Mannheim
Compact Memory

Freies Blatt · 1895-09-01 · 178 (1.9.1895) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
178 (1.9.1895)
Date
1895-09-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
80% known words query
IRI
…/4886575-5439167-5441670--2180-4888579
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

.freies Blatt. Nr. 178. reite 8. h.inmifc bic •cmfcrbapteit iJeiirnmgfji gezeitigt bat." Die Broschüre, welche neUeMmet'-e einen venetranten Tivoli Geruch verbreitet, schließt mit folgendeti Beerten: ..Der t:t pcliti'die Parteien mit viliauen zersplitterte uns den Streber-;Vi;;vii ater t'ie'diäitvinterefirit eintelttev sogenannter ,PolkSsührer' dienende Ami'emitiemiij ift zu einem Sitäbliiig in nwereni nationalen Leben geworden. Pen il-m gilt e-5 sich reckuzeitig lo-zw'agen, nin unsere geiammte deutschnationale Bewegung wieder auf den rechten Weg jnriicfjuleiten,— und dieser Weg >nbrt dured eine :Hejortn der Wahlversaffnng zu einer Kerns-'- und -, werKsstäudigen Neu o rgan ifation unseres BolkeS auf aristolt.itt'cher Grundlage!" Das hieße lvadrlich, den Teusel durch Beelzebub envi, i mir. 21 ii5 antisemitischen Blättern. .oiiStidit llnnttlidifcit ' Sin beliebtes DKenia der Aiui'elnitenpresse ist. .ill.tn.tl.' Unnttliclikeit". wel.be dazu berbalten muß, als Rechtsertiguugsd 'in. .inin'eiulii'etle Sibandiboieti zu dienen. Aucb die indeiiseindliebeu ui l't.zeuan werden mit dem SittlichkeirSvergehen eines Puden be de: Der Älter i j ie t r W c i nt a r ivill etiabrcit haben, daß ein nenn* .idnger j»bi\1’ci iiurgaft einem neup jährigen LN'ädchen Gewalt aitlduu e ::ild es zu die'e»! Zwecke inner die Beezwabmcke lockte, daß er aber l. l.üi.t'.'m ei>e d.ir.ä einen des Weges loittmeitden Arbeiter rechtzeitig verscheucht' wu.d.'. Srusw Weimar Angaben werden von alte» Wiener Anti«emiten» r..u:e.u lld;::r „D e . l i L e u Zeitung" herunter gläubig »achgebetel. Was all das v.-a l en-eiienDt.e llnfutlicHeit eines Pndiv'.dnitins gibt t'iiemanfem einen .v.eil-.ieT, de. v.i Ä.,s.r. eitungeu gegen ganz Unbetbetltgte 'ermächtigen, wurde. Dian ’ v. d.-ch den in 'H-r. Beziebnng febr competenten Tr. Stein re.;-:;i. .i.e Abgeordneter von BtllacK weiß-er,, wie sich dort vor nicht Z."r der Franziskaner.Pater Bigilius Traßl und andere silcster ... . il l'. l'.emu'.dti Kal'.'» Hat - man etwa' deshalb in Villach jeden Geistlichen r-'.:::::: D>ur Art.-r Spitzer-Weimar sollten seine geistlichen Gönner nach, an:.’. : 'eil. nicht gar >o >el;r den Mund voll zu ttebnten, tuen» einmal Jure »;.i Sztiltchtettsvei'geben sich .zu Schulden kommen läßt. Post jede» :r b.ingetr P dvinzbläuer .'idtizen liker moralische Verstöße von — Nicht*. Gestu« oder nenignenj das sittliche Ge'ülil verletze». Grst neulich la..-' in Dtlll -.'-chetueitde „Dsut'che Wacht".' „Der Herr Pfarrer von H.t C 'c ut-.r-.t: tttf'.vev Stadt, batte vor Iahxeir eine junge hübsche xödiin - .e .'Nt ',:e . wie er -'albuttgsro'! neugierigen und surwitzigeii Fragestellern :n t-> — tu 'ein Heim mitgenommen. Es ereignete sich bann das i. ar: >a>t mirai. i: au-- Sretguig, daß die hübsche mollige Pfarrersköchin - .lt-'d .ln.' daß e:n anderer als der jutp Cölibat derpüiefctfte fromme Herr :t: -:'ai;:.- :r."i::e, mrerenaur wurde. Alles.schon dagewesen, werden ■ Sr.::;". Aber es ist doch bemerleiisivertb,-daß das erwähnte ....'.-.rr., 'D.-.i,: sich uu L>r::'e der Jahre noch viermal wiederholte. Jvünf : > r a-c nach »und mach tu der noch immer ans dem Pt'arrbose . n t'.' PI.chsu .'Siaif.a'.’ Der Herr Pt'arrer bou -st. ist diu milder leine Lust zu haben, dermaße» gegen die v.öchüi-'Nichte- ■ ■ , me tnift, nach bibli'cher Stunde, gegen Hagar vorgegangeii' * '■ ’äh Kloß mit' etwas Unwillen die sich-schnell mehrende :e der .'inst 's blühenden .stöchin. Er begann nach tu nnd.aK.uBicbc Promenaden ZU machen. Wenn er j .~ U...V Hg me kam, ’diictt der lauschenden .HMsin ein ganz | ri''' ■ «eiften gnt'utrals stillen Studierlind Schlaffämmerlein - :!' s t.'.m.'i: >!-' schlimme Gedanken. So streute Ke denn eines! : .. des Zimmers des P'arrers Maismehl und als sie des; . :• . ich'.i'. s.ti.'d n-. ii an:: den breiten Abdrinten der Schube des Herrn ' 'iiuc.e .Ziißstav'en. AugejUl'.td diewr Entdecknug vergaß die .-. :' ama .'.e'lt.-iiiiner!, daß - tie erste Bürgerpflicht fei. Sie v.it . :-:k' il Macht, dem .«iol ldüel, bewannet, aus de» geista i« .., und . .am tni: .'ittetn 'Reuereifee auf ihn loszi,schlagen, wie! :st S:.l' it r'.:-->fiiti:raien auf d:e Philister. Ter Herr Pfarrer 7-1. ::;ä; üu.-! .i KWtt sich, io schnell cs nur fein Bäuchlein ' : : D '; u gcmr.ll-.icheit Nahe der streitbaren .stöchin. Aber! . : ' ' : ... .v.u.. - Bo würfe, welche sehr delieate Angelegen ' '. r .v .'istlcs mit dem uochlöst'el auf dem "Nücten ' ' ' . Pts in tie Sacriftei. E>st dor! wurde die.stöchin ' 7'.' :. Di! Herr l{,an.r aber tteo sich feinen schmerzenden! UiUor-'i-g Bauern tmai ’it/' Pn cd nach alledem t S; ne; Wetmrr's. v -tu..die „j'üdischc UtifimiAteit“ -... neuen. »- . .■.."..«et:;-:ic «' tirftüfrluaeiaerct. Das in d.u B-'sitz B - ra n i's ge ' " ' raaac in 'eiuic Nummer vcnt B». August die " ' 1 ..: . : a ugiui'.mer Gemiii.:-rath und Siadi- ' ’geidui.it'c Umec!;t.t.'.tt:g bcstnd* Noch am : I! ui tuen- Aachtrae.-: beigemgt, daß d c Ein- - - -" ' "- 2 der S:-ats'.-.-wa.:s hast lcikiis e folgt -' : t:; t u- . r - ' - - St-tsteUunz netifienftutr. welche für Herrn Riukauf nichts weniger als günstig lauteten; auch wurde im Allgemeinen angedeutet, baß diese Einstellung mit einem inzwischen erfolgten Ausgleiche mit dem Anzeiger int innigsten Zusammenhänge stehe. TaS „Wiener Tagblatt" veröffentlicht nun eine Zuschrift deS Tr. Neu da, Anwaltes beS Herrn Nückauf, welche betagt: „Herr Franz Rückauf hatte vor etwa drei Jahren ein Pferd gelaust, welches sill> einige Tage darauf bei der lliitersuchimg durch beeidete Landes'BezirkSthierärzte als mit dem Ttnnmkoller behaftet, herauSftellte. Er forderte deshalb die Zurücknahme des Pferdes und legte »ach einem langwierigen CivilprocJffe den Eid dahin ab, daß der Berkäufer ihm nicht d.ie Bedingniig gestellt habe, daß er für keinen wie immer gearteten Fehler haste. Tie Ablegung dieses Eides gab den Anlaß zu einer Anzeige, welche jedoch niemals zu einer strafgerichtlichen Unlersuchimg gegen Herrn Rückauf sührle; eS wurden vielmehr nur, wie dies bei allen Anzeigen geschieht, kvelche zu einer Beschutdigung leine Handhabe bieten, die Borerhebiingen eingeleitet. Tiefe Vorcrhebuiigen waren am 1!« August beendigt, zind die Ltaalsanwaltschaft ge langte alsdann, und zwar eist am LhJ. August »och sorgfältiger Prüfung des Artcs bä;», dieselben wegen Mangels >edes Thatbestandes eiiizustelleu. Hieraus ergibt sich: 1. daß eine Uniermchung gegen Herrn Fra»; Rückauf nie eingeleitet worden ist: 2. daß am 20. August die Einstellung noch nicht erfolgt .war: ll. daß es daher unmöglich war, schon am 20. Auausl die Gtünde der noch gar nicht erfolgten Einstellung zu keuiieii, ganz abgesehen davon, daß solche Gründe als etwas streng Internes Niemandem zugänglich sind: 4. daß ai» 22. August ' die Einstellung Mangels jedes strafbaren Thatbestandes erfolgte. Zum Schluffe be-! darf es nicht erst des Herrot Hebens, dost ein zwischenwetliger Ausgleich mit dem | Anzeiger auf die amtliche BehaiiUiiug der Strafanzeige auch nicht den aller-; entferntesten Einfluß nehmen konnte, denn dies ist sür Jede», der unser Straf gefeu kennt, etwas Selbstverständliches.! lZüdischc Gelüsic nach — Biclweibcrki.) Tie „T e u t sch-soci aie»! Blatter" .wolle» in einem ungarischen Blättchen zur Wahrung der con sefstonelleii Pnteressen der Puden die Entdeckung gemacht haben, daß die Mischehe , zwischen Pude» und Christen vom religiös-jüdischen Standpunkte aus jeder l bindenden Gewalt entbehre. Zeder vernünftig denkende, ehrliche Meufch würde j daraus den Schluß ziehen, daß auch die aus streng cousessioiieUem Boden; stehenden Inden in Ungarn von den kirchenpolitischen Mesoriitgeseyen nicht foudertich erbaut sind. Anders verfahren jedoch antisemitische Schriftleiter. Tie : „Deutsch focialc» Blatter" erklären, daß die Jude» sich während der Berhandj langen des NeichsiageS über die.Reforingesetze für dieselben ausgesprochen hoben,! weil sie, ivie. sich eben herauSslellt, Vielweiberei treiben wolle,;. Und diesen; Unsinn druckt das „T e u t f dj'e BotkSbla11" mit derselben Genauigkeit nach, wie es Driginal- Schilderungen von 'NordlaudSrciseit seinem Vorrathe an Büchern entnimmt. Ihrem Publicum glaubt die autiiemilische Preffe Alles bieten zu dürfen, und sie scheint, namentlich wenn e-s sich um die Anschwärzuiig von Juden bandelt, nicht die geringste Besorguiß zu hegen, daß schließlich auch ein aiuisemilischer Svießbürger, der nicht ganz auf de» >topf gefalle» ist, das ungeschickt Etlvgeiis „zu dumm" stiide» könnte. . (Noch kiniiial die antiskiiiitischcii IngcndbiinSc.« Das „Zwanzigste Iahrhnnder t", eine in Berlin erscheinende Mouats'christ, die dem sogenannten wiffeitschaftlicheu Antisemitismus dient, leistet sich das billige Per- . gniigeii, unsere» Artikel: „Tie antisemitischen Ingendbünde" i» 2ir. 1<D dieses Blattes wörtlich abzndrncken und mit einer komischen Einleitniig und mit geistreicheliiden Randglosten zu versehen. Ter Bersasser, Hermann Muthorst in Haiiibnrg, der „im 'Namen deS WarteburgbnndeS zu Eiienach und des 'Norddentichen IugendblliideS zu Hainbitrg" schreibt und also bochosstciell a»stritt, ist großmütbig genug, >,»s fein tiefstes Bedauern anszudrücken, daß wir w gänzlich jedes Bersläudinffes für die deutschen Ideale der Ingendbünde bar lind. 'Nun, wir sind verstockt genug, unS dieser schreckliche» Unlngcnd nicht einmal zn schämen. Ja, vor einem sblchem Talmi-Tenlschihnin, das sich mir in der Vernichttmg aller Errniigenschasten der Cnltnr der 'Neuzeit zeigt, haben wir allerdings teilte Achiung, und der Himmel möge uns und alle gebildeten Eleineuie des Volkes vor dieser sich national brüstenden Reactiqn bewahren. Welche Treistigle« liegt darin, wenn man es wagt, Jedem, der nicht mit tu den Chor der Racenhever einftimmt, da» Teniichthmu abznsprechen! Ist denn deutsch iuid antisemitisch identisch V Muß beim jeder Maim, der sein Deutsch tkum ehrlich liebt, auch all die häßlichen Caricaturen u Ju Schönerer ober Ahlivardt milluacheu V Waren denn — im, nur einige 'Namen'Zu nennen — Oinstav Freu tag und Rudolf v. G ne i st,-die würdigen Priester det Lueratnr und der Wincuschasl, nicht deutsch suhlende Männer? lind wie schmerzlich baden e-s birie edle» Mäiuier empfunden, daß man das theuere V.'.tt".laiid zum Taiiimelvlatz roher Leidenschaften machte, daß man den Hast an Stelle der Mcnschentretindschast, die thierifcheu Instincte a» Stelle der Beriuui'i throne» ließ! Gerade die aufrichtige Liebe;nm Teutschthum war es. die diese LNänner -bewog, ihre Stimme warnend gegen die moderne siratikbeti zu etheben. Tas Bekciuititiß Gueist's lautet: „Seit einem halben Jahrhundert m richterlichem Berus Ihätig, halte ich eS für meine Pflicht, für das' verletzte Recht des schwächeren Dheiles eiiizuttete», sobald ich dazu veranlaßt bin. insbesondere auch in der Preffe und tut politischen Leben der Wahrheit » » d d e m R e ch t; u r G,e l t n n g z u verhelfen gegen vorsätzliche

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.