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Freies Blatt · 1895-09-08 · 179 (8.9.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
179 (8.9.1895)
Date
1895-09-08
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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(\t rette t> .freies Blatt. Nr. 179. irmbteti, wenn wir 'einen trtfer in der Verkündigung De« göttlichen Worte« loben, trenn wir Die mtgejüblten Thaiett feiner Nächstenliebe preisen, möchte er t'ieitfidn Dte’c« allgeiiteine Unheil auch gering schätzen Tiefe« allgemeine günstige H:-S't-tl in aber (?otte« Stimme uns Darum Da« Höchste, wa« ein Priester er- ■.r ,1. :! kann. Schon Der heilige Paulu« bat peil feinem 'Nachfolger Tiniothen« -evtef:. Da st nur Derjenige;um Priesteramte jugelaften merDen Dürfe, Der t: .-tue« guten Nufe« erfreut. UnD feit Die katholische Kirche besteht, fragt Der Bt'ckof, ob Der ju 2v5etbenDe auch wiirDig fei. „Seor Deiner Weihe hat Der »mtreuDo Siaeon Dem Bt'ckofe gesagt. Daß Dt: wiirDig Des Priesterthume« vteit." -prach Der ReDner, „uitD nun ruft Dir Die ganze, hier versammelte rl'ieuge tu, uns 'Alle, Die Dich tmuen, stimmen bei: ,2h hast treu Deines •.Hütte? gewaltet, üfveue Dieb Darum uns hoffe auf ein gnädiges Unheil Christi, Des Herrn.'" "i'iit -IttsDtfielen Der Tankbarkeit im Namen Der fflentcinDon, im •Namen De? ka'holt'chen (i'efeUenoereine?, im Namen Der artnett SchulkinDer un? tarnen? unserer rinnen uitD int Namen Aller Derer, Die in Dieser Kirche Durch ibn Die OütaDe De« (D'ottteDtenfte« erhielte», -chloß Der ReDner. Nach Prost >>ot rl n t h a t l e r 'prach Herr Eooperaior T a s e r, inDeiit er ein Wort De« t, ligen Kai'er« Piazimiltan von. Mexico: „Von (KolD Das Herz, Den Sinn reu Eit.' in rill.-tu Das ringe himmelwärts" auf Den Jubilar anwetiDele, fein go.DHe-.;, 'einen unet'chutterlichen Sinn für Neckt unD Wahrheit uub fein uttet:::-..utej t';ottrertraueu orte«. Sie NeDe Die'c« Hingen Priester.« erzielte :.'• macht!.'.', ta ergc.u'euD« Wirkung. Hierauf bestieg Der lüemeiitDe'ccretär r. :. ‘vt:• .r:, Hctr S r a m e r, Dje N.Ditertrtbnue,. um Mittbeilnug von einer t'"'- rtr'tuHj tu muten, welche Die 'ecktehn an Dem St. rlnna-Kezirls- ’ttui.;,'.:, unD i;erv'lc.;n:t;V>battv in fettig! particivirenDen ffeineinDen;n Dem ,-.-:iu,f;! usten. utn Damit Den Namen Des uni jene Humanitätsanstalt c!! :•>•;.'ceutcn Jubilar« DaueriiD Der Nachwelt zu überliefern. Tie Stiftung u: J'.'nuimttitg.- Die abrei’euDen jitt'en hievon -in Der Weise zu verwenden, D .•"• .' .: D.n: r’iei-.t-u Tr. S.t.r'? an Denen Namenstage alte Bewohner Des .'itrt u: r’Itr..r’tt e-c Ätzte« entweDer Wein, Bier ober kaitee per- '. t: r : Die ul'.tge Jett mir Den vom jeweiligen S»ital«ar;te be •t. . tnt.it; D, :••:.•••:: .>•:•,.v.iten Wein .Der ankere firaftigitug«mtttel oeial'olgt c f. r »alin Tr. Schöpf vcn Dieter 'ütDeiihitt ieiueti Name» .! 2 .— . r'tl« ift'ter NeDner st'rach noch Herr Eooperaior .> ... r.r u ar als 'et.ien größten Wolilibäier pries. Dem er;> Du: . »at.D im Brau! arne Des Hert n Hai'chel ein oeineiii . 'tu::. r-i 'ein \vu Hestath V t e tt b a dt e r im Namen Der sechzehn '•';•!. D; B--.Ir S.tfr;'ein stluttngvoster NeDe ieierle. Er 'chtoß; D. -.!!. .l; .1 H.-ch ii!' Äc-uarchen, D.-r 'ch.'it vor Jahren Diese - Dm l - t st.l il.ire» .pichen 'einer Hulk att«ge;e,ch,tek, u„D eiiDtichttt .'r.'ini.'. ' - nt? Da; Ink,. tr. Erwähnt 'ei noch. Daß . r; 1 -J.it r . : e - e - : i' r a -i i t i sch . Ii E II: I » s g e II o ' s e II? ui st i : u kill II IID tij w l), erschienen u st e . i; I i ' .1t' u e r; 1 i t st; tt b > glü ct w ü n > ck e n. r. A.'ttuu ut ernster Ha inonie. Wir '»!>«« zwar Ai.le inckt, Die '- > . : ”• u ' rille» HuuDene. welche eri.tieue.it waren, it;" C ,: v , .:•.•,•« d v iDelsteii Priester ttit'erer Tlöcest' mitju'eieru, boten kanntlich auch Herr v. Schorle nt er Veranlassung, sich in scharfer Weise gegen den Antisemitismus anszusprechen. (Tie Juden in der deutschen Armee.) In einem Artikel über die Verhältnisse der Juden in der deutschen Armee erörterte das „Berliner Tageblattjüngst die Thatsache, daß von amtS- und verwaltungswcgen natürlich von einem Antisemitismus in der Armee keine Rede 'ein könne, daß gleichwohl aber im „Interesse des Dienstes" einer großen Claffe von Bürgern „gegen den Wortlaut der Verfassung der Zugang zu einem Amte, das jedem Staatsbürger zugänglich sein müßte, unbedingt verschlossen wird". Es heißt in dem betreffenden Artikel weiter: „Aber die Praxis innerhalb der Militärverwaltung hat sich allmälig dahin entwickelt, daß ein jüdischer Freiwilliger nur noch ganz ausnahmsweise in die Lage kommt, zur OfficierSprüfung zugelasien zu werden. Das sind doch offenkundige Thatsachen, die un möglich abgcstrittcn werden können. ES sind natürlich stets rein dienstliche Gründe, welche verhindern, daß der Einjährige $. die Knöpfe rechtzeitig genug erhält, um noch zur Prüfung zugelaffen werden zu können. Aber mit dem Antisemitismus haben derartige Maßnahinrn bei Leibe nicht das.Allermindeste zu thun. Das geschieht lediglich im Jntcrcffc des militärischen Dienstes. Fragt man jedoch, wie cS denn eigentlich gekoiiimcn, daß in den Scchzigcrjahrcn die Zahl der. jüdischen Rescrvcofsieiere gar keine so geringe gewesen, daß es sogar einige aclive jüdische Lssiciere damals gegeben, dann erhält inan zur Antwort ein vielsagendes Achselzucken. Die jüdischen Einjährigen sind kauin noch in der Lage, Pas Ssficierscxamen ablcgen zu können. Dies hängt wieder mit der Erledigung der Vorfrage über das rechtzeitige Aufrücken de» Einjährigen in die Claffe der Ehargirten zusaiiiiitcn. Alles das geschieht nur int Interesse des militärischen Dienstes und steht nicht im aller loicstcn Zusaininenhang mir der Anltsciiiitcnhctze, für welche nun cinfür allemal in der Armee kein Dltauin ist!.Die Thcilnahinc an der Sfsicicrslafcl bcstimink sich nach dem Range, so daß ein Virefcld webcl, ein Arzt, der seiner Dienstpflicht im zweiten. Halbjahre im Sanitätscorps genügt, ausgeschlossen bleiben muß. Es pflegt aber die r)tcgcl zu sein, daß der Einjährig-Freiwillige in seiner Eigenschaft al« Arzt von dein hiezu befiiglen Sfsicicr die Anssorderung erhält, sicki mit an die gemcinsainc Tafel zu setzen.. Wenn aber der jüdische Arzt diese Aiissorderung nicht erhält, und er in dciiisclbcn Speiscrannt abseits, an gesonderter Tafel, vielleicht ganz allein sitzen muß, soll er sich darüber nicht gclränkl fühlen V Allein solch einer stRöglichkeit gDgcttttbcr ist die Ariiiceverwaltniig vollkommen waffenlos. Hier handelt cs sich ciniach um die Atifrechlerhaltting der bestehenden DNitngordiitiiig und nicht nm Aiitiiemirismus.' So oder ähnlich ivürde vermuihlich die Aniwort vom eltegicrungSlischc aus.eine etwa in dieser Richtung gcstellic Frage latitcn. Auch auS dem Umslandc, daß einem jüdischen Vetcranenverciit die Miibclhciligting an bau Aufmärsche der Kriegscoitibaliattken von l verweigert wurde, kann nicht direct ans aniiiemilische Sirömitngcit geschlossen werden, denn die Ablehnung erfolgte •N A u ■■ '.•’. .it.-». a NI .’v.-ren oub'.lur ab'r wiin'chen wi' :■: .; ' s; Ifste:, tifutcke«. Eoti schüv»' unk segne ihn! Isi't'ch rillt VClöCIItllOt /vcitllliinicr's. Tcr anttfcmitifdie Ge . : ' a . : .Ii 11 tt g ■: r ttt r a;, Der, wie das „Freie Blatt" in •. >, .! u:r:dtr tr>:,; :: Mitschuld au 'chuldbatcr Erida, wegen - ttt.!•.•!>!!:,fttdcr «'Hrttchte tut? wegen Etttmenguttg in eine! .tttr.uttin st. richirichcr Unketsuchnng sieht, provorirte am istDamstag Abends in der Restauration ant. <Arazcr st.-.'.ii.;»•!! argen antisemitischen Skandal. Feichtinger halte an c. .:• Tt'cli: Btatz .vuomiticit, in Denen '.’uiljo eine jüdische Familie '• «:. re d u? eju. Beranlassung beleidigte Feichtinger die jüdischen •st., ::D ::: .: crne Flasche Waffcr durch eine» Kellner aus deren ■ t t'i .i tt it.'ß und ut ihnen Bemerkung machte, für Juden Ir •,•’:; genug, sic brauchen ran Bier, I» Folge dicker Be- .:u u, Die g!osze (itmitfntttq hervorrief, taut cs zu einem argen un:». Ein Tbcil der Änwcs-Mden hetzte Die streitenden Parteien re» ini'.td -r. '.v ih eu? andere Ggste und die Bediensteten dem Ruhe» •:r- ’.-.t •Bafhmcn -.--erwiesen. Man hörte die Rufe: „Rieder mit . ..stuD i ' Hoch F.-ichkineer'während anderseits geschrien wurde: i a udiHi n.-t! R:cd«r mit den Anlisemi en!" Endlich verließen. e;; re..-- Leral n»d '.-.'gaben sich in das Eaf-'- Tegetthoff, wohin ' I, folgte, NM feine Insulten fortzusetzen, bis er vom -;r''«'eii wurde. Tie Anaire dürfte ein Rachspiet haben " --Dch! :c Bckatiittichasl mit den Gerichten inacheu. Tri r.cntidic Kaitiolikriilast und Die Aiinscmitcu.; Aus dem - l r ■> vtu-, tu M ü II ch e II betonte der Ehren- -H; ■ ■ -, it gn s, daß der Katholikentag für den i ' r: •' -r".! und saß niemals während seiner Bcrhand- - r : - i D -s Wort, zum Beispiel gegen die Inden, gefallen ■ V.:! aut rem Kathottkeukage' in Köln nahm bcivahrscheinlich auS dem formal zutreffenden tifnindc, daß jene Bereinigung noch nicht als solche von den übrigen Kt-icgervcrcinsvcr büitdcn anerkannt ist Ist es nicht aber schon ein äußerst bcincrkcnSwerlhes, ja sogar ein schmerzliches sociales Symptom, daß sich ciitjüdiicher Vetcranenrerciii bilden konnte mnd durfte? Kann man sich gewisser betrübender Schliißfolgeruiigen aus solch einer Thatsachc cnl schlagen?" (Zur Charakteristik der Antiseiliilcn.) Man schreibt uns: In dem Dlkoinan „Pfarrer Streccius" von Eschricht (Berlin läßt der Autor den alten Pfarrer über einen Eandidatcn in folgender Weise sprechen: „Er ist ein Grübler — nicht auS Wissens drang, sondern aus einer trägen Unzufriedenheit, die ihm selbst gelten sollte, sich aber, weil begnemer, ans die Anderen dehnt — er ist von deut Holz, aus dem das Ende 'dcS Jahrhunderts 'Rihilisten und Socialistcn schafft: Hang zum Lurus und RichtSthnn, Unzufriedenheil über jeden Besitzenden; eine lässige und gedankenlose Arbeitsscheu, die unter dem Vorwand, das alte Regime verachten zu müffcn, weder den Willen, noch die Kraft hat, ein neues zu schaffen, so wird denn Alles möglichst zerstört, und zwar ans allen Gebieten." Glaubt man bei dcr Schildcrung dieser Leute nicht den Antisemiten viel näher zu sein? Soeialisten haben ja oft, opferfähigc Nihilisten fast immer ein Ideal, das sie verfolgen, die Aittisemitcn aber treten Alles mit Füßen, ihr cigenes Ich ausgenommen. Tie Juden in Sophia nnd die Unruhe» in Macedonien.) Aus Sophia wird der „AUgemeincn Zeitung des Indenthuiitsberichtet: „TaS macedonischc Eomili' hatte die Kühnheit, drei, hiesigen Juden die Auffordernng zuznschicken, man solle ihm alsbald 10.000 FraneS zu RcroltitionSzwcckcn senden. Und als die Betreffenden auf diese Forderung nicht antworteten, schickten macedonische Aufrührer an den stellvertretcndcn Großrabbincr Jizchak Bakisch einen Drohbrief,

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