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Freies Blatt · 1895-08-04 · 174 (4.8.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
174 (4.8.1895)
Date
1895-08-04
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 174. Freier Blau Seite 7. die bisher nominell bestandene Gleichberechtigung aller nicht „bei der \ uormilinlte Cot gctucfoitc WomoinCoi\itl) H i p p ein 'oultcvm:i im .»mmi'o Dreieinigkeit" schwörenden bulgarischen Staatsbürger, d. h. der Mohain-! des JudenthninS l!t gelegenes Treiben, tväkrend Reick sräthsabgeotdurter P t> I; mcdaner und Juden als höchst illusorisch erscheine». Runmchr soll in! doier namens 'einer engerru Patteige,tonen mir Reck» betvothob, tut; derjenige, die Fcrnhaltnng aller nichtorthodoxciPElcincnte vom öffentliche» Dienste l bei' >»> -gegenwärtigen Jlngntblirf Cie Einigkeit muo. ,a togar 4>?ablfmliiiiimut System kommen. Rußland, welches die Zustände in Bulgarien bisher 1 enipkehle, für iinmettväbrende Jeiien C.,s Rech, veilore» habe, sich einen deui'chcte alS eine» Bruch dcS Berliner Vertrages hinzustellcn beliebte, dürfte Bkann zu nennen. Hierauf wurde felgende :l(f<olmn'ii mit allen geaeu vier gegen diese Maßregel, falls sic Gesetz würde, kaum etwas cinznwcnden , stimmen angenottinten: T-as EeniratwaKteomit.- 'vricku fein Hf;üi'-5 gedauert, haben, obwohl der Berliner Vertrag ausdrücklich bestimmt, daß in de» darüber and, da» vo» Leite eines Mannes, welcher von der Führung 'einer iicucrcfrtc» Balkanstaatcn alle Staatsbürger ohne Unterschied der (5on Barlei zuritckgelrelen ist, den chnsilchet, Wähletn Wt.ns die Wahlentlialtuug session gleichberechtigt sein sollten. Rusiophil und antisemitisch scheint bei de» devbrstehenden Gemctnderalhswahlen emvobten uxit Es otfomti in sich in Bulgarien heule bereits zu decken,, und cö darf unS daher nicht ' die'eui Rathe ein nicht büß eie Einigkeit de-? chrisiltcktett Bottes gesithtdendes. Wunder ».hüten, wenn die „P ttcnt-Bulgaren", welche ihr Vaterland! 'ondern auch die Jtn resset, desielbe» aufs Tie-sie 'ckiätigendes Borgehen zu einer Satrapic Rußlands machen wollen, nach dem. bewährten! ivrlchcs nur der iudenlibetalen Partei zum Ruhten gereicht Die Mit,nieder des' - Muster unserer Patent-.Dentschc», die Lcstcrrcich zu einer Provinz Eentralwahlcomims vervflichien sich, bei jeder tüelegenheu, tueb-'g'^'-e aber be, Preußens dcgradircir möchten, wen» diese „aufrichtigen Söbnc Bul garicns' alle vernünfligeii, nicht rnssophilcn Elcmcntc als „Semiten" ' in der öffentlichen Meinung bloßzustcllcn suchten. Am Tage des Be gräbniffcS Stambnlow'S wurde in Sofia ein Flugblatt verbreitet,! worin es u. A. hieß: „Bürger der Hauptstadt! Die Vorfchnng hat j. :cn bulgarischen SraatSmänneru und dem Lande eine große Vetire er» ,! heilt, nämlich daß derjenige, der tödtct und durch Machimiticl regiert, durch Machtmittel stirbt/ Stambulow ist tobt. Mit der Masiacrirung ' Stambnlow'S wurde auch sein politisches System niaffacrirt, welches ' ’ie Geschichte mit dem 'Rainen iStambulow's schwarze SchrcckenSherr- 'chaff bezeichnen wird. Bulgarien hat schwere Tage durchgemacht, cS üand unter Stambulow unter einem drückenderen Joche als unter den : : ürkcu. Bürger! Der Feind alles .Slavischen, Slambnlow. gab sich / vollkomntcu der k o s m o p o l i l i s ch - s c m i t i s ch/n Politik hi». Er wollte aus der bulgarischen Hauptstadt einen Budapcstcr Boulevard :achcu und anS dem bulgarischen Heer ein ungarisches ArmecSorpS.! Dem Dyranncn von Tirnowa waren die österreichischen Gnldcn lieber .,lS das bulgarische Ideal." Rach dieser Logik ist die iFrniordung Liambulow's sonach ein Werk d e r a » t is c in i I i s ch e n Politik, und wir begreifen kiun de» Standpunkt, de» unsere werihc Anti' . 'emiienprefic zu dieser Schandthat cingcnoniiucn, warum sie dieselbe; 'wie eilten Sieg bejubelt und verherrlicht. 'In dem Zusammenhänge aller dieser Thatc» ist cö endlich nicht gleichgiltig, daß vor einigen! Wochen der berüchtigte Antisemit und Verfasser des Buches: „I.u! , nguc-tv dii nranchpar I»s Juifs"/ Major L Sm am Bey Fi i-! i' r i z l i - Za d i, eine Flugschrift crscheincu ließ, worin er den Balkanregicruugcn cuipfichlt, antisemitisch zu werden und dem Beispiele der , . Wiener Bürger zu folge». rOn u’a q»'ä suivre >''-.x--nt>>l>- >,»>- rinnt , i.. itüiir- «laiiNnr In honi^eoisie de Vienne. Vinnin- :>nx iftniois. ' H'-rliit aux lierlijiois et ainsi de suite." DaS Schlagwort: „Bnl j ..arten beit Bulgaren" ist uns als antisemitisches Schibolcth wohlbekannt, - obwohl wir auch wissen, daß die kreuzbraven Bulgaren sich mit ihrem , igelten Gclde nicht einmal ein Schnupftuch kaufen können. Run aber S öman Bey, dieser Typus eines geriebenen GcschästSanliscmiicn großen i SiylS, in die Bewegung eintritt, darf Man hoffen, ,daß Bulgarien i ald ganz Bulgarien gehören, dH. vo» den civilisirtcn Staaten gei mieden und ifolirt sein werde. Bezeichnend ist cs nnr, daß das von : 'Rmcinhcitdn gegen die Inden strotzende Pamphlet SSnian Bcy's in i , er Hof» und Staatödruckcrei in Sofia crichienen ist. Also;»c Art ofsiciöscr Publication? A In liouliettr. wir gratnliren der nsiophilen antisemitischen Rcgicrnng dcS Fürsten Ferdinand zu diesem Mitarbeiter. 2hi5 antisenritischen Vereinen und!?erfammhmgen. tTik Aechtung Schölierer'S.) Tie „Wohlnteinnng" Georg Scböncrerv, welcher seinem Anhänge für die bevot stehende» Gcmeindcwahlen eine strenge Abstinenzpoliiik empfahl. Hai ihm die Aeätlung deS für die Wahtcampagne cr> rickilelen' obe.sten SiriegSrathes der vereinigte» Amifeinite» eiiigtirage». Tiefer „äiristticheS Eentratwahlcoiniiö" sich nennende ÄriegSrath gibt in den Amiiemiten» organen bekannt, daß in feiner vorigen Freitag abgehalienen Sitzung nebst der Beiprechnug wahltcchnifcher Frage» auch j j» der ron Georg Schönerer seinen Parleigeno/fe» anbesohleiien WahlenihaNnng bei de» bevorstehenden Gemeinde raihswahlen Stellung genommen wurde. „Ohne Unterschied der Parieisikllnng,'- heißt es in der Bekanniinachnng, „bezeichneten sowohl die ehemaligen Genieinderälhe der deutsch-nalionalen nie der christlich-sociale» Partei die Wahlentbalinng in diesem Augenblicke schwersten Kampfes als eine» t r e n l o f e n Berrath am christlichen und deutschen B o l k e, der mit allem 'Aachdruck zurückgewiesen werde» müffe. Namens der ehemals Schönerer'schen Richtung den Persainminngen, gegen die Liöier der Eint, teil der aitti'ettttttsit.,» 4».ttiei.'n. ob iotäic sich in der Presse betlälttge» vder in den PSiiaininttttigen attii fiioi' ouitreten, mit alter Ci»'ehicdenb>ii vorzugehcu und, deren g.-me-.n-ibärt-cktes Treiben in gebübrender P.-eiie;» brandniarten.- Ticie Re'titticr» tvttrde mit Attsnabme der Vetren Meitner R i i i a tu e g, S a n/c r b o r n nn'.P.z t.e der von siimniitielten «ntvesendc.t Mtttgltedern de-5 Pürgctciubs w-eti ttttiavtix» Aber aiiiti dte Herren Voitttov, 'Rtssatveg, Lanetbot'n und.Ltzteder :!'t:en nü veranlaßt, soigende Ed'äruttg abzugeden: 4',-tr injßbtt igen an' das Ett:- taaedenstr die Avabtc-tikattnng bei den bevorstehendeti Geineick»>eratk---tvalnrn' > r ltärcn cs virltnebr als dte heiligste, Pst cl» eines, jeden ebilickt tt. - de.-t'.t.en Mannes, für die Kandidaten des tLcntratwal>teorniti-s des Bürgetettiste d.s Ltzten.r Gemeinderaibes, ohne llntericktied. ob sie ckrisiticki >eeiat r er >eti:>ckr. nationat sin',;tt sttmme» BTtt reivsttchten uns zugleich, bet j.der tnete.-en! eti insbe'vndere aber in den Bersattt.nltttigctt gcg>u die Ltörer der Einigten .er anliscntiti'chcn Parteie , .'ob 'otche sich in der Ptesse beibätigen oder in Be:> 'ammlniigen als Redner anitreten, mit aller Etitsiltiedettlleit rotzngehen ttr.: deten getneni'chädtiches Treiben in gtbübrettdet BRile nt bratidmatlen " Leist denn 'ie Aechtung Lchöttcret's cinheltig beschlossen ivorden: vier Mitglieder . seS striegSrathes wäre» allerdings kür eine imldere Fat'lmtg des Aeckituttge - urlheils, aber das ändert nichts an der.Sack e, und der Gräcktie-e kütsie^ttti n hiesür wenig Tank »»neu. Ernst Bergan t jubelt. Das Aechntttgsttrütett. gegen Lcktönerer ent'chädtgl ihn reichlich für die nichts.weniger als re'veett-ril. . Ati, in ivclcher sich 4 tt eget nenlich in einer Margarthencr Petsaminlnug über-ih» änßetle, indem er jagte: ,.Lchö::erer kann titetnettregen d-n Bet galt. a»> Lpieße btatcn, das gebt mich gat nichts an." -Rci» elbisch.', Tr. r Negers Iveltchcr sich über die ganze anttsitnitecki. Betvegnng eimchtießltch setncr „BTetttgleit" immer mehr ltisitg zu tnacktti \t bezeichnetc vorige Bär che diestlbe als „rein ethisch". ES ge'chah dies in ein.-t Favotitenrr Bkr'antntiung, in ivclcher er t'ür dte (''emetttderathseattdidati!'. de-: Lct'ensiedcrS T r a m b a u e r ctntiat Abge'ehen von den nieten Gesinttntt.:-'- Iiimpt.ii, welche aUerort-nt Gcickäsjsanti'etititistt'tns bcireibtn, iottxe rei: c.tt zahlreichen antisemitischen Bvürdenträgern, denen das bö'e ,,-tvnti'ck.e R,ch." tt. „Martyrtunt des nnchternen GatttncnS" bercstci, ist der eritäbni»' Eandtda: selbst eine techl nette Jlliisttatiott zur r'ticger'ichen „reinen Eil-tl". Ti, ,'Tsi deutsche Ritnd'chatt", ivetche sich schon io oft als ein ’itt die.Atitvehtten e>ti.,-g nützliches Organbeivährl hat. läßt sich dteetnal vernilnten ..Ein Mant:. welcher dutckt den .Politi-chen Favorilnet Bürgetveretif getrsihlt de täte ° .nichts BernünstigereS zt, ihn»,weiß, als kurze Zeit nach der A.-.tb: in einer Bcrkatitmlutjp desselben BcrctncS die 'öffentliche Ettlätnttg adzae,," >: i et werde die deutsch nationale Partei, dic-etbe, von n-clck cr er g-träbck r. atd.t: bis ati's. Messer belämpsen, ein solcher Mann hat das Recht vnn irlt, an dir BTälcker schasl nnt ein ivtandat;n oppelltren. lind eben, weiter sich dt'sin >-lt st, betrttju war, beitieb er so eifrig die Gründung de? .Ebrisilich Loetalen BeteincS' im X. Bezirke, von welchem Beginnen er sich einen anderen Anlang erlosite, nachdem er seine srüberen Wähler aus eine -olche beleidigende, icht ode B.-eiw behandelt haue. Ein Dian», welcher vor einigen Met.aten etllärte, er si-i zu altbeständig kränklich:c, welcher einen Tag im I Wahllötper. den ztveitcn Tag tut III. Wablkörper zu candidircn vorgab, tim am dtittcn Tage tvieder an Toeior T a s ch, den Obmann des .Chtistlich Loetalen Wädlervereines', lnno zu geben, er cat-didire überhaupt tiichl mehr, jtnd nun tteckt drei Mcitateu nettertich mit allen Ranken wieder chervorlrilt, gerade nur, um der periönlichen Ettelkeii willen und um seine» Haß gegen H a »ck zu bethätigcu, ein solcher Mann kann auch von seinem engeren Anhänge nicht ernst genominen weide, " In derselben 'Rümmer des geitannteu Organes wird ferner eine Haupisiuvo der Ltziener Anttsewiteij als „notori-chcr Schuft" gckennzcichuet — das Ist All s „rein ethisch." (Gcisilichc Agilatorcn im Egcrlandc.t Im ganzen.Egetland gibt es dermalen drei politische Parteien, nämlich tzjbcrale. Social Temokratcit und Anitsemiien oder Christtich Sociale. In Aich, tziebenbrtg, Haslau und Eger stehen die letzteren unter der Führung der Orlsgetstlichk», die nicht allein in geschlossenen Bersammlungen die gänzliche Bcrnichtung der „Judenliberaleu" predigen, sondern auch von der Kanzel herab die Fackel der Zivieiracht unter die Menge schleudern. So donnerle vor Kurzem der P'arrer. in Falkeitan gege»

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