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Freies Blatt · 1895-09-01 · 178 (1.9.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
178 (1.9.1895)
Date
1895-09-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Nr. 178 reite __ Freie» Blatt. ließ, ein tWelief von Aiittmlcrhanb, sie selbst darstellend: ein« Franc» eridieinung in der nnninerlidicn Lieblichkeit des Lebens, ihre beiden!:ei;tei? Todiierdieu an sich geschmiegt, zu ihre» Füßen als Siinibol der >tunst, die sie übte, Pinkel n»d Palette: Bluinen und Früchte, iv*:; f;; sie *,tt malen liebte und zu malen verstand. Ein ganz kleines und bescheidenes, aber ein rührendes Bildchen« ans Stein gehauen, dr.ies junge Weib'von ihren, Kindern und ihrer. Knust umgeben, ein Bildchen. wie es nur ein tief griroifeueS Her;, dem sein liebstes euttiiTen wurde,;u ersinnen weiß Fahrrehnte und Fahr zehnte sind seither vergangen. Das (5*eidiiit irrig den Trauernden von damals hin, her, hinauf, hinab im Strome des Lebens, der Fürsten-, und Bolksgnnst. Tein Slaaismaiiiie lächelte es bald, und bald ließ es den Politiker 'dwode im Stiche: es reichte ihm die doch steil Ehre» und nahrit sie wieder an sich, rnruck. Es rüttelte ni.d schüttelte an der mächtigen Erscheinung des Mannes mit dem ernste», stolzen Kopfe und dem ,s leneluenten Blanange, dis sich silberweiß das Haär lichtete und der Blick ermattete, bis das Ö'reiienttmm an ihn heranschlich rind verg..beiiS vernichte, ihn zu beugen, vergebens versuchte, ihm Worte;» e:::iechen, die vielleicht geschwächt gegen tciuc lleberzeugung vo» ehemals aeliungeu. Bergebens, wahrlich.' 'Jucht tsieschiek, nicht Menschen, nicht Älter, iilehi Siechthum haben das vermocht! Als einen Unveränderten, >!s eine» tt'efiHniuuiettcneH, als einen. Paladin ‘Jltt (Lroß Oesterreid>s * hat man Schmerling in 'ein Ö’uib geteuft, in diet'es schlichte <^rab, das er sich selbst erwäbü, dis die Bäume ninran'chen, vor deist eine F:ch,e Ehrenwache .ba.i: rach und gerade und nnbengsain wie der i'vta;:!;, d.r mit d.:n Todien dahingestorben. lind darin» >'*: di ''ei ''.'"jährige Gedenktag nicht stillschweigend .iverga::.*..'!: >"is Älltagsleben. das* emsig, rastlos weiter braust, Tchni i.i-ig's 'Jirnien cm'allen, eine» kleinen Angenbliä n.-an '.jueni vfittr.lt gebieten, de»i (tieunuungatreuen des V hing :; ohteu:-fa in f'.’mnevn jueihen tollen tl'cn Irieicm "’etinnnngc? ■■ ü 'ei rar Allem i-.ei sie 'Jude, .'licht von dem Siaaismanne, der >o "'r.'ß.s an' 't'.ebi,.nicht von den: P.*I:t:k>'r', der so tlug nud klar in seinem .1:.:.; gen-.nicht von lern ,h rsi.n llcichter, der so-gerne dem starren i- '.a.,'..ir! .n M. nsiheilsreundlichkeit eiligehancht hätte und suchte, dem lodlen B» :\’i: .*: ah; UN; geu. *.'': ckitS von all dem. Audi keine Polemik Ti Weile I> '.gerufen habe::, i» denen es nenlicki hieß: dl» :ci i;;:. g. fet M ■am u mit de n beiden linken Händen, welckier eine •' V au: :!.’.* ui.: a deuticher "'rnndia,-' plante!". Tie beiden '.ah: :::: , >. l.'.lKiKll .'tiileil H.iud e, .hauen es sicher versci>mäl>t, sicki i'i"' :i -'.-.di Jlugiit' 11! Und gar;u leidjt fiel es, einen Tobten gege ii :;a a anreich ‘•vV 0 ärvi..;,i i reriheitigen. Jeocki steht Sch»:erling's .k. uo.ii '.Vui;iit „ 's >.i! : s auch von Fahr zu Fahr, von Tag ■i ■. ag a .*.! "'ein i.ert, denn 'ür die Treue feiner zu: lllU] l at siet) t- 'IN Er.: gefunden. T.dt sind die Männer, hin- IV. c?. *,C. vH“, l;d *.:'»: neu iasi . die vereint mit ihm, ihm treu ru;- .Uv?v.\ ga:a» g; bei. ib ydi.u , 'ein großes, starkes, tid)ldnrd>- »r-t:: v « ck, : nr 'ch..".n' tot! Lidnei'.fels, tobt Hainer, tob; li.u A». ‘1 * * y * tu di Hve , d.r alt» E'arde ergebener Knappe, m;i c;n;v isi »rd! : nur Einer, >:>:.* ihiil ivard das Sdimerzudi't budi :i ward es he'dsied.», .im Grabe des letzten 'Hi: C'~ eil u n:v anC.;. Ul Zeit zu trauern,' des theneren Frenitdes der den ■ * V etant ::: mit i id) geiiomm :en, den sie vereint ein Lebensalter 'bind i) I r .bg-.balten ü ber Alles Ans feiner Bücherei, ans feiner v.v; ll'chn L'.v.m 3i nie loch oben;m Schoiienhefe lieht Fgnaz Bll". ■c: ’Of.l. iir :it da V V In die Stadt herab, an denen er hängt ■V g.:: ::;■.» :utcr :cU ii, Ai'.iicheii, kür Freiheit mid Fori- •Mu- :t ' beau' :vi: v:i '; Uvwillk. i'.lid; drängt die Frage fiel) auf, war -V v eil; ii nc cru mlanji. ■;:t Meuich.'»alter hindiirdi gekämpft, cv: - -t)« :au;# Ui.*. der;u l ah '.i, um kann ein vvrwaistes Erbe;n h in:; ::: i: .1 de Waid : rerstäiibt? Was frommt es, seiner in:: nngc-t je.*.' Z ier geb radit;:i habe»? Tie ersien 2teilen v.u c\ ■aatc. iVui neu am Lande, sie sind andi Minderieei:i [’g v ti; ngdngiich nc u* ii .*.»k von die'en "wie''. ivielend \ V-::. t.: Z~i: 'Ta.ksg!:»'! fein ir.'t ::e;'."'ier Sd>»tzmaniel, und der Rmim cev : '1:11 ivx'A: '? 1'AlX Ü! Cll s ja ein ra>d)es Bergen n, bin und wieder .;»i £ ■; . Angri.' Nil ci'.i'a nies i^rab, das. keiner von all Fencn;, i:: sich n» e' .bei l an ilm herangedrängt, die t'idi die O'eireueüeu v i: Ji: isät "II Gu L und <ij»t. der einzig anstrebenswerthe Besitz? ' ' : '?M.t.U'- g-n *:: t iich Al.es enttäuschen läßt, die es in --! Vt .; ll A'i-.iiv'.'a des Taieins. lierbciznfdjasien, alle X - sich n-na 'in: .! . .r Unn lib.iisi.» d l e-e m .je!:au: « "■Hu:;»;i>. .er man Huldigt und vor der man das. ».*> ißl:,!',.' ve.sih.'.it, die das Berbreche» verhüllt, die '.'.-.tnitgeii i:e .Ha.hsie», di: scheinbar Lanrersten, die ui nm taen» w.nß? - Hat Amon Schmerling von f.svnnktc -ans v.'cht vt:’ 1 ci• 1)t wirtlich zwei linke Hände Als vermögensloser Manu ist er in den Staatsverband getreten und als solcher auö ihm geschieden. Mehr als das. Au all de» größeren und kleineren Bortheileu, die hohe Stellungen mit sich bringen, ist er achtlos vorbeigegangeu. Für seine Lebensweise konnte niemals ein äußerer Umstand maßgebend werden; ein Beispiel dafür: Er war Reichsiiiinistcr und kehrte von Frankfurt in seine Wiener Hofrathsftube zurück, er war Stäatsiuinister, Präsident des Obersten Gerichtshofes, ohne sich jemals einer Amtswohnung;u bedienen. Was er war, war er immer ganz, weil er immer vor Allem sich selbst war, sich selbst Schmerling. Was dieser sich selbst, dieser wahrhaft antiken Persönlichkeit — so groß, so einfach, so einheitlich sind die Linien dieses ganzen Wesens gezogen — bedeutete, vorstellte, das wird man erst ganz und voll ermesien, bis der Todte für sich selbst spricht. Gar Mancher wird dann vielleicht beschämt verstummen, gar Mancher reuig in sich Einkehr halten, der heute au Schnierling's Wirken Kritik übt, bis nur einmal die Anszeichnnngen jener Zeit vor uns liegen tverden, in denen Oesterreichs Berfafsnng geboren wurde. Aber bedarf es auch i» rein menschlicher Beziehung einer näheren Beleuchtung des Mannes, den wir alle kannten, der mitten unter »ns alt gc worden, der Generationen tun sich emporwachsen sah? Bedarf es dieser Bände, in denen Schmetling sich selbst und seine Zeit*schildert, um uns Enthüllnngeu über seine Eharakterfestigkeit zu bringen? So weit kann es mit der Well nicht gekommen sei», daß sie nicht heule schon in tiefer Achtiliig die lautere Gesinnung eines Mannes anerteiiui, der durch Teeennie» und Deeeniiien an deö Staates Ruder gestanden, von. der Oesfeutlichkeit niubraust, der im politischen Leben nnzähligeinale durch Sirenenklänge gelockt wurde, ohne nachzugeben auch nur eines Haares Breite: der »nr immer dastand, hocherhobenen Hauptes, .wachen Auges, wenn schon oft mit stummen Lippen und stille» Händen^ als der getreue Eckart Allösterreichs? "'roße »ud Gute habeil ivir vor ihm und nach ihm fallen gesehen. Bei ihm aber gab eS niemals ein Wanken, sobald es die Ehre der Sackte, die Größe der Pariej. galt, die er erschaffen, die. er führte. „Wenn auch der Lorbeer des Sieges nicht grünt, so ist uns doch die Palme des Ruhmes gewiß." Für die Bewal)rheirung dieses seines Wortes t'orgte er bis zum letzten Athemzuge, daran Hütte ihn nichts irre gemacht und schon vor Allem kein Bedenken persönlicher und tlcinlichcr Art. . ..Und nun ist fein Erbe verwaist, doppelt und -dreifach, kein Sohn ist da, de» seinen 'Ji'amen zu. neuem Glanze bringen könnte, als der Letzte seines Stammes starb er. Wenn sei» Sin» aus Erden fortlebt, so ist es in dem kleinen Heim, deffen Mittel punkt, dessen Fnhall, dessen erster, letzter — einziger Gedanke er gewesen, ans dem mit ihm jeder Schein von Licht gewichen, in dem eine liebende Tochter ihn betrauert. Und auch in den Herzen all Feuer lebt er sott, £ie ihn kannten, groß und gut, wie er war. Damit si/ in der Geittiing nicht anssterbe, mag eS sein, daß solche Gesinnungs- Irene alle Fahihnnderlc einmal in Menschengestalt geboren wcrdte, y damit sie nicht anssterbe, daß sie vielmehr sich fortpflanzend den entscrniesien Ge'chlechicrn erhalten bleibe: läuternd, klärend, leuchtend... Wien, LU. August 1Marie v. Glaser. Dn-* kranke Gewerbe und die cintiseinilisrchen (Quacksalber. IZiv'chritten an das „Freie Blatt".) Wien, Ende August. Allgemeinscheint nun doch auch in den. Kreisen unserer kleinen Gewerbelreibenden die Erkeunliiiß platzzugreise», daß sic von den Herren Lueger, und Eonsorten zu. Tode „gerettet" werden. In einer Reihe von Bersaiuiulungeu haben Angehörige dieses Standes es laut und vernehmlich ausgesprochen, daß sie nicht mehr an das Evangelium: „Scchlagt den Juden tobt!" glauben, daß sie einsehen gelernt haben, wie mau sie an der gjfafc heriimführt. Und in der Thal, wenn wir uns besehen, was die Einführung des Befähigungsnachweises, was der gegenseitige Brotneid, der in der strengsten Abgrenzung der Gelverbebefugniffe zum Ausdruck kommt, was die Sonntagsruhe, die vielerlei Berbote und Einschränkungen der Erwerbsfreiheit bisher den Gewerbclreibeiiden genützt haben, so stoßen wir auf ein Deficit. ES isi durch all diesen aus dem zünstlerische» Mittelalter hergeholteu Krimskrams nicht besser, sonder» eher schlechter geworden. Man hat da unddort dem einen oder ändern Mitbürger geschadet, sich selbst aber nicht genützt. Man hat cs dahin gebracht, daß ein strebsamer Mensch, der früher einen Erkverbsteuerschein brauchte, heute zwei oder drei lösen muß, um fein Geschäft ordentlich forlbetreiben zu können, i

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