Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 173 (28.7.1895)
- Date
- 1895-07-28
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 173. Freies Aus antisemitischen Vereinen und Versammlungen. , Lltiöiicrcr'S Wohlmrillilllg.) Herr Schönerer richtete, wie sei» L'eibllättch'cu lu»d und zu ivisien lhui, an den Abgeordueic» .H a»cf ca« iiotti- <:.'f)(nbe Schreiben: „Licbiverlher Freund Hauck! Teinem im 'Rame» von Gesmiuingsgeiiosieu an mich gerichlele» Ersuchen, euch Gelegenheit zu miinduchcr Auseiuandcrsetzilng zu gebe», lau» ich derzeit leider nicht ciniprecheii. ^eu» eS Euch darum zu thun ist, meine Wohlmeiiiung zu wisse», io stehe ich ich, au, selbe im Folgende» bekannt zu geben: 1. Ter ,TrutscheBolloverciu inLvicn';•'! auszulösc». (Tie nicisten Borstantsmiiglieder und viele gerade der lüchligsten Mitglieder sind bereits ausgetreten; dagegen verbleibe» darein u. A. auch Muglieder .sie oofcf und Fritz Fla der in Krems, die, trotzdem selbe schriftlich nieiue ausschlicß .che Führerschaft anerkauut habe», in der .Landzeilung'vom '-’ü. i)iai 1805 von Partei als von einer Partei Erwähiuuig thun, die de» Mangel jed- , ver politische» stliighcit geradezu in da« Parteiprogramm ausgenommen zu den scheint.) 2. Tic Abgeordneten a n ck, T ö tz und T ü r I bebalicu ihre blandale und, berufen in wichtigen Fälle», wo sie nicht allein entscheiden wollen, um 12 Vertrauensmänner nach ihrer freit'» Wahl zu maßgebender Beraihiuig l. T i e unbedingten Gesinnungsgenosse» Schönerer'S werden i bei den bevorstehenden GeineinderatHSivahlen in Wien in liretlci Weise betheiligcn, da die unter . der Leitung Luegers .»den Anliliberalen im Bolsblan Bergani eine Verkörperung moderner ' Eruption alS ilwc journalistische Pertrening besitzen, 1. Ter .Bund der und die Vereine des .Deutsch»» Turnelbnilkes' bieten gelingende legenbcit zu nationaler Thätigkeit. Für politische Belhäligniig sind d i.ttchs .Favöritner Bürger-Verein-, »rirhicrc deutsche LezirlSvercine in Wien, .Tenlschnalionate Arbeilerbnnd .in Wie»', einige denlschnalionale Vereine in - Provinzen und der .Bund deutscher Landwirlhc in der Tstmark' vorhanden. . d. Gr. Schönerer." Nun. wir werden ja sehe», ivie viele „ujibedingle nunnngSgenosien" Schönerer noch in Wien zählt. Ter Zeitpunkt' ist wohl utli nickt ferne, wo er einigen von den Vereinen, w-lche er heule noch am .'l-.-N erhalten will, ebenso das TodeSnrthcil sprechen wird, wie jetzt dem a.»sichen BolkSvcreinc". Tie heiterste Wendung im Briete Schöilcrer s ist die . .'ileeblatteHanck Tötz Turl eiugcrännite „ireie'Wahl vonVertranenSniännet»". VEabl — wehe den Trcie»., wenn sie z. B. teil — Hosialh v. Holz Niger , :i BertrauenSmanne wählen würden! HkNlig «nntrn Gibrkc.) Bor der 1-1*1. Ablhcilnng des Schönengerichtes - Betlin lain dieser Tage einer der riclen Belcidignngsproeesse zur Verband , m welche ' der srükere Stadtverordnete und Vorsitzende des „Bürger eines Moabit", Oberlehrer Tr. Heutig, verwickelt ist. Mir leinen -ne'i.-tz inf genannten, zur Forderung der Tivoli-Antjsemiterei beninimlen eine gerielh Henlig i» Streit, und die ieindselige Sliinninng seiner Gegner ugle auch zum Ausdruck, alS die Behauptung^ gegen Heutig schwebe beim -- lickt zu Fürstcnwalde ein Bcrsahren .ivegen Wuchers, durch die Blätier ging einer Versamnilung dcS „Bürgervercincs Vioabil" kam tieie Angelegenheit pracke. Eines der Mitglieder, der .«lausttiattn Reinbold Gebrke, erklärte, - er ans dem Verein auSicheidcn innise, er könne nicht mit einem Manne llinenwirken, der,sich selbst deS 'Wuchers bezichtige. Tieie Erllärnug ver Heutig, gegen Gebrke die Beleidigungsklage anznstrengeu. Ter Verllagtc an, daß ihm jede bcleitigeukc Absicht rerngelegen, er oeharre auch heule i au« dem Siandpnnkle, daß in der Erklärung Henlig's im „Berliner Tage .n". der frühere tzocomokivtührer Sch. habe von ihm eine Htzpothek in Höhe i KUJ Mark gegen süns V.-reem Zii:>'c» erhalte», tvogegcn Sck. der Frau nlig aus Danlbarleir ein Ge'chenk von 2i>0 Mart gemacht habe, eine Ant-nnnng de« 'Wuchers liege. Ter .«tläger versickerte, daß seine Eiklärung aus .in Errtbuni seinerseits beruhe. Als ihm der im „Berliner Tageblatt" er» -cncnc Artilel zu Gesicht gekommen. sei er im Zustande höckner Erregung : Verwirrung sofort zur Rcdaclion dieses Blattes geeilt und habe dort die Uchnng nicdergcschricben. Später habe er sich vergewissert, daß der Sach- ..-alt ei» anderer sei. Seine Ehefrau habe »ichl 2ü0 Mark von kein Loeotivsübrer erhalten, sondern nur 1ü<> Mark und auch sei nicht die Tankbar. : der Beweggrund zu dieser Zahlung gewesen, sondern die lüu Mai! seien ". Entgelt für den ConrSverlust, den seine Ehefrau durch den Verkauf von rlhpaviercn erlitten halte, die sic zu Geld machen mußte, um, die Hnpotbek n, Mark geben zu könne». Tie Verhandlung schloß mit /eine,» für _;. Henlig sehr ungünstigen Crkennlnisie, zu dessen Begründung gellend ge -.-acht wurde: Es sei nicht anzunchmen, daß ein Mann von der geistigen Beignag deS Oberlehrers Tr. Henlig selbst in erregtem und velwirrlem Zu- -t.-.nde eine 'Erllärnug nicderschreibe, die er nachher in der Form widerriefe, >C cs geschehen. Der Verklagte habe sich lediglich an die damals veröneiillichte Erklärung gehalle» und dieser einen Sinn unterlegt, wie cS'jeder Unparteiische '!mn müsse. Es habe dem Verklagten wenigstens wunderbar erickeincn müssen, daß die Ehesran de« Klägers sich 250 Mark schenken -lasse, und daß ihr Ehe- Blatt. Keile 7 niaun nicht gegen Annahme eines >elcke» i'--"ch.'nkes Eiickpiuch eilwb . Ter Angeklagte habe außerdem in Wahrung bcrecktigler Enlercnen gel'andelt lt»d ifi über das Maß des Erlaubten nickt hinansgegangev. Es nu.'>.' desbalb 'eine lostenlo'e Frcikprechung enolgen. - tGiiic >iliiidgcb»ilg der Wälilcr des Frcibc'rrn v. Hammtrstcin.l Fn S tolp, d'in Hauplone des Hammerstein'iche» Wablktcisi-s. nalnw der Aur'cknß deS „BanernvereineS'' eine Ne'olniion an, ivor>u gegen die weitere Vertretung des Wahlkreises Siolp-tzanenbnrg Bniow durch Freiberrn v '.Hanuncistein pro lestirl und dieser, wenn die gegeinidn in der Tagespreise vorgebrackien gravirenden Thatlacken wahr'' -seien,;nr 'A'iederlegnng feines Mandats ansgesoiderl wird. Wer bei dem hohen FabreScinkcinmen von 1 <>IHil Mal! 'ein eigenes Hans nickt chestellen könne, vermöge auch-nick t das Wohl und . Webe des vreußüchen Staates als Volksvertreter zu b-rötben. 'Wieder ciac neue Aliliscuiilcuvarlci in Sickik.l F» der ,,Wesir! aii-ckeu Reform" veröffentlicht ein Herr S l e i g n e r ans Hamburg »im-ji Ani-at'. m welchem es heißt: .Tie Ver'llcke der Priester, Einfluß auf die anlt'einll,') e Sache zu gewi/liien und sie dem Ekristenibniii oder der .'inche dienstbar zu metchen, sind so all wie die Bewegung selbst, und die niivcralilivsrllzcke 'Rack giebigkeit der Teniick>-Soeialen hal die vlietteiliche Anii>as;n»g giosigezegen. Tic Entwicklung der MensckKeil vollzieht sich »achRaiurgeiltze.il und »M» iiaetr. de» Bescklitsten latltz'li'cker Eoneilicn oder lnlkeriscker 'Eonsislorien. Wer, wie in den Zeilen sal'ch verstandenen Liberalismus, nackte Selbst't-.ckl Ui.-t, ui..' Eapitalismus und Social Teilwkratie eiiftcu! Tb dic>e Anssirat an' inisincken- oder invhainincdaliüchein Boden stallsindel, das ändert an der Sacke nickt :.re >>>, ■ ringstid. . . Tieie Einsicht aber ickeint sich in den Priester» neck nackt, i :::iv:tt. .:;n haben, sie sind voll vom Bewnßliern ihrer Würde und -Wickii. I.ii rn-d eine mächtig anschivellende kraftvolle Partei, das iväre >'o gerade da» richtige b.si.a liicnl für die Päpste und -Pävstlei»! . . Ter erfreuliche Umstand, daß dibeiden bis' dahin vorhandenen' antiieiniliiche» Rickmingcn -sich vereinigt l'anci-, ließ die Bedenken nickt zu freier Enlfallung' Unnine», wetcke der in der An italnire des christlicken Princips liegende Sieg der Reaclion berporrit-'en ninßle. Aber als die Begeisterung der rnlltgc» lieberzengung wick', da trat es »nnrer klarer hervor, ivcr eigentlich die meisteIlriache Hane, sich des Tages von Eisenach zu freuen. Ten Priestern ist allerdings ein großer Erfolg geworden. Mit den, beiß' an'waUenden Blute der nationalen Bewegnirg können sie zbrer ersterbenden Sache eine ichernbar eigene 'Wärme einfleßen. Und Micke), das alte Stmt, lbru der Prlestcrickast tieicsi Gefallen, den» er kann, so »löckle inan glanblkd. oknc Bevornnlntling nicht sein. Römer oder Franzv'tn, Enden oder Priester — _ ' Mickel muß immer Einen baden, der ihm >'agt, was er zu tlinn ba: . . . Zur-.' Hellen Freude der Endenjcha't wild jetzt, lveun der bestebende Parteitag den Eiienacher Beichluß anniininl, die.-anliicniiliiche Bewegung, ioiveil sie in der deutsch.''ccialen Reiorniparici tzerlprverl ist, i/i ein todles Gelei e lau'en. Ewte coniervalire chrlstlrch «ociale Bewegung. wird cs fein mit einem läbm-nde:! Anhang eisernter, an« den, religw-'c» ElillnrstaNdpn'nki vergangener Eahrblülderte siebender Priester, anstall eintw iräiligcn, rein vollslbiini'.iche», filslidi, geist-g und wirlli'ck.rillick nii'er Volk bebenden racenai-tl'eaniliichcn Beivegniig Srickes Beginnen iviid jeder zielbewnßte Antidemil ani» Entschiedenste zi:ri'lckir-ei'en. und deshalb ist der Augenblick gelommcit, wo die zahlreichen Anbäne e de: Gewiiiegs'ieil:eit unter.den Aniiiemiien sich ziisammen'ckaarcn inü'iki!, lm: nn gehindert von rncksiendigen Ansbentern die anti'kmillichen Gsdai'.ken lbrer Ver' wiilltcknng znzniiiliren! Alle Leier des vorsteheilte» An'si'-tzcs, die i:ti>- z-.t stiinmeu, bitte ick, nur sofort ihre Adreneii eiltznienden, nm d-.e ü --:11d* gericklelen Antiietiillen nnl' rliiander in Belbindting ietzen zn laimrn u:' die Begründung eines Bundes cinznleilen." Es..ist für Fervste!ende lui-: klar, ob Herr Sleigner auf eigenes Rtfieo bandell oder »:» tine::' A.:'t'..lg dev Firma- Ahlivardl se Bocket anssührl. tHolländisch cillpsobltll.» Einigst «and itl B r t! .1. e:u- Volks verkaiuuiluug stall, für welckc A b i >r> a r d t einen Voer-a'. .^.i-.g-tündkiz! baue.- Ter Redner er'ckien mit seinein An-bang auch in.-Le.al, ater -volberbaue sich schon eine große Anzahl^von Social Temolrateii erngeinnden, und die>'e brackle» alle Stellen des von -ev' Ver'aimnlung -zu nürhleuken Bnecaus an für T.rs lvar aber noch nickt der häricite Schlag, den Abtivardl iit Brenierbavtir oilitt. Wie gewöhnlick in Ablivardl' cken Vcr>'anl»ll:uige„, >o ivae auch hier von Nut, Zuhörern Enllöe erhöhen worde».- »nd naturgemäß kcuntc über die ans dieie Wei'e eingcgaiigcncn Gelder das Bureau veesiigen. Tas ibar cs aück. Es be willigte Ahlivardl und seinen, Begleiter..die auSgekegren Reveloste». zahlte den Saal und. hcstimmre den Uc'berschuß von 'Mark' 50 Pfennig, den die Amiseinilen für sick in Aiisvrnch »elnnen wollte'», a:s dein kkulerstnstnngs'ondS iiv tue .Hinterbliebenen verunglückier Schi'fer ver'alle»..Tie Edee 'and den niigeibeilke» Beiiall der aiiweieilden Social Temolrarc», sie konnte aber ni.sii veltvirllick: werden, ivcil sich der Begtriler Ablivardl's bereits mit der E«>''-> holländisch emvfoblen balle. — Ablivardl hat jetzt Peck, und elne.hotländi'cke En'.v'ebtting, zu ivclcher er leibst cimna! Zuflucht genommeil batte, trug' ihm im», wie ans Lübeck berichtet wird, i» einer seiner gegen ii" P'ennig Enir>-e gebaltetien Bersaüimlliitgcii eine beschäinende ^iirderlage es». Boii bö-er Almmig et'nlll