Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 180 (15.9.1895)
- Date
- 1895-09-15
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite Freies Blatt. Nr. 180. jem .v.i-dieu oiingliini Ss-olf verargen, wenn er nach dem-Leone Christi hin> .!■■! :u;r dergleichen timt r Urwicncrs »Nagt. Ter iatliam belannte Tbnzann des „Christlich socialen L re i! s" vnbwig P s e n II e r chatte sich am-10. September wegen eines GebI.i'ies IN der von ihm IieranSqegebenen Wochenschrift „T e st e r r e I ch i s ch e r B elf; ' r e n lt d" vor öferidu zn verantworten. Dasselbe sühne den Titel ..Urwien.'ir ttage", erging sich in Glossen über die Zutiabme der Juden in Wie» und ipraeb die Ansicht aus, daß dein echten Wiener nichts Anderes übrig bleiben werde, als ai sznwanbern Tie Ttaaisanwalt'chaft sand hierin eine Ansrei;n,ig tu Hast und Lerachtniig und erhob deshalb die Anklage wegen A»f> iviegeliing L > e ii u e r erklärte, daß ihm jede Aufreizung ferne gelegen sei; das G e d i än > e i e t iv a S L eh e r z h a f t e s, und ichon die Ironie^ desselben ',-b.iesie eine ernste Absicht aus Staatsanwalt H a w I a t h sübne in seinem Td'lnßantiage ans, ein gewißes Maß von Parierkamps fei nothw'ndig, doch rin\’ iiid:l weit gegangen werden, wie es hier geschehen fei. Durch daS,ineriiiiinin>> Gedicht vi K :>OJ 2t.-G. verletzt, durch welchen nicht bloß dieAnfreiniug zn 'eindieligen t^ennuungen, sondern auch jene;n feindseligen Handlun;en ne:wehrt iei. Man dürfe nicht warten, bis zu Lkord und redt'g'lag au fg e'or d e r t werde, denn von G ei i n n n n ge n zu Handluu.'.'ti ei o't rinr Ein Sdiritt. Ter Ton des incriminirten Grdi.l ree- 's, allerkinipS nur icherzhast, nicht aber d.er Grund getaute d e -t-ierb e tt. Es ’et gei'äbrIich, w e n n eine Bolkscla'se ■f : ihm!". i;:' be’ äi>mp ' t iv .'rde. Ter „ari'che" Lertlieid.iger P o r z e r ztnta.b't ans dem ganzen Proceste einen Tendeuzvroceß zu machen, indem '. 'ie ib'enreriuhe Bebanvtiing anistellie. daS felge daraus, daß die ' gegen n?.i.wnrg.'ri.chts- •<ficn zwar eine große Zahl Lreßprorene bringe, a I e ■ : » it o tt P r o , . ß g e g . n ein 11 b e r a I e s B l a t1. Es würde gse,! tsge'ubl die-'es „ai I'cheu" Advocateu enti'vrechea, wenn — io o't .ui u!!>!i>>ch's Blatt sich eines itra'rechtlichen TeUeles ichutdig macht — .;! ii:i iieaoi.itr in Unterinchiing gezogen würde. Tie Geschworenen . .. i. n 7: e S w >t! d »rage ciuftim!w,ig, w orau? P'enuer diesina I : ini w v' e * Aiitisctiiitischcr Jrrniin. > Tte ,.Li e u e r a eue st e n :'i achr , chte n" i.. icc-teti Nummer vom V d. M. in einem mit „Bericht vom i.>::itber'.frtebetien;li:''at? 'oigende Smtprobet „linier t. k. Heer tut :. d.e 'i-'lM t, sich von jeder volitiichen Ttellnugnahme sernznbalten, ruu.a.i ii. etncm rei. glotte:, Staate nnerläßlich ist. Nichtsdestoweniger sind vi.' i.. t u t. daß ein Tieg der Boiksvartei . über die intern'ationalen J-reiiid t'.-u .'. i'i.v mein: :.iieii vätiioti'dien Armee mit warmer Tinnxatbie be .' T>> At'Mre kannte 'dien lange und kenn: nun um io genauer . ..?>.. .. und J.iude. - Nach dem Tilge möchten wir ein elfte» Gebot :.c Gott eb.ltch.-tt christlichen BvlkeS iognen möge: .Tn ..." ai.' : u d i' ch . u B t a 11 ‘;■ ti n g e lese it i ns Jv euer werten! ' . u 7: v 2 a nn'l .dttv ■ auch nicht mehr den M u l d der Jetgheil t.'.n. :v:;i: itsir» nicht n.,hr der .ein: Tchitd bober und höchster Tinctere mit .' . .' lum: Eiert.';.".vorstn. Tie Christen, welche am siamvie gegen . : :.'.-..u.:i uidtt, ,.. . . tt sich in die Bü'cke verkriechen und sich ob ihrer ' ' t: j::v To e-'vcht wogen Stilb doch 'chon einige von ihnen . . Ct t-et", angsichtacht r.’.ttivt, wr t sie sich ihres hiberalismus Tat d 'i r t Cr.-ati;ttr isinnige un' 'v^che, welch' es werden ... - :t eii.'iwf verw! ch n. den eine geivi'ie beichtmvil'Ude . . - '- .V k. k. Ärntre auf deren Tisidiere 'Machte, und ipi.'lt^i . >' n ilt.ii.,. it .''.gner . r. a : :t .lang hinaus. Dar vertragt : : .Iiüit II Tru:-tu:en d.rari'g.'.' Bluter. Retter des Gewerbes ie: .vt':v. Tee lii.'Metetit des „Wiener Aenesieu Unsinns" i . ei'. .... a. --'it ui'ch fs.vif'. in das Ltabload bckotumeu. ^ttckrnli GnfftlS ein Jüdr.- Tw „Gerechtigkeit", das obicurc . '. 7 i. er. Ar! 'Iier'chg'l T sterreichs", macht den. vor einem ' " . - T.'.'ig.ie.i d,..'. Engels ebne viel Jederleien znm i a ' n.b >.b . : ,-n ...E-d-'-t Eneeic" in folgender - erbaulichen | > . sit: st iiii'it.s. als kevkettd e Judo von den Jrrtbümern eeS - . ' 'i. . . -:e.'11r gegen das Cb 'ireul!'!M mit Haß er'üllt,' war» cr sich ...C t'.i und Jeuerbao und dann ani die Theorien der «octqlen i. ' Tbäligkeir. Cent .'tamv^ gegen die bestellende Ge>'eUschafis. sii.'. B.'sriedigititg. wollte er den siamps in ieiuem eigenen. ... t; C" ".'i biiel aber '"ein ganzes z.'eben mehr wtisoit'chaitlicher v o rar Bitilsmann. feilt. Tenkeii mit Hübien war . " ' Bclk-'s, desaalb stand er in keinem Eoniacte mit dem- '.".ttoitar der Gel-.brienftube. >'«>, Berkehr -bestand aus; liii! leinen — cbeiisalls meist jüdiichen —; :!." wni.:' »s Bou.olnljnt-ech '.Natürlich ist Alles freie - •* ' . ‘;t'\. . in it.ii etwas von Engel»' Buch gegen ■ ' dml' oo. tt» teil Tchliiß zog, der Gegner des >" ■ ■ ’ - '.!d.ir..' n».' ei» Jude fein. Das ist einmal t Feuilleton. Z n A d.) f und Wnn n. tloman^aus Polens tlorjeit VVtt Carl ©riet. (it. stoiisktzung.) Zweiuiid; >va »; igstcs (5 apitel. Es litt ihn auch nicht lange mehr daheim. Tcr Gedanke der Rache peinigte ihn und zerfleischte seine Brust mit unnciutbarcii Mzntcrn. Er verfolgte ihn am Tage und raubte ihm den Schlaf i sciircr Rächie; sein Zustand wurde iniiucr unerträglicher und drohte i ihn mit den Beistand zu bringen. Dem mußte ein Ende gemacht werden, cr mußte sich geivaltsam aufraffcn aus dem düsteren Tahin- . brüten, das einem langsamen Tode glich; so sehr zchrkc das tödtlich schleichende Gifl dcö Hasses und der unbefriedigte» Rache an seinem! R'ben. Er sühste es, cr mußte handeln! , Und so traf cr denn alle Borbcrcikungcn für eine längere Abi Wesenheit vom Schlosse, stellte verläßliche Wächter an, ließ treue, im | Ticnste seines Hauses erprobte Diener und tapfere, ihm treu ergebene I Krieger znrüek, um im Rothfallc die Burg erfolgreich gegen etwaige i Angrisfc zu vcrthcidigcn. An einen Aufruhr, eine Entpörnng der Vcib^ eigenen war wohl nicht mehr zu dcnkcii, denn die waren jetzt muth- . und kraftlos und hätten sich zu einer zweiten Rebellion nicht mehr ' ausrafsen können. In Sswielice, wie überall auf den umliegetiden i Burgen, wo sie 'die Fackel. der Empörung geschwungen/waren sie/ unkcrdrückl und zu Boden geworfen und in ein noch strengeres Joch! gespannt worden. Rachdem also Bogdan alle nothwendigen stliaßregeln angeordnct und die Tinge in Sswielice tmeder in gewohntem Gange waren, traf j er die umfassendsten Borbereitnnge» zu seiner Abreise. Er rüstete seine Krieger aufs Beste ans, versah sie mit neuen Waffen, kurzum, er trat Anstalten, als ob er in eine Schlacht ziehen wollte, trotzdem jetzt gerade Friede herrschte. Und so gerüstet machte er sich eines Tages ans den Weg und begab sich mit seincin Trosse nach Krakau. . Hicher waren indcß schon mehrere der Edlen wieder zurückgckchrl;. thcils halten sie, wie der strodeeer, daheim so nnliebsame Zustände angeirosfen, hatten die Gattin oder die Töchter vergnügt den Ehebnnd tragen ichcu, den sie an Stelle des fernen Gatten mit dessen Sclavkn ciii. egangen waren, thcils wieder zog es sie nach dem Hofleben zurüct, und sic konnten in der ländlichen Einförmigkoit ihres Gebens die rauschenden Festlichkeiten nicht missen, deren eö am Hose stets jo viele gab, oder auch sic sehnten sich nach Aheittcnern und äiriegsthatcn, -und da war cs bcffcr, dieselben in Krakau abzuwarlen als daheim in irgend einer öden Gegend, wo man vom Erker aus das Heulen, des Sturmes hören tonnte statt ranschcnder Feslgcsängc und kric,,criichem Waffengeklirre. So waren denn die Meisten wieder in Krakau versammelt und gaben sich dein langenibchrtcn Genuffe dcö Hoslebcnö von Reucnzhin. Einige unter den Edlen halten sich dem ätönige wieder offen genähert, während andere in kühler Zurückhallung verharrten und cs nicht vermochten, öem Könige. wieder zn nahen ivic ehedem, in ifiebc und Berchrung. Ticser Zustand sollte aber ein Ende nehmen, und mit der Anknnfl Bogdans von SSwielice in ätrakau klärte sich die Situation, und die Tinge begannen in voller Schroffheit hervorzutrcten. listig und heimtückisch matte' cr beit Edlen das Wesen des Königs, schilderte ihnen denen uucrmcßliche Herrschsucht und nuerträßlichen Hochmnth, den cr sic stets und bei jedem Anlaffe hätte fühlen lassen, entrollte vor ihren Blieken das t'cbcn des Königs, das eine Kette von Raub und Mordgier, von Wollust und Berbrechcn sei, und' wie er, jener verhaßte Bolcslaiv, den Geist der Berdcrbniß großgezogcn im Lande und die .Siltenlosigkeit gezeitigt und durch sein schwelgerisch wüstes Leben selbst ein böics Beispiel gcgcbeik. War ja keine Frau und auch kein 'unfchuldiges Bt'adchcu sicher vor diesem Wüstling, und heute oder morgen kann cr, wenn's ihm beliebt, die Schande in das Haus eines jeden EdelmanneS bringen. Jetzt freilich schmachtete cr in den Licbesbandcn einer Jüdin, o welch unerhörte Schmach für unser Land! Ein Polens könig' und an feiner Seite — eine Jüdin! Richt Bolcslaw audcm Piastenstamm regiert das Reich, nein, eine Jüdin, denn cs ist ja bekannt, wie cr ihr Sclave und in Allem ihr zn Willen ist. Und so wühlte und schmähte er ohne Unterlaß, und das Gift seiner Rede wurde zum keimenden Samenkorn und zeitigte in den