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Freies Blatt · 1895-09-01 · 178 (1.9.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
178 (1.9.1895)
Date
1895-09-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seile 4 Freie» Blatt. Nr. 1?« liVmait biU'ongejiigt haben, beim die waren gescheiter." Die Ber- 'ainnilnng mahui schließlich solgenbe Resolution an: cBeilaiiinitMg;itbt ihrem Brennern Ausdruck, dag es einigen ge- V. ■"» Stiebet« gelungen ist, durch unau'hölliche Berhetzung des Klein .tvc l inai-.dcs eine Bewegung im önentiidieu Veben der Stabt it>ien hervor;..i:iten. dui.h it-ebbe gerade dieser Stand am meisten und am empfindlichsten ,. .1, ,1-adigr und. Xie Periämmtniig erivartel, dag die Gewerbetreibende» Wiens »ci den l’evaiitebenbeii 'Wahlen in den iSeemeiiibeiaib nur jenen Männer» ihre Stimme geben werden, die fest eni'chtofien sind, die Interesse» der Gesamt»! dcre.lcenng Wiens im iori'chiiulichen Sinne, doch auf dein Baden der volksn i'.ii-'cha'tlichen P.-lmt in vertreten, die aber auch den Much haben, allen :ea.i;ot arer. Bestrebungen, insbesondere aber den iniltelalterlichen »nchristlichen Bc iuehnn.'.en der aiiti'en-.iii'chen Streber mit tff“ vollsten Energie enlgegenzu neieii: ge be lltest! endlich, nur wiche Eaudidaien für den Gemeinderath ätii - -,;ifte aci: i.nd mi: allem• 'Jiaebbtiulc. zu uiiterstütze». welche sich ehrenwörtlich erklären, idr. Mandate ziuiickzniegen, sobald sie der reaetionären Partei im Ge »t.'Mc>ra:bc sich anublicßen oder mit der-elden paetiren - 011 einer zweiten Bersammlung von Währinger Gewerbetreibenden n ntdd von christlich ioeialcr Seile bie Erklärung abgegeben, baß bie Ebrisilich Socialen in 'Währing den, borkigen Deutsch Nationalen am Waülla.ie' „lns zum Erceß', „bis zum Messer" zeigen werben, baß die V.btecen in Wien nicht boininiren dürfen. Zur Bewegung in ben Kreisen dei 'Gewerbetreibenden machte der gewesene Bürgermeisler, Dr. Grübt in .'lner 'arrichrttttichen Wälilerversaminlnng am 'J*. August eine Reihe :: ■>< i'd t Beine', kunge»: er sagte unter Anderem: „Mtt Genngthuung ist .'!! iNnnig. Bewegung unter den Kleingewerbetreibenben zu bee,lüsten. 3:e erwarten feit;ehn oder sünszehn Jahren die Berheißitngen der Anti'.inrten, den goldenen Boden, den ihnen versprochenen Wohl ° stand — vergebens. Tie Erwartungen gehen nicht in Erfüllung. Es :<v fteilt Wunder, daß bie Gewerbetreibenden müde geworben 'in.', 'ich von den Aniriemiien bei der Rase h^rumsühren zu lasten, last Fv .-sireiic! tu ihrer Mille immer stärker werbe», baß sie endlich f:ch een und fragen: .Wie lange sollen wir noch warten?' Und nie ist mit den anderen zahlreichen Bersprechungen unserer "' ..i rr Warist für den kleinen Mann' geschehen? RichtS ist ge 'che: :: :;e Herren. ' Xcr kleine Mann sicht jetzt ein, baß der J.id'ill äß ibm keine Segnungen gebracht habe, baß durch denselben i'.ur di-' alten Feennde zu Feinden gemacht worben sind, baßder Handel und das O’etucibe ins 3 teufe» gerathen sind — einen and I N E '.'folg gibt es Nicht. Dagegen sind die Mißerfolge sehr groß, er e reiben der Anki'emilen siir den kleinen Gewerbestand, hervor- >; lu'-n n.u 3eh>n 3ie rum Beispiel die.Sonntagsruhe. Auch wir wellen eine Soiuiragsrnbe. -aker eine solche, welche die' Gewerbe- . kret'. .'nt-e:i dabei auch leben läßt und nicht bas Hauptgeschäft znm _ Hanptnachtb.'il madif. Xie (''eroeibctieibeitben sind mit Recht mit der 3e>n»ragsr»l-e nnznft'ieren, die nur ein Werk der Antisemiten ist. Was tliiii! .nun die Gegner:' Sie beritten Proteslineetings ein und ul-.".",:.ii den Bd'.ütz tu benselben! Und wenn da ein liberaler nnd >agt, mau möge doch eine Sonntagsruhe schassen und e.ic i ..-um an' die Vebeusbedtugungen der Gewerbetreibenben Rücksicht > ncbm'i!. >e> wird dem das Won entzogen!' Wir wollen ans die O'e ie.ii tieidend.i! {einen, politischen Einfluß ausüben. Wir bauen ans ii". H r unc ihren verständigen Sinn. 3ie werden sich selbst über r.'na n, nur ihr wahrer Freundist, und bann ist der Lieg und der Er'ci.', un'-.rev 3ache sicher. Xarin liegt die größte Gefahr für die "sign i, 'ii deren Vager bereits so mancher 3ame der.Uneinigkeit und ' e s 1!an ganges leimt. Hoffentlich wirb dieser 3ame bald ausgehen, aa:n!.i:ni.ist unter dem Einfluß von 3onne und Vicht." Zur Auf!!.arniig vieler «Gewerbetreibender haben auch, fügen wir hinzu, die B.-.gange und eie "Wirthschatt in den qnlisemilisch geleiteten Gei'!:>''• trelkifteit der 3ckineider, Schuhmacher :c. sehr viel beigetragen. — I' Xr v-ti e g e r re resien Nicht ' in - den Anlisemilenblättern nachstehende eil.. j'iUj. . i-.i: . ::t de-, "'-encliintgung des Pollzngs-AnS'chusses der christlich- V.. : : 'cit.a-.-e ich, dag die Herren Ern mm; xTbtitautt des christlich- -!'. Wibting, und Karban, Tbiiian» Stellvertreter desielde» .es wiker die «Srnnb'ave unserer Partei verstoßenden Per Z'ifgen W-r'.'lkampfe als ans »nrerem Parteiverbande ans- ÖHrcrililtioimlcr SontClIIHnrft.) Zu Beginn der abgelaufenen l 'wid nt d t X.XH1. internationale 3aatenmarft statt. Dcri ' uier Er.-ffnung vom Secftonsches Freiherr» v. Weist 1. ' ' c Ist Bertreker des Hanbelsministeriums, und dem B .irt-'! aaptman» Xr. v. Frtebeis namens der Stadtgemeinde begingt. L.'ivi'iit der Bertreler der Regierung als jener der Stadl bewi'len d.e Wichtigkeit des Saatenmarftes für bi: Förderung der hauptstädtischen Hanbelsinteresten. Beachtenswerth erscheint es, bast der Präsident der Commission für den internationalen Saatenmarkt, Ritter v. Schoeller, hervorhob, baß diese Commission, .dem wiederholt knndgegebenen Wunsche beS Hanbelsministeriums und den dermalen in der Berwaltung der Wiener Stadtgemeinde bestehenden Per hältniffen Rechnung tragend," sich für die Abhaltung des Saaten Marktes ausgesprochen habe. (Znm Cajiilkl dcr „christlichen Socialreform".) Bor einiger Zeit kam rs in der Sattlergenosienschaft zu einer Krise, welcher der bisherige Borsteher autisemikischer Couleur, Herr Schwanzar, zum Opfer fiel. Sein Nachfolger wurde Herr Stary, der bei der lieber nähme der Geschäfte sehr erstaunt war, in der ganzen Genossenschaft kein Buch zu finden, welches über Einnahmen und Ausgaben hätte Aufschluß geben können. Er berief nun eine Bersammlnng ein und , bat mit Rücksicht daraus, baß an die Genosienschaft fortwährend Forderungen einlaufen sind man nicht prüfen könne, ob dieselben berechtigt seien, um einen Beschluß, her ihm zur Richtschnur dienen soll. Dje Debatte war eine stürmische, und die Ansichten schwankten lange hin und her. Soll man ohne Bücher zahlen oder nicht? Ter Antisemit Herr Müller fand unter großer Heiterkeit den Ausweg, man solle nur auszahlen, was in den Büchern stehe; er hatte im Eifer der Debatte vergessen, baß eben keine Bücher da seien. Am Ende wurde beschlossen, nichts zu bezahlen, und die Bersammlniig schloß in großer Erregung. (Btltldittting tilltö Advocatcn.) Der Mödlinger Advoeat Tr. Josef Brust hatte im Juni als Bertreler . des Maschinisten Herrn Carl Geifer gegen den Oekonomen Jacob Fuhrmann in Bösen darf beim Bezirksgerichte Mödling eine Bagatellverhanblung .bnrchzuführen. Nachdem der Proceß zu Gnnste» Geyer's entschieden worben war, »annte Fuhrmann den Abvocaten einen „jüdischen Frechling" und fügte hinzu, baß derselbe gerade so ein Schwindler wie sein Client sei. AlS hierauf die Parteien sich aus dem Gerichtssaal entfernten, setzte Ftthriuann auf dem Corridor die Beschiiiipsnngen fort lind sagte schließlich, baß er dies Allesdem Tr.'Vueger erzählen werde. Dr. Brust strengte' eine Ehrenbeleidigungsklage an, und Fuhrma»» wurde vorige Woche zu fünf Tagen fticngcii Arrests verurtheilt. Sowohl Fuhrmann als auch der Anwalt des Tr. Brust, Xr. Semek, meldete» gegen das Strafansmaß die Berufniig an. tPricstcrjllbilällM.) Am llisi. Augnst feierte Professor Dr. Schöps in Gnggenihal sein ftl-jähriges Priesterthniii. Tie. Feier war im vollste» Sinne des Wortes großartig. Ter Beteran der Tiroler Dichter Caspar Speckbacher widmete dem Jubilar folgendes Gedicht: Jnbilire, greiser Priester, Jngendsreund und .«tanteftib. Schön und „Jnbet" — heöchend ist er, Tein znrückgelegier Psad: ' Wo in vielen hnuderl Fälle» Jemand daibte, I-'»iand litt, Ware» iinmer „Haltestellen" Für Tein Herz bei jedem Schritt. '.«linieii Trost und Hilfe speiiden, War Tir Woiuie und Plaistr, Ueiner ging mit leeren Händen Ui,beschenkt von Deiner Thür: Juni „Bergeltsgott" aber werde, » Wie bisher, Tein Lebet slanf! Schätze, nicht für diese Erde, Für de» Hiniinel hänsst Tu ans. Jeder „Landsinaim", der gelöniinen In Tei» Haus i>» Nachbailand, Wurde sreundlich aufgenoinineu, Allen gingst Tu an die Hand; - Manchem, der den Weg verfehlte . lind verirrt im Weligeheg', Sinr aus Tich allein noch zählte, - Wiesest Tn den „rechten Weg". Aus der Xanzel, am .Üatheder, Lehrtest Tu und sprachst Tu zu, Mil dem Mund und mit der Feder £bne Rast und ohne Ruh': Alles lliützliche und Gute Fand Gehör und Schnv bei Dir, Und mit ungeschwächtet» Mmhe Xämpist T» noch als Greis dafür! Ta» Xu hieltest hoch in Ehren, Tein betagtes Mütterlein, Schaut gewiß aus lichten Sphären Hem' herab vom — Sternenschein Auf die Kerzen am Altäre, Wo beseligt, tief gerührt. Mit dem Sohn im weißen Haare Auch die Mutter — „jubilirt".

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