Akmlern sei'ein Prograninipnukl, dem nicht allein er, sondern da» ganze christliche Wie» zu stimmen werde, denn die Juden und ihre Knechte seien nicht werth, angespnckt zu werde». Run, wir iviffe» nicht, ob de» Beaintcii der österreichisch-ungariichen Bank, der ersten österreichische» ©parcaffe, de» »iederösterreichiichen Vandesbeamten n. A. damit gedient sein wird. Ist unter ihnen doch kein einziger Jude, und da« Aequivalent snr den ©tinimzettel, den sie den Antiseniite» geben, daher so gut wie — Rull. TaS wird sie aber nicht verhindern, Montag für die braven Antisemiten zu stimme». l.Tchoii Wieder ein iicukS Programm.» Tie antisemitischen Blätter veröstemliche» den Entwurf eines »eueit Parteiprograinmes der „T e » t s di« >' o e i a l e n R e f o r ,,i p a r t e i", welche« dem Erfurter Parteitage unterbreitet werden soll. TaS consnse Machwerk der Herren V i e b e r ni a n n v. ©o»ne»- berg und Zimmer man» perorirt allerlei über „Socialreform", „Tr-, Blatt.; iim i. t , ga» stalion der' Arbeit", „BollSiechl", „s o e i a Ix S H ö ti i g 11) » m" n ’ iv -Seine Hanptleistung in „alnilich da« ©chimv-,» anes,- Inden: >o beisil es >1. A: „Träger der Jeisepgng IN da« stainnisreittSe Jiidenvoll, da«-sich IN »n>ere»i ivirihichaiiliä»-,!, polnisä-ei, und geicllnha-llilieii Vebe»,-'in der Rräns pflege »nd in der Presse niverhäNiiistiiiästig rorbrangt »»d damit den Anlast ZN der anliiemilischeil ©irömniig gegeben bai. die sich in Te»i-ä,l'i»d. wie in . allen Eullnistaaten, Bahn gebrochen T'ars Richl privat-' und"'»!'»» rcligiö'e Grüiibe bestiinine» uns zu»i,.nainp'e gegen den innercii Feind, mir nationale und wirlhichastliche. Ternsche» Geist und demiche Eigegan ivollen wir be:val>re-i vor jedem schädlichen Fremdstoss, demsche Aiben säuinen geg,n Aiisiiütziing n»d A»sbe»ln»g. Bon diesem T landvnnklc ans er-cheint uns der.'lamps gegen den jüdischen Geist, gegen die wachsende Beiindung ans allen 'S.-bieien de» Vebens alS eine politische »nd sittliche Roihwendiglen." A„ d„allgemeinen Grundsätze"-schließe» sich die in 1 *.* Pnnlle» ioitmtliru» Fa' dernngeii der Parle, an. Tie 1!». und leple diese» Forderungen lautet-. „Aiiinell-.mg und dauernde'' Führung einer ©tatiüil über d-.e in Tent'chlanS leben:.-n J-.de» unter An wcndnng des Racenstandpiinlies. .Verbot der Enm a> ' -.o . '-.emder Juden. Anshebnng der «Gleichberechtigung „ud Lirllnng d.-. ,-n a-u.-.iämd lebenden Inden unter ein be-onderes Fceindenrecht, Lä ää-n >iv:, .n»'--n l.a'iuä»- , Pinsung der iüdi'chen':>>eligi0iisvor-'chrislen bezüglich -v'- - und ibrer . Veibindlichkeil." Ei» wahr,» zstlüll, daß die all,a! rn b; :-.e»n,a-.>n, anstanchenden neuen Parleivregramme der Aäili-eiiil-.: e n>.d i'.i-v ©chöpier selb» nicht ernst nelnnen. l„Gvailgelischcs Bier."» Zur ©edan-eiei in < r . , i'm .»« sollte die Wiith'cha-t des ©onnenivirä'es 2 a n f-V l die .Fe-::...::» -. j © ladtralh aber, der« osfenbar »oäi in den Anichan,-::: «en I- ■ ..- ,! der „Heilbro,mcr Zeitung" znioige, die Erllarnng ,ii ■ iv i r l b dar' nichl >v i r l b ' ch a - l e u, w i i n> .-!:<••;; ‘ ' q e t i i di e $ Bier! Ter Auvrei-ei des evangeli'-bei- Bi--e-.-' ist - > - i («i'iioilf der Venle, weläie die Parole: „ei.in'l irichi l"; . l -- Zllufami|ominid?on blättern.; lJoilrltttlijmchc Briiiluriivergisiilng. - Aw. l,' d. •' .-.m . ©äiii-nrgelichte die Berbandlniig il-d>>- den s,. >r - > I e r i k i", Jo'et © t r e >b a, a»' Gzn»r eii.e: Artia.ze e r ©r tatsb-'l. stall, die wegen dreier An'-äve des Bla't-'S nach .'."V erlaben war T>. rstdcrielbeil sübvle >>» Titel: „Eni radieaies 'Mittel gegendie Jude, Jntgstc» 11 \ den ©dininki-iischen" und embielt ein Berzeiän»» ran ©vei-en, Wirlhe ihren iiidi'chen tVäste». mir iliiu» »nnngenel-,,, z» werde,-,.'.-..:.--.,-,-, 1 sollie»; der;n-e,ie: ,,©ebr frei na.l- ©chttler", Im'.-t.1 eine .:ege» I,. geiichiel- Parodie de» ©chiller'-chen Pmischl-'les. der l-ie»: nimm nnS die' Jndenvresse weg!" »nd, embiell Anst'äUe, gegen die liberalen Zeiinnge». Ter Angeliagie veramworlel,--ficfi t-abfn, daß d.r c.»r. Au-bal' e>» harinloier ©cherz >'et, der zweiie im 'i.inu-v r.i.lu üoer d ,i lichei, Grcnzeil hinansgelie,» der dritte r»n-Angr,ssgegen Jaiirnali». y, gegen die Inden .>'e>. ©laaiSanivalr >> a iv t a l K -agie »i -e,n-m ©ä N:-' i : . man wisse, daß der „.stilerili" seil einiger Zeit vollständig in das a:.!v -:> : -1 - Vager abgeichwenli ist, so daß der Angetiagie als aitti'eniitt'.beedA-'iia-o. irachteii ici Tein e»t-'vreche auch der Inhalt de-'- Bla-ie-', d i ü.b inune ni.r gegen die Inden wende'. Was nn» das von dein ,-,.H t. : i!;" .-.l .ene. „radirale :",'iliel gegen die Jude» Invasion in e,-p ©äimm-rn-i-i-e:-. . ", --- -Vi e» wobl richtig, daß die-'ei- Artikel icherzba'l angelegt >'ei Ai..-:- , ^7», verlangt ivird, daß de» Juden „W'aiier an«, den: © t I . -nst e n bei-dein Mi st Hansen" liiiigestellt iveide. io gehe die» nl- -- ' . ,-i.nä'nge hinaus und bilde eine j o n r » a I i st > >' ,1> o B r n n n , „ n a » g : der zweiie Arnkel jedoch itt nicht ipastbasi, ''onderi: bilde ,-:n--» i:i’i>Angriis ans Sie Inden,, von denen gesagt wird, das« sie ichdchbni nur ich sie de» Gewi'ii»- baben, herr>ch'üchtig „nd brutal seien und die Arwinh bedriie.en Ter An-sai> ,,'Maiistät, ni»»» ji»S die Jndenpresse weg!" -ei alle:'-»igs «nr gegen die >o geiiaiinte Judeupressc gerichiet, allein map l erü-l-ichttge». hast eS e,„ bekanntes ,fla»ipf»iittel sei, sneressive jede'» einzelne» Bei»'-«üv:j,z >i»ziigrcise»^ beule dib Joitriialisten. dann die .'ian'Ieme, dann die Aerzle, dann die Advocaien, »>» so die Ge>'a»nmheit zu treffen. Auch seien darin ©teile» eiiibatteii, welche sich gegen da« Jndemhiinl üb>-rl!aupl lebrei: und einen Aiigri-t w-der die durch die -©taaiSgrundgeieve ansgeivrochene Gleichberechtigung bilden, Ter Bertkeidigcr Tr. Vneger wendete sich gcgc» die gerichtliche» Persolg»»gen der amisemitisdien Blätter nach littst, die, wir er wohl wisse, nur dadurch hervorgerufen werde», daß das „Gesd>rei der liberale» Partei" die -Ntiuisier'und die ©laatSanwälte aufgeregt habe, Tieier Paragraph 'fei am keiiien der i,»aimi- »irten Artikel anwendbar. Tie Juni bcämwortete säinintliche ©chitldtrage» e i ii st i in in i g verneine» d, woraus ©trecha s r e i g c i v r ö ch e » wurde . (Roch zwei ssreisprstchc. Ali! Ist, d M fanden yi Wie» zivei weilere ©chwnrgerichiSprocesse gegen antiseinilische Zeiilingen wegen Bergehen gegen 8 littst ©t,-G, statt, Ter erste Protest betraf ei» Blättchen unter dem Titel „Politische« BolkSblatt" („Ter g'rade Michet"», dessen Redaeieur

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